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Die wichtigste Datenbank Deutschlands

HörDat aus Berlin

Herbert Piechot, Jahrgang 1963, betreibt seit fünf Jahren von Berlin-Moabit aus eine zur Zeit über 30000 Titel umfassende Hörspieldatenbank als privates, frei zugängliches (also quasi gemeinnütziges) Web-Projekt mit zur Zeit durchschnittlich 2300 Abfragen pro Tag. Er arbeitet kontinuierlich an der Erfassung von Produktionsinformationen deutschsprachiger Hörspiele der Gegenwart und der retrospektiven Vervollständigung der Datenbank. Dabei wird er von vielen Nutzern unterstützt.
In ihrem Umfang steht seine Datensammlung bisher ohne Konkurrenz da, da die Grundlagen der Datenbank bereits in den Achtziger Jahren gelegt wurden und Piechot sich keine institutionellen, thematischen oder geographischen Grenzen auferlegt.

HÖRSPIELer:
Wie kam Ihnen die Idee für eine Hörspieldatenbank ?


Herbert Piechot:
Ausgangspunkt war die eigene Sammlung ab 1982 von Hörspielen auf Cassetten und der dazugehörige Karteikasten, also die Lust zu sammeln, zu archivieren und Dokumentation zu betreiben (Von Dokumentation wußte ich damals allerdings noch nichts).
Die Sammlung wurde später deurch eine Sammlung der Hörspielbroschüren aller Öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Sender (obwohl ich die meisten gar nicht empfangen konnte) ergänzt, die damals noch kostenlos abonniert werden konnten.

Herbert Piechot von Hoer-Dat Etwa 1989 freundete ich mit dem Computer an, da ich zwar viele Hörspiele und auch Informationen über sie verfügbar hatte, der Zugriff aber immer schwieriger wurde. Die Datenbanksoftware dBase III half mir dabei, die Übersicht zu behalten. Seit dieser Zeit habe ich die Datenbank kontinuierlich erweitert.
Während des Studiums der Dokumentation (heute Informationswissenschaft) an der FH Potsdam lernte ich das Web und seine Möglichkeiten kennen und erkannte, dass ich damit meine Arbeit auch anderen zugänglich machen konnte bzw. mußte, da ich es unsozial und mit dem neuen Berufsethos unvereinbar fand, als einziger Zugang zu einer solch großen Datensammlung zu haben.
Eine weitere Motivation war die Unzufriedenheit mit den Webseiten der Sender. Es gab und gibt kein "Hörspielportal", über das sich Hörer sender- (und länder-!) übergreifend informieren können. Zudem sind Informationen teilweise nur für kurze Zeit verfügbar (siehe auch Kommentar von Gisselbrecht unten) .
Seit Hördat im WWW zugänglich ist, hat sich die Datenbank stark erweitert, da ich praktisch von Anfang an auch Informationen von anderen Hörspielfans bekommen habe.
Somit ist Hördat die einzige Hörspieldatenbank, die sich nicht um Länder- oder Institutionsgrenzen schert, die retrospektive Recherchen wie die nach aktuellen Informationen ermöglicht. Wobei man sagen muss, dass ARD und ORF natürlich über bessere Möglichkeiten verfügen, allerdings jeweils nur für ARD bzw. ORF.
Genutzt wird die Datenbank nicht nur von Hörspielhörern und -fans, sondern auch von Experten - sie wird z.B. für die Vorbereitung von Diplomarbeiten und in den Hörspielabteilungen zur Planung des Programms
eingesetzt.

HÖRSPIELer:
Ihre Seite ist privat. Wie viel Freizeit investieren Sie?


Herbert Piechot:
Schwer zu sagen. Zum Halbjahresende geht sehr viel -, zum Vierteljahresende viel -, zum Monatsende einiges an Zeit für Aktualisierungen drauf  - je nachdem, für welchen Zeitraum Programminfos veröffentlicht werden. Dabei entstehen viele unvollständige Datensätze. Oft wird die Sprecherbesetzung nicht veröffentlicht, die Laufzeit eines Hörspiels ist lange vor der Sendung nicht bekannt etc.

Herbert Piechot von Hoer-Dat Solche ergänzenden Infos kommen täglich in Form von "Datenspenden" per E-Mail - z.B. von Hörern, die die Besetzungsliste aus der Abmoderation eines Hörspiels abschreiben. Die Datenspender werden hier abgegeben.
genannt. Zur Zeit warten 61 Datenspenden der vergangenen drei Wochen auf ihre Bearbeitung. Die Zahl der sonstigen Mails ist geringer, die Beantwortung kostet aber auch so viel Zeit, dass viele Antworten leider einfach unter den Tisch fallen.
Größere technische Änderungen an HörDat.de habe ich in den letzten Jahren eigentlich nur zu Weihnachten oder Ostern durchgeführt - mit jeder Änderung stieg auch der Zeitaufwand, z.B. Sendetermine seit Weihnachten 2001.

Mein Fazit: Hördat ist sehr zeitaufwendig. Ein Freund wollte mal wissen, wie hoch ich den materiellen Wert der Datenbank einschätze: wenn ich nicht an der Datenbank gearbeitet und statt dessen Geld verdient hätte, würde ich wohl jetzt im eigenen Häuschen wohnen...

HÖRSPIELer:
Welche Pläne haben Sie noch? Soll die Seite weiter ausgebaut werden?


Herbert Piechot:
Am Anfang wußte ich nicht, dass über Hördat Sendetermine abrufbar werden würden. Auch wußte ich damals noch nichts über Wikis und dass ich je eins einsetzen würde.
Die Site wird sicher weiter ausgebaut werden - aber wie und wann, hängt davon ab, wann mir die Idee zu einem neuen Feature kommt, welche Wünsche Nutzer äußern, und welche technischen Neuerungen es in der Zukunft gibt.

HÖRSPIELer:
Wie sind die Reaktionen auf Ihre Website? (Ich habe im Internet  z.B. den Hinweis gefunden: Wenn es bei HörDat nicht steht, steht es nirgends.)


Herbert Piechot:

Fast alle Reaktionen sind positiv, oder besser andersrum formuliert:
die negativen Reaktionen lassen sich an einer Hand abzählen. Eine andere Kategorie sind die Du-hast-was-vergessen-Mails, die fast sicher immer dann kommen, wenn, aus welchen Gründen auch immer, ein Sendetermin fehlt.

HÖRSPIELer:
Herr Piechot, vielen Dank für das Gespräch.




KOMMENTARE ZU HörDat:

Eine der ersten Reaktionen stammt von Jürgen Gisselbrecht :
"Und wieder einmal macht hier ein Enthusiast des Hoerspiels -wie ich- die Arbeit der ARD -unentgeltlich. Schade, das die ARD-Anstalten so unglaublich desinteressiert sind -und nicht selbst eine Datenbank ins Netz stellen. Ich ziehe den Hut vor dem Aufwand, den Sie sich damit gemacht haben." (16.10.2000)


[...] An Informationsfülle werden diese Seiten jedoch von einem Angebot
überboten, das selbst altgediente Experten erstaunen kann. Hinter einer
höchst unscheinbaren Seite www.HörDat.de ), die im Grunde nur aus einer Suchmaske besteht, hat Herbert Piechot, langjähriger Hörspielfreund und angehender Diplomdokumentar, seine Interessen gebündelt und im Oktober 2000 eine Hörspieldatenbank ins Internet gestellt, die 20000 Datensätze zu deutschen und fremdsprachigen Hörspielen beherbergt, davon 6000 mit kurzer Inhaltsangabe.


Nimmt man die Hörspieldatenbank des österreichischen Rundfunks hinzu,
hat man zwei Werkzeuge zur Hand, die wissenschaftlichen Ansprüchen standhalten und für Sammler eine wichtige Lücke schließen, die bisher nur das Deutsche Rundfunkarchiv mit seinen Buchpublikationen zu schmälern vermochte. [...] (Markus Collalti: Das Hörspiel im Heuhaufen, FAZ 17.5.2001)


durch einen glücklichen zufall bin ich auf ihre seite gestoßen und freue mich, meine hörspiele einmal übersichtlich dokumentiert zu sehen. der erste titel jedoch lässt mich einigermaßen ratlos zurück, da ich, hier als autor genannt, das (hör-)stück, geschweige denn den inhalt, gar nicht kenne.
(Christoph Schlingensief, 20.03.2003]


Und noch einen Wunsch habe ich: Da wir hier häufig nach den aktuellsten
Produktionen suchen, in denen ein/e Schauspieler/In mitgewirkt hat, wäre eine Umkehrung der Sortierung sehr hilfreich.Viel Grüße aus Köln
(Mitarbeiter des WDR, 23.04.2004)



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