der HÖRSPIELer: Interview mit Jens Wawrczeck

Jens Wawrczeck wurde 1963 in Dänemark geboren. Er sammelte bereits mit elf Jahren erste
Hörspielerfahrungen in Astrid Lindgrens "Brüder Löwenherz". Seine Schauspielausbildung absolvierte er
in Hamburg, Wien und New York. Heute lebt er in London und Hamburg.




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DREI ???

Drei Männer vor dem Mikro

Über 17 Millionen Tonträger verkaufte das Quickborner Label EUROPA mit den unverwüstlichen drei ???. Selbst unerfreuliche Lizenzstreitigkeiten um die Jahre 2006 und 2007 hielten die Macher nicht davon ab, vorübergehend unter dem geänderten Titel 'DiE DR3i' weitere Jugendkrimis zu veröffentlichen. Für viele Hörer Teil übriggebliebener Jugenderinnerungen wird inzwischen wieder die Originalserie weiter fortgesetzt, die sich nach wie vor konstanter Beliebtheit erfreut.

Seit 1993 werden die Folgen von deutschen Autoren geschrieben, nachdem die amerikanische Originalreihe "The Three Investigators" (nach Robert Arthur) ab 1989 eingestellt wurde. Die drei Hauptrollen der deutschen Vertonungen sprechen seit 1979 Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, 1. Detektiv), Jens Wawrczeck (Peter Shaw, 2. Detektiv) und Andreas Fröhlich (Bob, Andrews, 3. Detektiv).
Wie lange uns der derzeitige Medien-Hype um die drei ???, dem sich anzuschließen selbst der eine oder andere Feuilletonist offenbar nicht widerstehen konnte, noch erhalten bleibt, wird die nähere Zukunft zeigen. Nicht zu unterschätzen ist jedoch vermutlich die Zahl derjenigen Hörspielhörer, die über `harmlose´ Kinder- und Jugendhörspiele (quasi als `Einstiegs-Droge´) ihr Interesse an den `ausgereifteren´ Produktionen öffentlich-rechtlicher Natur entdeckt haben. Dies ist ein schöner Nebeneffekt.

Über die kommerziellen Produktionen hinaus scheint nachhaltig lediglich Jens Wawrczeck dem klassischen 'Radio-Hörspiel' verbunden zu sein. Während man Oliver Rohrbeck viel als Fernseh-Synchronsprecher und Sprecher kommerzieller Hörbücher (nicht zuletzt seiner eigenen bei der erfolgreichen 'Lauscherlounge') wahrnimmt und Andreas Fröhlich mit seinem jugendlich-kumpelhaften Timbre Fernsehwerbung bereichert und ebenfalls zahlreiche Charaktermimen synchronisiert, wirkt Wawrczeck seit über einem Jahrzehnt verstärkt in öffentlich-rechtlichen Hörspielproduktionen mit.


Jens Wawrczeck (Foto mit freundlicher Genehmigung durch ebendiesen) INTERVIEW

Jens Wawrczeck [im Winterhuder Fährhaus]

Wie sah Dein erster Kontakt mit dem Medium `Hörspiel´ aus ?

Ich wußte schon sehr früh, dass ich Schauspieler werden wollte. Darum war ich begeistert als in der fünften Klasse unser Deutschlehrer verkündete, dass der Norddeutsche  Rundfunk Kinder für den Schulfunk suchen würde. Ich spazierte, damals noch ohne das Wissen meiner Eltern, am Nachmittag zum Vorsprechen und wurde genommen. Da war ich ca. elf. Und die darauf folgenden Jahre habe ich mehr oder weniger hinter dem Mikrofon zugebracht, z.B. in Astrid Lindgrens `Brüder Löwenherz´ oder als Mogli im `Dschungelbuch´. Auf der Bühne stand ich das erste Mal 1976, an den Hamburger Kammerspielen. Und Theater ist auch heute noch meine ganz große Liebe, glaube ich. Ich  war ein merkwürdiges Kind, ich hörte weder die Musik der anderen, noch las ich deren Bücher oder sah die Filme, die den anderen gefielen. Es gab immer wieder Zeiten, in denen ich mich selber lieber angepaßter gesehen hätte. Später habe ich dann erfahren, dass das, was mich unterschieden hat, durchaus ein Vorteil sein kann. Zumindest als Sprecher und Schauspieler. Bis ich sechzehn war habe ich eine Unmenge Hörspiele gemacht. Dann kam der Stimmbruch und es wurde etwas ruhiger.

Wie ging es dann weiter ?

Nach dem Abitur war ich in Hamburg auf der Schauspielschule und eines Tages wurde ich einem Regisseur vor die Nase gesetzt, mit dem ich heute noch arbeite und den ich sehr verehre: Hans Gerd Krogmann. So landete ich mehr oder weniger zufällig in der Abteilung `das anspruchsvolle Hörspiel´. In den letzten zehn Jahren habe ich bei Krogmann fantastische Rollen gespielt. Aber in anderen Produktionen habe ich es manchmal auch erlebt, dass hinter den sogenannten anspruchsvollen Texten nichts weiter steckte als heiße Luft; dass ich im Studio saß und teilweise gar nicht verstanden habe, was ich da spreche und auch der Rest der Crew ziemlich ratlos blieb. Das hinterläßt dann einen fahlen Nachgeschmack, weil ich nicht nur das Gefühl habe, einem aufgeplusterten Nichts Leben einhauchen zu müssen, sondern außerdem befürchten muß, dass mir das nicht gelingt.

Kannst Du da Beispiele nennen ?

Es gab Texte, oft sogenannte `innere Monologe´ , die nicht besonders gut, d.h. in diesem Fall schauspielerfreundlich geschrieben waren. Vielleicht bin ich ja auch zu ungeduldig, zu oberflächlich, zu konventionell ...
Ich habe ein Hörspiel gemacht, vor Jahren, zu dem ich nur sehr schwer Zugang fand. Am Abend vor den Aufnahmen habe ich den Regisseur im Hotel getroffen und gesagt: `Ich habe den Text gelesen, aber ich weiß nicht,mit welcher Haltung ich den spielen soll.´ Daraufhin meinte der Regisseur: `Oh, um Himmels Willen !! Überhaupt keine Haltung ! Lassen Sie den Text irgendwie fließen.´. Am nächsten Morgen ging ich ins Studio mit dem Vorsatz, es `fließen´ zu lassen und mir nicht zu sehr den Kopf zu zerbrechen. Manchmal funktioniert so etwas auch sehr gut. Aber in diesem Fall war die Arbeit eine Qual und am Ende habe ich mich bei allen entschuldigt und gesagt, ich hätte das Gefühl, vollkommen versagt zu haben. Daraufhin habe ich vom Toningenieur erfahren, dass fast alle Schauspieler mit einem ähnlichen Gefühl aus der Produktion geschlichen sind.

Kommt so etwas öfter vor ?

Es ist nicht die Regel, aber natürlich frage ich mich ab und zu nach einer Produktion: `Was war das ?´. Es gibt Produktionen, die ein Riesenerfolg werden, wie z.B. 'Raumschiff Titanic' , bei denen es während der Aufnahmen aber extrem schwer ist, der Handlung zu folgen. Da hantiert man dann mit mehreren Manuskripten (Mehrteiler) und nimmt nicht chronologisch auf. Daher ist es schwer, den Überblick zu bewahren, zu wissen `was ist meiner Figur eigentlich in der Szene vorher widerfahren ?´ ... usw. In solchen Situationen ist ein starker Regisseur wichtig. Übrigens: Oft sind gerade die Produktionen ein großer Erfolg, in denen sehr viel weniger Herzblut und persönliches Engagement steckt - Wer weiß, warum? Das kann frustrierend sein.

Wie stehst Du zum Medium Hörspiel ?

Das Hörspiel ist eine Oase in der Medienlandschaft. Dort arbeitet man noch unter vergleichsweise sehr guten Bedingungen, zumindest bei den Öffentlich-Rechtlichen. Dort wird sich bei größeren Produktionen durchaus noch vier bis acht Wochen Zeit genommen. Die meiste Zeit wird allerdings nicht für die Schauspieler, sondern für die Mischung gebraucht. Da es den meisten Schauspielern sehr viel Spaß macht, in Hörspielen mitzuwirken, können auch oft kleinere Rollen mit tollen Leuten besetzt werden.

Fühlst Du Dich dem Medium Hörspiel eigentlich besonders verbunden ? Du hast ja immerhin Deine Karriere mit Hörspielen gestartet.

Genau. Ich habe mit Hörspielen angefangen und ich fühle mich dem Medium sehr verbunden. Das Spannende daran ist, dass es so intim ist.

Intim vom Konsum oder auch von der Mache her ?

Beides. Vom Konsum sicher. Wie oft haben mir Hörer erzählt, sie wären mit einem Hörspiel von mir eingeschlafen (!), besonders die drei ??? werden gerne unter der Bettdecke gehört. Das ist doch schon sehr intim ... . Aber auch die Mache ist intim, weil man so `nah´ am Darsteller ist.
Die Stimme: Es gibt kaum etwas Persönlicheres, finde ich. Auf der Bühne kann man ablenken, schummeln, mit Effekten blenden, sich verkleiden usw. Das Ohr nimmt aber wahr, ob ich wahrhaftig bin, das Mikrofon läßt sich nicht belügen. Auch wenn ich mir nach so vielen Jahren sicher eine gewisse Hörspieltechnik angeeignet habe. Es ist jedes Mal wieder eine Herausforderung. Das Mikrofon ist mein Partner. Es ist, als wäre ich mit einem Geliebten zusammen und würde ihm ins Ohr flüstern. Das Medium Hörspiel hat etwas absolut Erotisches. (lacht)

Hörst Du selbst privat auch Hörspiele ?

Selten. Wenn ich selber mitwirke, werde ich beim Hören sehr ungeduldig. Nach dem Motto: Das hättest Du doch besser machen können !

Wird denn nach wie vor aufwendig produziert ? Nimmst Du Veränderungen wahr ?

Es wird relativ aufwendig produziert. Aber auch in der Hörspielbranche ist Zeit Geld und alles muß schnell gehen. In Berlin habe ich kürzlich für Random House Audio/BMG den Roman `Die Sonne ist eine geniale Göttin´ gelesen, der jetzt als Doppel-CD erschienen ist. Das war ein Pensum von 120 Seiten, die ich in zwei Tagen gelesen habe. Das ist sehr viel. Da ging ich abends nach Hause und hatte einen fusseligen Mund. Und das, obwohl ich eigentlich hart im Nehmen bin. Mir wurde dann gesagt, dass man früher doppelt so viel Aufnahmezeit zur Verfügung gehabt hätte. In solchen Fällen hilft es, gut vorbereitet zu sein und einen Regisseur zu haben, der unterstützt.

Dann bist Du also ein Typ, der durchaus einen Regisseur für Rückmeldungen braucht ?

Irgendwie ja. Im Idealfall ist das jemand, der mir nicht vorschreibt, wie ich etwas gestalten soll, sondern mir zuhört und gemeinsam mit mir auf die Suche geht.

Wie nimmst Du die allgemeine Tendenz in Sachen Hörspiel wahr ? Ist die steigend oder fallend ?

Es wird immer mehr produziert. Besonders in Kooperation mit den Hörbuchverlagen. Alles wird kommerzieller. Leider teilweise auch die Besetzung. Die Verantwortlichen besetzen gerne Fernsehschauspieler, die nicht unbedingt ideal für die Rolle sind, weil sie hoffen, auf diese Weise mehr zu verkaufen. Schwierig ist es auch, dass ein Hörspiel, das zwar von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten produziert, aber anschließend von irgendwelchen Hörbuchverlagen ebenfalls veröffentlicht wird, nicht mehr uneingeschränkt Musiken verwenden darf. Das ist urheberrechtlich problematisch. Einer  meiner Lieblingsregisseure, Hans Gerd Krogmann, der Hörspiele mit vielen Musikzitaten inszeniert, fast wie Opern, ist zu Recht völlig frustriert, wenn ihm solche Handschellen angelegt werden. Das beschneidet die künstlerische Freiheit.

Wie sieht es eigentlich mit Rückmeldungen im Sinne von Publikumsreaktionen aus ?

Ich weiß nicht, was die Hörspielredaktionen tatsächlich an Kommentaren von Hörern bekommen. Wir, die Schauspieler, kriegen das wenig mit. Höchstens gibt es innerhalb der Branche Reaktionen, Komplimente oder auch das Gegenteil.

Ist es denn eigentlich eine Art Referenz, wenn man z.B. zum Fernsehen möchte und man hat vorher Hörspiele gemacht ?

Glaube ich nicht. Beim Fernsehen gilt es manchmal schon als ein Makel, wenn man zuviel Theater gespielt hat. Da heißt es, man sei zu theatralisch.

Wie nimmst Du eigentlich die Einschätzung von kommerziellen Hörspielproduzenten und öffentlich- rechtlichen Realisatoren wahr ? Gibt es da Berührungsängste, oder ignoriert man sich gegenseitig vielleicht sogar vollständig ?

Sicher gibt es auf beiden Seiten Scheuklappen. Die einen halten die anderen für oberflächlich, die anderen die einen für elitär. Als Schauspieler sehe ich das gelassener. Ich versuche, mein Bestes zu geben.

Bist Du eigentlich abonniert auf Krimis ?

Eigentlich nicht. Vielleicht entsteht der Eindruck, weil insgesamt so viele Krimis in den letzten Jahren produziert worden sind. Auch das ist sicher ein Zeichen dafür, dass auch bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten immer mehr danach geschielt wird: Was läßt sich verkaufen ? Was wollen die Hörer hören ?  Schade eigentlich.

Unterscheidet sich denn die Produktionsweise der Privaten und der Öffentlichen sehr voneinander ?

 Ja. Die Öffentlichen lassen sich sehr viel mehr Zeit für Aufnahme und Mischung. Und sie sind auch viel beharrlicher, wenn es darum geht, die Schauspieler zu engagieren, die sie für optimal halten. Letztes Jahr spielte ich abends in Hamburg Theater und stand tagsüber in Stuttgart für die Hörspielfassung von Grimmelshausens `Simplicissimus´ beim SWR vorm Mikrofon.
Das bedeutete, dass ich allein achtmal hin- und herfliegen musste. Diesen Aufwand, und letztlich auch Streß, können sich kleinere, private Firmen gar nicht leisten. Das war selbst für den SWR eine Ausnahme, weil es sich wirklich um eine sehr, sehr aufwendige und große Produktion handelte. Aber wenn ein Regisseur bei den Öffentlichen Dich haben möchte, gelingt es ihm für gewöhnlich, Dich zu bekommen, weil wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt werden. Der Regisseur bei den Öffentlichen ist im Vergleich zu den Privaten sowieso ein enorm wichtiger Mann. Ich würde soweit gehen, zu sagen, dass die Arbeit zwischen Schauspieler und Regisseur bei den Öffentlichen intensiver ist.

Sind die DREI ??? eigentlich die einzigen Hörspiele für Kinder und Jugendliche, bei denen Du mitwirkst ?

Zur Zeit schon, und in dieser Serienform auf jeden Fall. Die DREI ??? sind mit anderen Produktionen auch gar nicht zu vergleichen. Ich mache das jetzt seit über zwanzig Jahren und wenn ich -was tatsächlich häufiger vorkommt- an der Stimme oder am Lachen von DREI ???- Hörern erkannt und angesprochen werde, dann ausschließlich auf eine sehr persönliche, angenehme und liebevolle Art. Die DREI ??? scheinen für viele ein Teil der Jugend zu sein, der gute Teil. Und ohne dass Andreas, Oliver oder ich jemals so etwas geahnt hätten, haben wir eine sehr intime und dauerhafte Beziehung zu unseren Hörern aufgebaut. Das ist insofern überraschend, weil der reine Zeitaufwand, den die DREI ???-Aufnahmen im Jahr für uns bedeutet, relativ gering ist und im Vergleich zu anderen Jobs, Theater usw., kaum der Rede wert.
Ich fühle mich sehr privilegiert, über so viele Jahre dabei sein zu dürfen, aber die DREI ??? sind in meinem Leben als Schauspieler sicher nicht das Wichtigste.

Wie ist Dein Verhältnis zu den anderen beiden Sprechern der DREI ??? ?

Inzwischen kommen Oliver, Andreas und ich sehr gut miteinander aus. Am Anfang war das nicht immer so. Ich war vielleicht ein bißchen eingeschüchtert von den beiden. Heute bedauern wir, dass wir uns nicht häufiger sehen. Wir mögen uns wirklich sehr. Wenn man so viele Jahre zusammenarbeitet, entsteht ein enormes Vertrauen und auch Respekt. Die Aufnahmen sind so familiär, dass wir gerade unsere gemeinsamen Szenen, die in der Zentrale oder auf dem Schrottplatz, nicht als Arbeit empfinden, sondern als Fest. Im Ernst: Ich glaube, dass das die Qualität der DREI ??? ausmacht. Man glaubt uns, dass wir vertraut miteinander sind, dass wir uns mögen, durch dick und dünn füreinander gehen würden und uns wirklich gut kennen, weil es tatsächlich so ist. Nächstes Jahr (2002) wollen wir übrigens mit einer Art Live-Performance auf Tour gehen.

In letzter Zeit gab es ja Irritationen um die Rolle des Peter Shaw, dadurch dass verbreitet wurde, er sei schwul bzw. hätte einen Freund.

Ach herrjeh... ! Wir werden so oft gefragt: `Warum haben die DREI ??? keine Freundinnen ?´ usw.,  dass ich irgendwann mal gesagt habe: `Vielleicht haben die ja was miteinander, wer weiß ?´. Aber mal ehrlich: Ob Peter schwul ist oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle, weil diese Thematik bei den DREI ??? auch keine Rolle spielt. Das Sexualleben von Justus, Peter und Bob ist weitgehend tabu bzw. nicht relevant. Wir lösen Kriminalfälle. Der Rest bleibt der Fantasie der Hörer überlassen. Die ist bunt genug, denke ich.


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Die 10 besten öffentlich-rechtlichen Kriminal-Hörspiele der letzten 3 Jahrzehnte nach Meinung des HÖRSPIELers | Ranking

TOP-10 des HÖRSPIELers
Kriminal-Hörspiele (Krimi-Ranking)
(chronologisch)

Lindauer Pietà
A: Martin Walser | P: WDR/SWF 1975
R: Günther Sauer | S: 78 Min.
D: Heinz Meier, Brigitte Horney, L. Carstens u.a.

Verteidigung von Friedrichshafen
A: Martin Walser | P: DDR 1976
R: Heinz-Wilhelm Schwarz | S: 54 Min.
D: Dietrich Körner, Hans-Joachim Hanisch u.a.

... trägt Anstaltskleidung
und ist bewaffnet
A: Irene Rodrian | P: BR 1982 | S: 54 Min.
R: Gert Westphal | B: Lilian Westphal
D: Robert Atzorn, Lisi Mangold, Rita Russek u.a.

Detective Andy
und der Transvestitenmord
A: Anthony J. Ingrassia | P: SFB/HR 1983
R: Bernd Lau | S: 52 Min. | B: Götz Naleppa
D: Manfred Krug, Tara O'Hara, Otto Sander u.a.

Brunx
A: Jens Hagen | P: WDR 1983
R: Werner Klein | S: 52 Min.
D: Achim Hammer, Karin Dieck, M. Ponnier u.a.

Detective Andy
und der Disco-Passion-Mord
A: Anthony J. Ingrassia | P: SFB 1987
R: Werner Klein | S: 57 Min.
D: Manfred Krug, Ursula Heyer, B. Primus u.a.

Potsdamer Ableben
A: Pieke Biermann | P: SFB 1989
R: Günther Sauer | S: 109 Min.
D: Renan Demirkan, Beate Hasenau u.a.

Panama oder
Die Details der Engel
A: Michael Batz | P: NDR 1990
R: Hans Rosenhauer | S: 60 Min.
D: Barbara Nüsse, Rainer Schmitt u.a.

Traumfabrik
A: Roger Hall | Ü: Hubert von Bechtolsheim
R: Renate Heitzmann | S: 45 Min. | P: DLR 1995
D: Rolf Ludwig, Michael Schenk, Th. Thieme u.a.

Anna Marx und die Mörderin
A: Christine Grän | P: SWR 1999
R: Walter Adler | S: 55 Min.
D: Hansi Jochmann, Hermann Lause u.a.

A=Autor | B=Bearbeitung | D=Darsteller
P=Produkt. | R=Regie | S=Dauer | Ü=Übersetz.




Die besten öffentlich-rechtlichen Kriminal-Hörspiele außer Konkurrenz (etc.) der letzten Jahrzehnte nach Meinung des HÖRSPIELers | Ranking

TOP-2 des HÖRSPIELers
Kriminal-Hörspiel / außer Konkurrenz (etc.)
(chronologisch)

Gestatten, mein Name ist Cox
A: Alexandra & Rolf Becker | P: NWDR 1959
R: Walter Netzsch | S: 180 Min.
D: Carl-Heinz Schroth, Siegfried Lowitz u.a.

Das Bouillabaisse-Komplott
A: Andreas Pflüger | P: DSK 1993
R: Albrecht Surkau | S: 45 Min.
D: Otto Sander, Angelika Waller u.a.





DREI ??? - KURZREZENSION [01+02]

Papageien und Phantome

Die drei Fragezeichen starten ihren ersten Fall 'Der Superpapagei' mit der für sie so typischen Spuren- um nicht zu sagen 'Schnitzel'jagd nach einem Schatz. Papageien geben in diesem Fall Hinweise auf den späteren Fundort eines wertvollen Bildes.
Der sicher sehr gute Schauspieler Gerlach Fiedler hat einen enormen Bass als Stimme, bei dem man denkt, dass bei jedem Atemzug ein paar Hundert Nasenhaare mitschwingen. Eine äußerst unästhetische Stimme, das muss hier einmal gesagt werden. Die 'Telefonlawine' zur Recherche eines Verdächtigen richtet sich ausschließlich an junge männliche Kalifornier ('Jungen') - was mit den Vorgaben des Gender-Mainstreaming überhaupt nicht in Einklang zu bringen ist: Wir alle wissen, dass junge weibliche Menschen ('Mädchen') genauso abenteuerlustig sind, wie Angehörige des ungerechterweise leider immer noch bevorzugten Gechlechts. Auch der Hinweis gegen Ende des Hörspiels auf die 'ruhenden Gebeine' einer Gruppe von amerikanischen Ureinwohnern hingemetzelter weißer Siedler ist für den Gedanken der Völkerverständigung nicht hilfreich. Nicht zuletzt, weil inzwischen auch dem letzten Zweifler bekannt sein müsste, dass alles Leid der Welt von weißen, christlichen Amerikanern verursacht wird - woran uns ja regelmäßig Massenmedien und politische Organisationen erinnern.

Die drei Fragezeichen streiten sich mit Java-Jim um den Inhalt einer alten Seefahrerkiste, der möglichweise zu einem Seeräuberschatz führt. Professor Shy hilft ihnen dabei.
Der wunderbare Gottfried Kramer hat in der zweiten Folge 'Der Phantomsee' eine Doppelrolle zu bewältigen, was für einen exzellenten Sprecher wie ihn natürlich kein Problem ist. Aber die Regieanweisungen erfüllten leider alle Klischees, die zur Entstehungszeit der Vertonung noch äußerst virulent und unheilvoll waren: Kramer spricht den Ganoven Java-Jim rauhbeinig und aggressiv, während er Professor Shy als zart besaitet und 'tuntig' darstellt. Er macht das sehr überzeugend, aber warum muss eigentlich der virile Verbrecher als allem Anschein nach heterosexuell und der gutmütige und zivilisierte Professor als allem Anschein nach homosexuell dargestellt werden ? Es ist ungut, diese tradierten Rollenbilder in einem Jugendhörspiel fortzuschreiben. Ganoven können sehr wohl gewalttätig und schwul sein, Menschenfreunde durchaus auch mal heterosexuell.


DREI ??? - KURZREZENSION [03+04]

Hunde und Katzen

Bei einem netten älteren Herren, der einige seltene Kunstgegenstände besitzt, scheint es in der Wohnung zu spuken. Er berichtet den drei Fragezeichen von seltsamen Lichtblitzen in seinem Arbeitszimmer. Außerdem wurde 'der Karpartenhund', eine geheimnisvolle Glasskulptur, gestohlen. Die drei Fragezeichen ermitteln in dem Fall und befragen die Nachbarn in der Wohnanlage, von denen jeder sein eigenes Geheimnis zu verbergen scheint. Dann ereignen sich noch mehr seltsame Unfälle.
Die Folge 'Der Karpartenhund' ist die beste 'klassische' (Episoden 1-28) Hörspielvertonung der Fälle der drei Fragezeichen. Es wurde ein überzeugendes und rasantes Verwirrspiel um die schrulligen Mieter (Gernot Endemann, Katharina Brauren sowie Hans Hessling) einer Wohnanlage inszeniert, das bis heute nichts von seinem Charme eingebüßt hat. Lediglich die Tatsache, dass am Ende als Täter ein Gewohnheitsraucher entlarvt wird, stellt einen kleinen Wermutstropfen dar - wird diese Bevölkerungsgruppe doch bereits genug von aufdringlichen Gesundheitsaposteln drangsaliert.

In einem Wanderzirkus ereignen sich immer wieder brenzlige Zwischenfälle. Außerdem werden die drei Fragezeichen Zeuge, wie jemand versucht, eine scheinbar wertlose schwarze Stoffkatze zu stehlen. Besteht ein Zusammenhang zwischen beiden Auffälligkeiten ?
Die Folge 'Die schwarze Katze' gehört zu der bei den drei Fragezeichen beliebten aber leider auch etwas eintönigen Kategorie von 'in unscheinbaren Gegenständen ist etwas Wertvolles oder zumindest der Hinweis auf etwas Wertvolles versteckt'. Bemerkenswert ist die Beschreibung des gesuchten Täters als 'dunkelhäutig', welche später auch zu seiner Überführung beiträgt. Zur Entstehungszeit des Hörspiels 1979 hatte sich noch nicht wie heute die Erkenntnis durchgesetzt, dass Angehörige ethnischer Minderheiten oder gar Menschen aus 'Südland' grundsätzlich keine selbstverantworteten Verbrechen begehen. Die ursächlichen gesellschaftlichen Mißstände wurden in der ansonsten passablen Vertonung überhaupt nicht thematisiert. Es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Verlagsmitarbeiterinnen die entsprechenden politisch unkorrekten Details aus künftigen Neuabmischungen des Hörspiel-Oldies herausschneiden.


DREI ??? - KURZREZENSION [05+06]

Rubine und Totenköpfe

Der junge Gus (Stephan Chrzescinski) hat eine Erbschaft angenommen, mit der er nicht viel anfangen kann. Die drei Fragezeichen sollen bei der Entschlüsselung des Testament-Wortlauts helfen. Es steht ein Edelstein in Aussicht. Der Fluch des Rubins hat manchem seiner Vorbesitzer Unglück gebracht. Trotzdem sind noch andere hinter dem Stein her.
Die im Hörspiel ausgesprochene Warnung "Nimm dich in Acht vor einem dunkelhäutigen Mann !" lässt definitiv eine kultursensible Sprache im Sinne von Niedersachsens Sozialministerin mit Migrationshintergrund Aygül Özkan vermissen. Lediglich das frühe Erscheinen der Vertonung bereits 1979 kann entschuldigen, dass Frau Özkan, die mit ihrer „Mediencharta für Niedersachsen“ sicher keine Zensur in Deutschland einführen wollte, das Werk vermutlich nicht gutheißen würde.
Noch ein Wort zu den Büsten großer Berühmtheiten, in denen die Fragezeichen einen Hinweis auf oder gar den Edelstein selbst vermuten: Es sind die Abbilder von George Washington, Benjamin Franklin, Ottavian, Homer, Otto von Bismarck sowie Francis Bacon. Darunter befindet sich nicht EINE Frau. Dabei waren Frauen für die Geschichte der westlichen Welt genauso wichtig, wie Männer. Warum ist keine Büste von Hildegard von Bingen oder Rosa Luxemburg dabei ? Hier wurde leider eine Chance vertan.
Aus Angst vor dem Fluch des Rubins äußert sich Gus in einer Art, die sämtliche wohlmeinende Vertreter des Sozialstaats - Pädagogen, Anwälte, Politiker - zur Verzweifelung treiben würde: "Dann bleibe ich lieber arm. Ich werde schon irgendwie durchkommen ..." Als wenn arme Menschen in dieser Gesellschaft auch nur irgendeine Chance auf wirtschaftlichen Aufstieg hätten ! Genau aus diesem Grunde haben wir schließlich den Umverteilungsstaat, der die Menschen motiviert und Initiative entwickeln lässt.

Der sprechende Totenkopf führt Justus Peter und Bob zu einem versteckten Schatz, hinter dem auch ein vorbestrafter Zigeuner sowie ein Berufsverbrecher her sind.
Die Fährte zum Schatz führt über die Korrespondenz eines einsitzenden Verbrechers. Wegen der Gefägniszensur müssen die drei Detektive die Andeutungen in seinen Briefen enträtseln. Würde man die Geschichte heute neu und politisch korrekt vertonen, müsste man noch etwas deutlicher machen, dass die im Gefägnis Inhaftierten vor der Gesellschaft geschützt werden und nicht etwa umgekehrt.


DREI ??? - KURZREZENSION [07+08]

Drachen und Geister

Bei ihren von Alfred Hitchcock in Auftrag gegebenen Recherchen um einen geplanten Bankeinbruch geraten die drei Detektive an ein vermeintliches Meeresungeheuer, von dem sie sich allerdings nicht ins Bockshorn jagen lassen. Der unheimliche Drache entpuppt sich als harmlose Attrappe und auch einer der Bankräuber in spe kann von Justus noch rechtzeitig zur Vernunft gebracht werden.
Besonders die Wendung, dass Justus einen der mutmaßlichen Verbrecher noch rechtzeitig von seinen Raubplänen abbringen kann, ist aus heutiger kriminalpolitischer Perspektive sehr erfreulich. Während der junge Jonas ihm Fluchthilfe leistet, sagt er noch: 'Ich glaube, dass Sie im Grunde genommen ein Spaßvogel sind, der wieder einmal über´s Ziel hinaus geschossen ist'. Manch eine Hörerin oder ein Hörer mögen bei der überaus pädagogisch wertvollen Auflösung des Falls - ohne vielleicht genau zu wissen, warum - an moderne Kriminalpolitiker wie Ehrhart Körting, Sebastian Edathy oder Christian Pfeiffer denken. Das wäre jedenfalls naheliegender, als Namen wie Kirsten Heisig, Thilo Sarrazin oder Ronald Barnabas Schill mit einem Jugendhörspiel, wie dem 'Unheimliche Drachen', in Verbindung zu bringen.

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews helfen in Der grüne Geist einer chinesischstämmigen Farmbesitzerin, ihre Ranch gegen Intrigen zu verteidigen. Ein chinesischer Millionär hat es auf besondere Perlen abgesehen, die angeblich unsterblich machen sollen. Um in ihren Besitz zu gelangen, entführt er sogar den Neffen der alten Dame.
Sehr heikel mutet aus heutiger Sicht die eher negative und klischeebeladene Darstellung des chinesischen Finsterlings durch Ernst von Klipstein mit rollendem 'l' sowie gekünstelt hoher Stimme an. Die europäische Politikelite übt sich seit Jahren in Lobpreisungen über das kommunistisch-kapitalistische Regime im Reich der Mitte - sowohl was wirtschaftliche als auch demokratrische Fortschritte anbelangt. Man sollte es sich mit diesem immer wichtiger werdenden Global Player also auf keinen Fall verscherzen - das wissen wir heute, damals konnte man noch altbundesrepublikanisch naiv agieren.


DREI ??? - KURZREZENSION [09+10]

Bilder und Mumien

Eine europäische Gräfin (Gisela Trowe) beauftragt die drei Fragezeichen, den Nachlass ihres verstorbenen Bruders zu recherchieren. Die rätselhaften Bilder des Malers, die allesamt verschiedene Ansichten ein und desselben Hauses zeigen, wollen jedoch auch noch andere aufspüren: Neben Skinny Norris ein rätselhafter Holländer.
Während einer Verfolgungsjagd per Fahrrad gibt Bob Andrews, der dritte Detektiv, im Straßenverkehr Bemerkungen von sich, wie 'Wir kümmern uns nicht um rotes Licht !' und 'Nicht um die Ampeln kümmern !'. Das ist aus medienpädagogischer Sicht nicht gut. Außerdem versuchten die Autoren dieses Jugendkrimis vor über 30 Jahren, die Hörer mit der Schilderung eines vermeintlich unsympathischen und gefährlichen Holländers auf eine falsche Fährte zu locken. Aus heutiger Sicht ist das ebenfalls unschön, werden Holländer doch gegenwärtig ohnehin international vom medialen sowie politischen Establishment stark angefeindet. Dies sogar zu Recht, da sie einige bedenkliche Persönlichkeiten, wie Geert Wilders und Ayaan Hirsi Ali hervorgebracht haben, die sich entgegen den Vorgaben einer sich weltweit steigender Beliebtheit erfreuenden friedlichen Ideologie für Frauen- und Homosexuellenrechte einsetzen. Bösewichter in Krimis sollten grundsätzlich nicht mit Akzent sprechen.

Ein Altertumsforscher bittet die drei Fragezeichen, ihm bei der Lösung des Geheimnisses um die flüsternde Mumie, die er aus Ägypten nach Kalifornien brachte, zu helfen.
Dass der Professor seine sieben philippinischen Gärtner nicht auseinanderhalten kann, liegt vielleicht nur daran, dass es sich bei ihnen um Brüder handelt und nicht weil er á la Thilo Sarrazin eigene Theorien über die weniger ausgeprägte genetische Vielfalt bei Asiaten pflegt. Gerade noch gerettet ... . Weniger nett ist die Behauptung des Professors (Karl Walter Diess), 'Aberglaube spreche aller Wissenschaft Hohn'. Dieser Aufklärungsfundamentalismus ist ein Schlag ins Gesicht vieler neuer Bürger dieses Landes, denen wir in den letzten Jahren einen starken Schub auf dem Weg zu einer Rekonfessionalisierung der Gesellschaft verdanken. Vor diesem Hintergrund wäre zudem ein Hinweis im Hörspiel oder wenigstens auf dem Cover begrüßenswert, dass in Ägypten die alten Pyramiden großzügigerweise nach wie vor als Zeugnisse der Vergangenheit und früherer Religionen geduldet werden und ihnen ein ähnlich drastisches Schicksal wie das der Buddha-Statuen von Bamiyan bisher erspart geblieben ist.


DREI ??? - KURZREZENSION [11+12]

Bilder und Wecker

Der ehemalige Vampir- und Monsterdarsteller Stephen Terrill veranstaltet in einem schlossähnlichen Haus Gruseleinlagen, um mögliche Käufer für das Gemäuer abzuschrecken. Er kann das Gespensterschloß selbst nicht erwerben, denn er ist verarmt, weil er nach der Einführung des Tonfilms und dem damit verbundenen Bekanntwerden seiner Fistelstimme keine Engagements mehr erhielt. Die drei ??? kommen ihm natürlich auf die Schliche.
Die jugendlichen Detektive lassen in dieser Folge kurzweilig immerhin etwas Mitleid mit dem durch seine abnorme Stimme gestraften ehemaligen Schauspieler und Prominenten erkennen. Sie sind damit ihrer intoleranten Zeit ein gutes Stück voraus - das Hörspiel entstand im Jahr 1980 als man in den elektronischen Massenmedien noch übersteigerten Wert auf wohlklingende und ansprechende Timbres bei Schauspielern und Sprechern legte (Dagmar Berghoff, Wolf-Dieter Stubel, Marlen Diekhoff). Heute, im Jahr 2010, haben Medienanbieter und Publikum glücklicherweise derart oberflächliche Betrachtungsweisen im Bezug darauf, was man anderen Menschen zumuten kann und was nicht, überwunden und weisen kaum noch Berührungsängste mit penetranten Stimmen auf. Erfolgreiche zeitgenössische Prominente wie Gülcan Kamps, Stefan Raab oder Charlotte Roche profitieren verdientermaßen von diesem erfreulichen Einstellungswandel bezüglich der Überbetonung von Talent. Dagegen vermögen selbst Experten für Phoniatrie und Pädaudiologie, wie Niels Graf von Waldersee, der unter anderem den häufig ausbleibenden weiblichen Stimmbruch thematisiert, nichts auszurichten.

Die drei Detektive aus Rocky Beach helfen einem Jungen beim Beweis der Unschuld seines Vaters, der Opfer eines Justizirrtums wurde. Eine wichtige Rolle bei der sich anschließenden und für die drei Fragezeichen typischen Beweis-Schnitzeljagd spielen 'seltsame Wecker', die statt mit Alarmsignalen durch menschliche Schreie die Nachtruhe ihrer Besitzer beenden sollen.
Es gibt unangenehme Zeitgenossen, die behaupten, dass Regisseurin Heikedine Körting als Sprecherin in ihren eigenen Hörspielen nicht übertrieben geeignet sei. An dieser Stelle kann jedoch festgehalten werden, dass sie als schreiender Wecker einen ganz besonders nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen verstand.


Kurzrezensionen der Hörspiele nach Robert Arthur werden fortgesetzt

Die drei ??? ... und der lachende Schatten ... und das Bergmonster ... und der rasende Löwe ... und der Zauberspiegel ... und die gefährliche Erbschaft ... und die Geisterinsel ... und der Teufelsberg ... und die flammende Spur ... und der tanzende Teufel ... und der verschwundene Schatz ... und das Aztekenschwert ... und die silberne Spinne ... und die singende Schlange ... und die Silbermine ... und der magische Kreis ... und der Doppelgänger.





TRASHIGER IMPROVISATIONSKULT

Die 'Widerliche Zeiten'-Hörspielserie aus den Achtzigern

Die krassen Schwestern Mathilde und Doris Newton leben mit ihren Partnern Ottokar und Heinrich im Schloss North Cothelstone Hole auf dem erdähnlichen aber weitaus turbulenteren Planeten Wega. Beide teilen sowohl ihre Liebe zu Buttermilch als auch die Neigung zu lautstarken Auseinandersetzungen miteinander (Improvisierte Comedy-Hörspielserie von Abe Greenbaum aus den 80ern, die ursprünglich als trashiges Spin-Off zu Loriots Ansagerinnensketch startete).


WIDERLICHE ZEITEN - [01+02]

Das Nachtkonzert / Auf nach Neuschneeland

Für ein spontan eingelegtes nächtliches Nachtkonzert auf dem Schloss North Cothelstone Hole mag einfach nicht die rechte Stimmung entstehen. So entscheiden sich Mathilde, Doris, Heinrich und Ottokar ersatzweise für einen Imbiss, der ihnen jedoch nicht gut bekommt. Der Schlossteich, aus dem der Fisch stammt, muss vergiftet sein. Ein seltsames technisches Ungetüm wird mit viel Mühe aus dem Tümpel nahe des Schlosses geborgen. Was fangen die vier damit an ? Der Fisch aus dem inzwischen gereinigten Gewässer schmeckt jedenfalls nach wie vor ungenießbar. Die unheimliche Nacht will einfach nicht enden auf dem Schloss North Cothelstone Hole. Beim Versuch, etwas mit dem gefundenen HighTec-Teil anzufangen, kommt es zu einem folgenschweren und explosiven Zwischenfall. Die schrulligen Schlossbewohner bekommen einen Hinweis, dass der verschwundene wertvolle Satellit in Neuschneeland zu finden ist. Hals über Kopf, bei schwerem Wellengang aber immerhin gutem Appetit macht man sich auf den Weg dorthin.
Angelangt im Tempel der Unsterblichkeit in Neuschneeland entbrennt ein völlig überflüssiger Streit darüber, wer als erstes in das sagenumwobene Wasser eintauchen darf. Mathilde, Doris, Ottokar und Heini hätten lieber darauf achten sollen, ob ihnen jemand in das verbotenen Gemäuer folgt. Heinrich wird aufgrund seiner Unvorsichtigkeit inhaftiert, denn Fremde dürfen sich nicht im Tempel aufhalten. Doris versucht ihm mit List und weiblicher Tücke zur Hilfe zu eilen und ihn aus dem Gefägnis zu befreien. Doch Neuschneeländer sind misstrauisch. Mit vereinten Kräften versuchen Doris, Ottokar und Mathilde ihren Freund aus dem fremden Knast zu befreien. Doch Heini selbst durchschaut das Komplott, das auf Doris´ Mist gewachsen ist, nicht so ganz und ist daher äußerst beuunruhigt. Der Preis für Heinis Befreiung aus dem schneeländischen Gefägnis erscheint außerordentlich hoch: Neben einer ungewollten Krankheit wird auch noch unbeabsichtigt eine Schneelawine ausgelöst – was selten gut ist und die Widerlinge daher zunächst irritiert.


WIDERLICHE ZEITEN - [03+04]

Ein unwichtiger Geburtstag / Betrügerischer Abstauber

Zurück auf North Cothelstone Hole kommen die vier nicht dazu, sich über ihre erste Kolonie zu freuen. Im Schloss spukt es – und es sind nicht die alteingesessenen Bettlaken-Geister, die Mathilde, Doris, Ottokar und Heini terrorisieren. Auf der Jagd nach den ungebetenen Geisterbesuchern begeben die vier sich in die unterirdischen Gewölbe des Schlosses. Dort stellen sie sich erwartungsgemäß nicht gerade sehr geschickt an. Sind sie eigentlich noch Jäger oder schon Gejagde ? Auf der anderen Seite des Tunnelgewölbes ergeben sich interessante neue Möglichkeiten. In einer Art Pyramide stößt man neben antiken alten Lebensmitteln auf wertvolle Schätze, an denen jedoch auch noch andere interessiert zu sein scheinen. Mit den Reichtümern, die sie sich unter den Nagel gerissen haben, kommen Mathilde, Doris, Ottokar und Heini daher nicht weit. So leicht wie in Neuschneeland wird es ihnen anderenorts nicht gemacht. Besonders an dem fremdländischen Zoll beißen sie sich diesmal die Zähne aus.
Zurück in Cothelstone geht das Lotterleben der Widerlinge weiter. Nicht einmal auf eine einfache Aufgabenverteilung für das gemeinsame Frühstück können sie sich einigen. So regiert also das altbekannte Chaos. Weil sie selbst nicht für Ordnung im Schloss sorgen können, engagieren Mathilde, Doris, Ottokar und Heini den Butler Edward. Sie denken das Schloss daher in guten Händen als sie nach Afghanistan reisen, um dort das geheimnisvolle `kosmische Rätsel´ zu lösen. Es geht nach Asien. Die Widerlinge wissen sich dort nicht gut zu benehmen. Aber was solls ? Sie bekommen die Informationen, die sie benötigten und kehren zurück nach Cothelstone. Ob Edward inzwischen gut abgestaubt hat ? Man wagt jedenfalls den Neubau eines Raumschiffs. Er gelingt erstaunlich gut. Doch beim ersten Startversuch kommt es zu unerwarteten Komplikationen. Sollten sich Doris Bedenken gegen das überstürzte Raketenabenteuer am Ende bestätigen ?


WIDERLICHE ZEITEN - [05+06]

Aufbruch und Streit / Das schwarze Loch

Das Schloß North Cothelstone Hole verwandelt sich wegen mangelnder ingenieurstechnischer Fähigkeiten in ein flammendes Inferno. Eigentlich ein Grund für seine Bewohner, wenigstens jetzt zusammen zu halten. Doch weit gefehlt: nun geht der Streit erst richtig los. Was soll man außerdem von der Mannschaft eines Raumschiffs erwarten, die auf das Nervigste untereinander zerstritten ist ? Mathilde, Doris, Ottokar und Heini verstehen sich seit dem Start überhaupt nicht mehr untereinander. Als letzter Versuch, das Klima an Bord zu retten, wird ein gemeinsames Abendessen anberaumt. Doch der Stress geht weiter: An Bord des Raumschiffs scheint es keine drängenderen Probleme zu geben als die Auswahl des Musikprogramms. Auch als unvermittelt ein blinder Passagier auftaucht, hegen die vier Reisenden zunächst keinen Verdacht. Der Eindringling erweist sich als überraschend rabiat und sperrt die Widerlinge ein. Doch sie ergeben sich nicht einfach ihrem Schicksal sondern schmieden mehr oder weniger intelligente Fluchtpläne. Schon sehr bald bekommen sie mehr frische Luft als ihnen recht ist.
Wieder befreit sehen die Reisenden sich neuen Gefahren gegenüber, zum Beispiel einem sich rasch näherndem schwarzen Loch. Als wenn das nicht schon genug wäre, scheinen die vier aus Cothelstone auch noch die Orientierung im All verloren zu haben. Wo war noch einmal der Planet, den man aufsuchen wollte, um das `kosmische Rätsel´ zu lösen ? Immer wieder brechen Mathilde, Ottokar, Doris und Heini in offenen Streit über Kleinigkeiten aus. Die Ernährungsfrage ist nach wie vor ungelöst, da müssen die vier sich auf die schwierige Landung auf dem Barnard vorbereiten. Es wundert daher nicht, dass der Ausstieg auf den Planeten für drei von ihnen sehr schmerzhaft beginnt. Auf der Flucht vor rumorenden Aliens fliehen die Widerlinge immer weiter in das Planeteninnere. Dort stehen sie vor der Wahl, ob sie die Fahrt durch ein unbekanntes, möglicherweise uraltes Röhrensystem wagen wollen. Die Verfolger rücken unaufhaltsam näher und daher gehen sie das Risiko ein. Das bekommt Ottokar und irgendwie auch Heini überhaupt nicht gut. Ausgerechnet Mathilde, die bisher als ein Ausbund an Verantwortungsbewusstsein und Weisheit glänzte, kommt mit dem Schicksal Ottokars nicht zurecht und fängt an, zu trinken. Heini und Doris wollen das nicht zulassen und sie von der absehbaren Selbstzerstörung abhalten. Das gelingt ihnen, jedoch anders als insbesondere Heini sich dies vorgestellt haben dürfte.


WIDERLICHE ZEITEN - [07+08]

Widerliche Hitparaden / Voodoos und Mogule

Zwischen Mathilde und Doris kommt es zum Glück doch nicht zum Schlimmsten, denn gerade als sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen wollen, taucht ein Unbekannter auf North Cothelstone Hole auf. Ein Unbekannter ? Zumindest die mollige Mathilde will der Fremde noch aus vergangenen Tagen kennen. Doris reagiert auf diesen Friedrich zunächst recht skeptisch. Aber dann schmilzt das Eis zwischen den beiden und so planen sie in großer Vorfreude Doris´ Karriere als beste Cothelstoner Popsängerin. Mathilde fühlt sich zurückgesetzt und plant daher, den beiden einen gehörigen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Aufnahmen im Tonstudio verlaufen wegen Doris´ übergroßer Nervosität und Friedrichs Tollpatschigkeit schwieriger als erwartet. Als Doris wieder daheim im Radio die Hitparade hört, erlebt sie eine böse Überraschung: Doris ist stinksauer auf Mathilde, die ihr die Show gestohlen hat. Wenigstens bei den begehrten Werbeverträgen für die Popstars will sie die Nase vorne haben. Friedrich hilft ihr dabei, sich mit reichlich fragwürdigen Werbepartnern einzulassen.
Die Konkurrenz zwischen den beiden ungleichen Schwestern wird immer unerträglicher und gewalttätiger. Da trägt es sicher zur Entspannung bei, dass Doris sich zu einer Geschäftsreise nach Cer aufmacht. In Cer angekommen stolpert sie sogleich über einen merkwürdig aussehenden Fremden, der sie jedoch schnell in seinen Bann zieht. Dennoch will sie zunächst ihre Heiratspläne mit Friedrich in die Wirklichkeit umsetzen. Die musikalische Untermalung für Ihre Hochzeitsfeier haben Friedrich und Doris der geschäftstüchtigen Mathilde überlassen, was sich schnell als Fehler herausstellt. Es kommt daher wieder einmal zu unvermeidlichem Streit zwischen allen Beteiligten. Und der Standesbeamte hat alle Hände voll zu tun. Während eines gemütlichen Gesprächs am Kamin offenbart der eigentlich sehr locker wirkende Juri den anderen Cothelstonern danach sein wahres Ich. In Sachen Religion scheint er leider sehr fanatisiert zu sein und andere Glaubensrichtungen abzulehnen. Dennoch macht Doris sich mit ihm auf nach Toshiva, die Heimat des Großgurus.


WIDERLICHE ZEITEN - [09+10]

Mehr Gullys als Vögel / Bizarre Prüfungen

Doris und Juri geraten in Toshiva in eine brenzlige Situation nach der anderen. Doch sie lassen sich nicht beirren und bereiten den Bau eines neuen Tempels vor. Mathilde hadert derweilen mit ihrem neuen Ehemann Friedrich, der mittlerweile gar nicht mehr so freundlich ist und Juri fühlt sich in Gaß-Thune, der Mogul-Hauptstadt von Toshiva, hörbar unwohl. Dennoch unternimmt er mit Doris und Mathilde einen touristischen Ausflug durch die fremdartige Metropole. Die Schwestern sind begeistert. In der Zwischenzeit wird Cothelstone von unbekannten Außerirdischen angegriffen während Friedrich alleine im Schloss ist. Doris und Mathilde sind nämlich zu der Zeit im Musikstudio und versuchen sich gegenseitig zu sabotieren. Auch Juri kehrt zum Schloss zurück – er hat dort etwas Wichtiges vergessen. Mathilde will gerade als Miss Arry-Laine in einer Fernseh-Talkshow singen als die Nachricht herinplatzt, dass ihr Ehemann Friedrich spurlos von North Cothelstone Hole verschwunden ist und vermutlich entführt wurde. Tapfer wie sie ist, setzt sie ihren Auftritt dennoch fort und trifft sich sogar hinterher noch mit einem neuen Verehrer.
Juri nimmt Doris mit zum Großguru und führt sie in die Religion ein. Zunächst nimmt sie jedoch nur den Rang eines `Kleingurus´ ein, was ihr überhaupt nicht recht ist. Mathilde startet hingegen einen weiteren Karriereanlauf bei einem umtriebigen Musikproduzenten. Für Doris wird es indes endlich ernst: Juri und der Großguru beginnen mit den Prüfungen, an deren Ende die Entscheidung stehen wird, ob sie ein würdiger Vollguru werden kann. Doris gibt sich alle erdenkliche Mühe, die Aufgaben die sie zu bewältigen hat, sind jedoch mehr als seltsam. Der zwielichtige Musikproduzent J.J. entpuppt sich mittlerweile tatsächlich als Betrüger, der Mathilde beinahe ins Unglück stürzt. Um ihre Angelegenheiten zu regeln, fliegt sie zusammen mit Yamo zurück nach Cothelstone. Auf dem Flughafen treffen sie auf zwei Gurus. Es geht zurück in die Heimat. Das altehrwürdige Schloss North Cothelstone Hole ist allerdings inzwischen absolut kein sicherer Ort mehr. Das müssen auch Doris und Yamo feststellen als sie gerade mal wieder einen religiösen Familienstreit vom Zaun brechen wollen. Aber auch Mathilde muss gegen Winkeladvokaten um ihr Recht kämpfen.


WIDERLICHE ZEITEN - [11+12]

Im Machtrausch / Aktion bei Mondschein

Auf einem Kühlschrank in Toshiva ereignet sich eine Tragödie, die Juri nicht gleichgültig lässt. Doris hingegen hat wenig Zeit zu trauern: Sie befindet sich mit Yamo und Friedrich in der Hand von unheimlichen Fremden. Es scheint kein Entkommen möglich. Juri und Mathilde kommen zunächst nicht darauf, was wirklich mit Doris, Richard und Juri geschah. Mathilde plagen schließlich ganz andere Sorgen: Sie ist hoch verschuldet und auf Jobsuche. Doris ist unterdessen nicht faul: Während sie auf wahnsinnige Weise mit ihrer Vergangenheit aufräumt, denkt Juri noch, sie sei entführt und kommandiert die Gurus ab zum Raumschiffbau, um sie zu retten. Mathilde folgt ihm ebenfalls ins Guru-Reservat nach Toshiva. Sie ist bei den Bauarbeiten allerdings keine große Hilfe. Doris erobert inzwischen in ihrem Machtrausch immer mehr Land für die Gurus und landet schließlich mit ihrem Raumschiff im Toshiva-Reservat. Dort warten Juri und Mathilde bereits auf ihre Ankunft. Aber ist es noch die alte Doris, die sie zu sehen bekommen werden ?
Die Toshivaer zelebrieren ihren neuen erfolgreichen Großguru aus dem All. Aber dabei werden die Gefühle von Mathilde außer acht gelassen. Mit Wut im Bauch kehrt sie in die Wüste zurück, um sich zu rächen. Doris kommt daher nicht dazu, ihren neuen Ruhm als Großguru zu genießen, denn dafür tauchen mit einem Mal zu viele Zeugen der Vergangenheit auf, mit denen sie nicht nur angenehme Erinnerungen verbindet. Wie wird sie die neue Situation meistern ? Zunächst geht es allerdings wieder zurück nach Cothelstone. Doch das ist auch nicht mehr so friedlich wie einst: Sowohl Mathilde und Ottokar als auch Doris mit ihren beiden Männern müssen vor den Voodoogeistern auf Cothelstone in jeweils einen der beiden Schlosstürme flüchten. Kein optimaler Aufenthaltsort, wenn man sich selbst dort einschließt und hinter der Tür die Gefahr lauert. Ottokar hat eine fremdartige magische Technik mit nach Cothelstone gebracht, mit der er auch Heini wieder zum Leben erwecken will. Die Suche nach seinem Grab gestaltet sich allerdings schwierig und ist dank Doris nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Die Widerlinge verabschieden sich im Zwist von den Zuhörern.


WIDERLICHE ABENTEUER - [01]

Der Tunnel

Zunächst entstand ‘Der Tunnel’, eine Geschichte um vier Urlauber, die in Polen verschollen sind. Die Umsetzung startet recht spritzig wie eine alte `Screwball-Komödie´ und hält dieses Niveau bis ungefähr zur Hälfte der Spielzeit. Dann verflacht die Handlung des improvisierten Stücks zunehmend und man fragt sich als Hörer, warum man sich so etwas über eine ganze Kassettenseite hinweg gefallen lässt, ohne wenigstens eine Spielzeugeisenbahn aus dem Fenster zu werfen. Abe Greenbaum versuchte sich nach den ersten Verrissen durch die damaligen Hörspiel-Medien damit zu entschuldigen, dass die Aufnahmen ab der zweiten Hörspielhälfte im komplett abgedunkelten Studio stattfanden, weshalb die Schauspieler angeblich Schwierigkeiten mit dem Manuskript gehabt hätten. Es half ihm nichts: ‘Der Tunnel’ wurde ein finanzieller Reinfall. Abe befand sich trotz kurz zuvor hochgelobter Produktionen, wie ‘Familie I.’ und ‘Die 2 Widerlinge’ (12teiliger Vorläufer der ‘Widerlichen Zeiten’), in einer kreativen Krise.
Auf der Zugfahrt nach Warschau treffen Eliza und Roger Svenson ihre ehemalige Schulfreundin Kathreen und deren Mann Lionel Grady. Sie kommen jedoch nicht zum Plaudern über alte Zeiten, denn die Reise geht durch das berüchtigte Transsilvanien. Eliza und Kathreen werden immer ängstlicher, je weiter der Zug auf unheimliches Gebiet vorstößt. Ihre beiden Männer sind da deutlich gelassener: Noch ist ihnen schließlich nichts wirklich Beunruhigendes oder Übernatürliches widerfahren. Mitten in einem 16 Kilometer langen Tunnel kommt der Zug jedoch zum stehen und die vier Reisenden verlassen einer gemeinsamen Intuition folgend über das Abteilfenster das eiserne Gefährt. Immer wieder verlieren sich die vier in den Tunnelgewölben aus den Augen. Auch von dem Zug, den sie zurückließen, gibt es leider nur beunruhigende Nachrichten. Schließlich endet die Bahnfahrt für alle im Zug Gebliebenen mit einem furchtbaren Desaster. Der Schuldige für die Katastrophe ist bald ausgemacht. Immer wieder attackiert er die beiden Paare aus dem Dunkeln heraus. Die Nerven liegen blank.


WIDERLICHE ABENTEUER - [02]

Doktor Mabuse

Mit dem auf den ‘Tunnel’ folgenden Thriller ‘Doktor Mabuse’ fand Greenbaum dann annähernd wieder zu seiner vielversprechenden Form zurück. Wenn er auch kein zweiter Quentin Tarantino ist, weiß er seine Zuhörer doch ebenso durch äußerst skurrile Handlungskapriolen vor den Lautsprechern in seinen Bann zu ziehen. Diesmal erhält der Meister den Spannungsbogen bis ungefähr drei Minuten vor dem Finale und der Auflösung des Krimis souverän aufrecht, um dann allerdings mit einem Schnellschuss-Showdown vielleicht unbeabsichtigt aber trotzdem nicht weniger fahrlässig aufgebaute Hörererwartungen zu enttäuschen. Dennoch scheint das Chamäleon unter den deutschen Hörspielregisseuren und -produzenten aus den beiden Abenteuern mit genügend Selbstbewusstsein wieder hervorgegangen zu sein, um sein späteres Kultwerk ‘Widerliche Zeiten’ mit Geschick und Ausdauer über die kommenden drei Jahre hinweg unbeirrt von Selbstzweifeln in die Realität umzusetzen.
Der alternde Filmstar Wega Waso muss miterleben, wie ihr Regisseur von einem Irren ermordet wird. Sie flieht auf die nächste Polizeiwache. Aber ist man dort auch kompetent genug, einen ausgebufften psychopathischen Verbrecher aufzuspüren ? Die Bediensteten im Büro scheinen jeweils alle miteinander ihre eigenen Sorgen zu haben. Dann werden sie und Wega auf der Wache auch noch von Unbekannten eingeschlossen. Der Kontakt zur Außenwelt ist unterbrochen. Es geschieht ein weiterer Mord. Mit der Aufklärung des neuen Verbrechens kommt man nicht weiter. Jeder verdächtigt jeden. Die Atmosphäre ist von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Und wieder passiert etwas Schreckliches. Der Filmstar und die Auszubildende geraten durch die Entlarvung des Mörders in eine Notlage. Wie konnten sie ahnen, dass das Grauen auch vor einem Polizeirevier nicht Halt macht ? In der Küche eingesperrt scheinen ihre Chancen aussichtslos, Doktor Mabuse lebend entkommen zu können.