Früher wurden Grusel-Hörspiele von Autoren erdacht, von Schauspielern mit Leben gefüllt und von
Regisseuren in Szene gesetzt, die sich sowohl privat als auch beruflich mit Kultur beschäftigt haben und aus
finanziellen Gründen - teils mit Galgenhumor, teils mit der Einstellung `machen wir einfach das Beste daraus´-
an besagten Produktionen mitwirkten. Heute werden diese Genre-Hörspiele von Zeitgenossen realisiert,
die privat ebenfalls 'Horror' konsumieren (aktuell bei der grauenhaften Gruselserien-Fortsetzung zu beobachten).
Das macht leider den hörbaren Unterschied aus.
Diese Seite versteht sich daher als Reminiszenz an Könner wie
Jürgen Grasmück (alias 'Dan Shocker'), Horst Frank, Judy Winter,
Gottfried Keller, Douglas Welbat, Hans Clarin, Marianne Kehlau, Günther Pfitzmann, Hans Paetsch, Brigitte Kollecker und viele andere.
Heikedine Körtings Mitwirken beim EUROPA-Label haben nicht nur zahlreiche Kinder- und Jugendhörspiele ihre Bestform zu verdanken, sondern auch diverse Vertonungen 'für Erwachsene', bei denen Schauspiel- und Theatergrößen wie Horst Frank, Judy Winter, Helmut Zierl und viele andere mitwirkten. Sicher nicht zuletzt, da sie dank Frau Körting ein solides Maß an Seriosität auch bei etwas heikleren Hörspielstoffen zu garantiert vermochten. Auch Selbstironie und stellenweise Persiflage/Satire kommen glücklicherweise vor... [SPOILER-WARNUNG]
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REZENSION MACABROS 1 und 2
Im Bathyscaph auf QuallenjagdDer Serienstart wartet gleich mit der vermutlich härtesten Folge der Reihe auf. Auf der kleinen irischen Insel geht es drastisch und wenig vornehm zur Sache. Musikauswahl und Hintergrundgeräusche lassen eine erschreckend düstere Atmosphäre entstehen. Die Phantasie wird auf jeden Fall enorm angeregt, da können selbst die längeren Monologe des Protagonisten (verschmilzt mit seiner Rolle: Darsteller und Drehbuchautor Douglas Welbat) dessen Unterwasser-Odyssee nichts von ihrer fesselnden Spannung nehmen.
In der zweiten Macabros-Folge 'Attacke der Untoten' geht es um Howard Rox, über den unheimliche Dinge erzählt werden. Es gibt Menschen, die behaupten, er könne sich in einen Werwolf verwandeln. Andere wiederum behaupten, er sei ein Vampir - niemand weiß Genaues, doch fest steht: Etwas stimmt nicht mit diesem unheimlichen Mann. Als von den nahegelegenen Farmen immer mehr Frauen und Mädchen auf mysteriöse Weise verschwinden, schaltet sich Björn Hellmark ein. Da aber hat Rox bereits eine Armee von Untoten geschaffen. Die Story ist immer noch packender als manch anderer Gruselroman, jedoch im Vergleich mit dem Niveau der übrigen Vertonungen hinterherhinkend. So prädestiniert dieser Schauspieler für die Rolle des psychopathischen Bösewichts seit nunmehr drei Jahrzehnten zweifellos ist - Horst Frank als Dirk Toesfeld in Folge 3 der Serie hätte doch vielleicht genügt. |
REZENSION MACABROS 3 und 4
Das Quaken zur Nachtzeit
Hier müsste eigentlich das Herz eines jeden Gegners von Tierversuchen höher schlagen: Den Spieß einmal umkehrend wird tatsächlich ein Wissenschaftler von einem Riesenfrosch viviseziert. Folgen wie diese helfen dem Zuhörer, Dan Shockers Namensgebung für seine Serie besser nachzuvollziehen. Ideal besetzt: Horst Frank als unheimlicher Wächter der Dämonenmaske. Durch die Zeitschrift "Amazing Tales" erfährt Björn Hellmark in der dritten Macabros-Folge 'Der Horror-Trip' von einem Mann, der nach dreijähriger Abwesenheit wieder in London aufgetaucht ist, ohne sagen zu können, wo er die ganze Zeit über gewesen war. Dieser gewisse Edgar Laughton ist auch in der realen Welt ständigen Angriffen aus der vierten Dimension ausgesetzt. Während Hellmark ihn verteidigt und hinter das Geheimnis der vierten Dimension kommen will, trifft er auf eine geheimnisvolle Frau, die vor dreißig Jahren schon in ihrem Haus lebte, dann unauffindbar verschwand, heute wieder dort lebt und um keinen Tag gealtert ist. Eine fast sympathische Schreckensgöttin, die eines ihrer unwilligen Opfer eigentlich lieber bemuttern möchte, statt es zu eliminieren, beweist einmal mehr, dass Dan Shocker es seinerzeit vorzüglich verstand, auch die dunklen Charaktere seiner Gruselreihe differenziert und nicht nach dem bekannten Schwarz-Weiß-Muster, das in diesem Genre leider viel zu oft Konjunktur hat, darzustellen. Dies hebt ihn klar von weniger rühmlichen Vertretern seiner Zunft ab. Frösche spielen übrigens auch in H. Lührs Hörspiel 'Gut gebrüllt, Leo!' (Ausschnitt) eine ganz spezielle Rolle. |
REZENSION MACABROS 5 und 6
Falscher Mann, richtiger ThronKrimi, Mystik und Verfolgungsjagd geben sich hier ein munteres Stelldichein. Ein Dämonenfürst, der fast an seinem unterbelichteten Helfer verzweifelt, würde wahrscheinlich beinahe das Mitgefühl der Hörer wecken, wenn diese nicht gerade voll damit ausgelastet wären, der detail- und an Untertönen reichen, rasanten Handlung zu folgen.
In der sechsten Macabros-Folge 'Der Blutregen' geht es um das Schicksal von Camilla Davies, die ein bekanntes und talentiertes 'Medium' ist, also mit dem Reich der Toten Kontakt aufnehmen kann. Ein Wissenschaftler-Team, das an der Erforschung parapsychologischer Phänomene arbeitet, will ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten testen. An einem geheimgehaltenen Ort findet eine Seance statt. Aber etwas Merkwürdiges geschieht, das auch Camilla nicht gewollt hat: Sie verschwindet aus dem abgeschlossenen Raum, lässt dafür jede Menge Ektoplasma zurück und taucht an einem vollkommen anderen bedrohlichen Ort wieder auf. Wer hätte das gedacht: Helmut Zierl, im TV durchweg als sympathischer Schwiegersohntyp besetzter Heile-Welt-Mime, gibt hier sein absolut überzeugendes Debüt als zynisch-süffisanter Dämonenfürst und befördert diese Folge damit zum absoluten Highlight der Serie. Die drastisch geschilderten Probleme eines nach einer außer Kontrolle geratenen Séance auf die andere Seite des Erdballs verschlagenen Mediums tragen ebenfalls zur ausgesprochen abwechslungsreichen Unterhaltung der gebannten Hörer bei. |
REZENSION MACABROS 7 und 8
Rotweinflecken gehen nicht mehr raus In der siebten Macabros-Folge 'Duell mit den Höllengeistern' wird Pierre Barlon von finsteren Mächten erpresst: Sollte es ihm nicht gelingen, Björn Hellmark ins Jenseits zu befördern, so würden seine Frau und seine Tochter dafür bezahlen müssen. So macht sich Pierre Barlon also schweren Herzens auf dem Weg in die Schweiz, um Hellmark heimtückisch zu beseitigen. Was er nicht weiß: Frau und Tochter stehen selber mit den Mächten der Finsternis in Kontakt und greifen später in das Geschehen ein als sich abzeichnet, dass Pierre seinen Auftrag nicht erfüllen kann. Noch dazu taucht eine zweite Carminia Brado in Hellmarks Villa auf. Welcher ist zu trauen ? Diese Folge besticht durch ihr geschickt inszeniertes Verwirrspiel um die Intrigen der Gegenspieler Björn Hellmarks. Für die weibliche Kontrahentin der Hauptfigur hätte man keine bessere Schauspielerin verpflichten können als Judy Winter, der ihre Doppelrolle als treusorgende Ehefrau und Dämonin hörbar Spaß bereitet. Hans Leibold war schon immer ein reichlich schräger Vogel, dem normale Leute aus dem Weg gingen. Seinem neuesten okkulten Hobby geht er regelmäßig auf Friedhöfen nach. Ein gewisser Joseph Brunner, ein vor seinem Hinscheiden äußerst übler Zeitgenosse, stellt Leibold in der achten Macabros-Folge 'Im Leichenlabyrinth' unendliche Macht in Aussicht, wenn er für ihn und seine Totenarmee zum Mörder wird. Da trifft es sich äußerst ungünstig, dass eine quirlige Familie in der Nähe des Friedhofs versucht, wieder Frieden miteinander zu schließen. Die sehr makaberen Geschehnisse um eine Armee von Untoten werden den Zuhörern durch die geschickte Einbeziehung einer zerstrittenen Familie versüßt. Hier hätte sich der Handlungsfaden leicht ins Geschmacklose verirren können, aber Grasmück hält knapp die Balance zwischen Tabubruch und einigermaßen seriöser Erwachsenen-Unterhaltung. Auch die Gestaltung des ersten vermeintlichen erotischen Abenteuers der Hauptfigur geriet den Hörspielmachern unverkrampft. |
REZENSION MACABROS 9 und 10
Der Killer mit dem schwachen HerzenEine ein doppeltes Spiel verfolgende Krankenschwester, eine selbstbewusste Hausfrau, durchaus kritisch anklingende Schilderungen zweifelhafter Geheimdienstpraktiken sowie ein vermeintlicher Scheuerlappen sind die rechten Zutaten für einen Gruselkrimi par excellence.
Jahrelang war James Owen nicht mehr zu Hause, sondern hat als Seefahrer und Abenteurer die halbe Welt bereist. Dann kehrt er in der zehnten und letzten Macabros-Folge 'Die Knochensaat' zurück nach England. Er ist reichlich mitgenommen - es hat ihn erwischt ... Seine Frau erkennt ihn kaum wieder, denn er ist ziemlich vom Fleisch gefallen. Er hat sich auf der Suche nach einem unendlichen Goldschatz mit der gefährlichen Knochen-Saat infiziert und breitet sie jetzt in England aus. Hellmark versucht, dies zu verhindern und reist daher nach Mexiko, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das Südamerika-Abenteuer machte den Abschied von den Hörspielvertonungen der Serie besonders schwer, wurde doch hier mit 'Pepe' erstmals eine weitere tragende Figur der Serie neben Hellmark, Brado, Mahay und Mertus gelungen in Szene gesetzt. Aber dieses Phänomen kennt man ja spätestens seit der Glanzbesetzung von Gucky in der letzten Folge der Perry Rhodan-Vertonung von 1984 . |
MACABROS-FUNDSTÜCKE I
Harry Brents Ufo-HysterieIn Macabros Nr. 50 `Rha-Ta-N`mys Leichenschlucht´ kommen Björn Hellmark und Larry Brent tatsächlich zusammen. In der Folge gerät eine große Filmgesellschaft ins Trudeln, bei der während der Dreharbeiten Filmszenen Realität werden: Straßen brechen auf, Häuser stehen in Flammen, Flugzeuge explodieren, Flutwellen ergießen sich über das Land. Hätte EUROPA doch die Macabros- Hörspielproduktion bis Folge 50 durchgehalten! Ihre sämtlichen archivierten Hintergrundgeräusche hätten sie hier zum Einsatz kommen lassen können. Ein weiteres Stelldichein ergab sich 1984 zwischen den Schauspielern Rainer Schmitt und Douglas Welbat: In der öffentlich-rechtlichen Hörspielproduktion `Kampf um Kreuzberg´ von Peter Gollan stehen sich Schmitt (alias Larry Brent) und Welbat (alias Björn Hellmark) als `Superbulle´ (Schmitt) und Hausbesetzer (Welbat) gegenüber. Diese Produktion bescherte ihren Zuhörern seinerzeit, fast genauso wie die Shocker-Produkte, ein harmonisches Ende. Auf dem Höhepunkt einer der ersten UFO-Hysterie-Wellen forderte Dan Shocker tatsächlich seine Leser auf, nach unbekannten Flugobjekten Ausschau zu halten (vornehmlich auf Gran Canaria) und diese möglichst auch zu fotografieren, was ihm selber leider nie gelungen sei. Wahrscheinlich ließ sich Shocker von dem damals ebenso populären als auch umstrittenen Erich von Däniken zu diesem geistigen Tiefschlag inspirieren. Kann sich ein Leser dieses Artikels durch diesen Hinweis bereichert nun vielleicht nachträglich daran erinnern, im Sommerurlaub Anno `74 auf oben genannter Insel einen aufgeregten Mittdreißiger mit bemerkenswert beissfesten Zähnen mit der Fotokamera den Himmel absuchend gesehen zu haben ? Wenn ja - jetzt weiß man endlich, was dahintersteckte. |
MACABROS-FUNDSTÜCKE II
Vom Stolz auf gute Beißinstrumente
Ein durchgeknallter Dan Shocker-Fan dichtete 1974 folgende Zeilen auf Hellmarks treuen Weggefährten vom indischen Subkontinenten: `Da ist noch der Rani / der`Koloss aus Bhutan´ / Im Stich lässt er Björn nie, / ihm hätt´s sonst leid getan´ - nun ja ... Auch andere bemühten sich, den Grusel-Hype auch außerhalb der Romanhefte weiterzuentwickeln: In einer Discothek in der Nähe von Hannover lief ungefähr im Jahr 1984 eine Show mit dem Titel `Orungu, Fratze aus dem Dschungel´, den Shocker-Fans als Titel eines Larry Brent-Romans lebhaft in Erinnerung. Ob die Veranstaltung ein kommerzieller oder wenigstens ästhetischer Erfolg wurde, ist leider nicht überliefert. Für die Bennenung einiger seiner Figuren hat sich Grasmück dem Vernehmen nach auch von den Namen seiner Freunde und Bekannten inspirieren lassen. Es folgen sieben von nahezu unüberschaubar vielen möglichen Beweisen für Jürgen Grasmücks wortschöpferische Qualitäten: Die Namen der schwarzen Priester Xantilons (in hierarchischer Reihenfolge): Quappa Orgep, Manko Tarlep, Yron, Apron Kaa, Vartan Konk, Ontar Muoll und Dwahl. Man fragt sich im Stillen: Was hatte der Mann denn bloß für seltsame Freunde ? |
REZENSION LARRY BRENT 1 und 2
Schutzlose Vampire und ein irrer Professor
Eine makabere aber leider trotzdem gar nicht so unrealistische Handlung um ein tödliches Kampfgas. Südsee-Idylle und Agenten-Action werden im Hörspiel gleichermaßen von kitschiger (vermeintlicher) Karibik-Folklore untermalt. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass Horst Frank (er spielt in insgesamt zwei Brent-Folgen den Bösewicht) als Professor Torrence wieder einmal glänzend besetzt ist. Auch Marianne Kehlau als wohlbeleibte Kreuzfahrtteilnehmerin auf Freierssuche macht das Stück zusätzlich hörenswert. Der Marotsch jagt Vampire in Wien. Er benötigt fünfzig echte Vampirherzen. Um sein Ziel zu erreichen, sorgt er in der zweiten Larry-Brent-Folge 'Marotsch, der Vampir-Killer' sogar dafür, dass weitere Menschen zu Blutsaugern werden. Doch einige seiner Opfer beginnen sich gegen ihn zu wehren. Larry Brent und Iwan Kunaritschews versuchen ihnen dabei zu helfen, aber oft sieht es so aus, als kämen sie zu spät. Eine recht blutrünstige und an einigen Stellen übertrieben harte Geschichte, die jedoch durch drastische Spannungselemente sowie einige Abschnitte, in denen es rührend `menschelt´, ergänzt wird und somit letztendlich doch abwechslungsreich unterhält. Die Protagonisten werden gut beschrieben und wirken weder stereotyp noch eindimensional. Gottfried Kramer als der Marotsch klingt gefährlicher als man es von ihm erwarten durfte. Ihm haben Europas Dan-Shocker-Vertonungen nicht viel weniger zu verdanken als dem einmaligen Horst Frank. |
REZENSION LARRY BRENT 3 und 4
Frische Klone und ein muffiges Schloss
Das Hörspiel liefert einige wirklich gruselige Momente und darüber hinaus knallharte Agenten-Action á la 'James Bond'. Entgegen dem ersten Anschein walten im Schloss keine unerklärlichen oder gar übernatürlichen Kräfte, was einmal eine willkommene Abwechslung vom sonstigen Monster-Kreaturen-Mutationen-Motto der Serie ist. Ein chinesischer Forscher beschäftigt sich in der vierten Larry-Brent-Folge 'Die Monster-Maschine' mit genetischen Experimenten, mit deren Hilfe er aus unfreiwilligen Probanten gefährliche Ungetüme klont. Seine Geschöpfe vergreifen sich zunehmend an Unbeteiligten. Um dem Treiben des irren Forschers ein Ende zu bereiten, tarnt sich Larry Brent zunächst selber als Leiche. Wenn man den Zeitpunkt des Erscheinens dieses Romans Anfang der 70er Jahre bedenkt, muss man zugeben, dass Shocker in dieser Story mit der Gentechnik recht frühzeitig ein heißes Eisen anpackt. Dies gelingt ihm jedoch nicht wirklich. Die genetische Gänsehaut bleibt oberflächlich und auf vordergründige Gruseleffekte beschränkt. Leider gleitet das Hörspiel an einigen Stellen beinahe ins Sadistische ab. Etwas weniger Realismus bei der Darstellung der vor Schreck ihre Stimme verloren habenden Chinesin wäre dem Stück sicher nicht abträglich gewesen. Bemerkenswert immerhin der relativ lange Monolog eines Chinesen im O-Ton: Hier hat man bei EUROPA wirklich mit Liebe zum Detail gearbeitet. |
REZENSION LARRY BRENT 5 und 6
Weder Düsseldorf noch Essen
Die Tragik eines aus Leichtsinn ausgelösten Schreckenskarussells wird hier ergänzt durch die spannenden und streckenweise recht humorvoll inszenierten Bemühungen Larry Brents, einer unübersichtlichen und bedrohlichen Situation Herr zu werden. Die Story bedient sich in gekonnter gegenseitiger Ergänzung sowohl des Agenten- als auch des Gruselroman-Genres. Mit ihr setzte Jürgen Grasmück alias Dan Shocker der Stadt Düsseldorf, zu der er anscheinend ein besonders inniges Verhältnis hat, ein Denkmal (bleibt zu hoffen, dass man dies dort zu schätzen weiß ...).
Der vor zwanzig Jahren in London hingerichtete Mörder Derry Cromfield taucht in der sechsten Larry-Brent-Folge 'Im Kabinett des Grauens' plötzlich in einem Flugzeug nach New York auf und tötet den Piloten, der ein Neffe seines Henkers war. Danach schwört er auch der restlichen Verwandtschaft des Vollstreckers blutige Rache. An der Wiederbelebung der Schreckensfigur ist dessen Bruder, der in London ein gutgehendes Wachsfigurenkabinett besitzt, offenbar nicht ganz unbeteiligt. Die turbulente Anfangsszene in der gerade erst aus Essen gestarteten Boeing 707 gehört zu den amüsantesten der Serie. Schrecken und teilweise ironischer Humor liegen auch in dieser Folge wieder einmal eng beieinander. Die Geschehnisse um ein mysteriöses Wachsfigurenkabinett, ein Film-Starlett, zwei Kleinkriminelle und die Nöte einer Henkersfamilie entlassen den Hörer nicht für eine Minute aus ihrem Bann. Das Ganze wird schließlich noch durch die Besetzung des bewährten Horst Frank als wahnsinnig-genialem und unfreiwillig komischem Wissenschaftler abgerundet. |
REZENSION LARRY BRENT 7 und 8
Vegetarische Girls und fleischfressende Raupen
Sehr spannende Geschichte, die genüsslich mit altbewährten Genre-Klischees spielt: Von unterbelichteten aber gutmütigen Totengräbern, einem schusseligen Professor (quiekt munter durch die Gegend: Joachim Wolff, der sich bereits als Professor Bienlein in Tim & Struppi akademische Sprechersporen verdient hat) bis zu einem offenherzigen, naiven und natürlich attraktiven Hippie-Mädchen reicht diesmal die Palette der von Shocker geschickt inszenierten Charaktere.
Der junge und recht attraktive Lord von Blackwood-Castle geht in der achten Larry-Brent-Folge 'Das Grauen von Blackwood-Castle' einem unappetitlichen Hobby nach: Er züchtet unzählige große und zum Teil sogar fleischfressende Raupen in den unterirdischen Gewölben seines Schlosses. Erbschleicher haben es zudem auf sein Vermögen abgesehen und fühlen sich daher gestört als sich eine junge Frau für den kauzigen Lord interessiert. Da kommen ihnen die aggressiven Geschöpfe des jungen Mannes gerade recht... Gekonnt wird bis zum Schluss des Hörspiels die Spannung aufrecht erhalten, was es denn mit dem leicht gestörten Lord eigentlich auf sich hat. Helmut Zierl setzt den widersprüchlichen Charakter glaubwürdig in Szene. An dieser Stelle sei jedoch auch einmal erwähnt, dass der inflationäre Einsatz des `Mr. EUROPA´ alias F.J. Steffens als Dauer-Bösewicht in den beiden Shocker-Serien ein wenig penetrant wirkt. |
REZENSION LARRY BRENT 9 und 10
Rache ist nicht immer süßEine grausame und abartige Handlung, bei der Jürgen Grasmück sein Talent für das rechte Maß bei Horrorgeschichten bedauerlicherweise abhanden gekommen ist. Auch Drehbuchschreiber Douglas Welbat und sein Schreiber-Team konnten ihrer Verantwortung, die sie gegenüber den de-facto überwiegend jugendlichen Konsumenten der Serie trugen, nach Meinung der HÖRSPIELer leider nicht gerecht werden. Die Folge war 1986, dass diese Hörspielepisode indiziert wurde und EUROPA danach alle Grusel- bzw. Horrorserien einstellte. Der Umstand, dass im Jahr 2024, 38 Jahre später, Jugendliche durch die massenmediale Verflachung und Verrohung, die aus der Privatisierungswelle des Fernsehens seit den späten 80ern resultiert, ohne viel Aufwand wesentlich bedenklichere Inhalte konsumieren können, ist hier nicht wirklich tröstlich.
In Spanien entführt ein uraltes und mysteriöses Gefährt Menschen auf eine Burg, auf der sie vorzeitig altern und einem jahrhundertealten Tyrannen ihre Lebenskraft abtreten müssen. Doch der unsterbliche Herrscher will in der zehnten Larry-Brent-Folge 'Die Jenseitskutsche von Diablos' mehr: Er zwingt den amerikanischen Urenkel seines Henkers aus längst vergangenen Zeiten nach Spanien zu kommen, um sich dort stellvertretend an dem Jugendlichen rächen zu können. Typisch für Dan Shocker, dass er in die turbulente Handlung noch leger die Rolle eines Behinderten einbaut. Obwohl diese Figur als weder eindeutig gut noch eindeutig böse eingestuft werden kann, wäre diese Vorgehensweise Grasmücks Anno 2024 (also etwa 50 Jahre nach Erscheinen der Romane) wegen gewisser vermeintlicher Moralapostel dieser Tage wohl nicht mehr möglich. |
REZENSION LARRY BRENT 11, 12 und 13
Geister, Gangster und Atome
Eine temporeiche, spannende Geschichte, die weitgehend ohne die Darstellung von Gewalt auskommt. Im Hörspiel wird der Countdown, gegen den Larry Brent ankämpfen muss, weniger glaubwürdig als vielmehr äußerst unbarmherzig geschildert. Das softeste Hörspiel nach Dan Shocker. Um einen Kumpanen aus dem Gefängnis freizupressen, wollen einige Ganoven in der zwölften Larry-Brent-Folge 'Atomgespenster' die Öffentlichkeit mit der Wiederinbetriebnahme des Unglücksreaktors im amerikanischen Mealburg erpressen. Sie ahnen hierbei nicht, dass sich ihre Pläne mit denen eines zwielichtigen Arztes und einiger verstrahlter kindlicher Mutanten kreuzen. Im Hörspiel erweisen sich die vermeintlichen Strahlenopfer bzw. -monster als einigen ihrer gesunden Mitbürger moralisch überlegen. Der Chuzpe dieser spannenden Geschichte, die eine düstere Atmosphäre entwickelt, liegt in der vollkommenen Selbstverständlichkeit, mit der Grasmück die Atomkraft der Siebziger Jahre als große Gefahr darstellt. Dies bedarf für ihn offenbar überhaupt keiner Erklärung.
Larry Brents Freund Iwan Kunaritschew wird in eine mafiöse New Yorker Untergrundorganisation eingeschleust, deren Mitglieder Totenschädelmasken tragen. Die PSA vermutet in der dreizehnten Larry-Brent-Folge 'Der Dämon mit den Totenaugen', dass der Chef dieser Organisation über übernatürliche Kräfte verfügt. Schnell gerät auch Larry Brent in seine Gewalt. Neben der nervenaufreibenden Handlung sind es in dieser Folge wieder einmal die tragischen Nebenrollen, die der Story zu einer in diesem Genre selten anzutreffenden Tiefe verhelfen: Ein Cop, den kurz vor seiner Pensionierung noch der Tod ereilt und eine drogensüchtige Prostituierte (unerwartet überzeugend dargestellt von Renate Pichler, die sonst eher auf die Rolle der Familienmutter abonniert ist) machen Larry Brent die Erledigung seines Jobs nicht leichter... |
REZENSION LARRY BRENT 14 und 15
Von Heuchlern und MeuchlernDie Darstellung der heuchlerischen Doppelmoral konservativer Anstaltsleiter ist zwar zu begrüßen, ansonsten geriet die Story jedoch ausgesprochen düster ohne wenigstens irgendwo einen minimalen Lichtblick erkennen zu lassen. Die unvergessliche Marianne Kehlau gibt hierbei eine überzeugend bigotte Anstaltsmatrone ab. Zum Glück gibt es im modernen Europa heutzutage nur noch wenige geschlossene Heime für schwer erziehbare Jugendliche. Dennoch ist das Thema eigentlich etwas zu heikel für einen Grusel-Thriller à la Dan Shocker. Außerirdische haben in der fünfzehnten und letzten Larry-Brent-Folge 'Dämonenbrut' menschlichen Müttern ihre Nachkommenschaft untergejubelt. Mit Erreichen ihres 5. Lebensjahres werden die bis dahin unauffälligen Kinder jedoch zu übermächtigen, gewalttätigen Mutanten, die die Erde zusammen mit einigen menschlichen Versuchskaninchen verlassen wollen. Prinzipiell eine recht gute SF-Gruselstory mit stimmiger Achtziger-Jahre-Synthesizer-Untermalung. Der spannende Handlungsablauf wird ergänzt durch eine gelungene und eine fatale Nebenrollenbesetzung: Glücklich war die Verpflichtung Hans Clarins als selbstherrlicher Psychoanalytiker, unterirdisch geriet stimmenlagentechnisch jedoch die Darstellung des außerirdischen Anführerkindes, welche dem Hörer die zweite Hälfte des Hörspiels leider völlig vergrätzt. Larry Brent ist eben doch ein viel zu irdischer Haudegen als dass er ernsthaft auch als Science-Fiction-Held überzeugen könnte. |
REZENSION LARRY BRENT 16 und 17
Grauenhafter NeustartEine Albina aus Neu-Guinea will sich am postkolonialen Europa für vergangenes Unrecht an ihrer Heimat rächen, indem sie Verstorbene auf den Friedhöfen wieder zum Leben erweckt und mit ihrer wachsenden Untoten-Armee den Kontinenten lahmlegt. Die Story um Orungu, Fratze Aus Dem Dschungel, ist hanebüchener als die Umsetzung, die einigermaßen solide, aber nicht eben sehr spannend geriet. Die Geschichte um einen Untoten, der in einem verlassenen Wiener Palais junge schöne Frauen (leider jeweils mit schrecklich unästhetischen Stimmen) ein prachtvolles Kleid anprobieren lässt, das sie binnen kurzer Zeit um Jahrzehnte altern lässt, rangiert vom Gruselfaktor nur leicht über den Hui-Buh-Hörspielen nach Eberhard Alexander-Burgh oder thematisch noch passender `die Hexe Schrumpeldei´. Zwar wartet das Schwarze Palais von Wien mit einigen Trümpfen bei den Sprechern dieser Mäntelein-Wechsel-Dich-Vertonung auf - neben dem ansonsten großartigen Gerd Baltus durfte auch Astrid Kollex alias die Original-Hexe-Marina aus dem legendären `Chopper - Geisterstimme aus dem Jenseits´-Hörspiel ein paar Flüche vom Stapel lassen - aber auch mit dieser Neuproduktion nach einem Roman von Jürgen Grasmück wurde einmal mehr deutlich, dass mindestens die Hälfte des Erfolgs der Larry-Brent-Serie auf die unglaublich stimmungsvolle Musikuntermalung des vom Europa-Label geschassten Carsten Bohn zuruckzuführen gewesen sein dürfte, die bei den neuen Stücken einfach sehr schmerzhaft fehlt. Einen witzigen Bonus gab es dann aber doch als musikalische Anreicherung der Kaffeehausszenen: die witzigen schwulen musikalischen Schwärmereien nach Noten (`Ach duuu´) aus den späten sechziger Jahren inklusive dem Evergreen `O-na-nie, o-na-no´.
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REZENSION LARRY BRENT 18 und 19
Killer-Dialoge aus dem Dilettanten-Nirvana
Bei der Forschung um biologische Waffen werden Makroviren freigesetzt, die zunächst einzelnen Menschen und später einer ganzen Stadt den Garaus machen. Das Stück um den Killervirus aus der Hölle liefert den unfreiwilligen Beweis dafür, dass verlängerte Spielzeiten aufgrund besserer technischer Speichermedien keineswegs ein Segen für moderne Hörspielproduktionen sein müssen, wenn sie denn nicht gleichzeitig mit einem temporeichen Drehbuch und einer virilen Regiearbeit einhergehen. Die Dialoge wirken teilweise extrem gekünstelt: Eine Studentin, deren Professor gerade erst bei einem tragischen Autounfall um´s Leben kam, würde im privaten Rahmen wohl kaum Sätze formulieren, wie "Mehrere Male hatte ich Gelegenheit unter Anleitung von Professor Tanner in dessen Institut an Versuchen teilzunehmen. (...) Und doch trifft mich sein Schicksal persönlich." Der Erzähler schien den vorliegenden Text leider mit einer Gute-Nacht-Geschichte für Kinder zu verwechseln und von der Regie in diesem Irrtum nicht korrigiert worden zu sein. Der Ganove klingt nicht annähernd so überzeugend gefährlich wie beispielsweise Horst Frank oder Gottfried Kramer, die leider, leider für diese Produktion nicht mehr zur Verfügung standen. Spannung kommt beim lustlosen Spiel der merkwürdig unbeteiligt wirkenden Sprecher nur an wenigen Stellen auf, da kann selbst Schauspiel-Legende Jürgen Thormann nicht helfen. Immerhin wurde bei der Realisation des Grasmück-Romans auf den für neuere Produktionen leider so typischen Einsatz von dauermusikalischer Untermalung verzichtet. Die Kollegen von `Dudelstopp´ dürften dies durchaus mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. |
Die o.g. Hörspiele scheinen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ungeeignet.
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Übrigens ...
Tom und Eileen FawleyIm Jahr 1988 gab sich das kongeniale Schauspieler- und vor allem Hörspielsprecher-Ehepaar Horst Frank und Brigitte Kollecker-Frank ein Stelldichein im SWF-Hörspielkrimi 'Der Joker' nach Motiven von Edgar Wallace und erinnert dabei natürlich gewollt an seine gemeinsamen Paraderollen als 'Tom und Eileen Fawley' in den legendären Neon-Grusel-Hörspielen eines Hamburger Unterhaltungslabels Anfang der Achtziger Jahre. Leider hatte der solide vertonte Hörspielzweiteiler im Vergleich zu den gerade bei Jugendlichen damals deutlich populäreren neonfarbig gehaltenen Produktionen wenig Biss.Sehr viel Spezialwissen und oftmals interessante Gedanken zur Gruselserie von H. G. Francis gibt es auf den Gruselseiten zu entdecken. |
REZENSION NEON GRUSEL 01
Frankensteins Sohn im Monster-Labor
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REZENSION NEON GRUSEL 02
Dracula und Frankenstein, die Blutfürsten
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REZENSION NEON GRUSEL 03
Dracula, König der Vampire
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REZENSION NEON GRUSEL 04
Das Schloss des Grauens
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REZENSION NEON GRUSEL 05
Der Angriff der Horrorameisen
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REZENSION NEON GRUSEL 06
Das Duell mit dem Vampir
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REZENSION NEON GRUSEL 07
Die Begegnung mit der Mörder-Mumie
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REZENSION NEON GRUSEL 08
Gräfin Dracula, Tochter des Bösen
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REZENSION NEON GRUSEL 09
Im Bann der Monsterspinne
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REZENSION NEON GRUSEL 10
Draculas Insel, Kerker des Grauens
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REZENSION NEON GRUSEL 11
Der Pakt mit dem Teufel
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REZENSION NEON GRUSEL 12
Die Nacht der Todes-Ratte
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REZENSION NEON GRUSEL 13
Dem Monster auf der blutigen Spur
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REZENSION NEON GRUSEL 14
Die tödliche Begegnung mit dem Werwolf
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REZENSION NEON GRUSEL 15
Nessie – Das Ungeheuer von Loch Ness
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REZENSION NEON GRUSEL 16
Ungeheuer aus der Tiefe
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REZENSION NEON GRUSEL 17
Die Insel der Zombies
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REZENSION NEON GRUSEL 18
Das Weltraum-Monster
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HinweiseDie Kurzrezensionen zu „Larry Brent“, „Macabros“ und der „Neon-Grusel-Serie“ sind eine subjektive redaktionelle Kritik von Die Hörspieler (Hartmut Lühr). Es handelt sich ausdrücklich nicht um offizielle Bewertungen des EUROPA-Labels, von H.G. Francis oder anderer genannter Verlage und Produzenten. Die Hörspieler stehen in keiner geschäftlichen Verbindung zu diesen Rechteinhabern.Besprechungen dienen der Information und Meinungsäußerung; sie stellen keine Kauf- oder Hör-Empfehlung im rechtlichen Sinne dar. Die Inhalte können Spoiler enthalten (vgl. Hinweis oben auf dieser Seite). Die auf dieser Seite verwendeten Illustrationen (einschließlich Cover- und Szenenbilder) wurden vollständig mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und dienen ausschließlich der redaktionellen Unterstützung der Besprechungen. Sie sind keine offiziellen Abbildungen der rezensierten Hörspielproduktionen und stehen in keinem Zusammenhang mit Original-Covern, Tonträger-Gestaltungen, Marketingmaterial oder sonstigen Veröffentlichungen der Rechteinhaber (z. B. EUROPA, H.G. Francis). Die Darstellungen begründen keine geschäftliche Verbindung, kein Sponsoring und keine Billigung durch die genannten Verlage, Produzenten oder Rechteinhaber. Etwaige Ähnlichkeiten mit realen Produkten oder offiziellen Motiven sind rein assoziativ und unbeabsichtigt. Werk- und Markentitel (z. B. Larry Brent, Macabros, Neon-Grusel) bleiben Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber; Urheber- und Leistungsschutzrechte verbleiben bei den jeweiligen Verlagen sowie Autorinnen und Autoren. |
In der zweiten Macabros-Folge 'Attacke der Untoten' geht es um Howard Rox, über den unheimliche Dinge erzählt werden. Es gibt Menschen, die behaupten, er könne sich in einen Werwolf verwandeln. Andere wiederum behaupten, er sei ein Vampir - niemand weiß Genaues, doch fest steht: Etwas stimmt nicht mit diesem unheimlichen Mann. Als von den nahegelegenen Farmen immer mehr Frauen und Mädchen auf mysteriöse Weise verschwinden, schaltet sich Björn Hellmark ein. Da aber hat Rox bereits eine Armee von Untoten geschaffen.
Hier müsste eigentlich das Herz eines jeden Gegners von Tierversuchen höher schlagen: Den Spieß einmal umkehrend wird tatsächlich ein Wissenschaftler von einem Riesenfrosch viviseziert. Folgen wie diese helfen dem Zuhörer, Dan Shockers Namensgebung für seine Serie besser nachzuvollziehen. Ideal besetzt: Horst Frank als unheimlicher Wächter der Dämonenmaske.
In der sechsten Macabros-Folge 'Der Blutregen' geht es um das Schicksal von Camilla Davies, die ein bekanntes und talentiertes 'Medium' ist, also mit dem Reich der Toten Kontakt aufnehmen kann. Ein Wissenschaftler-Team, das an der Erforschung parapsychologischer Phänomene arbeitet, will ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten testen. An einem geheimgehaltenen Ort findet eine Seance statt. Aber etwas Merkwürdiges geschieht, das auch Camilla nicht gewollt hat: Sie verschwindet aus dem abgeschlossenen Raum, lässt dafür jede Menge Ektoplasma zurück und taucht an einem vollkommen anderen bedrohlichen Ort wieder auf.
In der siebten Macabros-Folge 'Duell mit den Höllengeistern' wird Pierre Barlon von finsteren Mächten erpresst: Sollte es ihm nicht gelingen, Björn Hellmark ins Jenseits zu befördern, so würden seine Frau und seine Tochter dafür bezahlen müssen. So macht sich Pierre Barlon also schweren Herzens auf dem Weg in die Schweiz, um Hellmark heimtückisch zu beseitigen. Was er nicht weiß: Frau und Tochter stehen selber mit den Mächten der Finsternis in Kontakt und greifen später in das Geschehen ein als sich abzeichnet, dass Pierre seinen Auftrag nicht erfüllen kann. Noch dazu taucht eine zweite Carminia Brado in Hellmarks Villa auf. Welcher ist zu trauen ?
Jahrelang war James Owen nicht mehr zu Hause, sondern hat als Seefahrer und Abenteurer die halbe Welt bereist. Dann kehrt er in der zehnten und letzten Macabros-Folge 'Die Knochensaat' zurück nach England. Er ist reichlich mitgenommen - es hat ihn erwischt ... Seine Frau erkennt ihn kaum wieder, denn er ist ziemlich vom Fleisch gefallen. Er hat sich auf der Suche nach einem unendlichen Goldschatz mit der gefährlichen Knochen-Saat infiziert und breitet sie jetzt in England aus. Hellmark versucht, dies zu verhindern und reist daher nach Mexiko, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Ihre sämtlichen archivierten Hintergrundgeräusche hätten sie hier zum Einsatz kommen lassen können. Ein weiteres Stelldichein ergab sich 1984 zwischen den Schauspielern Rainer Schmitt und Douglas Welbat: In der öffentlich-rechtlichen Hörspielproduktion `Kampf um Kreuzberg´ von Peter Gollan stehen sich Schmitt (alias Larry Brent) und Welbat (alias Björn Hellmark) als `Superbulle´ (Schmitt) und Hausbesetzer (Welbat) gegenüber. Diese Produktion bescherte ihren Zuhörern seinerzeit, fast genauso wie die Shocker-Produkte, ein harmonisches Ende.
Ein durchgeknallter Dan Shocker-Fan dichtete 1974 folgende Zeilen auf Hellmarks treuen Weggefährten vom indischen Subkontinenten: `Da ist noch der Rani / der`Koloss aus Bhutan´ / Im Stich lässt er Björn nie, / ihm hätt´s sonst leid getan´ - nun ja ... Auch andere bemühten sich, den Grusel-Hype auch außerhalb der Romanhefte weiterzuentwickeln: In einer Discothek in der Nähe von Hannover lief ungefähr im Jahr 1984 eine Show mit dem Titel `Orungu, Fratze aus dem Dschungel´, den Shocker-Fans als Titel eines Larry Brent-Romans lebhaft in Erinnerung. Ob die Veranstaltung ein kommerzieller oder wenigstens ästhetischer Erfolg wurde, ist leider nicht überliefert.
Der vor zwanzig Jahren in London hingerichtete Mörder Derry Cromfield taucht in der sechsten Larry-Brent-Folge 'Im Kabinett des Grauens' plötzlich in einem Flugzeug nach New York auf und tötet den Piloten, der ein Neffe seines Henkers war. Danach schwört er auch der restlichen Verwandtschaft des Vollstreckers blutige Rache. An der Wiederbelebung der Schreckensfigur ist dessen Bruder, der in London ein gutgehendes Wachsfigurenkabinett besitzt, offenbar nicht ganz unbeteiligt.
Der junge und recht attraktive Lord von Blackwood-Castle geht in der achten Larry-Brent-Folge 'Das Grauen von Blackwood-Castle' einem unappetitlichen Hobby nach: Er züchtet unzählige große und zum Teil sogar fleischfressende Raupen in den unterirdischen Gewölben seines Schlosses. Erbschleicher haben es zudem auf sein Vermögen abgesehen und fühlen sich daher gestört als sich eine junge Frau für den kauzigen Lord interessiert. Da kommen ihnen die aggressiven Geschöpfe des jungen Mannes gerade recht...
In Spanien entführt ein uraltes und mysteriöses Gefährt Menschen auf eine Burg, auf der sie vorzeitig altern und einem jahrhundertealten Tyrannen ihre Lebenskraft abtreten müssen. Doch der unsterbliche Herrscher will in der zehnten Larry-Brent-Folge 'Die Jenseitskutsche von Diablos' mehr: Er zwingt den amerikanischen Urenkel seines Henkers aus längst vergangenen Zeiten nach Spanien zu kommen, um sich dort stellvertretend an dem Jugendlichen rächen zu können.
Larry Brents Freund Iwan Kunaritschew wird in eine mafiöse New Yorker Untergrundorganisation eingeschleust, deren Mitglieder Totenschädelmasken tragen. Die PSA vermutet in der dreizehnten Larry-Brent-Folge 'Der Dämon mit den Totenaugen', dass der Chef dieser Organisation über übernatürliche Kräfte verfügt. Schnell gerät auch Larry Brent in seine Gewalt.
Die unvergessliche Marianne Kehlau gibt hierbei eine überzeugend bigotte Anstaltsmatrone ab. Zum Glück gibt es im modernen Europa heutzutage nur noch wenige geschlossene Heime für schwer erziehbare Jugendliche. Dennoch ist das Thema eigentlich etwas zu heikel für einen Grusel-Thriller à la Dan Shocker.
Die Geschichte um einen Untoten, der in einem verlassenen Wiener Palais junge schöne Frauen (leider jeweils mit schrecklich unästhetischen Stimmen) ein prachtvolles Kleid anprobieren lässt, das sie binnen kurzer Zeit um Jahrzehnte altern lässt, rangiert vom Gruselfaktor nur leicht über den Hui-Buh-Hörspielen nach Eberhard Alexander-Burgh oder thematisch noch passender `die Hexe Schrumpeldei´. Zwar wartet das Schwarze Palais von Wien mit einigen Trümpfen bei den Sprechern dieser Mäntelein-Wechsel-Dich-Vertonung auf - neben dem ansonsten großartigen Gerd Baltus durfte auch Astrid Kollex alias die Original-Hexe-Marina aus dem legendären `Chopper - Geisterstimme aus dem Jenseits´-Hörspiel ein paar Flüche vom Stapel lassen - aber auch mit dieser Neuproduktion nach einem Roman von Jürgen Grasmück wurde einmal mehr deutlich, dass mindestens die Hälfte des Erfolgs der Larry-Brent-Serie auf die unglaublich stimmungsvolle Musikuntermalung des vom Europa-Label geschassten Carsten Bohn zuruckzuführen gewesen sein dürfte, die bei den neuen Stücken einfach sehr schmerzhaft fehlt. Einen witzigen Bonus gab es dann aber doch als musikalische Anreicherung der Kaffeehausszenen: die witzigen schwulen musikalischen Schwärmereien nach Noten (`Ach duuu´) aus den späten sechziger Jahren inklusive dem Evergreen `O-na-nie, o-na-no´.
Die Dialoge wirken teilweise extrem gekünstelt: Eine Studentin, deren Professor gerade erst bei einem tragischen Autounfall um´s Leben kam, würde im privaten Rahmen wohl kaum Sätze formulieren, wie "Mehrere Male hatte ich Gelegenheit unter Anleitung von Professor Tanner in dessen Institut an Versuchen teilzunehmen. (...) Und doch trifft mich sein Schicksal persönlich." Der Erzähler schien den vorliegenden Text leider mit einer Gute-Nacht-Geschichte für Kinder zu verwechseln und von der Regie in diesem Irrtum nicht korrigiert worden zu sein. Der Ganove klingt nicht annähernd so überzeugend gefährlich wie beispielsweise Horst Frank oder Gottfried Kramer, die leider, leider für diese Produktion nicht mehr zur Verfügung standen. Spannung kommt beim lustlosen Spiel der merkwürdig unbeteiligt wirkenden Sprecher nur an wenigen Stellen auf, da kann selbst Schauspiel-Legende Jürgen Thormann nicht helfen. Immerhin wurde bei der Realisation des Grasmück-Romans auf den für neuere Produktionen leider so typischen Einsatz von dauermusikalischer Untermalung verzichtet. Die Kollegen von `







H.G. Francis gelingt es, bekannte Mythen in einen neuen Kontext zu setzen, der nicht nur auf Schockeffekte, sondern auch auf subtile Anspielungen und humorvolle Reflexionen der Popkultur setzt. Die Gräfin erscheint dabei nicht nur als Inbegriff des Übernatürlichen, sondern auch als Symbol für eine ambivalente Macht, die mit einer gewissen Ironie und Selbstreflexion präsentiert wird. 








