Initiative `Dudelstopp - Wollen wir Friedhofsruhe ?´Initiative `Dudelstopp - Wollen wir Friedhofsruhe ?´



FEHLENTWICKLUNGEN

The last Wave

Schon seit langem beschreibt die Musikwissenschaft den Einfluss, den gesellschaftliche Entwicklungen auf die jeweils aktuelle populäre Musik haben können und tatsächlich haben. Wesentlich seltener wird die umgekehrte Richtung untersucht und die Frage gestellt, wie z.B. importierte Popmusik auf bundesdeutsche Jugendliche wirken kann und tatsächlich wirkt.

Im Bereich der Populärmusik können die Vereinigten Staaten seit ungefähr 15 Jahren als Globalisierungsgewinner gesehen werden. Deutschsprachige Popmusik gilt gerade bei männlichen jungen Jugendlichen als uncool. Am liebsten werden US-amerikanische Originale in Rap, R&B oder Soul konsumiert. Wenn deutsche Produkte gehört werden, dann solche, die den amerikanischen Stil dieser Musikrichtungen in Inhalt, Form und Habitus weitestgehend kopieren.
Es wird von Bildungspolitikern, Eltern und Kulturschaffenden schon seit langem als scheinbar nicht zu hinterfragende Gegebenheit akzeptiert, dass deutsche Jugendliche weitaus besser über die Slums von New York oder die Suburbs von Los Angeles Bescheid wissen als etwa über South London oder auch die Trabantenstädte von Paris, die an sozialem Konfliktstoff sicher nicht weniger hergeben als ihre Pendants in Übersee.

Was ist schlimm daran, wenn durch Popmusik vermittelte Lebenswelten mit denen der konsumenten nicht übereinstimmen. Gehört es nicht gerade zur Natur polpulärer Musik, ihre Hörer in fremde, vermeintlich erstrebenswertere Gefühls- und Phantasiewelten zu entführen ?
Bis zu einem gewissen Grad ja. Es muss jedoch konstatiert werden, dass gerade bei Hiphop-Musik die Diskrepanz zwischen propagierten und tatsächlich vorhandenen Lebensentwürfen enorm ist. Es wird eine Opfermentalität alimentiert, die in Deutschland kaum gerechtfertigt ist. Und auch in den Vereinigten Staaten stellt die (weiße) Mehrheitsgesellschaft nicht das eigentliche Problem der Unterschicht dar, sondern vielmehr deren Bildungsfeindlichkeit. Letztere wird jedoch auch in den USA durch die meist privaten Massenmedien unterstützt.


'Dudelstopp' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'




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