der HÖRSPIELer: Widerliche Zeiten - Hörspiele

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Die 'Widerliche Zeiten'-Hörspielserie aus den Achtzigern

Widerliche Zeiten - Hörspielserie Die krassen Schwestern Mathilde und Doris Newton leben mit ihren Partnern Ottokar und Heinrich im Schloss North Cothelstone Hole auf dem erdähnlichen aber weitaus turbulenteren Planeten Wega. Beide teilen sowohl ihre Liebe zu Buttermilch als auch die Neigung zu lautstarken Auseinandersetzungen miteinander (Improvisierte Comedy-Hörspielserie von Abe Greenbaum aus den 80ern, die ursprünglich als trashiges Spin-Off zu Loriots Ansagerinnensketch startete).


WIDERLICHE ZEITEN - [01+02]

Das Ding aus dem Sumpf / Lawine über Schittney

Für ein spontan eingelegtes nächtliches Nachtkonzert auf dem Schloss North Cothelstone Hole mag einfach nicht die rechte Stimmung entstehen. So entscheiden sich Mathilde, Doris, Heinrich und Ottokar ersatzweise für einen Imbiss, der ihnen jedoch nicht gut bekommt. Der Schlossteich, aus dem der Fisch stammt, muss vergiftet sein. Ein seltsames technisches Ungetüm wird mit viel Mühe aus dem Tümpel nahe des Schlosses geborgen. Was fangen die vier damit an ? Der Fisch aus dem inzwischen gereinigten Gewässer schmeckt jedenfalls nach wie vor ungenießbar. Die unheimliche Nacht will einfach nicht enden auf dem Schloss North Cothelstone Hole. Beim Versuch, etwas mit dem gefundenen HighTec-Teil anzufangen, kommt es zu einem folgenschweren und explosiven Zwischenfall. Die schrulligen Schlossbewohner bekommen einen Hinweis, dass der verschwundene wertvolle Satellit in Neuschneeland zu finden ist. Hals über Kopf, bei schwerem Wellengang aber immerhin gutem Appetit macht man sich auf den Weg dorthin.
Angelangt im Tempel der Unsterblichkeit in Neuschneeland entbrennt ein völlig überflüssiger Streit darüber, wer als erstes in das sagenumwobene Wasser eintauchen darf. Mathilde, Doris, Ottokar und Heini hätten lieber darauf achten sollen, ob ihnen jemand in das verbotenen Gemäuer folgt. Heinrich wird aufgrund seiner Unvorsichtigkeit inhaftiert, denn Fremde dürfen sich nicht im Tempel aufhalten. Doris versucht ihm mit List und weiblicher Tücke zur Hilfe zu eilen und ihn aus dem Gefägnis zu befreien. Doch Neuschneeländer sind misstrauisch. Mit vereinten Kräften versuchen Doris, Ottokar und Mathilde ihren Freund aus dem fremden Knast zu befreien. Doch Heini selbst durchschaut das Komplott, das auf Doris´ Mist gewachsen ist, nicht so ganz und ist daher äußerst beuunruhigt. Der Preis für Heinis Befreiung aus dem schneeländischen Gefägnis erscheint außerordentlich hoch: Neben einer ungewollten Krankheit wird auch noch unbeabsichtigt eine Schneelawine ausgelöst – was selten gut ist und die Widerlinge daher zunächst irritiert.


WIDERLICHE ZEITEN - [03+04]

Flucht vor dem Monster / Ein Butler spielt falsch

Zurück auf North Cothelstone Hole kommen die vier nicht dazu, sich über ihre erste Kolonie zu freuen. Im Schloss spukt es – und es sind nicht die alteingesessenen Bettlaken-Geister, die Mathilde, Doris, Ottokar und Heini terrorisieren. Auf der Jagd nach den ungebetenen Geisterbesuchern begeben die vier sich in die unterirdischen Gewölbe des Schlosses. Dort stellen sie sich erwartungsgemäß nicht gerade sehr geschickt an. Sind sie eigentlich noch Jäger oder schon Gejagde ? Auf der anderen Seite des Tunnelgewölbes ergeben sich interessante neue Möglichkeiten. In einer Art Pyramide stößt man neben antiken alten Lebensmitteln auf wertvolle Schätze, an denen jedoch auch noch andere interessiert zu sein scheinen. Mit den Reichtümern, die sie sich unter den Nagel gerissen haben, kommen Mathilde, Doris, Ottokar und Heini daher nicht weit. So leicht wie in Neuschneeland wird es ihnen anderenorts nicht gemacht. Besonders an dem fremdländischen Zoll beißen sie sich diesmal die Zähne aus.
Zurück in Cothelstone geht das Lotterleben der Widerlinge weiter. Nicht einmal auf eine einfache Aufgabenverteilung für das gemeinsame Frühstück können sie sich einigen. So regiert also das altbekannte Chaos. Weil sie selbst nicht für Ordnung im Schloss sorgen können, engagieren Mathilde, Doris, Ottokar und Heini den Butler Edward. Sie denken das Schloss daher in guten Händen als sie nach Afghanistan reisen, um dort das geheimnisvolle `kosmische Rätsel´ zu lösen. Es geht nach Asien. Die Widerlinge wissen sich dort nicht gut zu benehmen. Aber was solls ? Sie bekommen die Informationen, die sie benötigten und kehren zurück nach Cothelstone. Ob Edward inzwischen gut abgestaubt hat ? Man wagt jedenfalls den Neubau eines Raumschiffs. Er gelingt erstaunlich gut. Doch beim ersten Startversuch kommt es zu unerwarteten Komplikationen. Sollten sich Doris Bedenken gegen das überstürzte Raketenabenteuer am Ende bestätigen ?


WIDERLICHE ZEITEN - [05]

Streit im Weltall

Das Schloß North Cothelstone Hole verwandelte sich wegen mangelnder ingenieurstechnischer Fähigkeiten in ein flammendes Inferno. Eigentlich ein Grund für seine Bewohner, wenigstens jetzt zusammen zu halten, wo man gemeinsam in den Weltraum startet. Doch weit gefehlt: nun geht der Streit erst richtig los. Was soll man außerdem von der Mannschaft eines Raumschiffs erwarten, die auf das Nervigste untereinander zerstritten ist ? Mathilde, Doris, Ottokar und Heini verstehen sich seit dem Start überhaupt nicht mehr untereinander. Als letzter Versuch, das Klima an Bord zu retten, wird ein gemeinsames Abendessen anberaumt. Doch der Stress geht weiter: An Bord des Raumschiffs scheint es keine drängenderen Probleme zu geben als die Auswahl des Musikprogramms. Auch als unvermittelt ein blinder Passagier auftaucht, hegen die vier Reisenden zunächst keinen Verdacht. Der Eindringling erweist sich als überraschend rabiat und sperrt die Widerlinge ein. Doch sie ergeben sich nicht einfach ihrem Schicksal sondern schmieden mehr oder weniger intelligente Fluchtpläne. Schon sehr bald bekommen sie mehr frische Luft als ihnen recht ist.
Wieder befreit sehen die Reisenden sich neuen Gefahren gegenüber, zum Beispiel einem sich rasch näherndem schwarzen Loch. Als wenn das nicht schon genug wäre, scheinen die vier aus Cothelstone auch noch die Orientierung im All verloren zu haben. Wo war noch einmal der Planet, den man aufsuchen wollte, um das `kosmische Rätsel´ zu lösen ? Immer wieder brechen Mathilde, Ottokar, Doris und Heini in offenen Streit über Kleinigkeiten aus. Die Ernährungsfrage ist nach wie vor ungelöst, da müssen die vier sich auf die schwierige Landung auf dem Barnard vorbereiten. Es wundert daher nicht, dass der Ausstieg auf den Planeten für drei von ihnen sehr schmerzhaft beginnt. Auf der Flucht vor rumorenden Aliens fliehen die Widerlinge immer weiter in das Planeteninnere. Dort stehen sie vor der Wahl, ob sie die Fahrt durch ein unbekanntes, möglicherweise uraltes Röhrensystem wagen wollen. Die Verfolger rücken unaufhaltsam näher und daher gehen sie das Risiko ein. Das bekommt Ottokar und irgendwie auch Heini überhaupt nicht gut. Ausgerechnet Mathilde, die bisher als ein Ausbund an Verantwortungsbewusstsein und Weisheit glänzte, kommt mit dem Schicksal Ottokars nicht zurecht und fängt an, zu trinken. Heini und Doris wollen das nicht zulassen und sie von der absehbaren Selbstzerstörung abhalten. Das gelingt ihnen, jedoch anders als insbesondere Heini sich dies vorgestellt haben dürfte.


WIDERLICHE ZEITEN - [06+07]

Krieg der Sängerinnen / Ein Guru mischt mit

Zwischen Mathilde und Doris kommt es zum Glück doch nicht zum Schlimmsten, denn gerade als sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen wollen, taucht ein Unbekannter auf North Cothelstone Hole auf. Ein Unbekannter ? Zumindest die mollige Mathilde will der Fremde noch aus vergangenen Tagen kennen. Doris reagiert auf diesen Friedrich zunächst recht skeptisch. Aber dann schmilzt das Eis zwischen den beiden und so planen sie in großer Vorfreude Doris´ Karriere als beste Cothelstoner Popsängerin. Mathilde fühlt sich zurückgesetzt und plant daher, den beiden einen gehörigen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Aufnahmen im Tonstudio verlaufen wegen Doris´ übergroßer Nervosität und Friedrichs Tollpatschigkeit schwieriger als erwartet. Als Doris wieder daheim im Radio die Hitparade hört, erlebt sie eine böse Überraschung: Doris ist stinksauer auf Mathilde, die ihr die Show gestohlen hat. Wenigstens bei den begehrten Werbeverträgen für die Popstars will sie die Nase vorne haben. Friedrich hilft ihr dabei, sich mit reichlich fragwürdigen Werbepartnern einzulassen.
Die Konkurrenz zwischen den beiden ungleichen Schwestern wird immer unerträglicher und gewalttätiger. Da trägt es sicher zur Entspannung bei, dass Doris sich zu einer Geschäftsreise nach Cer aufmacht. In Cer angekommen stolpert sie sogleich über einen merkwürdig aussehenden Fremden, der sie jedoch schnell in seinen Bann zieht. Dennoch will sie zunächst ihre Heiratspläne mit Friedrich in die Wirklichkeit umsetzen. Die musikalische Untermalung für Ihre Hochzeitsfeier haben Friedrich und Doris der geschäftstüchtigen Mathilde überlassen, was sich schnell als Fehler herausstellt. Es kommt daher wieder einmal zu unvermeidlichem Streit zwischen allen Beteiligten. Und der Standesbeamte hat alle Hände voll zu tun. Während eines gemütlichen Gesprächs am Kamin offenbart der eigentlich sehr locker wirkende Juri den anderen Cothelstonern danach sein wahres Ich. In Sachen Religion scheint er leider sehr fanatisiert zu sein und andere Glaubensrichtungen abzulehnen. Dennoch macht Doris sich mit ihm auf nach Toshiva, die Heimat des Großgurus.


WIDERLICHE ZEITEN - [08+09]

Prüfungen des Wahnsinns / Die Robot Killer

Doris und Juri geraten in Toshiva in eine brenzlige Situation nach der anderen. Doch sie lassen sich nicht beirren und bereiten den Bau eines neuen Tempels vor. Mathilde hadert derweilen mit ihrem neuen Ehemann Friedrich, der mittlerweile gar nicht mehr so freundlich ist und Juri fühlt sich in Gaß-Thune, der Mogul-Hauptstadt von Toshiva, hörbar unwohl. Dennoch unternimmt er mit Doris und Mathilde einen touristischen Ausflug durch die fremdartige Metropole. Die Schwestern sind begeistert. In der Zwischenzeit wird Cothelstone von unbekannten Außerirdischen angegriffen während Friedrich alleine im Schloss ist. Doris und Mathilde sind nämlich zu der Zeit im Musikstudio und versuchen sich gegenseitig zu sabotieren. Auch Juri kehrt zum Schloss zurück – er hat dort etwas Wichtiges vergessen. Mathilde will gerade als Miss Arry-Laine in einer Fernseh-Talkshow singen als die Nachricht herinplatzt, dass ihr Ehemann Friedrich spurlos von North Cothelstone Hole verschwunden ist und vermutlich entführt wurde. Tapfer wie sie ist, setzt sie ihren Auftritt dennoch fort und trifft sich sogar hinterher noch mit einem neuen Verehrer.
Juri nimmt Doris mit zum Großguru und führt sie in die Religion ein. Zunächst nimmt sie jedoch nur den Rang eines `Kleingurus´ ein, was ihr überhaupt nicht recht ist. Mathilde startet hingegen einen weiteren Karriereanlauf bei einem umtriebigen Musikproduzenten. Für Doris wird es indes endlich ernst: Juri und der Großguru beginnen mit den Prüfungen, an deren Ende die Entscheidung stehen wird, ob sie ein würdiger Vollguru werden kann. Doris gibt sich alle erdenkliche Mühe, die Aufgaben die sie zu bewältigen hat, sind jedoch mehr als seltsam. Der zwielichtige Musikproduzent J.J. entpuppt sich mittlerweile tatsächlich als Betrüger, der Mathilde beinahe ins Unglück stürzt. Um ihre Angelegenheiten zu regeln, fliegt sie zusammen mit Yamo zurück nach Cothelstone. Auf dem Flughafen treffen sie auf zwei Gurus. Es geht zurück in die Heimat. Das altehrwürdige Schloss North Cothelstone Hole ist allerdings inzwischen absolut kein sicherer Ort mehr. Das müssen auch Doris und Yamo feststellen als sie gerade mal wieder einen religiösen Familienstreit vom Zaun brechen wollen. Aber auch Mathilde muss gegen Winkeladvokaten um ihr Recht kämpfen.
Auf einem Kühlschrank in Toshiva ereignet sich eine Tragödie, die Juri nicht gleichgültig lässt. Doris hingegen hat wenig Zeit zu trauern: Sie befindet sich mit Yamo und Friedrich in der Hand von unheimlichen Fremden. Es scheint kein Entkommen möglich. Juri und Mathilde kommen zunächst nicht darauf, was wirklich mit Doris, Richard und Juri geschah. Mathilde plagen schließlich ganz andere Sorgen: Sie ist hoch verschuldet und auf Jobsuche.


WIDERLICHE ZEITEN - [10]

Schloss in Trümmern

Auf der Wega machen sich Juri und Mathilde Sorgen um die von rachsüchtigen Außerirdischen entführte Doris und ein bisschen wohl auch um Friedrich. Doris ist unterdessen nicht faul: Während sie auf wahnsinnige Weise mit ihrer Vergangenheit aufräumt, denkt Juri noch, er müsse ihr zu Hilfe eilen und kommandiert die Gurus zum Raumschiffbau ab, damit er möglichst bald in den Weltraum starten kann. Mathilde folgt ihm dabei ins Guru-Reservat nach Toshiva. Sie ist bei den Bauarbeiten allerdings keine große Hilfe. Doris erobert inzwischen in ihrem Machtrausch immer mehr Land für die Gurus und landet schließlich ihrerseits mit ihrem Raumschiff im Toshiva-Reservat. Dort warten Juri und Mathilde voll Wiedersehensfreude auf ihre Ankunft. Aber ist es noch die alte Doris, die sie zu sehen bekommen werden ?
Die Toshivaer zelebrieren ihren neuen erfolgreichen Großguru aus dem All. Dabei werden jedoch die Gefühle von Mathilde außer acht gelassen. Mit Wut im Bauch kehrt sie in die Wüste zurück, um sich an ihrer Schwester und an allen, die ihr Unrecht angetan haben, zu rächen. Doris kommt unterdessen nicht dazu, ihren neuen Ruhm als Großguru zu genießen, denn dafür tauchen mit einem Mal zu viele Zeugen der Vergangenheit auf, mit denen sie nicht nur angenehme Erinnerungen verbindet. Offenbar hat sie mit den Jahren vollkommen vergessen, dass sie nicht immer in ihrem Leben alleinstehend war. Wie wird sie die neue Situation meistern ? Zunächst geht es allerdings wieder zurück nach Cothelstone. Doch das ist auch nicht mehr so friedlich wie einst: Sowohl Mathilde und Ottokar als auch Doris mit ihren beiden Männern müssen vor den Voodoogeistern auf Cothelstone in jeweils einen der beiden Schlosstürme flüchten. Kein optimaler Aufenthaltsort, wenn man sich selbst dort einschließt und hinter der Tür die Gefahr lauert. Ottokar hat eine fremdartige magische Technik mit nach Cothelstone gebracht, mit der er auch Heini wieder zum Leben erwecken will. Die Suche nach seinem Grab gestaltet sich allerdings schwierig und ist dank der neckischen Späße von Doris nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Die Widerlinge verabschieden sich im Zwist von den Zuhörern.


WIDERLICHE ABENTEUER - [01]

Der Tunnel

Zunächst entstand ‘Der Tunnel’, eine Geschichte um vier Urlauber, die in Polen verschollen sind. Die Umsetzung startet recht spritzig wie eine alte `Screwball-Komödie´ und hält dieses Niveau bis ungefähr zur Hälfte der Spielzeit. Dann verflacht die Handlung des improvisierten Stücks zunehmend und man fragt sich als Hörer, warum man sich so etwas über eine ganze Kassettenseite hinweg gefallen lässt, ohne wenigstens eine Spielzeugeisenbahn aus dem Fenster zu werfen. Abe Greenbaum versuchte sich nach den ersten Verrissen durch die damaligen Hörspiel-Medien damit zu entschuldigen, dass die Aufnahmen ab der zweiten Hörspielhälfte im komplett abgedunkelten Studio stattfanden, weshalb die Schauspieler angeblich Schwierigkeiten mit dem Manuskript gehabt hätten. Es half ihm nichts: ‘Der Tunnel’ wurde ein finanzieller Reinfall. Abe befand sich trotz kurz zuvor hochgelobter Produktionen, wie ‘Familie I.’ und ‘Die 2 Widerlinge’ (12teiliger Vorläufer der ‘Widerlichen Zeiten’), in einer kreativen Krise.
Auf der Zugfahrt nach Warschau treffen Eliza und Roger Svenson ihre ehemalige Schulfreundin Kathreen und deren Mann Lionel Grady. Sie kommen jedoch nicht zum Plaudern über alte Zeiten, denn die Reise geht durch das berüchtigte Transsilvanien. Eliza und Kathreen werden immer ängstlicher, je weiter der Zug auf unheimliches Gebiet vorstößt. Ihre beiden Männer sind da deutlich gelassener: Noch ist ihnen schließlich nichts wirklich Beunruhigendes oder Übernatürliches widerfahren. Mitten in einem 16 Kilometer langen Tunnel kommt der Zug jedoch zum stehen und die vier Reisenden verlassen einer gemeinsamen Intuition folgend über das Abteilfenster das eiserne Gefährt. Immer wieder verlieren sich die vier in den Tunnelgewölben aus den Augen. Auch von dem Zug, den sie zurückließen, gibt es leider nur beunruhigende Nachrichten. Schließlich endet die Bahnfahrt für alle im Zug Gebliebenen mit einem furchtbaren Desaster. Der Schuldige für die Katastrophe ist bald ausgemacht. Immer wieder attackiert er die beiden Paare aus dem Dunkeln heraus. Die Nerven liegen blank.


WIDERLICHE ABENTEUER - [02]

Doktor Mabuse

Mit dem auf den ‘Tunnel’ folgenden Thriller ‘Doktor Mabuse’ fand Greenbaum dann annähernd wieder zu seiner vielversprechenden Form zurück. Wenn er auch kein zweiter Quentin Tarantino ist, weiß er seine Zuhörer doch ebenso durch äußerst skurrile Handlungskapriolen vor den Lautsprechern in seinen Bann zu ziehen. Diesmal erhält der Meister den Spannungsbogen bis ungefähr drei Minuten vor dem Finale und der Auflösung des Krimis souverän aufrecht, um dann allerdings mit einem Schnellschuss-Showdown vielleicht unbeabsichtigt aber trotzdem nicht weniger fahrlässig aufgebaute Hörererwartungen zu enttäuschen. Dennoch scheint das Chamäleon unter den deutschen Hörspielregisseuren und -produzenten aus den beiden Abenteuern mit genügend Selbstbewusstsein wieder hervorgegangen zu sein, um sein späteres Kultwerk ‘Widerliche Zeiten’ mit Geschick und Ausdauer über die kommenden drei Jahre hinweg unbeirrt von Selbstzweifeln in die Realität umzusetzen.
Der alternde Filmstar Wega Waso muss miterleben, wie ihr Regisseur von einem Irren ermordet wird. Sie flieht auf die nächste Polizeiwache. Aber ist man dort auch kompetent genug, einen ausgebufften psychopathischen Verbrecher aufzuspüren ? Die Bediensteten im Büro scheinen jeweils alle miteinander ihre eigenen Sorgen zu haben. Dann werden sie und Wega auf der Wache auch noch von Unbekannten eingeschlossen. Der Kontakt zur Außenwelt ist unterbrochen. Es geschieht ein weiterer Mord. Mit der Aufklärung des neuen Verbrechens kommt man nicht weiter. Jeder verdächtigt jeden. Die Atmosphäre ist von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Und wieder passiert etwas Schreckliches. Der Filmstar und die Auszubildende geraten durch die Entlarvung des Mörders in eine Notlage. Wie konnten sie ahnen, dass das Grauen auch vor einem Polizeirevier nicht Halt macht ? In der Küche eingesperrt scheinen ihre Chancen aussichtslos, Doktor Mabuse lebend entkommen zu können.


INTERVIEW MIT REGISSEUR ABE GREENBAUM (1)

Wie lebt es sich heute nach dem Ende der 'Zeiten' ?

Mit `Widerliche Zeiten´ schuf Abraham `Abe´ Greenbaum Mitte der Achziger Jahre die erste deutschsprachige Trash-Hörspielserie. Aus heutiger Sicht erscheint sie unter anderem wegen ihrer gnadenlos überzeichneten Darstellung von Religion besonders mutig. Ähnliches vermisst man seit jeher bei öffentlich-rechtlichen Produktionen. Wir erhielten Gelegenheit, den in Hamburg lebenden Abe Greenbaum Anfang dieses Jahres zu interviewen.

Seit der Scheidung von ihrer ersten Ehefrau und `Doris Newton´-Darstellerin Priscilla leben Sie mit Ihrer Partnerin Pamela Drinkwater und Ihrem Terrier zurückgezogen in einem Hamburger Elbvorort. Entschuldigen Sie bitte die indiskrete Frage, aber viele Hörspielfreunde wird es sicher sehr interessieren: Pflegen Sie heute noch Kontakt zu Priscilla Greenbaum ? Priscilla ist ihr Erfolg leider irgendwann zu Kopf gestiegen. Sie hatte ein paar kleinere Hitsingles und auch mit den Hörspielen kam ja einiges an Popularität. Eine Zeit lang war `Doris Newton´ bei norddeutschen Comedyfans sicher ähnlich populär wie Klein Erna, die sich ja ebenfalls nicht die Butter vom Brot nehmen ließ. Irgendwann färbten aber die exzentrischen Charaktereigenschaften der Rolle `Doris Newton´ auf Priscilla ab. Die Serie `Widerliche Zeiten´ lief schließlich ganze drei Jahre lang, da kann sich schon mal Berufliches mit Privatem vermischen. Priscilla benahm sich auf einmal auch zu Hause immer tyrannischer und legte völlig absurde Star-Allüren an den Tag, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Als sich dann auch noch ein gewisser religiöser Wahn bei ihr abzeichnete, warf ich sie kurzerhand aus meinem Haus. Aber ich möchte hier nicht schlecht über sie reden. Ich hoffe, es geht ihr gut. Wir haben uns seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr gesprochen. Sie lebt meines Wissens inzwischen in Kanada und schreibt erbauliche Bücher.
Ihre Trennung geschah ungefähr zu der Zeit als auch die `Widerliche Zeiten´-Saga nach 24 Folgen abruppt eingestellt wurde. Für viele Fans war das offene Ende der Serie enttäuschend. Gerade hatte sich Doris zur machtvollen Eroberin für ihre `Guru´-Religion gemausert, da war plötzlich Schluss mit lustig und in Hamburg fiel die letzte Klappe. Das Ende von `Widerliche Zeiten´ hatte nichts mit den handgreiflichen Attacken von Priscilla auf mich zu tun, auch wenn man das vielleicht vermuten könnte. Aber meine damalige Frau war schließlich nicht die einzige Unwägbarkeit am Set – ich war da schon lange nicht mehr empfindlich. Auch mit der ehemaligen Country-Sängerin und `Mathilde´-Darstellerin Miss Arry-Laine gab es im Laufe der Zeit Meinungsverschiedenheiten, die nicht selten mit einem blauen Auge endeten. So etwas läuft bei mir unter `Berufsrisiko´. Arry erging es nach Serienende leider weniger gut als Priscilla: Sie brachte volltrunken einen Barmann in South-Carolina um, der sich weigerte, ihr weiteren Whiskey auszuschenken. Hier erwiesen sich die `Widerlichen Zeiten´ als verhängnisvolle Blaupause für die Realität.


INTERVIEW MIT REGISSEUR ABE GREENBAUM (2)

Klatsch und Tratsch über die Produktion der 'Zeiten'

Während einer langlebigen Produktion wie den `Widerliche Zeiten´ entstehen natürlich auch immer viele Ungereimtheiten und Gerüchte, zu denen Abraham `Abe´ Greenbaum im Interview gerne Stellung bezog.

Es halten sich hartnäckige Gerüchte, einer der Hauptsprecher sei der Hamburg-Rissener Dirk Bielefeldt besser bekannt als norddeutscher Polizist `Herr Holm´ gewesen. Das ist ein schmeichelhaftes Gerücht. Aber ich nutze hier gerne die Gelegenheit, um es ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen: Herr Bielefeldt hat zu keinem Zeitpunkt an meiner Serie `Widerliche Zeiten´ mitgewirkt. Das kam alleine alterstechnisch schon nicht in Frage. Rechnen Sie doch mal dreiundzwanzig Jahre zurück – ich glaube, der Herr Bielefeld ist inzwischen schon an die fünfzig. Nein, die Sprecher der Serie waren damals neben Priscilla und Arry allesamt No-Names, die Sie danach vielleicht höchstens nochmal in einer Radiowerbung für schnellösliches Kaffeepulver gehört haben können.
Es soll auch finanzielle Probleme bei Ihrer Hörspielproduktion gegeben haben. Sie sind erstaunlich gut informiert. Ja, meine Geldsorgen gaben schließlich den Ausschlag für den letzten Vorhang. Das Besondere bei den `Zeiten´ war, dass ich jede Szene eigens vor Originalschauplätzen aufnehmen ließ, obwohl wir ja eigentlich nur eine Hörspielreihe produzierten. Das war natürlich alles nicht ganz billig. Aber die Schauspieler konnten sich auf diese Weise viel besser in ihre Rollen und die aktuelle Handlung hineinversetzen. Die öffentlich-rechtlichen Hörspielproduzenten haben ja bis heute nicht begriffen, wie wichtig das für die Arbeit an einem Stück sein kann. Von der Konkurrenz der kommerziellen Kassettenhersteller will ich in diesem Zusammenhang gar nicht erst anfangen. Bei denen wurde ja nahezu ausschließlich in sterilen Tonstudios aufgenommen. Wir hatten für die `Zeiten´ im schottischen Hochmoor ein altes Kastell angemietet, drehten die Wüstenszenen in der Kiesgrube von Hamburg-Rissen und die religiösen Abschnitte der letzten Folgen in der Nähe eines ausgedienten Buddhistentempels in Nepal. Die Raumschiffmodelle ließen wir von einem Schweizer Künstler aus Pappmaché anfertigen. Für die Sound-Spezialeffekte setzte ich das damals sehr moderne Sinclair ZX Spectrum ein und später auch den Schneider CPC. Die Aufnahmeumstände strapazierten die Crew zwar oft sehr, aber ich finde, dafür hört sich das Ergebnis auch besonders realistisch an. Das war mir der Mühen und die Ausgaben wert und nicht zuletzt deshalb erfreuen sich `die Widerlinge´ ja auch immer noch großer Beliebtheit bei Hörspielfreunden.


INTERVIEW MIT REGISSEUR ABE GREENBAUM (3)

Veränderte Gewohnheiten der Hörer

Ein wichtiger Streitpunkt zwischen Hörspielmachern und Hörspielhörern ist immer wieder die Art und das Ausmaß der musikalischen Untermalung der Stücke. Auch für `Abe´ Greenbaum war und ist dies kein ganz einfaches Thema.

Die Serie ist seit einiger Zeit als Videocast im Internet zu hören. Wir haben das ganze alte Material sehr aufwendig und gewissenhaft in einem neuen Schnitt für die Konsumenten der heutigen Zeit überarbeitet. Mit dem Ergebnis - immerhin über 6 über 10 Folgen verteilte Stunden bin ich sehr zufrieden. Die Straffung machte das Gesamtwerk besonders handlungsintensiv, wobei ich beim Hinzumischen neuerer Musikpassagen zunächst eher skeptisch war. Das musikalische Beiwerk neuerer Hörspielproduktionen sprengt meiner Meinung nach meist den Rahmen des Erträglichen. Die Emotionen bei den Hörern müssen aus den Dialogen der Schauspieler entstehen. Es ist ein Armutsszeugnis für Regie und Drehbuch, wenn diese Reaktionen bei den Hörern mit Hilfe von kitschigen oder dramatischen Tonkonserven künstlich erzeugt werden müssen. Aus diesem Grund bin ich übrigens nie zum Fernsehen gegangen – dort gehört das künstliche Aufpäppeln dürftiger Handlungen durch Musik ja leider ebenfalls zum Alltag.
Gerade in der letzten vierten Staffel der `Widerlichen Zeiten´ hört man aber ebenfalls viel Pop- und Discomusik im Hintergrund. Ich liebte in jener Zeit Italo-Disco und habe sie daher ständig auch beim Aufnahmeset gehört. Max-Him, FunFun oder Giorgio Moroder waren damals bei mir schwer angesagt und ich hatte deshalb meistens den Kassettenrekorder mit diesen Tracks laufen. Daher habe ich das gar nicht gemerkt als die Musik bei einigen Szenen versehentlich mit aufgezeichnet wurde. Und die Schauspieler hatten offenbar zu viel Respekt vor mir als Regisseur und Produzent, um mich auf diesen Fehler hinzuweisen. Oder sie standen einfach ebenso wie auf Italopop und dachten, ‚das soll wohl so‘. Ich bleibe jedoch bei meiner Aussage: Zur emotionalen Untermalung der Handlung habe ich niemals Musik eingesetzt. Höchstens mal einen kleinen Streichereinsatz, wenn im Hörspiel jemand gestorben war. Das kam aber zum Glück nicht häufig vor, immerhin war die Serie ja für jugendliche Hörer konzipiert. Und deshalb freue ich mich auch, wenn jetzt über das moderne Medium `Internet´ junge Leute diesen alten Nonsens wieder hören können.
Wir freuen uns mit Ihnen und bedanken uns für das Gespräch, Herr Greenbaum.