Initiative `Wahlzusage / Mehr Politik, weniger Demokratie'Initiative `Wahlzusage / Mehr Politik, weniger Demokratie'



Bereits seit Jahren machen immer weniger Bürger von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch.
Das ist etwas undankbar und weder nett, noch besonders cool oder gar sexy. Als Argument wird häufig angeführt,
zu viele Politiker würden mit ihrem Tun und selbst mit ihrem Nichtstun Menschen schaden,
ihnen die Unwahrheit sagen oder sie sogar finanziell übervorteilen. Trifft das zu oder ist es nur üble Nachrede ?



Initiative 'Wahlzusage'
WELLNESS

Moral und Gesundheit

Die Frage 'Wählen oder Nicht-Wählen' entzweit in letzter Zeit die Meinungen sowohl professioneller als auch normaler politischer Beobachter in der Bundesrepublik. Exemplarisch hierfür die Meinung einer ehemaligen Pflichtwählerin: Die junge Frau gibt sich reumütig nachdem ihr als pflichtgemäß empfundener regelmäßiger Wahlgang ihr auf´s Gemüt schlug.

# Zwei Hauptstädte, zwei Schicksale: Christian Wulff und Viktor Orbán sind schlechte Sozialisten

# Röcke tragen nur noch für Jungen: Mädchen trainieren derweil Führungsrollen in der Wirtschaft

# Ob eine Anti-Stress-Verordnung helfen kann ? Mit der Quote ins Krankenhaus




Asad Schwarz-Msesilamba macht sich für die `kreative Mitte´ Gedanken über direkte Demokratie
DIREKTE DEMOKRATIE

Wankelmütige Wähler

Politikverdrossenheit resultiert auch aus dem irrationalen Gefühl, dass zu viele gewählte Volksvertreter Menschen täuschen, hinters Licht führen oder sie sogar schleichend entmündigen. Die `kreative Mitte´ schlägt mehr direkte Demokratie als Abhilfe vor – mit Kulturpolitik könnte man anfangen, auch wenn dies nicht ganz ohne Risiko wäre.

# Basisdemokratie in Deutschland: Hilfreiche Unterstützung aus Norddeutschland ist auf dem Weg

# Statt Volksvertreter gleich Banker wählen: Nonnenmacher hätte sicher nichts dagegen

# Gegen die grassierende Panikmache: Nichtwählerphänomen sollte nicht überbewertet werden




Initiative 'Wahlzusage'
SENSIBILITÄT

Wenig Rückendeckung

Gender, gender und ewig gender ... ! Was hat das mit Politik zu tun ? Sehr viel ? Kann schon sein, dass `sie´ tatsächlich dahinter steckt. Dann wäre das Thema natürlich gleich längst nicht mehr so nervig. Und mit Thesen, nach denen linke Politik eher weiblich und rechte Politik eher männlich geprägt ist, verprellt `man´ ja zum Glück auch längst niemanden mehr.

# Zwischen London und Düsseldorf: Weibliche NGO-Experten sind fast so gut wie Politikerinnen

# Privater Security-Dienst vorm Tacheles: `Bedingungsloses Grundeinkommen´ im Tacheles

# Lolitas, Bambis und Millionen: Christian von Boetticher, Bushido und Wolfgang Schäuble




Initiative 'Wahlzusage'
IDEOLOGIEN

Weder links noch rechts ?

Was ist heutzutage eigentlich noch 'links' und was 'rechts' ? Diese Frage beschäftigt nicht nur den einen oder anderen verträumten Feuilletonisten, sondern auch uns von der Initiative 'Wahlzusage'. Wir haben uns daher informiert im vermeintlich staatsbejahenden Rotwein-Milieu und bei einer dem Anarcho-Kapitalismus zugeneigten Karrierefrau.

# Weder Skandal noch Affäre: Staatliche Aktivitäten zur Überwachung Verdächtiger im Web

# Linke und Rechte können sich freuen: Räumung des Tacheles Verlust für liberales Berlin

# Nabel der linksintellektuellen Welt: Deutsche Theatermacher beglücken Merkel, Gabriel und Co.


'Wahlzusage' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'




Initiative WAHLZUSAGE
Impressum, Basis




Video
Aktionsvideo 'Wahlzusage'
AKTIONSCLIP

Video
Video 'Weder links noch rechts'
LINKS / RECHTS ?




weitere Initiativen und Bündnisse unter dem Dach von `moderne21´
Projekt 'Wahl-los': Nichtwähler




Diskussion
Diskussion über Nichtwähler anlässlich der Bundestagswahl
NICHTWÄHLER

Video
Diskussion u.a. zum Thema 'Wahlpflicht für Nichtwähler'
WAHLPFLICHT




an dieser Initiative beteiligte Aktivisten und Schauspieler
Ninoschka Schlothauer, Uta Hanak,
Asad Schwarz-Msesilamba, Malah
Helman,MarcoAmmer,AliceGrinda,
Kristof Gerega, Benjamin Hirt.




zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Kreative Mitte´
KREATIVE MITTE

zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Berliner Mehrwert´
BERL. MEHRWERT






"Wir geben den siechenden Patienten noch nicht auf." (heise.de- Interview mit Hartmut Lühr)
"Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe !" (Abgeordneter zu Fraktionskollegen mit abweichender Meinung)
"Keines Menschen Leben, Freiheit und Eigentum ist sicher, wenn das Parlament tagt." (Mark Twain)
"Dabeisein ist alles - insbesondere bei Wahlen." (Aktion 'Wahlzusage')




Initiative 'Wahlzusage'
RESONANZ

Nichtwählerprojekt in der Kritik

Die bei ihrem Start zunächst noch populistisch angehauchte Initiative 'Wahlabsage' setzte sich bereits vor ihrer Umbenennung mit dem Nichtwählerphänomen auseinander. Unter der Devise „Mehr Demokratie, weniger Politik“ wurden leider auch schräge Töne angeschlagen, bis man sich zum Glück auf staatstragendere Aktionen einigen konnte.

# Mit ein wenig gutem Willen geht es auch anders: Lob aus Baden für Projekt 'Wahlzusage'

# Motiviert durch Claudia Roth, Lafontaine und Guido Westerwelle ? Diskussion über Nichtwähler

# Was bisher bei 'WAHLZUSAGE' geschah: Freude über freie, faire und unblutige Wahlen




Initiative 'Wahlzusage'
STIFTUNGSGELD

Erfolg ohne Quote

Jährlich vergibt die Stiftung `moderne21´ Fördergelder an eine besonders verdiente zivilgesellschaftliche Initiative. Zuletzt holte unsere Mittels`frau´ Aleyna Gökdal die Mittel zu `Wahlzusage´. Diese Initiative tritt zwar grundsätzlich für die Quotierung in der Berufswelt ein, aber dass es in diesem Fall ganz ohne ging, erfüllt uns mit einem gewissen Stolz.

# Mediendauerbrenner `Gerechtigkeit´ auf hanseatisch: Betreutes Wohnen mit und ohne Quote

# Von Suff bis Datenmuff: Autofahren in Hannover und Speicherskepsis in Karlsruhe

# Politisch abgesichert: Souveräne Berichterstattung über Gewaltverbrechen




Initiative 'Wahlzusage'
EIGENNUTZ

Verständnis und Ablehnung

Manche politischen Aktivisten reagieren auf die wachsende Nichtwählerbewegung in Deutschland weniger besorgt oder besonnen, sondern aggressiv und polemisch. Ein junger chaotisch und leichtfertig wirkender Mann empfiehlt Personen, die etwas ändern wollen, von den Wahlurnen fernzubleiben und lieber ganz auf politische Betätigung zu verzichten.

# Die Fehleinschätzungen der Mächtigen: Von lupenreinen Demokraten und lästigen Initiativen

# Dinge, die `Normalbürger´ nicht verstehen müssen: Fünfe gerade sein lassen

# Hiatus zwischen Innenminister und Künstler: Ehrlicher Gestank oder politische Hygiene ?




Initiative 'Wahlzusage'
WAHLEN

Hessen im Niedergang ?

Anlässlich einer Diskussion über das Nichtwählerphänomen, die zur Landtagswahl in Hessen stattfand, wurden der hessische Wahlausgang und die daraus resultierende `bürgerliche´ Mehrheit bedauert. Der `bürgerlich-liberale´ Wahlausgang habe die Chancen für ein moderneres Wahlrecht in dem Bundesland deutlich verschlechtert.

# Der demokratische Kontext unserer Initiative: Im Umfeld der Demokratie oder der Demokratur ?

# Aus dem Badezimmer nach Neukölln: Sozialdemokraten sind ausgesprochen leidensfähig

# Deutschland ist nicht Weißrussland, Berlin nicht Minsk ... und Wowereit nicht Lukaschenko


Fotostrecke
Goldene Momente bei den Wahlbefürwortern
WAHLVOLK

Empfehlung
Hörspiel 'Schmerz statt Kommerz' um ideologische Nostalgie und politisch korrekte Nachrichten
KALTER KRIEG




kostenlose counter

Diskussion
Diskussion zum Thema 'politische Aktionskunst'
POL. AKT.KUNST

Empfehlung
Videomanifest für die 'Kreative Mitte'
KREATIVE MITTE







ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





BESTÄTIGUNG

Erfolg ganz ohne Quote

Jährlich vergibt die Stiftung `moderne21´ Fördergelder an eine besonders verdiente zivilgesellschaftliche Initiative. Zuletzt holte unsere Mittels`frau´ Aleyna Gökdal die Mittel zu `Wahlzusage´. Diese Initiative tritt zwar grundsätzlich für die Quotierung in der Berufswelt ein, aber dass es in diesem Fall ganz ohne ging, erfüllt uns mit großem Stolz.

Es war durchaus alles kein Kinder- und schon gar kein Heimspiel für unsere Vertreterin Aleyna Gökdal: In der Hamburger Zentrale der staatsnahen Stiftung "moderne21" ging es nämlich hoch her. Um die nur an einen einzigen Bewerber zu vergebenden Fördergelder konkurrierten gleich vier Organisationen, die jeweils einen persönlichen Vertreter in die immer etwas kühl wirkende Hansestadt geschickt haben. Die Kuratoren von `moderne21´ sahen sich vor eine schwere Wahl gestellt, denn die um die kräftige Finanzspritze streitenden Damen und Herren der Initiativen "Dudelstopp", "Wir-sind-wichtig", "Wahlzusage" und "Gewalt-geht-immer" gingen alles andere als zimperlich miteinander um als es darum ging, die geeignetste Organisation herauszufinden. Frau Schmidt-Paulsen und Herr Wessel mussten sich fragen, Wer am gewieftesten für seinen Verein stritt. Gegen Ende dieses Fachleute- und Expertentreffens sollte es eigentlich einen ehrlichen Gewinner geben haben - hätte man meinen können: Aber entgegen aller Routine war Betrug im Spiel und es lief doch nicht alles so glatt, wie man es sich bei der verdienten Stiftung gewünscht hätte.

Umso erfreulicher, dass die Vertreterin von `Wahlzusage´ den Zuschlag für die Fördergelder erhielt - und dies ganz unabhängig ihres Migrantinnen- und Frauenstatus´. Dass die Geldsumme nur ein Viertel dessen betrug, was die Hamburger den Gewinnern eigentlich in Aussicht gestellt hatten, kann unsere Freude über die Hilfe derweil nicht trüben: Einem geschenkten Gaul schaut man auch bei uns in Berlin nicht ins Maul.


BLAMAGE

Nachrichtenmagazin hielt Hörspielfigur für real

In einer Titelstory über Nichtwähler zitierte ein Hamburger Nachrichtenmagazin die Pädagogin Schmidt-Peters, die sich verächtlich über politische Parteien äußert. Was das für den Artikel verantwortlich zeichnende Autorenteam offenbar nicht wusste: Sonja Schmidt-Peters existiert nicht als die geschilderte Person, sondern lediglich als Fantasiefigur der Berliner Politik- und Satireplattform `moderne21´.

Darstellerin von Sonja Schmidt-Peters Bei Schmidt-Peters handelt es sich um die Protagonistin der von `moderne21´ veröffentlichten Politsatire `Staatsnah geht die Moderne stiften´, die zwei Wochen zuvor in der Tucholsky-Buchhandlung in Berlin-Mitte als Hörspiel Premiere hatte. An der anschließenden Podiumsdiskussion über politiknahe Stiftungen sowie das Nichtwählerphänomen war auch die Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Katrin Kowark, beteiligt. Sie hätte den Journalisten bestätigen können, dass es sich bei Frau Schmidt-Peters um die fiktive Kuratorin einer imaginären Stiftung aus der Politsatire handelt, die darüber hinaus ein starkes Plädoyer zur Beteiligung an politischen Wahlen enthält. Die Mitarbeiter des Hamburger Nachrichtenmagazins hätten dies ohne großen Aufwand recherchieren können.

Der fragliche Artikel, der neben `Frau Schmidt-Peters´ auch die Nichtwähler-Sympathisanten Richard David Precht und Gabor Steingart scharf kritisiert, wurde vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahl offenbar mit recht heißer Feder geschrieben. Hartmut Lühr, Mitinitiator des vom Nachrichtenmagazin ebenfalls zitierten Projekts `Wahlabsage´: „Das Nichtwählerthema ist definitiv zu heikel, um es zum Gegenstand eines recht oberflächlich recherchierten Pamphlets zu machen. Die Medien sollten sich vielmehr fragen, welchen Anteil sie selber an der zunehmenden Politikverdrossenheit tragen.“ Das Nachrichtenmagazin hat seine Darstellung mittlerweile korrigiert.


Projekt 'Wahlzusage' Initiative WAHLZUSAGE

Mehr Politik, weniger Demokratie

Bereits seit Jahren machen immer weniger Bürger von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch. Das ist etwas undankbar und weder nett, noch besonders cool oder gar sexy. Als Argument wird häufig angeführt, zu viele Politiker würden mit ihrem Tun und selbst mit ihrem Nichtstun Menschen schaden, ihnen die Unwahrheit sagen oder sie sogar finanziell übervorteilen. Trifft das zu oder ist es nur üble Nachrede ?

Alle vier Jahre dürfen mündige Bürger bei Wahlen die Geschicke dieses nach wie vor lebenswerten Landes mitbestimmen und mit ihrem Kreuz ein Zeichen setzen. In guter Tradition beteiligen sie sich an der erneuten Legitimation bewährter und intelligenter politischer Strukturen. Die Volksvertreter handeln überwiegend vernünftig und somit können die Menschen in Deutschland auch weiterhin nachts ruhig schlafen. Vor allem die Massenmedien erinnern die Fernsehzuschauer, Radiohörer, Zeitungsleser und Internetfreunde regelmäßig daran, ihrer vornehmsten staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen: dem Gang zur Wahlurne. Hierbei geht es den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nur vordergründig um die Verteidigung von Besitzständen, denn sie wissen: Wenn einer Demokratie die Wähler ausgehen, droht über kurz oder lang die Anarchie – menschliches Miteinander ohne staatlichen Ordnungsfaktor kann jedoch kein vernünftiger Mensch ernsthaft befürworten.
Angesichts der vielfältigen Leistungen, die Tag für Tag vom politischen Berlin aus für ganz Deutschland erbracht werden, steht der steigende Anteil nicht abgegebener oder ungültiger Stimmen für ein beängstigendes Maß an Undankbarkeit. Wie würden wohl die Väter und Mütter des Grundgesetzes den Versuch kommentieren, eine vermeintlich verantwortlichere und vernunftgeleitetere Politik durch unsolidarisches Verhalten wie den Boykott der Stimmabgabe erzwingen zu wollen ?
Dabei entsprechen uneingelöste Wahlstimmen oft noch nicht einmal bewussten Verweigerungen, sondern haben vielfach ganz banale Ursachen. Dennoch werden sie nach bedeutenden Wahlen immer automatisch den Gegnern einer professionellen modernen Parteiendemokratie zugerechnet. Das ist nicht fair und die offene Aktion `Wahlzusage´ wirbt daher mit satirischen Mitteln für mehr Enthusiasmus in Bezug auf die Verdienste unserer Volksvertreter.


ORIENTIERUNG

Der demokratische Kontext unserer Initiative

Mann bzw. Hosenanzug-Trägerin mit Aktenkoffer ungeklärten InhaltsZunächst ist natürlich die Herrschaftsform von Interesse: Neben der vielbeschworenen Demokratie und der unterstellten Demokratur geraten immer wieder auch Formen des Totalitarismus ins Visier der Aufmerksamkeit: (realer) Sozialismus beziehungsweise Kommunismus, Gerechtigkeit und Frieden auf der guten, Faschismus und neoliberaler Kapitalismus, Leistungsprinzip und Krieg auf der schlechten Seite. Auch der Despotismus, die Autokratie und die Monarchie spielen diesbezüglich eine Rolle, wie ein Blick auf den nahen Osten verdeutlicht. In der Bundesrepublik Deutschland hat sich das Prinzip der parlamentarischen Demokratie mit ihren lediglich ihrem Gewissen verpflichteten Volksvertretern der unterschiedlichsten Fraktionen verfestigt, die sich mit dem Verbändestaat und seiner vielseitigen sowie berechtigten Lobbypolitik arrangiert haben. Die politischen Parteien, die Verbände, die Lobbys und die Gewerkschaften bestimmen weithin den Staat, die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft, die Medien - kurz: die Gesellschaft.
Neuere Phänomene sind hierzulande das gefährliche Streben nach mehr `direkter Demokratie´ mit Volksentscheiden, Wutbürgern und Demonstrationen sowie das irrationale Unbehagen gegenüber einer vollkommen unbewiesenen und von angeblichen Denkverboten geprägten Gesinnungs- und Meinungsdiktatur aus Brüssel, dem Sitz des Europäischen Rats sowie der Europäischen Kommission. Hierbei handelt es sich um bloße Unterstellungen, möglicherweise sogar um Satire, was alleine schon dadurch deutlich wird, dass Initiativen wie `Wahlzusage´ die Freiheit besitzen, ihre Inhalte unverschlüsselt - in der völligen Abwesenheit von Furcht, Angst oder Zwang - formulieren zu können, ohne juristische Probleme mit mächtigen Gegnern zu bekommen. Was kann beispielsweise der audiovisuelle Dienst der EU-Kommission dafür, wenn es einfach keine nennenswerten negativen Nachrichten aus Brüssel gibt, über die er berichten könnte ? Und was kann Brüssel dafür, wenn der mit jährlich fünf Millionen Euro subventionierte Nachrichten-Sender Euronews kaum kritische Berichte über Kommission oder EU ins Programm nimmt ? Hieran sind mit Sicherheit keine von irgendeiner unfreiheitlichen Ideologie geprägten menschenfeindlichen Bürokraten Schuld, die den einfachen Bürgern misstrauen und daher vorbeugend Macht über sie ausüben wollen.
Auch das bisher auf Entwicklungsländer beschränkt geglaubte Phänomen der Korruption nimmt im Zuge der Globalisierung neuerdings hierzulande in Politik, Verwaltung und Wirtschaft einen höheren Stellenwert ein. Dies gilt ebenso für den demographischen Wandel mit seinen Chancen und Risiken für Land und Leute. Zuletzt sei noch die von Politik, Verwaltung und Justiz vorangetriebene millionenfache Migration nach West-Europa und die Bundesrepublik erwähnt, die den alten Kontinenten vielfältiger und bunter macht und nur von Misanthropen mit größeren Steuerlasten und höherer Gewaltbereitschaft in Verbindung gebracht wird.


Projekt 'Wahlzusage' RESONANZ I

Wenig Rückendeckung durch die Bürger

Das bei seinem Start zunächst noch sehr populistisch angehauchte Projekt Wahlabsage setzte sich mit dem Nichtwählerphänomen auseinander. Unter der Devise „Mehr Demokratie, weniger Politik“, die sich gegen die wachsende Politikverdrossenheit richtete, erntete man zunächst einiges an Aufmerksamkeit. Dass bei der Behandlung des sensiblen Themas aber zum Teil auch falsche Töne angeschlagen wurden, merkte Politikwissenschaftlerin Uta Hanak spätestens als sie die Kommentare zum ersten Wahlabsage-Videoclipp im Internet las:

„Wir wurden sehr hart angegangen. Neben einer Minderheit, die mit unserer Arbeit einverstanden war, bezog das Projekt verbale Prügel sowohl von Jungsozialisten als auch von jungen Deutschnationalen, die jeweils ihre politischen Vorstellungen durch Projekte wie unseres gefährdet sahen.“ Diese Schmähungen war sie nicht länger bereit zu dulden und setzte sich damit auch bei ihren Mitstreitern von der Politik- und Kunstplattform moderne21 durch. So wechselte das Projekt seinen Namen in Wahlzusage, um folgerichtig künftig für „Mehr Politik und weniger Demokratie“ einzutreten: „Eins von beiden geht leider nur, schon alleine wegen der Logik“, bedauert Hanak, die den Richtungswechsel bis heute verteidigt, auch wenn die Medien dem neuen Projekt bislang die kalte Schulter zeigen. Eine unvermeidliche Folge des Wechsels von schrillen hin zu verantwortungsvollen Darstellungsformen ?
Auf der Homepage heißt es: „Wenn einer Demokratie die Wähler ausgehen, droht über kurz oder lang die Anarchie – menschliches Miteinander ohne staatlichen Ordnungsfaktor kann jedoch kein vernünftiger Mensch ernsthaft befürworten.“ Die Aktivisten dürfen sich von Politikern wie Jörn Thießen (SPD) bestätigt sehen, die mittlerweile die Einführung der Wahlpflicht für die Bundesrepublik fordern. Ein Vorschlag, der regelmäßig nach Wahlen mit besonders niedriger Wahlbeteiligung laut wird.


Projekt 'Wahlzusage' RESONANZ II

Lob aus Baden für Projekt 'Wahlzusage'

Unter der Überschrift „Wackerer Streiter für die Nichtwähler“ konfrontiert Sven Bernhagen zwei Tage vor der Bundestagswahl Hartmut Lühr von der satirischen Aktion 'Wahlzusage' in der nicht für übermäßige anarchistische Bestrebungen bekannten Pforzheimer Zeitung mit der vielzitierten Aussage, Nichtwähler seien die Totengräber der Demokratie:

„Nein! Die Nichtwähler sind nicht die schwarzen Schafe der Demokratie“, wird der Initiator der Internet-Plattform moderne21 zitiert. Zur Berichterstattung über das 2008 gestartete Projekt bemerkt er in der Pforzheimer Zeitung weiter: „Von Politik und Presse wurden wir damals ganz schön angefeindet – destruktiv und blauäugig“. Diesmal habe Lühr seine Aktion mit feiner Ironie einfach in „Wahlzusage“ umbenannt – um es seinen Gegnern nicht ganz so einfach zu machen. Denn: „Bei einem so wichtigen Thema wäre es schön, wenn mehr differenziert würde“, ergänzt Autor Bernhagen die Intention der Berliner Projektreihe und zitiert zusätzlich den Mainzer Politologen Thomas Kleinhenz mit der Aussage, dass Nichtwähler keineswegs eine homogene Gruppe darstellten.
Der Soziologe Lühr gebe laut Pforzheimer Zeitung den Schwarzen Peter an die Parteien zurück: „Man kann rumsitzen und jammern. Man kann aber auch sagen: Wir haben 30 Prozent Nichtwähler, die wir noch überzeugen müssen, da legen wir uns mal mächtig ins Zeug.“ Genau diese inhaltliche Auseinandersetzung sei aber versäumt worden, merkt Bernhagen an und lässt Hartmut Lühr abschließend resümieren: „Nichtwähler gefährden vielleicht eine schwache Demokratie. Aber zumindest in Westdeutschland hat sie ja inzwischen 60 Jahre auf dem Buckel, sollte sich also dadurch nicht schwächen lassen. Und wenn doch, dann liegt was im Argen. Dann müssen wir uns fragen, ob wir am System der parlamentarischen Demokratie schon allzu lange nichts mehr modernisiert haben.“


NICHTWÄHLER

Hohe Wahlbeteiligung wünschenswert

DiskutantenBei einer Podiumsdiskussion im Berliner 'Kunsthaus Tacheles' anlässlich der nahenden Bundestagswahl herrschte unter Vertretern der Oppositionsparteien, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Begründungen, Einigkeit darüber, dass eine hohe Wahlbeteiligung für das politische System sehr wünschenswert sei.

Der Landesvorsitzende der Berliner BündnisGRÜNEN Stefan Gelbhaar erinnerte daran, dass für das Recht, demokratisch wählen zu dürfen, Menschen weltweit ihr Leben riskierten und in Deutschland vor gerade einmal zwanzig Jahren ebenfalls viele Bürgerinnen und Bürger große Gefahren auf sich genommen hätten. Daher bezeichnete er das aktive Wahlrecht als ein besonders wertvolles Bürgerrecht, eine Pflicht zum Wählen schloss er hingegen aus. Abnehmende Wahlbeteiligungen seien kein zwingendes Indiz für Politikzustimmung oder alternativ für Politikverdrossenheit, sie zeugten eher von zunehmender Politikferne. Natürlich schauten viele Bürgerinnen und Bürger auch über den `Tellerrand´. Sie wüssten die durchaus ernsthafte Finanz- und Umweltkrise in Deutschland im Vergleich mit den häufig leider schlimmeren Verhältnissen wie etwa der Hungerkrise in vielen Entwicklungsländern einzustufen. (...)
Peter Schantz, der für die Berliner FDP für den Bundestag kandidiert, meinte zwar, dass man an der sinkenden Beteiligung an Wahlen in der Bundesrepublik durchaus eine Entfremdung zwischen der Politik und den Wählern festmachen könne. Andererseits verwies er auf Länder wie die USA, die trotz allgemein recht niedriger Wahlbeteiligungen durch eine vergleichsweise hohe Zufriedenheit mit dem politischen System gekennzeichnet seien. Wie die Vereinigten Staaten kürzlich gezeigt hätten, sei dort im Falle politischen Wandels auch eine kurzfristige Mobilisierung ehemals uninteressierter Menschen möglich, sich in das demokratische Geschehen einzubinden. Dies wäre unter ähnlichen Umständen auch in Deutschland vorstellbar.
Willi Wende, Direktkandidat des WILLI-WEISE-Projekts, das Politik ohne Parteien voranbringen will, vertrat die Meinung, dass sich viele Politiker niedrige Wahlbeteiligungen als negatives Feedback der Bürger selbst zuzuschreiben hätten. Als Beispiel für berechtigten Unmut nannte er das zu erwartende 'Durchboxen' des die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel schmälernden Codex Alimentarius durch den Bundestag nach den nächsten Wahlen. Somit hätten Menschen immer wieder das Gefühl, die Politik würde gegen ihre Interessen arbeiten. Dies könne jedoch durch mehr Elemente direkter Demokratie verhindert werden. Hartmut Lühr vom satirischen Projekt WAHLZUSAGE vertrat die Auffassung, dass die Bürger auf jeden Fall wählen gehen sollten. Die etablierten Parteien stünden mittlerweile erfreulicherweise alle für Umverteilung, Gleichstellung und Neuverschuldung, weshalb man sich guten Gewissens wenn nicht für die Partei seines Vertrauens, so doch wenigstens für das kleinste Übel entscheiden könne.



PANIKMACHE

Das überbewertete Nichtwählerphänomen

Projekt 'Wahlzusage'Das Projekt "Wahlzusage" hat keine Einwände dagegen, dass führende Politiker die steigende Zahl nicht abgegebener Stimmen bei anstehenden Wahlen als heimliche Zustimmung zur jeweils eigenen Politik interpretieren. Zuletzt geschah dies augenfällig bei der Wahl zum Oberbürgermeisteramt der Stadt Frankfurt am Main. Hier wurde Petra Roth (CDU) bei einer Wahlbeteiligung von lediglich rund 34 Prozent vorletztes Jahr als Stadtoberhaupt wiedergewählt. Damals interpretierte Roth laut Frankfurter Rundschau das Wegbleiben der Mehrheit der Bürger von den Wahlurnen als `großstadttypisch´. Das ist ein gutes Argument.

Einige bundesweite Nichtwähler-Initiativen hoffen allerdings, dass die Parteipolitiker nach jeweiligen Wahlen einräumen werden, dass die Akzeptanz des Parlamentarismus in der Bundesrepublik gefährdet ist und das demokratische System in Deutschland modernisiert werden muss, um sich künftig der Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit sicher sein zu können. Auf einer Berliner Podiumsdiskussion zum Nichtwähler-Thema widersprach der Demokratietheoretiker Florian Felix Weyh (`Die letzte Wahl´) zwar der Wertung des Phänomens umgemünzter Nichtwählerstimmen als `dreist´. Er bestätigte aber dennoch die Tatsache, dass Nichtwählen in der Fachliteratur traditionell eher mit einem `Anti-Motiv´ bezüglich politischer Strukturen erklärt wird.
Der Soziologe und "Wahlzusage"-Initiator Hartmut Lühr empfiehlt indes den politischen Parteien in der Bundesrepublik, die fehlgeleiteten Nichtwähler mit hoch bezahlten Public-Relations-Maßnahmen für von der gewissenhaft geleisteten Parteiarbeit zu überzeugen: "Die Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Wahlboykott schlägt im Internet heute bereits erheblich höhere Wellen als die Programme der Parteien. Auch wenn viele Berufspolitiker vielleicht persönlich kaum mit dem PC surfen - mit den Ergebnissen der Meinungsbildung im Internet gerade bei jungen Leuten werden die Parteipolitiker schon bald konfrontiert werden. Es steht zu befürchten, dass ihnen diese nicht besonders gefallen werden und dass dann auch keine witzigen Tricks wie in Frankfurt mehr nützen. Daher müssen vorausschauende Staatsmänner und -frauen endlich Schritte hin zu einer allgemeinen Wahlpflicht machen." Ägypten, die Fidschi-Inseln sowie Griechenland bieten hier positive Beispiele. Man muss nur genau hinsehen.
Legaler Hörspiel-Download


Ninoschka Schlothauer als Moderatorin MEDIENPOLITIK

Verantwortungsvolle Berichterstattung

Durch die Teilnahme an politischen Wahlen legitimieren die Bürger gleichzeitig die maßgeblichen Entscheidungsträger in den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und beinflussen so indirekt auch die weltanschauliche Ausrichtung der jeweiligen Programmgestaltung. Da alle relevanten politischen Parteien und auch die übrigen Interessenverbände sich moderne zivilisatorische Standards wie Gender-Mainstreaming, Gleichstellung und Quotierung zu eigen gemacht haben, ist ein verantwortungsvoller Umgang der Medien mit Informationen aller Art sichergestellt. Am Beispiel einer fiktiven Radioreportage über einen politisch motivierten Amoklauf in der Berliner Innenstadt wird deutlich, wie wichtig seriös berichtende Medien für eine korrekt in Kenntnis gesetzte Öffentlichkeit sind.

Gerade bei Themen mit Reißer-Potential, wie z.B. Messerattacken oder Amokläufen, ist es wichtig, dass die Berichterstattung nicht der Versuchung erliegt, zugunsten guter Verkaufszahlen oder hoher Einschaltquoten moderne ethische Normen im Journalismus und wissenschaftliche Erkenntnisse der jüngeren Kriminologie außer acht zu lassen. Nur in sehr wenigen Fällen wollen Messerstecher und Amokläufer ihre Opfer tatsächlich töten. Oft ist es vielmehr so, dass eskalierende situative Bedingungen zur Verschärfung der Situation beitragen, die dann schnell außer Kontrolle geraten kann. So fühlen sich Gewalttäter oft in ihrer Autorität verletzt und reagieren daher impulsiv, wenn sie sich beispielsweise mit unerwarteter Gegenwehr von Opfern oder übertrieben zivilcouragierten Unbeteiligten konfrontiert sehen. Die bundesdeutsche Justiz ist hier dank politischer Rückendeckung bereits einen Schritt weiter als die oft sehr ungestüme und aufgehetzte Öffentlichkeit. Deshalb erkennen Richter nur in den allerseltensten Fällen eine bewiesene Tötungsabsicht bei schweren Gewalttätern an und ahnden Fälle sogenannter Notwehrüberschreitung von Opferseite konsequent mit hohen Strafen.
Um auch weiter eine verantwortliche Berichterstattung in den öffentlich-rechtlich kontrollierten elektronischen Massenmedien, wie ARD, ZDF oder die deutsche Welle, zu gewährleisten, sind die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, über ihre Teilnahme an politischen Wahlen die etablierten Parteien zu stärken und damit auch das gegenwärtige Erscheinungsbild der staatstragenden Sender zu legitimieren und gegen ungerechtfertigte Kritik verteidigen zu helfen.


GESELLSCHAFT

Mit der Quote ins Krankenhaus

Gefahren des nicht ausreichend der Quote unterworfenen Gesundheits- und Sozialwesens Laut eines Langzeitvergleichs zufolge ist die Zahl der Krankschreibungen insbesondere bei Frauen wegen psychischer Erkrankungen in der Bundesrepublik deutlich gestiegen. Als Gründe werden erhöhte Eigenverantwortung, höhere Flexibilitäts-Anforderungen im Arbeitsleben und nicht-kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse genannt. Die Bundestagsabgeordnete der sogenannten `Linken´ Krellmann forderte als Konsequenzen eine Anti-Stress-Verordnung sowie die Eindämmung von befristeten Verträgen und Leiharbeit. Vom Vorschlag einer Geschlechterquote für Frauen in Führungspositionen von Unternehmen (im Volksmund: `Tussi-Quote´) soll dennoch nicht abgerückt werden.
Hierzu meinte Anke Holpert-Mang von der zivilgesellschaftlichen Initiative `Wahlzusage´, es würde allen vernunftbegabten Menschen und Menschinnen unschwer einleuchten, dass eine von Lehrerinnen und Lehrern oder von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern gesteuerte quotenoptimierte Ökonomie selbstverständlich für ein besseres Klima und damit auf lange Sicht auch für bessere volkswirtschaftliche Ergebnisse sorgen würde. Wer sich dieser Einsicht mutwillig verschließe - etwa aus ideologischen oder rationalen Gründen - der oder die handele unverantwortlich und schade der Gerechtigkeit nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in der Europäischen Union.

Junge, moderne und dynamische Unternehmensberaterinnen werden häufig zitiert mit ihrem Wehklagen darüber, dass Kinderkriegen wegen mangelnder Unterstützung seitens der allzu häufig abwesenden Großeltern nahezu unmöglich gemacht werde. Unsere Initiative wundert sich diesbezüglich: `Wo sind die Alten eigentlich alle hin ?´. Diese Frage ist tatsächlich schwer zu beantworten. Wir werden doch zum einen angeblich immer älter. Also muss es doch zum anderen auch mehr Großeltern geben (gab´s beispielsweise in den 70er Jahren zu Hauf - die waren nett und haben sich gerne gekümmert) ... Sind die Senioren heutzutage alle auf Malle ? Oder lassen die sich von Politik und Medien ihre Wichtigkeit einreden und machen noch ein Spätstudium respektive schreiben Bücher, die niemand lesen will ?



Leuchten im TheatersaalTRÜBES WASSER

Digitales Polit-Theater

Ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin meldete kürzlich, dass unter anderem Angela Merkel und Sigmar Gabriel in Berlin eine Theateraufführung der "Weber" von Gerhard Hauptmann besucht haben. Es handelte sich dem Vernehmen nach um eine sehr gesellschaftskritische Veranstaltung, die das kapitalistische System alt aussehen lassen wollte, dabei aber wegen eines Übermaßes an zu deutlich zur Schau gestellter `linker´ Selbstgerechtigkeit einerseits und eines bedauerlichen Mangels an Ironie oder gar Satire andererseits nicht wirklich überzeugen konnte. Missgeschicke wie dieses werden jedoch auch weiterhin egozentrische Theatermacher nicht davon abhalten, sich für unvergleichlich provokativ und mit ihrer infantilen Trotzhaltung zum Kapitalismus für den Nabel der linksintellektuellen Welt zu halten. Es wäre amüsant, wenn es die Steuerzahler etwas weniger teuer zu stehen käme und wenn es nicht dazu geeignet wäre, die verbliebenen `wahren´ Linken wie Manuela Schwesig oder Leo Greller auf Dauer zu verprellen. Dass die beiden Hoffnungen Linker Utopisten sich kürzlich im Berliner `Café Einstein´ zu einem diskreten Gedankenaustausch getroffen haben sollen, wurde von der Liedermacherseite als unwahr zurückgewiesen.
Zu den Themen `digitale Mitbestimmung´ und `Beteiligungsdemokratie´ erinnert die Initiative `Wahlzusage´ an ein noch nicht lange zurück liegendes Ereignis in Berlin: Bei einer Diskussion der damals noch Nichtwähler-freundlichen Aktion `Wahlabsage´ vor einiger Zeit in Berlin konnte der Vertreter von `mehr Demokratie eV´ das Publikum nicht so recht überzeugen mit seinen Plädoyers für mehr direkte Demokratie, die sich aber inhaltlich deutlich am linken Medien-Mainstream orientieren sollte (für Ausländerwahlrecht etc). Wenn man wirklich `dem Volk´ mehr Macht einräumen möchte, muss man auch sämtliche anderen Meinungen ertragen, auch wenn das manchen Publizisten vom Schlage Augstein oder Jürgs vermutlich nicht gefällt.


DEMOKRATIE

Weniger Demokratie für Hessen ?

Anlässlich einer Diskussion über das Nichtwählerphänomen, die zur Landtagswahl in Hessen stattfand, bedauerte Michael Efler vom gemeinnützigen Verein `Mehr Demokratie´ in Berlin den hessischen Wahlausgang. Dieser habe die Chancen für ein moderneres Wahlrecht mit der sich abzeichnenden Koalition der Parteien des bürgerlichen Lagers in dem Bundesland deutlich verschlechtert: „Durch die `Denkzettel´-Abstimmung gegen ein gebrochenes Wahlversprechen geriet die auch bei den Hessen durchaus populäre Bewegung für mehr direkte Demokratie leider ins Hintertreffen. Das ist mehr als bedauerlich.“

Michael Efler (`Mehr Demokratie e.V.´), Hartmut Lühr (Projekt `Wahlabsage´), Martin Reiter (`Kunsthaus Tacheles´)Veranstalter Hartmut Lühr von der satirischen Aktion `Wahlabsage – Mehr Demokratie, weniger Politik´, die überzeugte Nichtwähler gegen ungerechtfertigte Kritik in Schutz nehmen will, wies zunächst auf die sehr geringe Wahlbeteiligung von nur etwa 61 Prozent am vergangenen Sonntag hin. `Die Grünen´ und `die Linke´ hätten sich darüber hinaus in Hessen von allen relevanten Parteien zwar am deutlichsten für Wahlrechtsreformen ausgesprochen: „Gerade Grüne und Linke haben es aber versäumt, rechtzeitig auf Distanz zu Andrea Ypsilanti zu gehen, deren gestörtes Verhältnis zum Wählerwillen kaum zu übersehen war.“ Als `Paten´ für eine Erneuerung des Wahlsystems müsse man über die kleinen Parteien hinaus auch genügend Vertreter bei SPD und CDU gewinnen, wenn man tatsächlich etwas gegen die Parteienverdrossenheit bewirken wolle. Für die von ihm initiierte Aktion `Wahlabsage´ stellte Lühr fest, dass man die Bemühungen von `Mehr Demokratie e.V.´ zur Förderung von mehr Volksabstimmungen und einem besseren Wahlrecht unterstütze. Satire entspringe schließlich häufig dem Wunsch nach Veränderungen. Dies sei auch bei vielen Mitstreitern von `Wahlabsage´ der Fall.
Martin Reiter vom `Tacheles-Verein´ äußerte die Vermutung, die Wahlbeteiligung würde wohl erst dann wieder steigen, wenn die Wähler den Eindruck hätten, dass ihre Teilnahme an der Politik für sie einen persönlichen Gewinn darstelle. Dies könne sowohl unter finanziellen als auch unter emotionalen Aspekten der Fall sein. Der Wiener Künstler Reiter meldete jedoch Bedenken an, ob Österreicher und Deutsche tatsächlich bereits reif genug seien für deutlich mehr Elemente direkter Demokratie. Zwar begrüße er die Repolitisierung der Gesellschaft, sehe deren Fokus aber nach wie vor bei den Parteien: „Deren Anzahl ist seit den 70er Jahren deutlich angestiegen, weil die Altparteien es alleine nicht mehr packen.“ Sie müssten sich daher mehr anstrengen, die Bürger mit ihren Bedürfnissen tatsächlich `abzuholen´.


MACHTSPIELE

Ehrlicher Gestank oder politische Hygiene ?

Tacheles-Künstler und Sympathisanten im Berliner Landgericht, das kurz darauf die Bedürfnisse von Spekulanten über das Gemeinwohl stellte Erklärte Gegner des weltbekannten `Kunsthauses Tacheles´ aus dem politik- und wirtschaftsnahen Umfeld werfen dessen Betreibern gerne den unfeinen Zustand der Berliner Institution vor. Es verhält sich jedoch so, dass vor einigen Jahren den subventionsfreien Tachelesen von einem gewissen mit Steuergeldern unterstützten und eigentlich dem Gemeinwohl verpflichteten norddeutschen Kreditinstitut aus purer Bosheit das Wasser abgedreht wurde. Das Haus sauberzuhalten ist seither deutlich schwieriger geworden und eine enorme Knochenarbeit für die Betroffenen. Manche Touristen benehmen sich eben leider nicht sehr vornehmen. Jetzt den Künstlern aus dem vermeintlichen Gestank einen Strick drehen zu wollen, wirkt daher auf unvoreingenommene Betrachter etwas zynisch - zumal dies wunderbar ins Konzept der erwähnten Bank passen würde.

Im Streit um den Vorsitz der Euro-Gruppe zwischen Berlin und Paris, zeichnet sich ein fauler Kompromiss ab: Offenbar ist geplant, dass zunächst Finanzminister Schäuble die Nachfolge für den Luxemburger Juncker übernehmen soll und danach sein französischer Kollege Moscovici.
Minister Schäuble verzichtet entgegen dem Rat des Bundes der Steuerzahler auf Rückforderungen in Millionenhöhe für die Insolvenz rund um das Berliner Tacheles-Areal vom bekannten Pleite-Investor August Schadfeld (Name geändert). Dies geht nicht nur auf Kosten der Künstler der weltbekannten Berliner Institution (die jetzt vermutlich zwangsgeräumt werden müssen) sondern auch auf Kosten der Hamburger und Schleswig-Holsteiner Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Wenn der Mann im Kleinen - es handelt sich `nur´ um einen zweistelligen Millionenbetrag - nichts für die Bürger zu tun bereit ist, wieviel Schaden kann er dann im Großen auf europäischer Ebene anrichten ?
Die `Piraten´ waren immerhin die einzige Partei in Berlin, die sich gegen das abgekartet anmutende Plattmachen des weltbekannten Kunsthauses Tacheles eingesetzt haben. Leider umsonst. Von den vermeintlichen Oppositionsparteien `Grüne´ und `Linke´ kam jedenfalls keinerlei Hilfe.


STAATSMACHT

Räumung des Tacheles Verlust für liberales Berlin

Berliner Piraten zeigten sich als einzige demokratische Fraktion des Abgeordnetenhauses solidarisch mit dem Tacheles (hier: Philipp Magalski mit Berater) - von den Berliner Freidemokraten erschien kurz vor und während der Räumung niemand.Mit dem 04.09.2012 wurde ein lebendiges Stück Berliner Kulturgeschichte unwiderruflich beendet. Um acht Uhr morgens vollstreckte der Gerichtsvollzieher die Zwangsräumung des weltbekannten und nach wie vor bei Berlinern und jährlich Hunderttausenden von Touristen beliebten `Kunsthauses Tacheles´. Die internationalen Künstler der Berliner Institution sowie ungefähr Hundert anwesende Unterstützer zeigten gewaltfreie Präsenz und verabschiedeten sich friedlich von `ihrem´ Tacheles.

Trotz zahlloser Gesprächsangebote von Seiten der Unterstützer des Kunsthauses zeigte sich die für die Räumung verantwortliche, mit Steuermilliarden gestützte und eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtete SOS-Mordbank unnachgiebig. Sie ließ sich nicht beirren auf ihrem Weg, den vermeintlich besten Preis für das Begehrlichkeiten weckende `Tacheles-Areal´ zwischen Friedrich- und Oranienburgerstraße bei einer möglicherweise irgendwann stattfindenden Zwangsversteigerung herauszuschlagen. Die Banker waren trotz gegenteiliger Beteuerungen vieler Experten nicht davon abzubringen, dass die Fläche sich ohne die bekannten – wenn auch manchmal etwas unbequemen – Künstler optimaler veräußern ließe.

Auch die seit fünf Jahren im `Tacheles´ ansässige libertäre Politik- und Kunstplattform `moderne21´ verliert mit der Zwangsräumung ihre prominente Wahlheimat. Deren Sprecherin Dr. Sonja Peters hierzu: „Das von potentiellen Investoren in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild der `Tachelesen´ als steinewerfende Linksradikale ist für jeden Kenner der `kreativen Mitte´ Berlins grundfalsch. Im Gegenteil: Das liberale Bürgertum verliert mit dem `Tacheles´ ebenso wie die Alternativszene einen identitätsstiftenden kulturellen Leuchtturm, um den die Stadt bis zuletzt weltweit beneidet wurde. Von der sich abzeichnenden pseudo-kulturellen Nutzung durch die neuen - der SOS-Mordbank genehmen - Betreiber der Tacheles-Kunststätte werden sich liberale Freigeister mit Grausen abwenden. Berlin hat heute viel verloren.“


EN DETAIL

Was bisher bei 'WAHLZUSAGE' geschah

Im Januar 2008 fand ein Informationsabend mit Podiumsdiskussion statt, an der auch der Publizist Florian Felix Weyh (`Die letzte Wahl´) als Gast teilnahm. Dabei wurde eine Reihe von Vorschlägen vorgestellt und besprochen, wie das bundesrepublikanische Wahlsystem zu reformieren und zu modernisieren sein könnte. Diese sowie andere Aktionen des satirischen Projekts, das damals noch unter dem Begriff 'Wahlabsage' firmierte, wurden im Internet diskutiert u.a. im Erwerbslosen Forum, im Freigeisterhaus und bei politik.de. Der Bayerische Rundfunk berichtete anlässlich der Landtagswahl im September `08 über 'Wahlabsage'. Dies führte allerdings zu keiner messbaren Beeinflussung der Wahlbeteiligung im südlichen Freistaat - weder im positiven noch im negativen Sinne. Im Januar 2009 fand anlässlich der Landtagsneuwahl in Hessen eine Podiumsdiskussion unter dem Motto 'Neue Wahl, neues Glück? Spielverderber bleiben draußen.' mit Michael Efler (Mehr Demokratie e.V.) sowie Martin Reiter (Tacheles-Verein) statt. Später wurde das Projekt kommentarlos in 'Wahlzusage' umbenannt, was von der Pforzheimer Zeitung nicht unbemerkt blieb. Im September 2009 diskutierte man anlässlich der Bundestagswahl unter dem Motto 'Wählen ist sexy´ erneut im Berliner `Kunsthaus Tacheles´. Hierzu fanden sich jeweils ein Vertreter der BündnisGrünen, der freien Demokraten sowie der Willi-Weise-Partei im besetzten Haus in der Oranienburgerstraße ein.
Das Projekt 'Wahlzusage' war naturgemäß im Wahljahr 2009 sehr aktiv. moderne21-Initiator Hartmut Lühr betätigte sich zusätzlich noch als Wahllokalvorsitzender eines Bezirks im sogenannten 'Afrikanischen Viertel' des Berliner Stadtteils Wedding. Er war nach eigenen Aussagen darüber erleichtert, dass erneut freie, faire und unblutige Wahlen in Deutschland abgehalten werden konnten. Projekte wie 'Wahlzusage' sollten seiner Ansicht nach auch weiter im Sinne einer streitbaren Demokratie wirken dürfen. Und sei es nur, um für das benachbarte Ausland den Schein zu wahren zu helfen. In diesem Sinne haben sich alle an dem Projekt Beteiligten für 2010 sicher eine kleine Auszeit verdient. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Aber werden sie uns wieder mitnehmen ?