Initiative `Gewalt geht immer / violare humanum est'Initiative `Gewalt geht immer / violare humanum est'



Der Umgang mit Gewaltkriminalität durch Polizei, Justiz und Innenpolitik ist vorbildlich und wird
von den Bürgern mit großem Vertrauen belohnt. Gewalt ist ein natürlicher Teil der sozialen Ordnung –
ohne sie käme es zu Anarchie. Verantwortungsbewusste Frauen und Männer sollten sich bemühen, aggressive
Menschen nicht durch übertrieben selbstbewusstes oder unnötig couragiertes Verhalten zu provozieren.Mehr zum Selbstverständnis des Projekts 'GEWALT GEHT IMMER - violare humanum est'



Peer Gahmert macht sich für die `kreative Mitte´ Gedanken über Überwachung
DUNKELFELD

Big Brother für schwere Jungs

Gewaltkriminalität haftet aller Aufklärungsarbeit zum Trotz nach wie vor etwas Unseriöses und Clandestines an. Aktionen der kreativen Mitte haben daher zusammen mit Medien und Politik dafür zu sorgen, dass die Täterperspektive nicht zusehends ins Abseits gerät und Gewaltverbrecher gut von den Überwachungskameras erfasst werden können.

# Von ARD und ZDF über PRO7 zu RTL2 und BILD: Medien verstärken Furcht vor Gewaltverbrechen

# Parallel zur Täterfürsorge der Sozialindustrie: Der 'Weiße Ring' kümmert sich um die Opfer




Monika Gossmann (Hörspiel 'Gewalt geht immer')
AUSSTEIGER

Im ersten Anlauf gescheitert

Im nordöstlichen Brandenburg wollte die Germanistikstudentin Vera Warkentin zusammen mit rund einem Dutzend anderer alternativer Aussteiger ihre Idee eines freien, autonomen und gerechten Lebens verwirklichen. Sie hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass 'Mutter Staat' solcherlei potentiell gefährliche Vorhaben auf keinen Fall erlauben kann.

# Wutbürger fordern Bürgerwehr gegen Gewaltverbrechen: Polizeigewerkschaft sein dagegen sehr

# Von Natascha Kampusch über Jörg Kachelmann bis Magnus Gäfgen: Eine `Zeitung´ informiert




Harald Geil (Projekt 'Gewalt-geht-immer')
ANACHRONISMUS

Schmerz statt Kommerz

Dass es auf Berlins Straßen ein wenig ruppiger zugeht als anderswo, ist gemeinhin bekannt und wird beispielsweise am 1. Mai sogar eher zu den Aktivposten der Hauptstadt gezählt. Doch was ein Ego-Shooter mittleren Alters sich kürzlich an politisch motivierter Gewalt in Berlin erlaubt hat, geht eindeutig zu weit ... A. Huber berichtet für den RBB sowie moderne21.

# Interessen des Täters vs. Interessen des Staates: Eine Moderatorin sucht den Ausgleich

# Keine Erfüllungsgehilfin wie André Huber: (Spiegel-) Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen




Diskutantin
AKTIONISMUS

Gegen Hau-drauf-Politik

Die in den allermeisten Fällen unbegründete Furcht, Opfer von Gewaltkriminalität zu werden, stellt durchaus ein gesellschaftliches Problem dar, das durch die oftmals reißerische Berichterstattung der Boulevardmedien leider noch verstärkt wird. Hierdurch kann eine problematische Ursache-Wirkungs-Spirale entstehen, meint auch unsere Diskutantin.

# Forschung zum Thema 'Kriminalität': Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der FU Berlin


'Gewalt-geht-immer' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'




Initiative GEWALT-GEHT-IMMER
Impressum, Basis, Alte Version




Video
'Gewalt geht immer'
GEWALT GEHT I.

Diskussion
Diskussion zum Thema 'Kriminalpolitik' (3teilig)
KRIMINALITÄT




weitere Initiativen und Bündnisse unter dem Dach von `moderne21´
Lautsprecher an !: Dudelstopp
Verdrossenheit, ade: Wahlzusage
Achtung, Singles !: Wir sind wichtig




Video
Diskussion u.a. zum Thema 'Frauen in der Bundeswehr'
GEWALT & GENDER

Video
'Zoff in der S-Bahn'
S-BAHN-CLIPP




an dieser Initiative beteiligte Aktivisten und Schauspieler
Désirée Angersbach, Eva Math,
Andreas Goebel, Lars Möhring,
Harald Geil, Carl von Hollen,
Monika Gossmann, Anita Puppe.




zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Kreative Mitte´
KREATIVE MITTE

zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Berliner Mehrwert´
BERL. MEHRWERT






"Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen." (Dieter Hildebrandt, Kabarettist)
"Sorge bereitet uns auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden,
weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.
" (Bundespräsident Joachim Gauck, Weihnachtsrede 2012)





Lars Möhring (Projekt 'Gewalt geht immer')
GESELLSCHAFT

Gewalt in den Medien

Die meisten vom Projekt Gewalt-geht-immer dokumentierten Aussagen verdeutlichen, dass es zum Thema 'Umgang mit Schwerkriminellen' nahezu ebenso viele Meinungen wie Experten gibt - Christian Pfeiffer und Toni Feller lassen grüßen. Klar ist nur, dass Eugen Sorg mit seiner Argumentation für die Existenz des Bösen auf der Welt gänzlich falsch liegt.

# Fernab der Amtsstuben: Juristische Themen im Web 2.0 (Männer gegen Gewalt gegen Frauen etc.)

# Keine Verschwörung gegen Jugendrichterin Kirsten Heisig: Selbstmord wegen Überengagements




Anita Puppe (Projekt 'Gewalt geht immer')
GESELLSCHAFT

Täter auf sich alleine gestellt

Das Strafmaß für die beiden `U-Bahn-Schläger´ von München, die im Dezember vorvergangenen Jahres einen Rentner in einer viel beachteten Gewaltattacke beinahe getötet hätten, trifft nicht überall auf Zustimmung. Körperverletzung hin, Tötung im Affekt oder im Drogenrausch her: Sozialpädagogin Dorothea Sprong aus Hamburg-Altona macht der Sozialpolitik schwere Vorwürfe.

# Vertrauen ist gut: Neue Minister Friedrich und Leutheusser-Schnarrenberger

# Missglücktes Kopfkissen-Attentat im Rotlichtmilieu: Umstrittener Künstler entgeht irren Stalkern



Fotostrecke
violare humanum est ?
VIOLENCIA

Empfehlung
Hörspiel 'Verrat auf dem Land' um berechtigte staatliche Gewalt gegen Aussteiger
LANDESVERRAT




Video
Satire zum Thema 'Kriminalpolitik'
KRIMINALITÄT21

Extra
Die 'Gewalt-geht-immer'-Darsteller inmitten einer Auswahl von Mitwirkenden an allen Initiativen und Projekten der letzten acht Jahre (namentliche Nennung auf der Seite der jeweiligen Initiative bzw. des jeweiligen Projekts)
MITWIRKENDE





ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





ZENTRUM

Gewalt in der `kreativen Mitte´

Der vorbildliche Umgang mit Gewaltkriminalität durch Polizei und Justiz wird von vielen Bürgern nicht mit Vertrauen belohnt. Aktionen der kreativen Mitte haben daher zusammen mit Medien und Politik dafür zu sorgen, dass die Täterperspektive nicht zusehends ins Abseits gerät.

Mitherausgeber des Internet-Magazins `Eine Zeitung´Gewaltkriminalität haftet aller Aufklärungsarbeit zum Trotz nach wie vor etwas Unseriöses und Clandestines an. Aktivisten der `kreativen Mitte´ engagieren sich zusammen mit der Politik daher dafür, die Täterperspektive nicht zusehends ins Abseits geraten zu lassen. Die gute digitale und optische Erfassung von Gewaltverbrechen spielt hierbei eine immer wichtigere Rolle. Und schließlich sorgen die Massenmedien dafür, dass entsprechende Ereignisse ihre gebührende Würdigung im öffentlichen Leben erhalten und nicht etwa von gewaltarmen Banalitäten verdrängt werden.
Manche selbsternannten Experten behaupten, geduldete Gewaltkriminalität würde den Mächtigen dazu dienen, die Bevölkerung zu verunsichern. Wie aber die einfachen Bürger die Entscheidungsträger hierzulande verunsichern, wird leider kaum thematisiert. Dies scheint etwas unausgewogen - daher wäre es gerade hier dringend erforderlich, die tatsächliche Mitte zu finden. Der Mitherausgeber des Internet-Magazins `Eine Zeitung´ hat es zusammen mit den Aktivisten der `kreativen Mitte´ versucht.
Leider gingen diese Bemühungen im Getöse des Überlebenskampfes des Berliner `Kunsthauses Tacheles´ etwas unter, das - vermutlich aus wirtschaftlichen Interessen - leider von einer großen Bank zwangsgeräumt und geschlossen werden musste. Das betreffende Kreditinstitut ist über jeden moralischen Zweifel erhaben: Es wurde im Zuge der Finanzkrise mit Millionen von Steuergeldern unterstützt. Dies wäre wohl kaum bei einer unseriös agierenden Bank geschehen.


GENDER

Licht am Ende des Tunnels

Die Gleichstellungsbeauftragte Manu Peinrich stellt fest, dass es sich bei kriminellen Gewalttätern nach wie vor überwiegend um Männer handelt. Licht am Ende des Tunnels sieht sie erst, wenn beide Geschlechter 'vereinheitlicht' sind. Enttäuschte Bürger warnt Peinrich, das Gewaltmonopol, das der Staat einst vom Souverän geschenkt bekam, zurückzufordern.

Gleichstellungsbeauftragte Manuela Peinrich vor der Berliner Polizei Kriminelle Gewalttäter sind nach wie vor ganz überwiegend männlich. Das ist strukturell bedingt und verwundert wenig. So sieht es jedenfalls Manu Peinrich, Gleichstellungsbeauftragte und somit auch Gender-Expertin, bei der Berliner Polizei. Viele von ihr kritisierte Männer entziehen sich Peinrichs Beobachtung nach den staatlichen Gleichstellungs- und Gender-Vorgaben. Erst wenn beide Geschlechter vereinheitlicht seien - mit leichtem Vorteil für weibliche Eigenschaften - werde deutlich werden, dass sich vor den `neuen Menschen´ keiner zu fürchten braucht: Sobald sie die öffentliche Bühne beträten, werde niemand mehr aus der Rolle fallen und Männergewalt sei dann passé.
Eines gelte Peinrichs Ansicht nach im Großen, wie im Kleinen: Geschenke gebe man nicht zurück, auch wenn man nichts mit ihnen anfangen könne oder möge. Und Wiederholen sei gestohlen, selbst wenn offensichtlich wäre, dass man den Falschen bedacht hätte mit seiner Gabe. Wenn nun also die Bürger dem Staat das Gewaltmonopol als Geschenk anvertraut haben, dann dürften sie es nicht zurückfordern, auch wenn sie sähen, dass Polizei, Justiz und Politik mit seiner Pflege hoffnungslos überfordert schienen. Das täte man einfach nicht. Ein kleiner innenpolitischer `Knigge´, wie ihn Manuela Peinrich hier locker und unverkrampft präsentiert, kann der Diskussion um die Sicherheit in diesem Land nur gut tun und damit helfen, das Thema vor dem leider nicht zu unterschätzenden Einfluss der Stammtische zu schützen.


MEDIENGEWALT

Hauptsache, dem Publikum gefällt´s

Wenn das Talkshow-Publikum zum Mob wirdIn einer Winter-Ausgabe der ZDF-Qualitätstalkshow von Markus Lenz (Nachfolger von Johannes `Autobahn´ Kerner) erntete die mittlerweile Achtzigjährige Schauspielerin und ehemalige Kabarettistin (Münchner Lach- und Schießgesellschaft) Ingrid Van Bergen tosenden Beifall für ihre Entscheidung, aus dem Mühlen- und insbesondere dem Schützen-(!)-Verein ihres Heimatdorfes in der Lüneburger Heide auszutreten, nachdem der dortige Bürgermeister sich vorgeblich wegen der Teilnahme Bergens an dem `unterirdischen´ RTL-Dschungelcamp offenbar weigerte, ihr die von ihr erwartete gebührende Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Immerhin ist an der überlieferten Begründung für das Dissen der Schauspiel-Diva durch den Bürgermeister nichts auszusetzen: Wesentlich unerquicklicher wäre es gewesen, wenn er die tödlichen Schüsse Van Bergens 1977 auf ihren 33jährigen Geliebten als Hinderungsgrund für ein glanzvolles Wirken der Schauspielerin unter dem Dach des örtlichen Schützenvereins benannt hätte. Vermutlich wäre in diesem Fall auch der Beifall des ZDF-Saalpublikums an diesem grauen Tag im Januar 2012 wesentlich bescheidener ausgefallen.

Gewalt kommt zu jeder Zeit bei nahezu jedwedem Publikum ausgesprochen gut an. Bestätigt sehen darf sich in dieser Einschätzung auch unsere Initiative Gewalt-geht-immer, die sich in hilfreicher Weise mit der Verleihung des Integrations-Bambis an den in Sachen `Gewaltmusik´ äußerst verdienstvollen Rapper Bushido auseinandergesetzt hat. Nach den Worten von Sprecher Albrecht Opaschowsky ist diese Aktion noch gelungener als die Förderung ehemaliger Gewaltverbrecher mit Hilfe ausgerechnet von Boxsport ("KICK im Boxring" u.a. mit Vitali Klitschko) durch Firmen wie Mercedes-Benz. Selbst ewiggestrige Nörgler wie der Sänger Heino können nicht darüber hinwegtäuschen, dass politischer Masochismus in diesem Land wunderschöne Blüten treibt.


VIKTIMOLOGIE

Schwenk auf die Opferperspektive

Staatsanwalt (für die Initiative `Gewalt-geht-immer´)Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Philologe, Literaturwissenschaftler, Essayist, politische Publizist und Mäzen Jan Philipp Reemtsma in seiner Eigenschaft als Stifter und Vorstand des `Hamburger Instituts für Sozialforschung´ in seinem Schaffen darauf hingewirkt hätte, die sozialwissenschaftliche Perspektive im Bereich der Kriminologie, wie es sich gehört, voll und ganz auf das Elend der in der kapitalistischen Gesellschaft quasi automatisch zum Tätersein gezwungenen Gewaltverbrecher zu fokussieren und nicht etwa auf die Leiden der Opfer dieser für den Neoliberalismus so typischen und unvermeidbaren äußerst unschönen Phänomene. Es kam nun allerdings anders, da Jan Philipp Reemtsma 1996 im Rahmen eines Erpressungsversuches selber Opfer einer Verschleppung wurde, eine unwürdige Gefangenschaft durchmachen und bange auf seine Befreiung hoffen musste, die glücklicherweise gelang. Auch den gewalttätigen Erpresser ließ er später dingfest machen. Dass er sich publizistisch danach in übertriebener Weise mit der Perspektive der Opfer von Gewaltverbrechen auseinandersetzte, ist vor diesem biographischen Hintergrund nicht nur erklär- sondern auch entschuldbar.

Opfer werden ist in der Tat nicht sehr schwer: Wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen und einem offenbar gefährlichen Mann kam es zu tödlichen Schüssen auf einen Staatsanwalt am Dachauer Amtsgericht, woraus kurzfristig - die Aufmerksamkeit der Medien kann lediglich für einige Stunden als garantiert gelten - eine Sicherheitsdebatte entbrannte. Wie auch immer diese Diskussion um Vorschriften und Kriminalpolitik ausgehen mag - Nach den Worten von Dr. Eberhard Klaschka von der Initiative `Gewalt-geht-immer´ haben die täglichen Gerichtsshows im deutschen Privatfernsehen (`Barbara Salesch´, `Richter Alexander Hold´ - beide SAT 1) keinesfalls die Aggressions-Hemmschwellen im öffentlichen Raum - speziell im Gerichtsraum - abgesenkt und damit einen tragischen Vorfall, wie den vorliegenden, wahrscheinlicher gemacht als wenn es im Fernsehen ausschließlich bei verantwortungsvollen aber krawallarmen Justiz-Sendungen wie etwa dem gemächlich-sachlichen `Streit um drei´ des öffentlich- rechtlichen ZDF mit Richter Guido Neumann geblieben wäre.


Polizeiwagen GLEICHSTELLUNG

Weibliche Polizisten stehen ihren Mann

Dank moderner Kriminalpolitik sind auf den Straßen unserer Städte immer häufiger Frauen in Polizeiuniform zu bewundern. Sie versehen ihren Einsatz im Duo mit anderen Polizistinnen oder mit männlichen Polizeikollegen (die es ebenfalls nach wie vor gibt). Oder sie sind hoch zu Ross zu bestaunen zum Schutz der Bevölkerung bei Großveranstaltungen, wie Fußballspielen. Leider sind aus einschlägigen (Verbrecher-)kreisen häufig Schmähungen und Herabsetzungen bezüglich der vermeintlichen `Feminisierung´ der Sicherheitsorgane zu vernehmen. Dies ist von wehrhaften Demokraten auch unter Toleranz-Aspekten keinesfalls hinzunehmen.

Bei der Herabwürdigung weiblicher Polizisten wird unsportlicherweise immer wieder auf die biologisch bedingte deutlich geringere Kampfkraft des weiblichen Geschlechts verwiesen, was in krisenhaften Einsatzsituationen die Sanktionsmöglichkeiten der Vertreterinnen der Staatsmacht gegenüber gewaltbereiten kriminellen Elementen stark schmälern und zugleich die Gefahrenlage für bedrohte Bürger im Vergleich zur Verwendung männlicher Sicherheitsbeamter vergrößern würde. Bedrängte Bürger in kritischen oder bedrohlichen Situationen sollten dennoch Vertrauen in die neue von Gleichstellungsgrundsätzen geprägte Personalpolitik der diversen bundesdeutschen Polizeibehörden haben. Es ist einfach nicht wahr, dass weibliche Beamte, die sich zugegebenermaßen gegenüber männlichen Kollegen nicht selten durch das halbe Körpergewicht bei doppelt so hoher Stimmlage auszeichnen, gegenüber aggressiven Individuen, die erschwerenderweise gerade in Großstädten oft aus anderen - darunter leider auch weniger `modernen´ - Kulturkreisen stammen, nicht den nötigen Respekt einfordern können. Wo gutes Reden gegenüber potentiellen Gewalttätern als auch Gewaltopfern nicht hilft, sollte der Gesetzgeber erwägen, mangelnden Respekt gegenüber weiblichen Streifenpolizisten als Beleidigung zu werten und zu ahnden. Hierbei sollte es sich jedoch wirklich nur um die Ultima Ratio handeln.


Justizvollzugsanstalt (JVA) KONTRASTE

Die Niedertracht und der Hype

Es kommt selten vor, dass die Informations- und Unterhaltungsmedien ihr Augenmerk fast zum selben Zeitpunkt auf zwei Jugendliche recht ähnlichen Alters richten, deren Schicksal kontrastreicher nicht sein könnte: Auf der einen Seite steht das Leiden des Hermann Heibach in der JVA Siegburg, das ein tödliches Ende nahm, auf der anderen Seite die Freuden der Lena Meyer-Landrut, die von den Menschenmassen geliebt wird. Ist das Leben gerecht ? Oder wenigstens die Medien ?

Mit `Picco´ kam ein sehr ernster Film von Philip Koch in die Kinos, der unter anderem den grausamen Foltermord an einem jugendlichen Insassen der Justizvollzugsanstalt Siegburg durch dessen Zellengenossen thematisiert - dem Film zufolge nur die Spitze des Eisbergs im bundesdeutschen Gefängnisalltag. Auf keinen Fall dürfen jedoch offenkundige und skandalöse Misstände im Strafvollzug zu der völlig absurden These verleiten, die Justiz hätte ein Interesse an der sozialen Weitergabe krimineller und gewalttätiger Verhaltensweisen in ihrem unmittelbaren Einflussbereich. Gegen diese Annahme spricht bereits, dass die 2007 zuständige Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) nach Bekanntwerden der Tat sowie der Tatumstände nicht zurückgetreten ist.
Ebenfalls präsent in den Medien ist Lena Meyer-Landrut, die lediglich in den Ohren miesepetriger Spielverderber über keine geeignete Sangesstimme verfügt und die 2010 den Eurovision Song Contest in Oslo mit dem Lied `Satellite´ gewann. Es ist im positiven Sinne bezeichnend für die deutsche Musik- und Unterhaltungsindustrie, dass sie an Lenas in den Ohren nicht ganz weniger Menschen recht kehligem und eintönigem Gesangstil keinerlei Anstoß nahm und die sehr junge Frau im großen Umfang vermarktete, so dass man ihren Darbietungen in den Medien kaum entgehen konnte. Beeindruckend ist ebenfalls, dass `Lena´ und ihr Förderer Stefan Raab sich nicht mit falscher Bescheidenheit aufhalten und 2011 erneut zum Eurovision Song Contest antreten.


FILMGEWALT

Parallele zwischen Hollywood und moderne21

Fieses WeltraumgetierBisher gab es vier Alien-Filme mit der charismatischen Hauptdarstellerin Sigourney Weaver als heroische `Ripley´: `Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt´ - ein amerikanisch-britischer Science-Fiction- bzw. Horrorfilm, dessen Fortsetzung `Aliens – Die Rückkehr´ - ein US-amerikanischer Science-Fiction- bzw. Actionfilm, dessen Fortsetzung `Alien 3´ - ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film und schließlich der vorläufige Abschluss `Alien – Die Wiedergeburt´ - ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film.

In den ersten beiden Alien-Filmen, denen man eine gewisse Rafinesse in Machart und Handlung nicht absprechen kann, kommt eine recht hohe Anzahl von Menschen auf gewaltsame Weise um, im dritten und vierten Teil, die deutlich sadistischer und zynischer in Machart und Handlung ausfallen, ist dies gleichsam der Fall. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zur Politik- und Satireplattform moderne21: Deren Mitinitiator Hartmut Lühr verfasste 2003 das Weltraumdrama `Der Wächter der verbotenen Welt´, in dem ebenfalls ein Mensch ums Leben kommt, und zwar leider auch gewaltsam: Nicht durch Menschenhand, nicht durch bösartige Aliens, sondern durch einen fremdartigen Roboter ohne Gewissen. Mehr eine Art Unfall also. Dennoch besticht die Parallele durch Gewalt hergeführter Todesfälle in den britisch-amerikanischen als auch dem bundesdeutschen Medienprodukt.

So sehr diese Übereinstimmung erfreuen und zu Hoffnung berechtigen mag - es gibt einen wichtigen formalen Unterschied: Die Alien-Titel liegen allesamt als Filme (Zelluloid bzw. DVD) vor, während der Wächter-Titel, der übrigens auch eine kürzere Laufzeit hat, als hochwertiges Hörspiel (CD bzw. mp3) produziert wurde, welches ja die Phantasie der Rezipienten in der Regel weit mehr anzuregen vermag als Spielfilme. Kürzlich wurde noch ein sogenannter Prequel-Film `Prometheus – Dunkle Zeichen´ veröffentlicht, diesmal jedoch ohne Sigourney Weaver. Die Chance, diesen neuen Science-Fiction-Stoff diesmal ausschließlich als Hörspiel statt als Film zu realisieren, wurde leider vertan. So bleibt nach wie vor nur `Der Wächter´, wenn man sich für niveauvoll inszenierte tragische Todesfälle im Weltall interessiert.


Für fehlgeleitete Zeitgenossen eine Provokation SYMPATHIETRÄGER II

Provokationen für die Berliner Republik

Wir schreiben das Jahr 2011. Noch nie war es so einfach, die Menschen in Deutschland mit medialen Inhalten zu provozieren und zu schockieren.

Ein neues Stilmittel, das seit Jahrzehnten in den Massenmedien tabuisiert wurde, ist die Darstellung von Gewalt. Unvorstellbar dass Frauen, Männer und Kinder zu jeder denkbaren Tages- und Nachtzeit im Fernsehen oder auf DVD mit der Abbildung körperlicher Roh- und Gemeinheit konfrontiert werden. Auch vom Anblick von Leichen und der detaillierten Schilderung von Tötungsvorgängen blieben wir Film- und Fernsehgucker und Zeitungsleser in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise weitgehend verschont. Dies will die Kunst- und Politikplattform moderne21 mit Hilfe von Satire ändern und die Menschen aus ihren Wolkenkuckucksheimen herausholen.
Ebenfalls ein Schattendasein führte das Zeigen sexueller Handlungen, kurz 'Sex', in Film, Fernsehen und Internet. Die Zuschauer und auch die Verantwortlichen hatten vor der natürlichsten Sache der Welt, der sich begehrende Menschen in der Regel auf dezente Weise nachgehen, zu viel Ehrfurcht und Respekt als das sie ihre Programmplätze und Webseiten damit füllen würden. Die marktradikalen Macher von der moderne21-Plattform sind jedoch der Auffassung, dass sich derlei intime Dinge nicht länger dem Wertschöpfungsprozess entziehen dürfen und werden daher demnächst auf ihrer Seite selbst voll loslegen.
Zuguterletzt war man bei den Film-, Fernseh- und Videoproduzenten schon lange der Ansicht, dass die niederen tiefenpsychologischen Bedürfnisse von Zuschauern nach Darstellungen, die Ekel und Abscheu hervorrufen können, nicht aus Profitgier bedient werden sollten. Das Ignorieren urtümlicher menschlicher Affekte, die durch Ekelgefühle hervorgerufen werden, sollten jedoch als zivilisatorische und sozialemanzipatorische Errungenschaften der postmodernen Gesellschaft angesehen werden, die ebenfalls mit gutem Gewissen kommerziell ausgewertet werden dürfen. Wir von moderne21 werden bald damit beginnen.


SELBSTDARSTELLER

Von Breivik bis Spartacus

Medienarbeit Um ein Haar wäre der norwegische Terrorist Anders Behring Breivik vor seinem Prozess bezüglich der berserkerhaften Abschlachtung von 77 Menschen von einem rechtspsychiatrischen Gutachten für nicht zurechnungsfähig aufgrund einer paranoiden Schizophrenie erklärt worden. Diese Diagnose hätte sich vermutlich mit dem Empfinden einer Mehrzahl von Europäerinnen und Europäern gedeckt. Aber wäre die norwegische Justiz dieser Einschätzung gefolgt, hätte dies die internationale Medien- und Politikbranche um eine wunderbare Chance zur Selbstdarstellung gebracht. Dass ein zweites Gutachten kurz vor Beginn des Prozesses dem ersten widersprach, hat das gigantische Medienereignis für die Zuschauer und die internationale Angst-Industrie (Vgl. `Church of Fear´ von Christoph Schlingensief) zum Glück noch gerettet.

Na, toll - mit Spartacus - Blood and Sand gibt´s jetzt eine weitere brutal anmutende Serie aus den USA, die es zu uns über den großen Teich geschafft hat. Morde en masse zur besten Sendezeit - Gewalt geht eben immer. Auf dass unsere Sender auch weiterhin bloß keine intelligenten TV-Produkte aus England oder Frankreich für den Rest der bundesdeutschen Mittelschicht synchronisieren !

Im April 2012 entschied das Landgericht Karlsruhe, dass vier Sicherheitsverwahrte, die länger im Gefängnis verweilen mussten als es ihrem Strafurteil entsprach, Anspruch auf Entschädigung haben. Das Gesamt-Schmerzensgeld beträgt über 200000 Euro. Nur gut, dass das Landgericht den Opfern von Gewaltverbrechen sowie von vermeintlich mangelnden staatlichen Engagement bei der Kriminalitätsbekämpfung nicht ebenfalls Entschädigungsansprüche attestierte. Das hätte teuer werden und zu Unrecht ein schlechtes Licht auf staatliche Sicherheitsinstitutionen werfen können, die im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten alles tun, um die körperliche Unversehrtheit der Bürger zu schützen.



guter Roter (Wein)NEUSPRECH

Unwörter und eine Unmenge Unmenschen

Das Auswahlergebnis zu den Unwörtern des Jahres 2011 ist erfreulicherweise zu einer vorbildlichen und verantwortungsvollen Demonstration politischer Reife und Korrektheit geraten: Die umsichtige Sprecherin der `Unwort´-Jury, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, gab als `Sieger´ der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 den mehr als unguten Begriff `Döner-Morde´ bekannt.

"Damit wurden von Polizei und Medien die von einer neonazistischen Terrorgruppe verübten Morde an zehn Menschen bezeichnet", wobei es sich jedoch um eine sachlich unangemessene, folkloristisch-stereotype Etikettierung handele. Ebenfalls ausgewählt wurden die Begriffe `Gutmensch´, bei dem das ethisch hochstehende Ideal des `guten Menschen´ in hämischer Weise verunglimpft werde, sowie der Begriff `marktkonforme Demokratie´, eine unzulässige Relativierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Kritik am Begriff des "Gutmenschen" ("Gutmensch zu sein ist doch nichts Schlechtes" - Klaus Wowereit im Interview der Berliner Morgenpost vom 16. Oktober 2011) `outet´ mitnichten die Darmstädter Jury aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten sowie einem jährlich wechselnden Mitglied aus dem öffentlichen Kultur- und Medienbetrieb als typische Objekte ebenjenes in der politischen Auseinandersetzung immer populärer werdenden, zu recht gescholtenen Ausdrucks. Für 2012 sollte die Jury schon einmal die menschenverachtenden Ausdrücke `EU-Knecht´ und `EU-Liebchen´ als potentielle Unwörter des Jahres vormerken. Die Zustimmung der staatsnah orientierten sowie rechtschaffenden Bürgerinnen und Bürger - und damit natürlich auch der Aktivistinnen und Aktivisten von moderne21 - wäre ihnen so gut wie sicher.
Die ganz speziellen und natürlich höchst subjektiven moderne21-Wörter-des-Jahres-2011 sind aus naheliegenden Gründen wie bereits 2010 und 2009 `SOS-Mordbank´ sowie `Harm Meier-Spreer´ und `Stundus Gruppe´.


GESELLSCHAFT

Mit Charlie Harper in den Supermarkt

Konsumieren gegen die Armut (Hier: auf dem Berliner Alexanderplatz) Im Zusammenhang mit immer neuen Hiobsbogtschaften von den Protagonisten der bundesdeutschen Armutsforschung mahnen die moderne21-Experten lebensnahere Maßstäbe an: Das tiefrot eingefärbte Berlin platze an den allermeisten Stellen vor lauter materiellem Überfluss aus allen Nähten - und nicht nur im bürgerlichen Wilmersdorf oder Steglitz sondern auch und gerade in Neukölln und Kreuzberg (neueste Handys, große Karrossen, Plasma-Fernseher etc). Etwas ganz anderes und viel Beunruhigenderes sei die zwischenmenschliche Verwahrlosung. Die habe aber weniger mit fehlendem Geld als mit mangelnder Zeit und Aufmerksamkeit zu tun. Und desaströsen Medieninhalten im Unterschichten-TV. Welch ein Unsinn !

Bei der Schlecker-Insolvenz scheint sich die Frage nach den richtigen Prioritäten zu stellen: Wenn die schnäppchenversessene Kundschaft bereits früher konsequent die Drogerie-Filialen dieses Konzerns gemieden hätte, dann wären die unwürdigen Zustände dort vielleicht noch rechtzeitig genug auf´s Tablett gekommen, um umzusteuern und eine Insolvenz zu umgehen. Aber in Deutschland gilt Einkaufsvergnügen als wichtiger als soziale Empathie mit Angestellten.

Bigotte Meinungsmacher sollten nicht versuchen, dem Rausschmiss von Charlie Sheen alias `Charlie Harper´ bei der Sitcom Two and a half Man irgendetwas Positives, womoglich gar Emanzipatorisches, abzugewinnen: Sie würden heucheln, wenn sie vorgäben, dass sie nicht von einer Naturbegabung in Provokationskunst, wie Charlie Sheen, total abhängig wären. Früher gab es immerhin noch Kinski oder Schlingensief. Heute ist da niemand mehr - Bushido vielleicht oder Sido mit ihrem Kleine-Jungen-Gerüpel ? Das ist doch nichts.

In Bezug auf die Kritik an den Acta-Gegnern wird vielleicht auch Herr Fleischhauer bald einsehen, dass Sozialismus im Internet nichts ist, wovor er sich fürchten muss. Die `Wir-sind-wichtig´-Generation, die die Piratenpartei hervorgebracht hat, wird sich aller Voraussicht nach als großzügiger Sieger im ideologischen Streit um die Urheberrechte gerieren.



MEINUNGSFREIHEIT

SOS-Mordbank knippst Politikplattform Licht aus

Hatten im Gegensatz zu mutmaßlichen Wirtschaftskriminellen einen schweren Stand vorm Berliner Landgericht: Unterstützer des Kunsthauses TachelesDie im Zuge der Finanzkrise mit Steuergeldern in Milliardenhöhe von den Bundesbürgern gerettete SOS-Mordbank hat den Protagonisten des weltbekannten Berliner `Kunsthauses Tacheles´ die Stromzufuhr gekappt. Nachdem die Zwangsverwalter der eigentlich dem Gemeinwohl verpflichteten ehemaligen Landesbank die Künstler bereits seit Jahren damit schikaniert hatte, ihnen das Wasser und die Heizung abzustellen, wird damit auch den einzelnen Gruppen und Initiativen, wie der Politikplattform moderne21, das Engagement im Haus nahezu unmöglich gemacht.

Anscheinend braucht es in Deutschland des Jahres 2012 nur den zu allem entschlossenen Zwangsverwalter einer in der Öffentlichkeit nicht nur unter ihrem ehemaligen Vorstandsmitglied Wonnenmacher als marode geltenden Bank und eines zweifelhaft agierenden `Security´-Dienstes, um die unbequemen Wahrheiten einer unabhängigen zivilgesellschaftlichen Kunst- und Politikplattform einen wichtigen Pfeiler ihrer Präsenz im öffentlichen Leben der Berliner Republik zu entziehen. Weder Kultursenator Klaus Wowereit noch dessen Staatssekretär André Schmitz hielten es bisher für nötig, die Gewalt gegen das Kunsthaus und die in ihm seit Jahren wahlbeheimateten Einzelkünstler und Gruppen beim Namen zu nennen, noch zu verurteilen, noch gar zu bekämpfen. Weil man ebenfalls ein Interesse hat am Verstummen namentlich der Initiativen `Gewalt geht immer´, `Wahlzusage´, `Dudelstopp´, `Wir sind wichtig´ sowie der Bündnisse `Berliner Mehrwert´ und `Kreative Mitte´ ? Man möchte diesen Gedanken am liebsten nicht zu Ende denken.

Gegen die SOS-Mordbank und deren Zwangsverwaltung wurde im Mai dieses Jahres Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Aachen wegen Insolvenzverschleppung und schwerem gewerbsmäßigen Betrug im Zusammenhang mit dem geplanten Quartier am Tacheles in Berlin-Mitte gestellt. Laut eines Hamburger Nachrichtenmagazins will die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen ehemalige Vorstände der maroden SOS-Mordbank erheben.

Einige Namen und Bezeichnungen wurden aus rechtlichen Gründen verändert


EXTREMISMUS

Wo Rechtsaußen und Linksaußen ineinander fließen

Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin-Prenzlauer PergNachdem die Delegierten DER LINKEN auf ihrem Erfurter Parteitag die Legalisierung `harter´ wie `weicher´ Drogen und die Delegierten der PIRATENPARTEI auf ihrem Parteitag in Offenbach ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert haben, scheint es an der Zeit, dass eine weitere dem linken Meinungsspektrum zuzurechnende Partei arbeitsteilig die Forderung nach einem Recht auf kostenlosen Geschlechtsverkehr - vulgo: Sex - mit attraktiven Dienstleisterinnen und Dienstleistern aufstellen sollte. Hier käme demnach die SPD, CDU oder FDP in Frage. Die Bürger würden solcherlei Ansinnen aller Erfahrung nach mit einer Wahlzusage bei den nächsten Urnengängen goutieren.

Der Gedanke an grassierenden Irrsinn beschleicht einen freilich auch bei sich weniger politisch gebenden Zeitgenossen der `bereichernden´ Art: Der Sprechsänger `Bushido´ (bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi) ist ein Berliner Gangsta-Rapper, dessen veröffentlichte, nach wie vor zum Erwerb freigegebene Texte für viele sich politisch links definierende Zeitgenossen den Anschein starker Menschenverachtung und extremer Frauen-, Amerika-, Israel- und Schwulenfeindlichkeit haben. Er wird von der überwältigenden Mehrheit deutschsprachiger Massenmedien dennoch nicht als rechtsradikal kritisiert. Die Begründung hierfür liegt auf der Hand. Das gleiche gilt für seinen Sprechgesangs-Kollegen `Sido´ (bürgerlich Paul Würdig), ebenfalls aus Berlin. Dessen Bemerkung während einer Wiener Gala „Ihr Österreicher habt uns da mal einen rübergeschickt, der uns Ordnung beigebracht hat!“ ist keinesfalls als rechtsradikale Sympathiebekundung einzuordnen. Da beide Sprechsänger also politisch nicht zu kritisieren oder gar als Gegner beim ebenfalls staatlich geförderten sogenannten `Kampf gegen rechts´ zivilgesellschaftlich zu bekämpfen sind, ist es als vollkommen unproblematisch einzustufen, dass ihre diversen (v.a. Film-)Projekte mit hohen Summen öffentlichen Geldes unterstützt (Deutscher Filmförderfonds u.a.) wurden. Hier wurde vielmehr sogar aktiv Integration betrieben.


POLIZEI

Rückzug der Kuscheltiger

Ehrliche und offene Worte sind von Gewerkschaftschef Bernhard Witthaut in der Zeitung `Der Westen´ zu vernehmen. Demnach sieht Witthaut die Selbstjustiz in den Problemvierteln bundesdeutscher Großstädte sowie expandierende private Sicherheitsdienste als Gründe für einen Rückzug der Polizei. In dem Interview zog er allerdings nicht, wie mancheine Fehlgeleitete oder manchein Fehlgeleiteter vermuten könnten, den Vergleich zwischen bundesdeutschen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten mit flauschigen und possierlichen Kuschelkätzchen.


GEWALTMUSIK I

Tödliche Schüsse wegen Hiphop-Party

abgeknippster LautsprecherDer Gevelsberger Frührentner Giovanni S. wurde nachts regelmäßig von seinem jungen Nachbarn mit lauter Hiphop-Musik mitbeschallt und litt daher unter starken Schlafstörungen. Als er sich an einem Samstagmorgen um vier erneut beim lautstark mit Freunden feiernden Giancarlo S. beschwerte, drohte ihm die Gruppe seiner Aussage nach mit dem Tod, falls er sich wegen der Ruhestörung an die Polizei wende. Daraufhin erschoss der Frührentner den arbeitslosen und als `Gelegenheitskiffer´ beschriebenen 25jährigen vor den Augen seiner Gäste in dessen Wohnung, ließ sich danach von der Polizei verhaften und wartet nun auf sein Urteil.

Da bei der Urteilsfindung der vorsitzenden Richterin Heike Hartmann-Garschagen medienwissenschaftliche Aspekte vermutlich keine größere Rolle spielen werden, sieht sich die Initiative `Dudelstopp´ zu einer Stellungnahme veranlasst, die einer moralisch motivierten Kritik an Medienkonzernen sowie Politik im Zusammenhang mit dem tragischen Tod des 25jährigen vorbeugen helfen soll:

In ersten Meldungen hieß es, aus dem Kreis der Feiernden sei eine Todesdrohung an Giovanni S. ausgesprochen worden, wenn er wegen der nächtlichen Ruhestörung die Polizei rufen würde. Nun verbreiten große Privatsender wie RTL und SAT1 seit über einem Jahrzehnt täglich um die Nachmittagszeit, wenn besonders viele Jugendliche und Arbeitslose vor dem TV-Gerät sitzen, Gerichts- und sogenannte Reality-Formate, bei denen sich Angehörige bildungsferner Milieus aus häufig sehr geringfügigen Anlässen gegenseitig harsch bepöbeln und verbal bedrohen.
Daher ist es möglicherweise kommunikationssoziologisch zu erklären, dass die nächtlich feiernden Gevelsberger bei ihrer Reaktion auf die Beschwerde des älteren Mannes ein Verhalten aufzeigten, das dieser falsch einordnen musste und ihn zu der weit überzogenen Reaktion veranlasste.


GEWALTMUSIK II

Keine mildernden Umstände für Todesschützen

Gegen Lärm sollten in einer zivilisierten Gesellschaft keine schweren Geschütze aufgefahren werden müssenIm Fall der tödlichen Schüsse wegen nächtlicher Hiphop-Musik in Gevelsberg äußert sich die industrienahe Musik-Initiative `Dudelstopp´ erneut. Man ist offenbar besorgt, dass ein zu mildes Urteil gefällt gegen den Täter Giovanni S. werden könnte.

Das Opfer Giancarlo S. wird in Presseberichten als Gelegenheitskiffer beschrieben. Es ist jedoch nicht so, wie häufig von unqualifizierter medizinischer oder psychologischer Weise behauptet wird, dass aus dem wiederholten Gebrauch sogenannter `weicher Drogen´ wie Marihuana tatsächlich zwingend Probleme für das soziale Miteinander der Bürger resultieren müssen – etwa aus einem mit drogenbedingten Persönlichkeitsveränderungen einhergehendes aggressiveres Verhalten. Wäre letzteres der Fall, würden sich seriöse politische Parteien wie `die Piraten´ und auch `die Linke´ in ihren jeweils aktuellen Programmen sicher nicht leichtfertig für eine Freigabe dieser Stoffe einsetzen. Der gelegentliche Drogenkonsum des Opfers kann daher sicher nicht als Indiz für die Verteidigung des Rentners Giovanni S. herhalten, der Gruppe der feiernden Jungen Leute eine aggressive und rücksichtslose Grundstimmung zu unterstellen. Dies würde vermutlich auch Jens Jessen vom ZEIT-Feuilleton so sehen, der jugendlichen Gewaltausbrüchen gegenüber autoritär eingestellten älteren Menschen bereits in der Vergangenheit viel Verständnis entgegen gebracht und sich damit wohltuend vom opferorientierten Bürger-Mob abgehoben hat.

Nicht selten ist in den kruden Thesen verschiedener Initiativen, die sich für den Schutz vermeintlicher Lärm-Opfer einsetzen, die Rede von sogenannter `Gewaltmusik´, die im zwischenmenschlichen Bereich als Waffe gegen Unterlegene eingesetzt werde. Die sich um die Zusammenarbeit mit der Musikindustrie bemühende Gruppierung `Dudelstopp´ bildet hier eine wohltuende Ausnahme und hofft, dass sich die zuständige Richterin Heike Hartmann-Garschagen von keinerlei Propaganda irgendwelcher selbsternannter Aktivisten beeinflussen lassen und sachlich urteilen wird.


unverbindliche Empfehlung
Jugendliche sind keine Straftäter
(Deutsches Ärzteblatt über einen
Psychologie-Kongress in Berlin 2012)