Electro-Industrial · EBM · Darkwave · Kurzdokumentation 2022
Nothing New But Abortive Gasp
Die nicht-kommerzielle Kurzdokumentation von Ludwig Kamberlein über die Hamburger Electro-Industrial-Band Abortive Gasp (1987–1989) – Improvisation, Provokation und ein abruptes Ende in der Independent-Szene am Vorabend der deutschen Wiedervereinigung.
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Schauen Sie die vollständige Kurzdokumentation Nothing New But Abortive Gasp (2022) von Ludwig Kamberlein. Empfohlen für Fans von Electro-Industrial, EBM, Darkwave, Industrial Rock und Hamburger Independent-Musikgeschichte.
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Abortive Gasp – Electro-Industrial aus Hamburg
Abortive Gasp war eine Electro-Industrial-Band aus Hamburg, die von 1987 bis 1989 bestand. Gegründet von Harry Luehr (Instrumente) und Tim Paal (Gesang), mit Unterstützung verschiedener Gastmusiker, fielen sie in der Independent-Szene durch einen ungewöhnlich hohen Grad an Improvisation auf – für elektronische Musik jener Zeit untypisch.
Wegen ihrer unpolitischen Haltung waren sie in der stark punkgeprägten und linksdominierten Hamburger Independent-Szene umstritten. Der Bandname „Abortive Gasp“ wurde als antinatalistisch interpretiert und sorgte für Diskussionen, ohne dass die Band eine klare Position zu Abtreibung vertrat.
Als sogenannte „Hamburger Bunker Band“ traten sie in Clubs nahe dem Schanzenviertel und dem Flakbunker auf – darunter dem alternativen Club Kir und dem Stairways. Ihr letzter Auftritt fand im Dezember 1989 im Kir als Vorband der slowenischen Kunstrocker Borghesia statt.
Warum die Band Musikfans inspiriert
Abortive Gasp stehen für eine kurze, scharfe Episode Hamburger Elektrogeschichte: tanzbare, schwer verdauliche Industrial-Experimente neben Ironie und Persiflagen auf Acts wie Front 242 oder Ministry. Internationale Kritiker und Radio-DJs wie Don Campau und Brian Duguid zeigten sich wohlwollender als lokale Akteure – etwa Label-Betreiber Uli Rehberg oder Musikjournalist Alf Hilsberg.
„Sie konfrontieren ihr Publikum sowohl mit schwer verdaulichen – allerdings stets tanzbaren – Electro-Industrial-Experimenten als auch mit Persiflagen auf Front 242 oder Ministry. … Unstet – unbeständig … anarchisch.“ — Expertin in der Dokumentation
Über die Dokumentation
Nothing New But Abortive Gasp (deutscher Arbeitstitel: Nichts Neues außer ‚Abortive Gasp‘) ist eine nicht-kommerzielle Kurzdokumentation aus dem Jahr 2022 von Ludwig Kamberlein. Sie beleuchtet, wie stilistische Unentschlossenheit – etwa zur Dark-Wave-Bewegung – und das Fehlen der erwarteten politischen Haltung zu mangelnder Akzeptanz in der lokalen Szene führten.
Das Video entstand unter Mitwirkung von Marvin Böhmke, Karina Frik, Anke Sandig, Angelika Weinreich und weiteren Beteiligten. Es bietet einen Einblick in eine provokante, aber kurzlebige Episode der Hamburger Musikgeschichte – relevant für alle, die Electro-Industrial, EBM und die schwarze Szene der späten 1980er erforschen.
Vollständiges gesprochenes Skript: Videoskript.pdf.
Themen: Szene, Politik, Name, Abbruch
Hamburger Bunker Bands
Neben Acts wie Girls Under Glass gelten Abortive Gasp als Teil der „Hamburger Bunker Bands“: Gruppen rund ums Schanzenviertel, die in Clubs nahe dem massiven Flakbunker spielten. Harry Luehr kommentiert in der Doku, das Presse-Label wirke militaristisch, unterstreiche aber den Schutzraum vor Anfeindungen – und zieht den Vergleich: Heute flüchteten Bands ohne gewünschte „Haltung“ nicht in Bunker, sondern ins Internet.
Unpolitisch – oder die falsche Gesinnung?
„Der Vorwurf, wir seien ‚unpolitisch‘, ist eigentlich nur ein Euphemismus dafür, dass wir nicht die gewünschte Gesinnung gezeigt haben. Wir haben Musik ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten produziert, weil das ein Grundgedanke von Independent ist.“ — Tim Paal
Ende der 1980er war das Hamburger Independent-Umfeld stark punkgeprägt und linksdominiert. Abortive Gasp zeigten weder die erwartete progressive Attitüde noch den Dresscode der Darkwaver – und verloren lokalen Rückhalt.
Der Bandname „Abortive Gasp“
Der Name mutet antinatalistisch an und bleibt diskussionswürdig. Eine eindeutige Festlegung der Band „pro oder contra Abtreibung“ ist laut Dokumentation nicht zu hören. Harry Luehr stellt rückblickend fest, der Name habe etwas Wegweisendes gehabt – ohne dass sich die Mitglieder später mit dem Großziehen von Kindern „belastet“ hätten.
Mauerfall und letzter Auftritt
Im Herbst 1989 fiel der Eiserne Vorhang. Punk als Jugendkultur war am Auslaufen; EBM- und Darkwave-Bewegungen um Bands wie à;GRUMH oder Nitzer Ebb setzten sich ab. Abortive Gasp positionierten sich nicht klar gegen die Wiedervereinigung – und verloren den Rest der Szeneförderung. Im Dezember 1989 folgte im Kir der letzte Auftritt als Support von Borghesia: Ende, aus, vorbei … Abbruch gelungen.
„We don't need any moral standards!“ — Harry Luehr
Medien & Cover-Kunst
Visuelle Zeugnisse der Band und der Dokumentation – Albumcover 1989, historisches Bandfoto (Public Domain / CC0) und Szenematerial.
Für Genre-Portale & Musikblogs
Diese Seite ist als stabile, zitierfähige Ressource für Electro-Industrial-, EBM-, Darkwave-, Industrial- und Independent-Portale gedacht. Gerne verlinken – mit Hinweis auf die Kurzdokumentation Nothing New But Abortive Gasp (Ludwig Kamberlein, 2022) und die Band Abortive Gasp (Hamburg, 1987–1989).
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- Gothic / Schwarze Szene
- Hamburger Bunker Bands
- Hamburg Musikgeschichte
- Front 242 (Bezug)
- Ministry (Bezug)
- Nitzer Ebb (Kontext)
- Borghesia (Support 1989)
- Girls Under Glass (Kontext)
- Musikdokumentation 2022
Quellen, Streaming & weiterführende Links
Offizielle und redaktionelle Verweise zu Band und Dokumentation – ideal zum Weiterlesen und zum Einbetten in Genre-Artikel und Playlists.
- Wikipedia: Abortive Gasp Enzyklopädischer Eintrag zur Band (deutsch)
- hörspieler.de – Electro-Industrial Music Hamburg Kontext zur Hamburger Electro-Industrial-Szene
- IMDb: Nothing New But Abortive Gasp Filmeintrag der Kurzdokumentation
- openPR: Mahnender Rückblick auf Hamburgs frühe Elektroschocker Pressebeitrag zur Band- und Szenegeschichte
- openPR: Familienfeindlichkeit in der Schwarzen Szene Thematischer Beitrag mit Bezug zur Namensdiskussion / Szene
- Bandcamp: Abortive Gasp Musik hören und entdecken
- Spotify: Abortive Gasp Artist-Profil zum Streamen
- Videoskript (PDF) Vollständiges Skript der Dokumentation – lokal auf dieser Seite
Credits & Produktion
Titel: Nothing New But Abortive Gasp
Regie / Konzept: Ludwig Kamberlein
Jahr: 2022
Form: Nicht-kommerzielle Kurzdokumentation
Thema: Abortive Gasp – Electro-Industrial, Hamburg 1987–1989
Mitwirkung (u. a.):
- Marvin Böhmke
- Karina Frik
- Anke Sandig
- Angelika Weinreich
- sowie weitere Beteiligte
Historisches Foto 26.10.1989: Public Domain Dedication (CC0). Albumcover und Szenefotos: Bestandteil des lokalen Dokumentationspakets.