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INTERVIEW
`Kann ich nicht´ gibt es nicht
Eine gewisse Hörspielerin, nicht gerade ganz erfolglos und zum Glück recht auskunftsfreudig, traf der HÖRSPIELer in Hamburg zum Gespräch über Emanzipation, Professionalität und über Pädagogik: Eines der raren Interviews mit Heikedine Körting.
Heikedine Körting hat wie kaum jemand das Bild des Kaufhörspiels für kindliche und jugendliche Hörer in Deutschland geprägt. Serien wie `Die drei Fragezeichen´, `Hanni und Nanni´, `Commander Perkins´, `TKKG´, die `Neon-Grusels´, `Larry Brent´ und `Macabros´ erwiesen sich im Rückblick als stilbildend für das moderne Jugendhörspiel. So gaben die von der Juristin und ihrem Gatten Dr. Beurmann für das EUROPA-Label entwickelten Serien und Einzeltitel in der Bundesrepublik ab Ende der 60er bis in die 90er Jahre hinein in Sachen Qualität und Innovation eindeutig den Ton an. Allenfalls Gruner & Jahr konnten dabei zeitweilig mithalten.
Seit Beginn des neuen Jahrtausends machen viele neue Hörspiellabels, welche die Vorteile des Internets für sich nutzen, vor allem mit Horror und harten Krimis von sich reden, während man bei EUROPA auf weniger schrille Töne setzt.
Ein Großteil der Veröffentlichungen dieser neuen Produzenten verdeutlicht, dass schlüssige Drehbücher, solide Regiearbeit und professionelle Sprecher, wie sie EUROPA unter Heikedine Körting und ihren Mitarbeitern über Jahrzehnte hinweg garantierten, keinesfalls selbstverständlich sind. Die hin und wieder in diversen Internetforen laut werdende und oft ins Persönliche abdriftende Kritik an Frau Körting mutet im Hinblick auf ihre Verdienste um das Medium, das vielen sehr am Herzen liegt, ausgesprochen kleinkariert an.
Der HÖRSPIELer freut sich, Deutschlands erfolgreichste `Märchentante´ (Guinness-Buch der Rekorde) zu vergangenen sowie aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, die auch auf ihre Arbeit im Medien- und Kulturbetrieb Auswirkungen haben, in Hamburg befragen zu dürfen. Das Interview fand im Juni 2007 statt.
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INTERVIEW
Heikedine Körting [im ihrem Studio]
(der HÖRSPIELer:) Der zunehmende
Erfolg der EUROPA-Schallplatten fiel zeitlich mit der internationalen
sowie der westdeutschen Studentenbewegung zusammen. Auch Sie wurden während
Ihres Jura-Studiums in Hamburg mit dem entsprechenden Gedankengut konfrontiert.
Haben die linken Ideale der 68er-Generation Sie beeinflusst -
beispielsweise in Bezug auf Karriere, Familie und Männer
?
(Heikedine Körting:) Ich habe damals einige
Vorteile der Emanzipation registriert ohne jedoch persönlich darauf
angewiesen gewesen zu sein, denn ich kann sehr gut mit Männern arbeiten.
Auch hatte ich als Frau nie das Gefühl des Ausgeschlossenseins nach
dem Motto "Du nicht !". Von meinem Vater bekam ich häufig zu hören
"Kann ich nicht gibt es nicht !" - das galt für Mädchen und Jungen
gleichermaßen, denn ich bin ja mit Brüdern aufgewachsen, also
in einer männlich dominierten Welt. Von Kind an war ich eher ein aktiver
Mensch, weniger ein verspielter oder verträumter. Für Schminken
oder Mode habe ich mich nie besonders interessiert, denn ich habe lieber
selber schaffen und machen wollen.
Meine Tante und meine Großmutter waren äußerst selbständig
und auch beruflich erfolgreich. Meine Mutter allerdings hatte sich ganz auf
die Familie konzentriert, wovon wir alle sehr profitierten und was ich selbst
heute noch vermisse.
Heute wachsen viele Ihrer jungen Hörer mit nur einem Elternteil
auf.
Dieses Nichtaufgehobensein ist sicher schlimm für Kinder. Viele
Mütter bilden sich ja ein, dass sie ohne Vater erziehen können
- ich bin allerdings der Auffassung, dass ein Vater für jedes Kind dringend
dazu gehört. Andererseits: Was sollen die Frauen machen, wenn sie heute
zu keinem Partner mehr Vertrauen fassen können, um mit ihm viele Jahre
oder möglichst sogar ein ganzes Leben zu verbringen ? Vielleicht sollte
man die Unterschiede zwischen Männern und Frauen wieder etwas mehr betonen,
damit die gegenseitige Anziehung größer wird und die Partner motivierter sind,
Konflikte gemeinsam durchzustehen und den Kindern damit ein Vorbild abzugeben.
Denn woher sollen Mädchen und Jungen das Bewältigen von Krisen
lernen, wenn nicht von beiden Elternteilen ? Das ist möglicherweise
leichter gesagt als getan: Die Zeiten sind nun einmal schnellebig, egoistisch,
kommerziell - nach dem Motto `carpe diem´ ... daher gibt es leider
auch so viele `Problemkinder´. Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass
ich noch in einer richtigen und behüteten Familie aufwachsen durfte.
Neueren Familienmodellen sowie der Aufhebung traditionaler Frauen-
und Männerrollen stehen Sie demnach skeptisch gegenüber ?
Man sollte Frauen, die es wollen, die Karrieremöglichkeiten
nicht verwehren. Aber durch die Fixiertheit auf Beruf und Karriere bringen
sie sich auch um sehr viele schöne Dinge für eine Frau: Bevor sie
alles selber in die Hand nahmen, brachten ihnen Jungen und Männer häufig
mehr Achtung entgegen, was heutzutage ziemlich untergeht. Als ich
anfing zu studieren, hatte ich ebenfalls noch Träume von einer eigenen
großen Familie. Das war aber leider diese unselige Zeit, in der die
Frauen erstmals in der Geschichte -nach Erfindung der Pille- selber über
die Familienplanung entscheiden konnten und zunehmend auch mussten - selbst
wenn viele wie ich noch weitgehend unerfahren waren. Außerdem galt
`frau´ unter Gleichaltrigen als dumm, wenn sie bei einer ungeplanten
Schwangerschaft nicht nach Holland fuhr und das `Problem´ beseitigte.
Diese Entscheidungen zu Zeiten der `freien Liebe´ hatten ungerechterweise
ganz überwiegend die Mädchen und Frauen selbst zu treffen. Für
mich war damals klar: Familie oder Karriere, denn ich war und bin der Ansicht,
dass Frauen beidem gleichzeitig nicht gerecht werden können. Mein Lebensweg
hat mich dann glücklicherweise mit einem Mann zusammengeführt,
mit dem zusammen ich schaffen und machen konnte, wie ich es wollte. Und unser
Haus ist heute dank einiger Patenkinder, Nichten und Neffen glücklicherweise
dennoch selten kinderleer.
Und was denken Sie über die jungen Männer von heute
?
Die sind meiner Ansicht nach total verunsichert, wissen nicht mehr,
was eigentlich angesagt ist , was von ihnen verlangt wird und tun sich deshalb
verständlicherweise schwer damit, die eigene Rolle zu finden. Mir tun
die jungen Männer leid - ich denke, deren Belastung ist viel größer
als früher. Was das anbelangt, wäre es sicher einfacher, wenn junge
Frauen heute wieder etwas femininer wären. Aber das müssen sie
natürlich selber entscheiden. Ganz generell denke ich - und betone das
auch, wo ich kann - dass beileibe nicht nur ein kleiner Unterschied zwischen
Männern und Frauen besteht.
Die Krise der Familie hat meines Erachtens allerdings wenig mit nachlassender
Anziehungskraft zwischen Männern und Frauen zu tun. Die besteht seit
Adam und Eva und wird durch soziokulturelle Veränderungen prinzipiell
nicht beeinflusst. Emanzipation hat tatsächlich stattgefunden, das ist
sehr begrüßenswert. Gleichzeitig hat sie viel Verunsicherung und
Erschütterung der Familienstrukturen verursacht. Aber dafür ist
nicht die Emanzipationsbewegung verantwortlich sondern generell die Widersprüche
der modernen Welt.
Einen eigenen medialen Ansatz zu diesem Thema habe ich übrigens in
unserer Jugendserie `Tom & Locke´ von Stefan Wolf verfolgt, bei
dem wir den Hörern ein gemischtes Detektivduo geboten haben: Der Eine
eine richtige `Jungspartie´ und die Andere eine richtige `Mädchenpartie´,
die trotz aller geschlechterspezifischen Eigenheiten gut miteinander harmonierten.
Das hat mir damals (1982) besonders viel Freude bereitet. Wenn ich die Wahl
hatte, soziale, ethische oder auch religiöse Ausführungen unserer
Hörspielautoren entweder im Hörspiel zu belassen oder herauszuschneiden,
dann habe ich mich immer nach Kräften bemüht, diese Parts nicht herauszukürzen.
Wertevermittlung z.B. über altbewährte Märchen
sind ja ein `Steckenpferd´ von Ihnen. Funktioniert das auch noch im
Jahr 2007 ?
Meines Erachtens, ja. Denn der Zauber von Märchen hat nichts
mit kulturellen Veränderungen zu tun. Er beruht auf `einfachen´,
`ewigen´ menschlichen Bedürfnissen wie Träumen und Erkenntnis.
Darum finde ich es auch sinnlos, Märchen zu `modernisieren´, wie
es vor vielen Jahren Praxis war, als EUROPA mit seinen
konventionellen Märchen-Produktionen erfolgreich auf den Markt kam.
Zu diesen Zeiten, als ich bei der Firma meines Mannes anfing, waren Geschichten
wie `Hänsel und Gretel´ verpönt. Diese wurden von der Konkurrenz
allenfalls in ein modernes Kaufhaus geschickt. Dabei unterschätzte man
allerdings die Fähigkeit der Kinder, die alten Geschichten sehr wohl
in das heutige Leben zu übertragen. Was wurden wir seinerzeit angegriffen
! Märchen waren ja das Hinterletzte ...
Ich habe mich immer gegen diese `Entzauberung´ der Geschichten gewehrt.
Was wäre denn am `Froschkönig´ noch dran, wenn man den König
und seine Tochter als irgendeinen reichen Boss und seine verwöhnte Tochter
á la Paris Hilton darstellen würde ? Nein, Märchen spiegeln nicht
die Gesellschaft, sie zeigen nur, womit Gesellschaften zu tun haben: mit
Menschen und ihren vielen Unterschieden. Daher mache ich mir auch keine Sorgen
um den Verlust des Zaubers oder der Faszination traditioneller Geschichten - sie werden
immer ihre positive Wirkung haben. Das können wir herrlich an kleinen
Kindern bemerken, wenn wir ihnen vorlesen oder ihnen entsprechende Hörspiele
bieten.
Der 68er-Generation ist es zu verdanken, dass Zugangsbarrieren
zum Unterhaltungsmarkt über die letzten Jahrzehnte durchlässiger
wurden. Was zunächst die Chancengleichheit für Benachteiligte verbesserte,
hat sich seit den 90ern umgekehrt und zu einer Vulgarisierung der Populärkultur
geführt. Wie denken Sie über neue Medien, wie das Internet, und
den Rückgang der Professionalität im kommerziellen Hörspielwesen
?
Mit der technischen Entwicklung der Medien ist das kulturelle Leben
natürlich heftig in Bewegung geraten und viele Amateure stürmten
die Bühnen. Das war aber nicht wesentlich anders in den Jahrzehnten
zuvor. Schon immer wurde das kulturelle Leben durch `unprofessionelle´
Quereinsteiger dennoch belebt. Ich bin letztlich ja selber auch einer und
auch immer `unprofessionell´geblieben: Grundsätzlich müsste
man wohl Schauspiel, Regie, Tontechnik usw. studieren, um meinen Beruf `ordentlich´
zu betreiben. Habe ich alles nicht - mein Mann ist immerhin noch ausgebildeter
Tontechniker. Dennoch habe ich die mir von ihm seinerzeit bei EUROPA
gebotene Chance bekommen und auch nutzen können, denn bei den Unterhaltungsmedien
ist `Unordentlichkeit´ oft von großem Vorteil, schon wegen der
Improvisation oder beispielsweise dem Zulassen des Bauchgefühls. Eine
gewisse `Vulgarisierung´ der Popkultur - wie Sie es nennen - gibt es
wohl tatsächlich. Aber meiner Ansicht nach hat `Pop´ immer etwas
Vulgäres, sonst wäre es kein Pop und hätte nicht diese starke
Wirkung. Grundsätzlich bin ich ganz froh, dass es nicht mehr die ungleiche
Wertung von klassischer Musik und Unterhaltungsmusik gibt oder die strikte
Trennung von Kunst und Kitsch. Wer will schon beurteilen, was gut oder schlecht
ist ?
Sie beispielsweise müssen das doch tun als Hörspielproduzentin:
Wenn Sie in Ihrem Studio mit jungen Menschen konfrontiert werden, denen der
Zeitgeist sagt `Du musst einen kreativen Beruf ergreifen´, denen aber
leider die hörbare Begabung für das Metier `Schauspiel´
fehlt, dann müssen Sie sich doch auch irgendwie dazu verhalten. Wird
nicht teilweise von der Unterhaltungsindustrie (z.B. bei `Deutschland sucht
den Superstar´) ein unschönes Spiel mit unsicheren jungen Leuten
getrieben, denen niemand ehrlich sagt `Ergreife doch lieber einen Beruf,
der Dir mehr liegt´ ?
Natürlich werden in der heutigen Medienwelt viele Menschen, ob nun ohne
aber durchaus auch mit Talent `verheizt´. Junge Leute haben es heute
leichter, in die Medien zu kommen - es gibt mehr Zugänge als früher.
Aber das Reinkommen ist einfacher, als den Beruf dann letztlich auszufüllen
und sich dauerhaft zu halten. Ich denke, junge Menschen haben bei dem großen
Angebot heute nicht mehr genug Zeit, sich auszuprobieren, alles zu wollen
und in vieles hineinzuschnuppern. In vielen Schulen werden musische Fächer nicht mehr ausreichend gelehrt. Es mangelt daher an Sicherheit und Harmonie.
Die Prophezeihung von Andy Warhol, dass jeder für 15 Minuten ein Star
sein kann, ist ja eher ein Witz, der sich vielleicht im Traum erfüllt.
Daher würde ich jedem empfehlen und tue das auch immer wieder bei jungen
Schauspielern, wenigstens ein `Basiskönnen´, das einem niemand
nehmen kann, wirklich zu beherrschen. Auch wenn man später einen anderen
Beruf ergreift, ist dies doch enorm wichtig für das eigene Selbstbewusstsein.
Bei mir war dies Jura mit dem zweiten Staatsexamen und später auch eine
eigene Anwaltskanzlei. Vorher wurde ich vielleicht von dem einen oder anderen
Hörspielkollegen belächelt als Freundin von Herrn Dr. Beurmann.
Das hörte dann auf als ich in meinem Briefkopf `Rechtsanwältin´
stehen hatte.
Von den Pädagogen wurden Sie wie andere Hörspielmacher
in den 60er und 70er Jahren aber dennoch ignoriert. Freundlich ausgedrückt.
Für viele von denen war es bereits eine Provokation, dass ich
stets versucht habe, ehrlich mit den Kindern umzugehen und positive, konstruktive
Stoffe bevorzugte. Schallplatten waren in den 70er Jahren bereits ein enorm
verbreitetes Medium in Westdeutschland, welches man von pädagogischer
Seite eigentlich nicht ignorieren konnte. Aber KEIN Lehrer
wollte sich in der Öffentlichkeit damit auseinandersetzen. Sie ließen
die Kinder die Platten hören, weil sie es nicht verhindern konnten und
waren dennoch der Meinung, die Kleinen verlernten dadurch das Lesen. Dabei
verkannten sie völlig, dass die Kinder damals schon gar nicht mehr richtig
lesen konnten - nicht zuletzt dank der seinerzeit modernen `Ganzwort-Methode´.
Ich hatte damals Kinder bis zu 14 Jahren zum Vorsprechen im Studio, die nicht
einen einzigen Satz ordentlich vortragen konnten. Ich habe häufig versucht,
mich mit Lehrern zusammenzusetzen, um zu sehen, wie man am besten mit der
Medienflut, von der wir ja ebenfalls ein Teil -wenn auch kein schlimmer-
waren, umgehen könnte. Aber ich vermochte niemanden dafür zu gewinnen.
Die Lehrer haben sich die Stücke nie ganz angehört, sondern waren
stets entsetzt wegen der vielen Geräusche, die in unserern Produktionen
zu hören waren und an denen die Kinder Spaß hatten.
Das ist heute glücklicherweise ganz anders: ca. 2800 Schulen haben
sich gerade an unserem TKKG-Hörspielwettbewerb beteiligt,
bei dem ein von unserem Autor vorgegebener Anfang von den Schülern fortgesetzt
wird. Unterstützt selbstverständlich von den Lehrern. Dennoch bleibt
in meinen Augen das Problem, dass die Kinder der unteren und mittleren Schichten
im Kindergarten zu wenig Anregungen bekommen. Und leider auch in den Familien, in denen häufig die Großeltern fehlen - und sei es `nur´ zum Märchenerzählen.
Frau Körting, vielen Dank für das Gespräch.
Fotos und Illustrationen mit freundlicher
Genehmigung durch Heikedine Körting.
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Mit dem Namen `Heikedine Körting´ werden in der Öffentlichkeit eigentlich fast alle populären EUROPA-Hörspielserien in Verbindung gebracht: Bille und Zottel, Black Beauty, Commander Perkins, Dämonenjäger Dorian Hunter, Detektiv Clipper, Die drei ???, Die drei ??? Kids, Die drei !!!, Die drei Schweinchen, Flash Gordon, Fünf Freunde, Gruselserie, Hanni und Nanni, Die Funk-Füchse,
Heidi, Hexe Schrumpeldei, Hui Buh, Ich und Klara , Käptn Buddelrum, Knight Rider, Die Märchenbox, Die Märchenparade, Mit Kindern unterwegs, Die Originale, Perry Rhodan, Pinocchio, Pizza-Bande, Popeye, Rätsel um ..., Schreckenstein, Sindbad, Teufelskicker, Tina und Tini, TKKG, Trixie Belden, Die verwegenen 4, Kung Fu, Mein Freund Winnetou, Der unheimliche Phantoll, Bob der Baumeister, Clifford, der kleine rote Hund, Das Schwarze Auge, Der Regenbogenfisch, Der kleine Vampir, Die Maus, Die Sendung mit dem Elefanten, Die drei Ausrufezeichen, Dragonbound, Edgar Wallace, Fünf Freunde für alle Fälle, Gänsehaut, Hexe Lilli, Janosch, Marvi Hämmer, Mauseschlau & Bärenstark, Möderische Typen, Ritter Rost, Sandmännchen, Schnuffel, Sherlock Holmes, SimsalaGrimm, Thomas und seine Freunde, Timmy das Schäfchen, Tina und Tini, Wickie und die starken Männer, Wissen macht Ah!, Wow! Wow! Wubbzy! und andere.
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DIE MEHRHEIT DER BESUCHER DIESER SEITE IST MÄNNLICH UND ÜBER 30 JAHRE ALT. DAGEGEN IST REIN GAR NICHTS EINZUWENDEN. MIT DEM
PHÄNOMEN DER 'INFANTILISIERUNG' BEFASST SICH AUCH EINE ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVE UNSERER SCHWESTERSEITE moderne21:
DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT. ALLE AUFGEFÜHRTEN INITIATIVEN ARBEITEN U.A. MIT HÖRSPIELEN ALS AUSDRUCKSMITTEL.
Heikedine Körtings Mitwirken beim EUROPA-Label haben nicht nur zahlreiche Kinder- und Jugendhörspiele ihre Bestform zu verdanken, sondern auch diverse Vertonungen 'für Erwachsene', bei denen Schauspiel- und Theatergrößen wie Horst Frank, Judy Winter, Helmut Zierl und viele andere mitwirkten. Sicher nicht zuletzt, da sie dank Frau Körting ein solides Maß an Seriosität auch bei etwas heikleren Hörspielstoffen garantiert wußten. Nachfolgend subjektive Kurzrezensionen der Erfolgsserien 'Larry Brent' und 'Macabros' aus den Achtziger Jahren:
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REZENSION LARRY BRENT 1 und 2
Schutzlose Vampire und ein irrer Professor
Professor Torrence und seine Mitstreiter wollen in der ersten Larry-Brent-Folge 'Irrfahrt der Skelette' die Weltherrschaft an sich reißen. Ermöglichen soll ihnen dies ein Kampfgas, welches Menschen, die damit in Berührung kommen, innerhalb von Sekunden zu Skeletten werden lässt. Auf einer Südsee-Kreuzfahrt soll Larry Brent den Professor, der als Passagier mit an Bord der `Andrea Morena´ ist, aufzuhalten versuchen.
Eine makabere aber leider trotzdem gar nicht so unrealistische Handlung um ein tödliches Kampfgas. Südsee-Idylle und Agenten-Action werden im Hörspiel gleichermaßen von kitschiger (vermeintlicher) Karibik-Folklore untermalt. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass Horst Frank (er spielt in insgesamt zwei Brent-Folgen den Bösewicht) als Professor Torrence wieder einmal glänzend besetzt ist. Auch Marianne Kehlau als dicke Kreuzfahrtteilnehmerin auf Freierssuche macht das Stück zusätzlich hörenswert.
Der Marotsch jagt Vampire in Wien. Er benötigt fünfzig echte Vampirherzen. Um sein Ziel zu erreichen, sorgt er in der zweiten Larry-Brent-Folge 'Marotsch, der Vampir-Killer' sogar dafür, dass weitere Menschen zu Blutsaugern werden. Doch einige seiner Opfer beginnen sich gegen ihn zu wehren. Larry Brents und Iwan Kunaritschews versuchen ihnen dabei zu helfen, aber oft sieht es so aus, als kämen sie zu spät.
Eine recht blutrünstige und an einigen Stellen übertrieben harte Geschichte, die jedoch durch drastische Spannungselemente sowie einige Abschnitte, in denen es rührend `menschelt´, ergänzt wird und somit letztendlich doch abwechslungsreich unterhält. Die Protagonisten werden gut beschrieben und wirken weder stereotyp noch eindimensional. Gottfried Keller als der Marotsch klingt gefährlicher als man es von ihm erwarten durfte. Ihm haben Europas Dan-Shocker-Vertonungen nicht viel weniger zu verdanken als dem einmaligen Horst Frank.
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REZENSION LARRY BRENT 3 und 4
Frische Klone und ein muffiges Schloss
Die Bewohner des Schlosses von Sir George, Duke of Hutchingdon, werden in der dritten Larry-Brent-Folge 'Die Angst erwacht im Todesschloss' von brutalen Gangstern erpresst, die den Familiensitz als Unterschlupf nutzen. Neugierige, die sich zu weit in das Schloss hineinwagen, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben. Das müssen leider auch die Tochter von Sir George und ihr Verlobter am eigenen Leib erfahren. Sie hätten ihren Besuch im Schloss doch lieber vorher anmelden sollen ...
Das Hörspiel liefert einige wirklich gruselige Momente und darüber hinaus knallharte Agenten-Action á la 'James Bond'. Entgegen dem ersten Anschein walten im Schloss keine unerklärlichen oder gar übernatürlichen Kräfte, was einmal eine willkommene Abwechslung vom sonstigen Monster-Kreaturen-Mutationen-Motto der Serie ist.
Ein chinesischer Forscher beschäftigt sich in der vierten Larry-Brent-Folge 'Die Monster-Maschine' mit genetischen Experimenten, mit deren Hilfe er aus gefährliche Ungetüme klont. Seine Geschöpfe vergreifen sich zunehmend an Unbeteiligten. Um dem Treiben der ein Ende zu bereiten, tarnt sich Larry Brent zunächst selber als Leiche.
Wenn man den Zeitpunkt des Erscheinens dieses Romans anfang der 70er Jahre bedenkt, muss man zugeben, dass Shocker in dieser Story mit der Gentechnik recht frühzeitig ein heißes Eisen anpackt. Dies gelingt ihm jedoch nicht wirklich. Die genetische Gänsehaut bleibt oberflächlich und auf vordergründige Gruseleffekte beschränkt. Leider gleitet das Hörspiel an einigen Stellen beinahe ins Sadistische ab. Etwas weniger Realismus bei der Darstellung der vor Schreck ihre Stimme verloren habenden Chinesin wäre dem Stück sicher nicht abträglich gewesen. Bemerkenswert immerhin der relativ lange Monolog eines Chinesen im O-Ton - Hier hat man bei EUROPA wirklich mit Liebe zum Detail gearbeitet.
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REZENSION LARRY BRENT 5 und 6
Weder Düsseldorf noch Essen
Was zunächst als geschmackloser Streich geplant war, endet für zwei junge Frauen aus Düsseldorf in der fünften Larry-Brent-Folge 'Chopper - Geisterstimme aus dem Jenseits' tödlich. Nachdem ein Arbeitskollege einer der beiden mit Hilfe einer alten Beschwörungsformel den Chopper-Dämon auf den Hals gehetzt hat, wird diese zu dessen willigem Gefäß und läuft Amok. Zudem haben weitere dunkle Mächte Interesse an der Kontrolle des Choppers.
Die Tragik eines aus Leichtsinn ausgelösten Schreckenskarussells wird hier ergänzt durch die spannend und streckenweise recht humorvoll inszenierten Bemühungen Larry Brents, einer unübersichtlichen und bedrohlichen Situation Herr zu werden. Die Story bedient sich in gekonnter gegenseitiger Ergänzung sowohl des Agenten- als auch des Gruselroman-Genres. Mit ihr setzte Jürgen Grasmück alias Dan Shocker der Stadt Düsseldorf, zu der er anscheinend ein besonders inniges Verhältnis hat, ein Denkmal (bleibt zu hoffen, dass man dies dort zu schätzen weiß ...).
Der vor zwanzig Jahren in London hingerichtete Mörder Derry Cromfield taucht in der sechsten Larry-Brent-Folge 'Im Kabinett des Grauens' plötzlich in einem Flugzeug nach New York auf und tötet den Piloten, der ein Neffe seines Henkers war. Danach schwört er auch der restlichen Verwandtschaft des Vollstreckers blutige Rache. An der Wiederbelebung der Schreckensfigur ist dessen Bruder, der in London ein gutgehendes Wachsfigurenkabinett besitzt, offenbar nicht ganz unbeteiligt.
Die turbulente Anfangsszene in der gerade erst aus Essen gestarteten Boeing 707 gehört zu den amüsantesten der Serie. Schrecken und teilweise ironischer Humor liegen auch in dieser Folge wieder einmal eng beieinander. Die Geschehnisse um ein mysteriöses Wachsfigurenkabinett, ein Film-Starlett, zwei Kleinkriminelle, und die Nöte einer Henkersfamilie entlassen den Hörer nicht für eine Minute aus ihrem Bann. Das Ganze wird schließlich noch durch die Besetzung des bewährten Horst Frank als wahnsinnig-genialem und unfreiwillig komischem Wissenschaftler abgerundet.
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REZENSION LARRY BRENT 7 und 8
Vegetarische Girls und fleischfressende Raupen
Der populäre englische Krimi-Autor Richard Burling mietet in der siebten Larry-Brent-Folge 'Das Totenhaus der Lady Florence' eine alte Villa, das seit dem Tod von Lady Florence leer steht. Angeblich will er dort seinen neuesten Thriller vollenden, doch dies ist nur eine Scheintätigkeit. In Wahrheit hat er ein gefährliches Serum entwickelt, welches unsichtbar macht, hierzu jedoch auch noch eine andere tödliche Nebenwirkung aufweist. Jetzt sind jedoch die verschiedensten Agentenringe hinter ihm her.
Sehr spannende Geschichte, die genüsslich mit altbewährten Genre-Klischees spielt: Von unterbelichteten aber gutmütigen Totengräbern, einem schusseligen Professor (quiekt munter durch die Gegend: Joachim Wolff, der sich bereits als Professor Bienlein in Tim & Struppi akademische Sprechersporen verdient hat) bis zu einem offenherzigen, naiven und natürlich attraktiven Hippie-Mädchen reicht diesmal die Palette der von Shocker geschickt inszenierten Charaktere.
Der junge und recht attraktive Lord von Blackwood-Castle geht in der achten Larry-Brent-Folge 'Das Grauen von Blackwood-Castle' einem unappetitlichen Hobby nach: Er züchtet unzählige großer und zum Teil sogar fleischfressender Raupen in den unterirdischen Gewölben seines Schlosses. Erbschleicher haben es zudem auf sein Vermögen abgesehen und fühlen sich daher gestört als sich eine junge Frau für den kauzigen Lord interessiert. Da kommen ihnen die aggressiven Geschöpfe des jungen Mannes gerade recht...
Geschickt wird bis zum Schluss des Hörspiels die Spannung aufrechterhalten, was es denn mit dem leicht gestörten Lord eigentlich auf sich hat. Helmut Zierl setzt den widersprüchlichen Charakter glaubwürdig in Szene. An dieser Stelle sei jedoch auch einmal erwähnt, dass der inflationäre Einsatz des `Mr. EUROPA´ alias F.J. Steffens als Dauer-Bösewicht in den beiden Shocker-Serien ein wenig penetrant wirkt.
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REZENSION LARRY BRENT 9 und 10
Rache ist nicht immer süß
Der missgebildete Dr. Gorgo, ein exzellenter Chirurg, rächt sich in der neunten Larry-Brent-Folge 'Die Schlangenköpfe des Dr. Gorgo' an den Frauen, die ihn wegen seiner körperlichen Deformation in seinen Jugendjahren abgewiesen haben. Er lockt deren Töchter in sein Labor und verunstaltet sie dort, indem er ihre Köpfe auf die Körper von Tieren verpflanzt.
Eine grausame und abartige Handlung, bei der Jürgen Grasmück sein Talent für das rechte Maß bei Horrorgeschichten bedauerlicherweise abhanden gekommen ist. Auch Drehbuchschreiber Douglas Welbat konnte seiner Verantwortung, die er gegenüber den bekanntermaßen jugendlichen Konsumenten der Serie trug, leider nicht gerecht werden. Die Folge war 1986, dass diese Hörspielepisode indiziert wurde und EUROPA danach alle Grusel- bzw. Horrorserien einstellte. Der Umstand, dass im Jahre 2010, 24 Jahre später, Jugendliche durch die massenmediale Verflachung und Verrohung, die aus der Privatisierungswelle des Fernsehens seit den späten 80ern resultiert, ohne viel Aufwand wesentlich bedenklichere Inhalte konsumieren können, ist hier nicht wirklich tröstlich.
In Spanien entführt ein uraltes und mysteriöses Gefährt Menschen auf eine Burg, auf der sie vorzeitig altern und einem jahrhundertealten Tyrannen ihre Lebenskraft abtreten müssen. Doch der unsterbliche Herrscher will in der zehnten Larry-Brent-Folge 'Die Jenseitskutsche von Diablos' mehr: Er zwingt den amerikanischen Urahn seines Henkers aus längst vergangenen Zeiten nach Spanien zu kommen, um sich dort stellvertretend an dem Jugendlichen rächen zu können.
Typisch für Dan Shocker, dass er in die turbulente Handlung noch leger die Rolle eines Behinderten einbaut. Obwohl diese Rolle als weder eindeutig gut noch eindeutig böse eingestuft werden kann, wäre diese Vorgehensweise Grasmücks Anno 2010 wegen der zeitweilig ausufernden political correctness dieser Tage wohl nicht mehr möglich.
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REZENSION LARRY BRENT 11, 12 und 13
Geister, Gangster und Atome
Ein irisches Fischerdorf wird in 'Sylphidas Rachegeister' von unheimlichen Fabelwesen terrorisiert: Die Sylphiden fordern vom Lord of Glophtony den für sie lebensnotwendigen Lohn eines jahrhundertealten Paktes mit dessen Vorfahren. Doch der Lord will die Sylphiden vernichten, was diese jedoch mit drastischen Mitteln zu verhindern suchen.
Eine temporeiche, spannende Geschichte, die weitgehend ohne die Darstellung von Gewalt auskommt. Im Hörspiel wird der Countdown, gegen den Larry Brent ankämpfen muss, weniger glaubwürdig als vielmehr äußerst unbarmherzig geschildert. Das softeste Hörspiel nach Dan Shocker.
Um einen Kumpanen aus dem Gefängnis freizupressen, wollen einige Ganoven in der zwölften Larry-Brent-Folge 'Atomgespenster' die Öffentlichkeit mit der Wiederinbetriebnahme des Unglücksreaktors im amerikanischen Mealburg erpressen. Sie ahnen hierbei nicht, dass sich ihre Pläne mit denen eines zwielichtigen Arztes und einiger verstrahlter kindlicher Mutanten kreuzen.
Im Hörspiel erweisen sich die vermeintlichen Strahlenopfer bzw. -monster als einigen ihrer Mitbürger moralisch überlegen. Der Charme dieser spannenden Geschichte, die eine düstere Atmosphäre entwickelt, liegt in der vollkommenen Selbstverständlichkeit, mit der Grasmück Atomkraft als große Gefahr darstellt. Dies bedarf für ihn offenbar überhaupt keiner Erklärung. Recht hat der Mann.
Larry Brents Freund Iwan Kunaritschew wird in eine mafiöse New Yorker Untergrundorganisation eingeschleust, deren Mitglieder Totenschädelmasken tragen. Die PSA vermutet in der dreizehnten Larry-Brent-Folge 'Der Dämon mit den Totenaugen', dass der Chef dieser Organisation über übernatürliche Kräfte verfügt. Schnell gerät auch Larry Brent in seine Gewalt.
Neben der nervenaufreibenden Handlung sind es in dieser Folge wieder einmal die tragischen Nebenrollen, die der Story zu einer in diesem Genre selten anzutreffenden Tiefe verhelfen: Ein Cop, den kurz vor seiner Pensionierung noch der Tod ereilt und eine drogensüchtige Prostituierte (unerwartet überzeugend dargestellt von Renate Pichler, die sonst eher auf die Rolle der Familienmutter abonniert ist) machen Larry Brent die Erledigung seines Jobs nicht leichter...
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REZENSION LARRY BRENT 14 und 15
Von Heuchlern und Meuchlern
In einem geschlossenen und sehr restriktiven spanischen Heim für schwer erziehbare junge Mädchen werden in der vierzehnten Larry-Brent-Vertonung 'Der Mönch mit der Teufelskralle' zwei der Insassen umgebracht. Die Anstaltsleitung will die Vorfälle am liebsten vertuschen, da sie selber in die Vorgänge verwickelt zu sein scheint. Dass Larry Brent in das Geschehen eingreift, stößt daher auf wenig Gegenliebe, geschweige denn Unterstützung.
Die Darstellung der heuchlerischen Doppelmoral konservativer Anstaltsleiter ist zwar zu begrüßen, ansonsten geriet die Story jedoch ausgesprochen düster ohne wenigstens irgendwo einen minimalen Lichtblick erkennen zu lassen. Die unvergessliche Marianne Kehlau gibt hierbei eine überzeugend bigotte Anstaltsmatrone ab. Zum Glück gibt es im modernen Europa heutzutage nur noch wenige geschlossene Heime für schwer erziehbare Jugendliche. Dennoch ist das Thema eigentlich etwas zu heikel für einen Grusel-Thriller à la Dan Shocker.
Außerirdische haben in der fünfzehnten und letzten Larry-Brent-Folge 'Dämonenbrut' menschlichen Müttern ihre Nachkommenschaft untergejubelt. Mit Erreichen ihres 5. Lebensjahres werden die bis dahin unauffälligen Kinder jedoch zu übermächtigen, gewalttätigen Mutanten, die die Erde zusammen mit einigen menschlichen Versuchskaninchen verlassen wollen.
Prinzipiell eine recht gute SF-Gruselstory mit stimmiger Achtziger-Jahre-Synthesizer-Untermalung. Der spannende Handlungsablauf wird ergänzt durch eine gelungene und eine fatale Nebenrollenbesetzung: Glücklich war die Verpflichtung Hans Clarins als selbstherrlicher Psychoanalytiker, unterirdisch geriet stimmenlagentechnisch jedoch die Darstellung des außerirdischen Anführerkindes, welche dem Hörer die zweite Hälfte des Hörspiels leider völlig vergrätzt. Larry Brent ist eben doch ein viel zu irdischer Haudegen als dass er ernsthaft auch als Science-Fiction-Held überzeugen könnte.
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REZENSION LARRY BRENT 16 und 17
Grauenhafter Neustart
Die vier Neuvertonungen von 2003 der legendären Larry-Brent-Serie aus den Achtziger Jahren können leider nicht überzeugen:
Eine Albina aus Neu-Guinea will sich am postkolonialen Europa für vergangenes Unrecht an ihrer Heimat rächen, indem sie Verstorbene auf den Friedhöfen wieder zum Leben erweckt und mit ihrer wachsenden Untoten-Armee den Kontinenten lahmlegt. Die Story um Orungu, Fratze Aus Dem Dschungel, ist hanebüchener als die Umsetzung, die einigermaßen solide, aber nicht eben sehr spannend geriet.
Die Story um einen Untoten, der in einem verlassenen Wiener Palais junge schöne Frauen (leider jeweils mit schrecklich unästhetischen Stimmen) ein prachtvolles Kleid anprobieren lässt, das sie binnen kurzer Zeit um Jahrzehnte altern lässt, rangiert vom Gruselfaktor nur leicht über den Hui-Buh-Hörspielen nach Eberhard Alexander-Burgh oder thematisch noch passender `die Hexe Schrumpeldei´. Zwar wartet das Schwarze Palais von Wien mit einigen Trümpfe bei den Sprechern dieser Mäntelein-Wechsel-Dich-Vertonung auf - neben dem ansonsten großartigen Gerd Baltus durfte auch Astrid Kollex alias die Original-Hexe-Marina aus dem legendären `Chopper - Geisterstimme aus dem Jenseits´-Hörspiel ein paar Flüche vom Stapel lassen - aber auch mit dieser Neuproduktion nach einem Roman von Jürgen Grasmück wurde einmal mehr deutlich, dass mindestens die Hälfte des Erfolgs der Larry-Brent-Serie auf die unglaublich stimmungsvolle Musikuntermalung des vom Europa-Label geschassten Carsten Bohn zuruckzuführen gewesen sein dürfte, die bei den neuen Stücken einfach sehr schmerzhaft fehlt. Einen witzigen Bonus gab es dann aber doch als musikalische Anreicherung der Kaffeehausszenen: die witzigen schwulen musikalischen Schwärmereien nach Noten (`Ach duuu´) aus den späten sechziger Jahren inklusive dem Evergreen `O-na-nie, o-na-no´.
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REZENSION LARRY BRENT 18 und 19
Killer-Dialoge aus dem Dilettanten-Nirvana
Das Verwirrspiel um eine Schreckensparty bei Graf Dracula kann immerhin mit Lutz Mackensy in einer Nebenrolle im allgemeinen Tohuwabohu aufwarten. Die Story um eine immer mehr zum Vampir-Massaker abgleitenden Party hätte ein gewisses Spannungspotential entfalten können, wären da nicht die völlig unnatürlich und gesteltzt wirkenden Dialoge, die den Hörer fortwährend daran erinnern, dass man es hier mit dem hilflosen dritten Versuch zu tun hat, eine ehemals sexy Serie aus der Versenkung zu holen.
Bei der Forschung um biologische Waffen werden Makroviren freigesetzt, die zunächst einzelnen Menschen und später einer ganzen Stadt den Garaus machen. Das Stück um den Killervirus aus der Hölle liefert den unfreiwilligen Beweis dafür, dass verlängerte Spielzeiten aufgrund besserer technischer Speichermedien keineswegs ein Segen für moderne Hörspielproduktionen sein müssen, wenn sie denn nicht gleichzeitig mit einem temporeichen Drehbuch und einer virilen Regiearbeit einhergehen. Die Dialoge wirken teilweise extrem gekünstelt: Eine Studentin, deren Professor gerade erst bei einem tragischen Autounfall um´s Leben kam, würde im privaten Rahmen wohl kaum Sätze formulieren, wie "Mehrere Male hatte ich Gelegenheit unter Anleitung von Professor Tanner in dessen Institut an Versuchen teilzunehmen. (...) Und doch trifft mich sein Schicksal persönlich." Der Erzähler schien den vorliegenden Text leider mit einer Guten-Nacht-Geschichte für Kinder zu verwechseln und von der Regie in diesem Irrtum nicht korrigiert worden zu sein. Der Ganove klingt nicht annähernd so überzeugend gefährlich wie beispielsweise Horst Frank oder Gottfried Keller, die leider, leider für diese Produktion nicht mehr zur Verfügung standen. Spannung kommt beim lustlosen Spiel der merkwürdig unbeteiligt wirkenden Sprecher nur an wenigen Stellen auf, da kann selbst Schauspiel-Legende Jürgen Thormann nicht helfen. Immerhin wurde bei der Realisation des Grasmück-Romans auf den für neuere Produktionen leider so typischen Einsatz von dauermusikalischer Untermalung verzichtet. Die Kollegen von `Dudelstopp´ dürften dies durchaus mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. |
REZENSION MACABROS 1 und 2
Im Bathyscaph auf Quallenjagd
Nyreen Matobish erbt in der ersten Macabros-Folge 'Der Fluch der Druidin' vom Antiquitätenhändler Lawrence Clearwater ein altes verkommenes Haus auf einer kleinen irischen Insel. Als sie wegen eines Unwetters gemeinsam mit der Erbengemeinschaft eine Nacht in den düsteren Räumen dieses Gebäudes zubringt, schlägt der Geist einer im Mittelalter verfolgten Druidin zu. Lawrence Clearwater hatte offenbar nicht vorgehabt, seine Nachkommenschaft zu beglücken - ganz im Gegenteil.
Der Serienstart wartet gleich mit der vermutlich härtesten Folge der Reihe auf. Auf der kleinen irischen Insel geht es drastisch und wenig vornehm zur Sache. Musikauswahl und Hintergrundgeräusche lassen eine erschreckend düstere Atmosphäre entstehen. Die Phantasie wird auf jeden Fall enorm angeregt, da können selbst die längeren Monologe des Protagonisten (verschmilzt mit seiner Rolle: Darsteller und Drehbuchautor Douglas Welbat) dessen Unterwasser-Odyssee nichts von ihrer fesselnden Spannung nehmen.
In der zweiten Macabros-Folge 'Attacke der Untoten' geht es um Howard Rox, über den unheimliche Dinge erzählt werden. Es gibt Menschen, die behaupten, er könne sich in einen Werwolf verwandeln. Andere wiederum behaupten, er sei ein Vampir - niemand weiß Genaues, doch fest steht: Etwas stimmt nicht mit diesem unheimlichen Mann. Als von den nahegelegenen Farmen immer mehr Frauen und Mädchen auf mysteriöse Weise verschwinden, schaltet sich Björn Hellmark ein. Da aber hat Rox bereits eine Armee von Untoten geschaffen.
Die Story ist immer noch packender als manch anderer Gruselroman, jedoch im Vergleich mit dem Niveau der übrigen Vertonungen hinterherhinkend. So prädestiniert dieser Schauspieler für die Rolle des psychopathischen Bösewichts seit nunmehr drei Jahrzehnten zweifellos ist - Horst Frank als Dirk Toesfeld in Folge 3 der Serie hätte doch vielleicht genügt.
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REZENSION MACABROS 3 und 4
Das Quaken zur Nachtzeit
Der kauzige Dietrich Tössfeld ist Sammler okkulter Gegenstände und besessen von dem Gedanken, dass gerade in Fröschen Dämonen und böse Geister hausen und sie als Wirtskörper benutzen. In der dritten Macabros-Folge 'Konga, der Menschenfrosch' entführt Tössfeld einen Forscher, der mit den Lurchen in Tierversuchen wenig zimperlich umgeht und behandelt ihn genauso so, wie der die gefangenen Frösche bisher behandelt hat. Hellmark erscheint auf der norddeutschen Szene, denn Tössfeld besitzt eine Maske, die für ihn später noch von großem Wert sein soll.
Hier müsste eigentlich das Herz eines jeden Gegners von Tierversuchen höher schlagen: Den Spieß einmal umkehrend wird tatsächlich ein Wissenschaftler von einem Riesenfrosch viviseziert. Folgen wie diese helfen dem Zuhörer, Dan Shockers Namensgebung für seine Serie besser nachzuvollziehen. Ideal besetzt: Horst Frank als unheimlicher Wächter der Dämonenmaske.
Durch die Zeitschrift "Amazing Tales" erfährt Björn Hellmark in der dritten Macabros-Folge 'Der Horror-Trip' von einem Mann, der nach dreijähriger Abwesenheit wieder in London aufgetaucht ist, ohne sagen zu können, wo er die ganze Zeit über gewesen war. Dieser gewisse Edgar Laughton ist auch in der realen Welt ständigen Angriffen aus der vierten Dimension ausgesetzt. Während Hellmark ihn verteidigt und hinter das Geheimnis der vierten Dimension kommen will, trifft er auf eine geheimnisvolle Frau, die vor dreißig Jahren schon in ihrem Haus lebte, dann unauffindbar verschwand, heute wieder dort lebt und um keinen Tag gealtert ist.
Eine fast sympathische Schreckensgöttin, die eines ihrer unwilligen Opfer eigentlich lieber bemuttern möchte, statt es zu eliminieren, beweist einmal mehr, dass Dan Shocker es seinerzeit vorzüglich verstand, auch die dunklen Charaktere seiner Gruselreihe differenziert und nicht nach dem bekannten Schwarz-Weiß-Muster, das in diesem Genre leider viel zu oft Konjunktur hat, darzustellen. Dies hebt ihn klar von weniger rühmlichen Vertretern seiner Zunft ab.
Frösche spielen übrigens auch in H. Lührs Hörspiel 'Gut gebrüllt, Leo!' (Podcast) eine ganz spezielle Rolle.
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REZENSION MACABROS 5 und 6
Falscher Mann, richtiger Thron
Ein Seglerpärchen glaubt sich in der fünften Macabros-Folge 'Die Geister-Höhlen' allein auf einer Insel, von der es wegen eines defekten Trimarans nicht mehr weg kommt. Andrew und Julia stoßen auf den Eingang einer unheimlichen Höhle, in deren unergründlichen Schwärze ein gigantischer Totenkopf von Zeit zu Zeit aufglimmt - und wieder verlöscht. Andrew kann seine Neugierde nicht bezwingen und wagt es, die Höhle zu erforschen. Gleichzeitig haben Molochos und seine Helfershelfer dafür gesorgt, dass der Segler anstelle Björn Hellmarks die Weissagungen der weißen Priester in der Höhle vernimmt. Als Hellmark eintrifft, sind sie größtenteils wirkungslos 'verpufft'.
Krimi, Mystik und Verfolgungsjagd geben sich hier ein munteres Stelldichein. Ein Dämonenfürst, der fast an seinem unterbelichteten Helfer verzweifelt, würde wahrscheinlich beinahe das Mitgefühl der Hörer wecken, wenn diese nicht gerade voll damit ausgelastet wären, der detail- und an Untertönen reichen, rasanten Handlung zu folgen.
In der sechsten Macabros-Folge 'Der Blutregen' geht es um das Schicksal von Camilla Davies, die ein bekanntes und talentiertes 'Medium' ist, also mit dem Reich der Toten Kontakt aufnehmen kann. Ein Wissenschaftler-Team, das an der Erforschung parapsychologischer Phänomene arbeitet, will ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten testen. An einem geheimgehaltenen Ort findet eine Seance statt. Aber etwas Merkwürdiges geschieht, das auch Camilla nicht gewollt hat: Sie verschwindet aus dem abgeschlossenen Raum, lässt dafür jede Menge Ektoplasma zurück und taucht an einem vollkommen anderen bedrohlichen Ort wieder auf.
Wer hätte das gedacht: Helmut Zierl, im TV durchweg als sympathischer Schwiegersohntyp besetzter Heile-Welt-Mime, gibt hier sein absolut überzeugendes Debüt als zynisch-süffisanter Dämonenfürst und befördert diese Folge damit zum absoluten Highlight der Serie. Die drastisch geschilderten Probleme eines nach einer außer Kontrolle geratenen Séance auf die andere Seite des Erdballs verschlagenen Mediums tragen ebenfalls zur ausgesprochen abwechslungsreichen Unterhaltung der gebannten Hörer bei.
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REZENSION MACABROS 7 und 8
Rotweinflecken gehen nicht mehr raus
In der siebten Macabros-Folge 'Duell mit den Höllengeistern' wird Pierre Barlon von finsteren Mächten erpresst: Sollte es ihm nicht gelingen, Björn Hellmark ins Jenseits zu befördern, so würden seine Frau und seine Tochter dafür bezahlen müssen. So macht sich Pierre Barlon also schweren Herzens auf dem Weg in die Schweiz um Hellmark heimtückisch zu beseitigen. Was er nicht weiß: Frau und Tochter stehen selber mit den Mächten der Finsternis in Kontakt und greifen später in das Geschehen ein als sich abzeichnet, dass Pierre seinen Auftrag nicht erfüllen kann. Noch dazu taucht eine zweite Carminia Brado in Hellmarks Villa auf. Welcher ist zu trauen ?
Diese Folge besticht durch ihr geschickt inszeniertes Verwirrspiel um die Intrigen der Gegenspieler Björn Hellmarks. Für die weibliche Kontrahentin der Hauptfigur hätte man keine bessere Schauspielerin verpflichten können als Judy Winter, der ihre Doppelrolle als treusorgende Ehefrau und Dämonin, hörbar Spaß bereitet.
Hans Leibold war schon immer ein reichlich schräger Vogel, dem normale Leute aus dem Weg gingen. Seinem neuesten okkulten Hobby geht er regelmäßig auf Friedhöfen nach. Ein gewisser Joseph Brunner, ein vor seinem Hinscheiden äußerst übler Zeitgenosse, stellt Leibold in der achten Macabros-Folge 'Im Leichenlabyrinth' unendliche Macht in Aussicht, wenn er für ihn und seine Totenarmee zum Mörder wird. Da trifft es sich äußerst ungünstig, dass eine quirlige Familie in der Nähe des Friedhofs versucht, wieder Frieden miteinander zu schließen.
Die sehr makaberen Geschehnisse um eine Armee von Untoten werden den Zuhörern durch die geschickte Einbeziehung einer zerstrittenen Familie versüßt. Hier hätte sich der Handlungsfaden leicht ins Geschmacklose verirren können, aber Grasmück hält knapp die Balance zwischen Tabubruch und einigermaßen seriöser Erwachsenen-Unterhaltung. Auch die Gestaltung des ersten vermeintlichen erotischen Abenteuers der Hauptfigur geriet den Hörspielmachern unverkrampft.
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REZENSION MACABROS 9 und 10
Der Killer mit dem schwachen Herzen
Der bezahlte Killer mit dem sinnigen Namen Phil Hunter muss sich in der neunten Macabros-Folge 'Molochos Totenkarussell' einer Herzoperation unterziehen. Dabei hat er während der Vollnarkose ein sehr beunruhigendes Erlebnis: Er ist sich sicher, einen Blick in die Hölle zu werfen und den Menschen zu begegnen, die er zuvor gnadenlos gegen Geld ins Jenseits befördert hat. Der Traum wiederholt sich immer und immer wieder und wird zur regelmäßigen Qual. Besonders erschrocken ist er, als ihm im Traum eine Schwester vom Pflegepersonal begegnet, die passend zur neuen Umgebung, überhaupt nicht zimperlich mit ihm umspringt. Hellmark muss mal wieder retten, was noch zu retten ist - was ihm leichter fallen würde, hätte Carminia nicht seine Dämonenmaske verbummelt.
Eine ein doppeltes Spiel verfolgende Krankenschwester, eine selbstbewusste Hausfrau, durchaus kritisch anklingende Schilderungen zweifelhafter Geheimdienstpraktiken sowie ein vermeintlicher Scheuerlappen sind die rechten Zutaten für einen Gruselkrimi par excellence.
Jahrelang war James Owen nicht mehr zu Hause, sondern hat als Seefahrer und Abenteurer die halbe Welt bereist. Dann kehrt er in der zehnten und letzten Macabros-Folge 'Die Knochensaat' zurück nach England. Er ist ziemlich mitgenommen - es hat ihn erwischt ... Seine Frau erkennt ihn kaum wieder, denn er ist ziemlich vom Fleisch gefallen. Er hat sich auf der Suche nach einem unendlichen Goldschatz mit der gefährlichen Knochen-Saat infiziert und breitet sie jetzt in England aus. Hellmark versucht dies zu verhindern und reist daher nach Mexiko, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Das Südamerika-Abenteuer machte den Abschied von den Hörspielvertonungen der Serie besonders schwer, wurde doch hier mit Pepe erstmals eine weitere tragende Figur der Serie neben Hellmark, Brado, Mahay und Mertus gelungen in Szene gesetzt. Aber dieses Phänomen kennt man ja spätestens seit der Glanzbesetzung von Gucky in der letzten Folge der Perry Rhodan-Vertonung von 1984 .
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MACABROS-FUNDSTÜCKE I
Harry Brents Ufo-Hysterie
Stellt man sich die Frage, wer oder was Jürgen Grasmück alias Dan Shocker Anfang der siebziger Jahre für die Namensgebung einer seiner beiden erfolgreichen Gruselserien inspiriert haben könnte, lohnt ein Blick in das Fernsehprogramm aus jenen Tagen: Hier finden wir im Jahr 1968 den 3-teiligen Krimi `Ein Mann namens Harry Brent´ von Francis Durbridge. Offenbar scheint Shockers Figur Larry einen prominenten Ziehvater gehabt zu haben, denn die Durbridge-Krimis waren seinerzeit die reinen 'Straßenfeger'.
In Macabros Nr. 50 `Rha-Ta-N`mys Leichenschlucht´ kommen Björn Hellmark und Larry Brent tatsächlich zusammen. In der Folge gerät eine große Filmgesellschaft ins Trudeln, bei der während der Dreharbeiten Filmszenen Realität werden: Straßen brechen auf, Häuser stehen in Flammen, Flugzeuge explodieren, Flutwellen ergießen sich über das Land. Hätte EUROPA doch die Macabros- Hörspielproduktion bis Folge 50 durchgehalten! Ihre sämtlichen archivierten Hintergrundgeräusche hätten sie hier zum Einsatz kommen lassen können. Ein weiteres Stelldichein ergab sich 1984 zwischen den Schauspielern Rainer Schmitt und Douglas Welbat: In der öffentlich-rechtlichen Hörspielproduktion `Kampf um Kreuzberg´ von Peter Gollan stehen sich Schmitt (alias Larry Brent) und Welbat (alias Björn Hellmark) als `Superbulle´ (Schmitt) und Hausbesetzer (Welbat) gegenüber. Diese Produktion bescherte ihren Zuhörern seinerzeit, fast genauso wie die Shocker-Produkte, ein harmonisches Ende.
Auf dem Höhepunkt einer der ersten UFO-Hysterie-Wellen forderte Dan Shocker tatsächlich seine Leser auf, nach unbekannten Flugobjekten Ausschau zu halten (vornehmlich auf Gran Canaria) und diese möglichst auch zu fotografieren, was ihm selber leider nie gelungen sei. Wahrscheinlich ließ sich Shocker von dem damals ebenso populären als auch umstrittenen Erich von Däniken zu diesem geistigen Tiefschlag inspirieren. Kann sich ein Leser dieses Artikels durch diesen Hinweis bereichert nun vielleicht nachträglich daran erinnern, im Sommerurlaub Anno `74 auf oben genannter Insel einen aufgeregten Mittdreißiger mit bemerkenswert beissfesten Zähnen mit der Fotokamera den Himmel absuchend gesehen zu haben ? Wenn ja - jetzt weiß man endlich, was dahintersteckte.
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MACABROS-FUNDSTÜCKE II
Vom Stolz auf gute Beißinstrumente
Ein fürsorglicher Grusel-Fan riet Grasmück bezüglich des regelmäßig im Romanheft abgebildeten Vampir-Look-Konterfeis des Autors "Wenn Ihnen Ihre Eckzähne irgendwann einmal zu lang werden, dann kauen Sie doch einfach regelmäßig Sandpapier; Ein Rat meines Hausvampirs." Diesen Rat wies der den Sorgen seiner Gefolgschaft gegenüber reichlich unsensible Grasmück jedoch seinerzeit mit dem Hinweis zurück, dass er sich hüten werde, seine Zähne zu kürzen. Sie seien sein ganzer Stolz und zudem die einzigen, die noch etwas taugten. Sicher handelte es sich bei dem Fabrikat noch um 'deutsche Wertarbeit' und um keinen 'Fujiyama-HongKong-Kram' (Douglas Welbat als Verkäufer in 'Mitten in der Masse').
Ein durchgeknallter Dan Shocker-Fan dichtete 1974 folgende Zeilen auf Hellmarks treuen Weggefährten vom indischen Subkontinenten: `Da ist noch der Rani / der`Koloss aus Bhutan´ / Im Stich lässt er Björn nie, / ihm hätt´s sonst leid getan´ - nun ja ... Auch andere bemühten sich, den Grusel-Hype auch außerhalb der Romanhefte weiterzuentwickeln: In einer Discothek in der Nähe von Hannover lief ungefähr im Jahr 1984 eine Show mit dem Titel `Orungu, Fratze aus dem Dschungel´, den Shocker-Fans als Titel eines Larry Brent-Romans lebhaft in Erinnerung. Ob die Veranstaltung ein kommerzieller oder wenigstens ästhetischer Erfolg wurde, ist leider nicht überliefert.
Für die Bennenung einiger seiner Figuren hat sich Grasmück dem Vernehmen nach auch von den Namen seiner Freunde und Bekannten inspirieren lassen. Es folgen sieben von nahezu unüberschaubar vielen möglichen Beweisen für Jürgen Grasmücks wortschöpferische Qualitäten: Die Namen der schwarzen Priester Xantilons (in hierarchischer Reihenfolge): Quappa Orgep, Manko Tarlep, Yron, Apron Kaa, Vartan Konk, Ontar Muoll und Dwahl. Man fragt sich im Stillen: Was hatte der Mann denn bloß für seltsame Freunde ?
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Das empfohlene Mindest-Konsumentenalter für die o.g. Hörspiele wird vom Hersteller mit 16 Jahren angegeben.
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