Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´



Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem
Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl.
Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und emotionale Stabilität ist kein Pappenstiel.
Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.Mehr zum Selbstverständnis des Projekts 'WIR-SIND-WICHTIG / Der Wirtschaft zuliebe'



Christoph Drobig (für die Initiative 'Wir sind wichtig')
BETROFFENHEIT

Am Anfang stand die 08/15-Strategie

Damit man mit der potentiell unbequemen Individualisierungskritik einen Fuß in die Tür der diesbezüglich sehr unzugänglichen Massenmedien bekommen konnte, setzte moderne21 für das 'wir-sind-wichtig'-Projekt zunächst auf den bewährten `Betroffenheits-Jargon´ bei der Öffentlichkeitsarbeit. Und das gleich mehrfach, damit es besser hielt.

# Millionen Existenzen verkorkst: Einsamkeit als Preis für ein marktkonformes Leben

# Entfremdung zwischen den Geschlechtern: Ego-Industrie weiterhin auf Wachstumskurs




Angela Jehring
GLOBALISIERUNG

Gut und Böse

Die forcierte Globalisierung fordert den Menschen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft ab. Oft ohne, dass diese sich dessen bewusst sind. Daher steckt zwar keine böse Verschwörung, aber weil der Verzicht auf Familienleben und emotionale Stabilität kein Pappenstiel ist, muss die `kreative Mitte´ den Menschen mit Zerstreuung Trost verschaffen.

# Hilfe für beste Freunde einsamer Singles: Hohenzollern-Prinzessin möchte Asylrecht für Hunde

# Verständlicherweise etwas übersensibel bei politischer Unkorrektheit: Die Single-Generation




Sven-Simon-Park in Hamburg-Rissen
DEMOGRAPHIE

Deutschland schafft sich ab ...

... und befindet sich dabei in guter Gesellschaft mit dem Rest der westlichen Welt. Worüber Selbsthasser und Misanthropen sich vielleicht zu Recht freuen, kann die Wirtschaft auf keinen Fall hinnehmen: Europa und Nordamerika müssen mit enormer Zuwanderung dagegen ankämpfen, aus quantitativen Gründen künftig eine kleinere Rolle in der Welt zu spielen.

# Liebling, ich habe das Volk geschrumpft: Zahlen, Daten, Fakten, Erbsenzählerei, Panikmache

# Gegen Familien-Spießer - für Individualisten: Die Prenzl- bzw. Schwabenbasher aus Berlin




Diskutant Wegner von den Prenzlbashern 2009 im `Kunsthaus Tacheles´
GENTRIFIZIERUNG

Vom Hype zum Bashing

Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist weit über die Grenzen der Hauptstadt bekannt und gilt gemeinhin sowohl als Synonym für erfolgreiche Gentrifizierung als auch als Geburtsstätte der `digitalen Bohème´ sowie des `Latte-Macchiato´-Kultes. Hier und dort regt sich im urbanen Nabel der Welt jedoch auch Widerstand gegen den Hype um die `Generation Single´.

# Politische Aktionskunst und soziale Kälte unter Merkel/Westerwelle : Neoliberales Dreamteam ?

# Haben bei uns das Layout mit dem Raute-Zeichen abgekupfert: Die Intelligenzler von #Occupy


'Wir-sind-wichtig' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'




Initiative WIR-SIND-WICHTIG
Impressum, Basis, alte Version




Video
Aktionsvideo 'Berliner Mehrwert'
BERL. MEHRWERT

Video
Video 'Ein Redakteur, wie er sein sollte'
REDAKTEUR




an dieser Initiative beteiligte Aktivisten und Schauspieler
Vera Göpfert, Christoph Drobig,
Nadja Grotefendt, Angela Jehring
Anthony Krauskopf, Nina Ernst.




Diskussion
Video-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-VIDEO

Diskussion
Audio-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-AUDIO




weitere Initiativen und Bündnisse unter dem Dach von `moderne21´
Lautsprecher an !: Dudelstopp
Verdrossenheit, ade: Wahlzusage
Justitia wacht: Gewalt geht immer





Zitate aus dem 'Wir-sind-wichtig'-Projekt
"Finden sie nicht auch, dass der Staat dem Glück des Menschen entgegen steht ? " (Robert Sheckley, Hörspiel 'Unter Kontrolle')
"Der moderne Mensch - auch wenn er vielleicht nicht so aussieht - ist sehr verwundbar und verunsichert."
(Sonja Peters, 'BÜNDNIS ZUR BEIBEHALTUNG DER EINWOHNERHÖHERWERTUNG')






Bündnis BERLINER MEHRWERT (Basisinitiative: WIR-SIND-WICHTIG)

Diskutant Daniel Fallenstein
BERLINER MEHRWERT I

Finanzielle Solidarität vs. Faulheit ?

Seit einiger Zeit ist das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' Gegenstand einer neuen Gerechtigkeitsdiskussion um die nicht zuletzt durch den Länderfinanzausgleich bedingte finanzielle Besserstellung der Hauptstädter auf Kosten der Steuerzahler in anderen Bundesländern. Berlin hat unbestreitbar eine gesellschaftspolitische Vorreiterrolle inne.

# Ursache und Wirkung: Finanzielle Solidarität und kreative Faulheit

# Südländer verneinen Berliner Förderungswürdigkeit: Unverdiente Probleme für Klaus Wowereit




Diskutantin Sonja Peters (Nadia Panknin)
BERLINER MEHRWERT II

Pluspunkte für Berlin

Die durch den Gesetzgeber geförderte Angleichung der Geschlechter, die in Berlin bereits besonders weit fortgeschritten ist und die das tägliche Zusammenleben weiblich und männlich geprägter Menschen weitaus erträglicher macht als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, ist nur ein Aspekt der Fortschrittsorientierung der Hauptstadt.

# Gesellschaftliche Vorreiterrolle der Spreemetropole: Weitere Pluspunkte für Berlin

# Einsamkeit als Preis postmoderner Vielfalt: Wir Berlinerinnen und Berliner zahlen ihn gerne


Extra
Die 'Wir-sind-wichtig'-Darsteller inmitten einer Auswahl von Mitwirkenden an allen Initiativen und Projekten der letzten acht Jahre (namentliche Nennung auf der Seite der jeweiligen Initiative bzw. des jeweiligen Projekts)
MITWIRKENDE

Fotostrecke
Fotostrecke zum Projekt 'Wir-sind-wichtig'
WIR SIND WICHTIG




Diskussion
Diskussion zum Thema 'politische Aktionskunst'
AKTIONSKUNST

zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Kreative Mitte´
KREATIVE MITTE




Gender-Spezial
Moderne Frauen sind keine Tussis,
Moderne Männer keine Opfer.







ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





Hauptstadtjournalist (für die Initiative `Wir-sind-wichtig´) KONFORMISMUS

Wir sind wichtig und angepasst

Ausschnitte aus zwei Videos der Initiativen `Wir sind wichtig´ und `Wahlzusage´ stellen ansatzweise den Kontrast zwischen dem Primat eines starken Staates (in diesem Fall à la Russland) sowie einer starken Wirtschaft (à la Bundesrepublik) und ihren Auswirkungen für die Menschen heraus.

Ein Journalist bekennt: „Ich habe mich gerade beim Fernsehen beworben, denn ich bin Journalist und muss an meine Zukunft denken. Als Zusatzqualifikation kann ich anführen, dass ich gerade ein Jahr auf Volontariat in Russland war. Wie die Obrigkeit sich fürsorglich um ihre Bürger kümmert, weiß man dort sehr genau. Ich hab da einiges lernen können. Inzwischen machen mich abweichende, schädliche Meinungen richtig wütend.
Dann gibt es natürlich noch `Angst´ als ganz wichtigen Gegenstand für die Arbeit bei den Medien. Dafür hab´ ich zum Glück ebenfalls ein gutes Gespür. Die nächste Vogelgrippe kommt ganz bestimmt. Und falls nicht, werden gute Redakteure gebraucht, die Ersatz finden. Zulässige Alternativen sind Armut -ganz groß im Kommen- , Alter, Kriminalität ... Gegen die helfen natürlich nur die Experten vom Staat. Und der wird demnächst hoffentlich auch für meine Bezahlung sorgen.“

Eine Marktliberale erzählt: „Die Wirtschaft braucht den Menschen. Der könnte zwar auch ohne sie existieren, aber das wäre sicher ein sehr armes Leben. Wir haben nun einmal ein sehr hohes Konsumniveau erreicht, von dem er jetzt schlecht wieder herunter können. Sollen wir uns etwa zurückentwickeln ? Wieder in Familienverbänden leben und freiwillig auf Einkommen verzichten ? Das können doch auch die machen, die sonst nichts können.
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht: Aber wenn die Wirtschaft dieses Jahr nicht wächst, sondern vielleicht sogar schrumpft, wird mir Angst und Bange. Um diese Katastrophe abzumildern, brauchen wir noch mehr Opferbereitschaft bei den Bürgern, mehr Flexbilität. Sinnfragen müssen jetzt mal etwas hintenanstehen. Trotzdem dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht umgekehrt.“


BILANZ

Nun mach mal halblang !

Eine junge Frau sitzt einsam und zweifelnd auf einer Parkbank. Mit einem Mal hört sie eine innere Stimme sprechen:

Hauptstadtjournalist (für die Initiative `Wir-sind-wichtig´)„Niemand mit einem lebendigen Innenleben ist wirklich `einsam´ zu nennen. Was sind schon Freunde gegen ein gutes Buch, in dem man abends gemütlich auf dem Sofa liest ? Was ist ein Liebhaber oder Ehemann gegen die einzigartige Musik von Bach auf einer unvergänglichen CD oder die perfekt inszenierte Traumwelt auf einer romantischen DVD ? Was sind schreiende und plärrende Kinder gegen einen ergebenen Vierbeiner an Deiner Seite ?“ Die junge Frau ist nicht überzeugt und stellt fest „Was das eine gegen das andere ist ? Also, ich komme immer mehr zu dem Schluss: eine ganze Menge ! Wenn ich tauschen könnte, würde ich nicht zögern. Ich würde gerne anders leben - inzwischen.“

Ihre innere Stimme stellt fest: „Du kannst nicht mehr tauschen. Du hast schon vor Jahren die Weichen für ein modernes Single-Dasein gestellt.“, und verabschiedet sich mit den Worten „Einen Moment, bitte – mein Typ will gerade was von mir. Er wartet so ungern. Bin gleich wieder da.“, um dann aber erneut zu erscheinen als die junge Frau mit ihrer Bilanz fortfährt: „Alle - ohne Ausnahme - haben mir zu einer erfolgreichen Karriere geraten.“ Die Stimme ergänzt: „Starke Frauen, moderne Männer, Politiker, Wirtschaftsfunktionäre, Freunde, Bekannte, Kollegen ... Niemand einzelnes sondern die Summe aller. Der Zeitgeist der letzten drei Jahrzehnte.“ Die Frau geht scheinbar darauf ein und konstatiert: „Alle wollen sie mein Bestes. Das perfekte Leben: mobil und flexibel. Schade nur, dass es niemand mit mir teilt außer Dir.“ Die innere Stimme versucht zu beruhigen: „Du hast getan, was die Gesellschaft von Dir erwartet und große Opfer gebracht.“ Die junge Frau zeigt sich jedoch unversöhnlich: „Ja. Ich würde mich nur zu gerne bei jemandem persönlich dafür bedanken.“ Daraufhin verabschiedet sich die innere Stimme: „Ich haue ab, ich hab´ noch was anderes vor.“



Journalisten während einer Vernissage im Berliner `Kunsthaus Tacheles´, 2011 MENTALE MOBILITÄT

Der Gedanke zählt, nicht der Standort

Da uns fast sofort nach Veröffentlichung unseres `Manifests der kreativen Mitte´ eine Reihe von Zuschriften aus diversen Teilen Deutschlands erreichten, möchten wir hier Folgendes konstatieren:

Einige Kreative aus Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und München waren zunächst etwas verwirrt: Der Begriff der 'kreativen Mitte', wie in die Akteure der Politik- und Kunstplattform moderne21 um Sonja Peters, Ludo Kamberlein, Dorothea Graumer und Hartmut Lühr sehen, ist natürlich nicht auf den Regierungsbezirk der deutschen Hauptstadt beschränkt. Jenseits des 'Kunsthauses Tacheles' und der 'Hackeschen Höfe' wird im künstlerischen Bereich selbstverständlich ebenfalls viel für die Gegenwartskultur der Bundesrepublik geschaffen, das steht außer Zweifel. Selbst in der Hauptstadt bleibt schließlich längst nicht alles künstlerische Leben auf den Innenstadtbezirk beschränkt, wie das Beispiel Martin Kippenberger, der in „Kippenbergers Büro“ Ausstellungen junger Künstler zeigte und vor allem in Kreuzberg und Charlottenburg aktiv war.
Bei der 'gewissen Art des Denkens, Handelns und Kunstschaffens' der Kreativen Mitte handelt es sich nach Aussage von Dorothea Graumer, dem jüngsten Neuzugang der Plattform moderne21, vielmehr um eine Einstellung. Bei Nachfrage kann man von ihr erfahren, dass es dabei vor allem darum geht, dem 'Mainstream' zu misstrauen und Außenseitern sowie vermeintlichen Losern eine Chance zu geben: "Am deutlichsten wird das Ganze, wenn es zum Beispiel um die Frage des geeignetsten Mediums geht, das man für die Vermittlung künstlerischer Inhalte und politischer Aussagen wählt. Der Mainstream setzt hier vor allem auf das Medium 'Film', während wir uns bei den Projekten und Initiativen unserer Plattform gerne auf das unpopuläre und angefeindete Medium 'Hörspiel' einlassen. Damit kommen Sie in Feuilletons meist nicht weiter, aber kritische Kunstkonsumenten wissen es dennoch oder gerade deshalb zu schätzen."

GLEICHBERECHTIGUNG

Moderne Frauen

vornehmlich weiblicher MenschWer würde nicht auf Dauer Verhärmt oder frustriert, wenn einem immer wieder der zustehende Respekt und die verdiente Anerkennung für geleistete Arbeit und für Opfer vorenthalten werden ? Moderne Frauen jedenfalls widerstehen dieser Versuchung - auch wenn sie vielfach gegen bösartige Klischees ankämpfen müssen, die von `glücklichen´ Familienmüttern oder konservativen Männern in die Welt gesetzt wurden, um den fortschrittlichen Liliths ihr selbstbestimmtes Leben zu versauern.

Auf musikalischer Ebene legten vor 16 Jahren die frechen Tic Tac Toe in der Bundesrepublik den Grundstein für gleichberechtigtes Gedudel. Sabrina Setlur, deren feminine Ausstrahlung durch ihre Vorliebe für Fäkalausdrücke keinen Schaden nahm, konnte erfolgreich darauf aufbauen. Vollendet wurde diese Entwicklung schließlich von der pornorappenden Lady Bitch Ray. Die Multikulti-Gesellschaft bescherte damit diesem Land eine Reihe ausgezeichneter Sängerinnen, die ihren Macho-Kollegen kein bisschen nachstehen.
Auch im Privatleben sehen sich in Karriere und Beruf erfolgreiche Frauen häufig von fortschrittsblinden Männern ignoriert oder mit der `Begründung´ zurückgewiesen, dass `man(n) sich lieber an das Original halte´, seine Freizeit daher bevorzugt mit seinen Kumpels verbringe und seine übrigen sexuellen Bedürfnisse mit Hilfe von Liebesarbeiterinnen bewältige. Da Prostitution hierzulande anders als im fortschrittlicheren Schweden für die männlichen Freier noch nicht strafbar ist, muss diese Haltung als diskriminierend gesehen werden.

Militärisch ist es ein Fortschritt, wenn Feinde der offenen Gesellschaft künftig von Frauen und Männern gleichermaßen staatlich angeordnete körperliche Gewalt zugefügt bekommen. Die geringere Kampfkraft von Frauen, die Jahrtausende bei der Kriegführung berücksichtigt wurde, ist im High-Tech-Zeitalter obsolet geworden. Moderne Frauen sind damit nicht nur die besseren, die `neuen´ Männer, sondern auch die vollkommeneren Kämpferinnen.
Schließlich tritt dadurch, dass die harmonische Konsensfindung zunehmend an Bedeutung gewinnt, die harte Konfrontation zwischen unterschiedlichen Meinungen immer mehr in den Hintergrund. Die Political Correctness - gestützt von den Expertinnen und Experten aus Brüssel - setzt sich auf allen Ebenen immer mehr durch und auch die Politik in Deutschland wird dank Quotenregelungen erfreulicherweise immer femininer.


GLEICHSTELLUNG

Moderne Männer

vornehmlich männlicher MenschMit wem sollen moderne Frauen im Einklang die Basis für eine gerechte und gute Gesellschaft legen, wenn nicht mit einer neuen Generationen fortschrittlicher Männer ? Diese sehen sich allerdings immer noch häufig Schmähungen und Spott von Seiten nach wie vor dem Patriarchat höriger altmodischer Frauen sowie sogenannter `richtiger´ Männer ausgesetzt, die Gender-Mainstreaming fälschlicherweise für einen ganz schlechten Scherz und Frauenbeauftragte für die Rache enttäuschter `Emanzen´ halten.

`Was sind das für altmodische Männer, die im öffentlichen Raum andere anherrschen, ihre Musik leiser zu stellen ? Auf was für ungute Normen und Werte aus düsteren deutschen Zeiten berufen sie sich ? Waren das nicht sehr autoritär - also patriarchalisch - geprägte, unmenschliche Zeiten ?´, fragen sich fortschrittliche Männer heutzutage zu recht. Deshalb haben sie für Appelle [ein Ausdruck aus dem Militär-Jargon] an die `Rücksicht´ vornehmlich vaterlos aufwachsender junger und hoffnungsvoller Störenfriede wenig bis kein Verständnis.
Moderne und gerechte Gesellschaften haben kein Problem mit dauerpubertierenden, erwachsenen Männern, die sich mit Computerspielen und Jugendfilmen vor gereifter Verantwortung `drücken´: Besser, die erwachsenen männlichen Bürger der Bundesrepublik bleiben `große Jungs´ als dass sie `echte Männer´ werden - mit allen negativen Begleiterscheinungen. Volker Beck und Andrea Nahles würden dieser Einsicht sicher nicht widersprechen.

Völlig überbewertet werden verantwortungsvolle Berichte der Boulevardmedien, nach denen häusliche durch Frauen ausgeführte Gewalt gegen Männer ein nicht zu unterschätzendes Problem in der Bundesrepublik darstellt, das den Blick auf das Gesamtphänomen `Macht´ nachhaltig verändern dürfte. Die Tatsache, dass diese vermeintliche Form von Gewalt kaum in einschlägigen Statistiken auftaucht, hat mit Sicherheit nichts mit tradiertem männlichen Schamgefühl in dieser Beziehung zu tun.
Seit Jahrhunderten schließlich hat von Männern dominierte Politik überwiegend Unglück vor allem über Frauen gebracht. Mit der neuen Quotenpolitik, die von der politischen Linken bis zur politischen `Bürgerlichen´ (um an dieser Stelle kein vollkommen zu recht diskreditiertes Adjektiv zu verwenden) unterstützt wird, neigt sich diese Ära ihrem Ende entgegen. Es wird eine Zeit folgen, die vollständig vom exakten Gegenteil geprägt sein wird.


KUNST UNTER SCHWARZGELB

Politische Farbenlehre spielt kaum eine Rolle

Patrique Stach ('Bleib passiv') und Markus Wegner ('Prenzlbasher'), 2009 im Berliner 'Kunsthaus Tacheles'Im Berliner 'Kunsthaus Tacheles' diskutierten Filmproduzent Sven Wegner und Politaktivist Patrique Stach mit dem Mediensoziologen Hartmut Lühr die Frage, ob politische Aktionskunst in den letzten Jahren zu `handzahm´ geworden ist. Die Antwort fiel uneinheitlich aus. Dass sich mit der neuen schwarzgelben Bundesregierung die Bedingungen für künstlerische Kritik an gesellschaftlichen Misständen ebenfalls verändert hätten, wurde hingegen mehrheitlich verneint.

Wegner, der zuletzt mit dem Webisode-Projekt Prenzlbasher auf MySpace gegen das neue Spießertum im einstigen Berliner Avantgarde-Stadtteil Prenzlauer Berg zu Felde zog, räumte ein, dass man sich insbesondere im Internet den modernen Sehgewohnheiten der Netzgemeinde ein gutes Stück anpassen müsse, wenn man gegen die überwältigende Konkurrenz gänzlich unpolitischer Spaßvideos bestehen wolle. Subtilität als Stilmittel sei in der Konkurrenz mit den Sidos und Lemmys leider nicht das Mittel der Wahl, wenn man möglichst viele Zuschauer erreichen wolle. Dennoch seien eine Reihe von Medienprofis, wie z.B. der RBB und auch Teile der Berliner CDU, zunächst auf die satirischen Attacken gegen Windhundebesitzer, Doppelkinderwagen-Schieberinnen und Exil-Schwaben hereingefallen.
Die ideologische Färbung der jeweils amtierenden Bundesregierung spielt nach Patrique Stach vom Projekt Bleib passiv für politische Aktionskunst kaum eine Rolle. Zwar erwarte er, dass nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen "noch einige Masken fallen werden", er empfinde die Frage nach den jeweils dominanten Parteien und Politikern innerhalb der gegenwärtigen Machtstrukturen in der Bundesrepublik jedoch als nachrangig und nahezu beliebig. Seine Arbeit im eher basisdemokratisch ausgerichteten Projekt 'Bleib passiv' ziele in erster Linie darauf ab, Menschen auf den permanenten Konsumdruck und andere Ablenkungsmanöver der herrschenden Klasse aufmerksam zu machen, die eine demokratischere Gesellschaft verhinderten.
Hartmut Lühr von der Satireplattform moderne21 stimmte sowohl mit Patrique Stach als auch mit Sven Wegner darin überein, dass für die Zukunft unter Schwarzgelb kein Mangel an wichtigen Themen für politische Aktionskunst zu befürchten sei.


Ein Stein auf dem anderen STRATEGIE I

Handzahme Systemkritik ?

Bis vor kurzem galt die Politik- und Satireplattform moderne21 noch als aggressiv und unversöhnlich. Inzwischen geben sich ihre Aktivisten moderater. Und haben damit Erfolg.

Die Macher von moderne21 betreuen von Berlin aus vier Projektreihen. Das ist deutlich weniger als stark unterstützte Initiativen wie „die Gesellschafter“ oder die parteinahen Stiftungen anbieten und schlägt daher laut Initiator Hartmut Lühr lediglich „mit Kosten im Promillebereich entsprechender offizieller Budgets“ zu Buche. Was der Aktionskünstler verschweigt ist, dass der Grad der Selbstausbeutung seiner Mitstreiter, die allesamt der neu entstandenen 'digitalen Bohéme' (Sascha Lobo, Holm Friebe) zuzuordnen sind, sehr hoch sein dürfte. Möglicherweise macht aber auch die inhaltliche Konzentration auf besonders sinnbildliche Probleme moderner Gesellschaften - wie Entwurzelung und Gewalt - die Stärke der ausgewählten Projekte aus, die in erster Linie über Videos und öffentliche Diskussionen ihr Publikum finden. Auf der Startseite des eigenen Internetauftritts heißt es bescheiden: „Wir geben jenen Fehlgeleiteten eine Stimme und ein wenig Halt, die fälschlicherweise meinen, sie würden von staatlichen Institutionen bevormundet, von Politikern übervorteilt oder von der Wirtschaft ausgebeutet.“ Das klingt wenig spektakulär aber möglicherweise lassen sich gerade mit diesem wenig subversiven und dafür umso gefühlsbetonteren Stil bereits verloren geglaubte desillusionierte Menschen für das System der parlamentarischen Demokratie zurückgewinnen.
Vor etwas mehr als einem Jahr hielt man bei moderne21 noch die Selbstbestimmung des Individuums als Ideal hoch und kritisierte im Rahmen der vier Projekte Wir-sind-wichtig, Wahlabsage, Dudelstopp und Gewalt-geht-immer Phänomene wie politische Denkverbote oder die Zunahme vorzivilisatorischer Verhaltensweisen im täglichen Leben. Inzwischen hat man sich weiter entwickelt, hat sich der grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus durch die maßgeblichen politischen Kräfte angeschlossen und mahnt folgerichtig einen kontinuierlichen Ausbau des Wohlfahrtsstaates an.


Kindergarten STRATEGIE II

Späte Einsicht oder gar Reue ?

Bei der Berliner Politikplattform moderne21 hat man eingesehen, dass dem Staat wachsende Verantwortung für die Bürger zukommt, die - in die richtigen Bahnen gelenkt – möglicherweise sogar Zufriedenheit und Zuversicht bei den Menschen stärken kann.

Die Aktivisten um Hartmut Lühr haben man begriffen, dass Bestrebungen nach mehr individuellen Freiheiten durch den rapiden Abbau familiärer und sozialer Bindungen der Menschen immer mehr der Boden entzogen wird. Vor diesem Hintergrund an sozialemanzipatorischen Zielen festzuhalten, hieße die Lebenswirklichkeit einer wachsenden Bevölkerungsmehrheit zu ignorieren und so das Unbehagen der durch ihren rasanten Wandel zutiefst verunsicherten Gesellschaft unnötig zu verstärken. Mit dem neuen moderateren Stil hat man bei moderne21 offenbar viel dazugelernt. Ob die Einsicht in frühere Fehler authentisch ist, innerer Überzeugung entspringt oder einfach nur Teil einer neuen Verwirrungsstrategie gegenüber der gutgläubigen Öffentlichkeit ist, muss sich erst noch herausstellen. Jedenfalls könnte es das demokratische Miteinander in der Bundesrepublik tatsächlich stärken, wenn es gelänge, ehemals unberechenbare Freigeister in offene Politik- und Kunstplattformen wie moderne21 einzubinden, damit sie sich dort an einer fruchtbaren öffentlichen Diskussion über die Zukunft der Gesellschaft beteiligen. Tatsächlich scheint die Bindungskraft der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik größer als lange Zeit angenommen.
Der Beweis, dass die Akteure um Lühr nach früheren Misstönen tatsächlich geläutert ihrer Verantwortung als öffentliche Meinungsmacher gerecht werden, steht noch aus. Zunächst sollten sie einfach beim Wort genommen werden, wenn sie vorgeben, den konstruktiven Dialog mit den Mächtigen suchen und auf diese zugehen zu wollen, „um sie brüderlich zu umarmen“. Letzteres ist hoffentlich nicht doch als versteckte Drohung zu interpretieren.


POLITIK

Walpurgisnacht in Nord-Korea ?

Der real existierend Sozialismus ist erfahrungsgemäß reich an Zäunen. Na und ? Während hochbezahlte Experten warnen, das Grönland-Eis werde komplett abschmelzen, wenn die Menschen der nördlichen Hemnisphäre sich nicht endlich unter ein striktes Öko-Regime begeben, sind von verantwortungslosen Zeitgenossen Statements zu vernehmen, wie: "Unsere tägliche Katastrophenmeldung gebt uns heute, liebe Experten ! Mit Dank von jemandem, den ihr in seiner Jugend mit den Meldungen vom unausweichlichen Waldsterben kirre gemacht habt."

Die Planungen zur antikapitalistischen `Walpurgisnacht´ (`Gegen Rassismus und Ausgrenzung - für eine solidarische Gesellschaft´) im ehemaligen Arbeiter-(und jetzt HartzIV-)Stadtteil Berlin-Wedding wurden dieses Jahr leider von billiger Polemik begleitet. So wurde etwa gefragt: `Wenn man den Sozialismus wirklich authentisch im Wedding simulieren wollte, müsste man noch eine Mauer um den Ortsteil ziehen. Denkende und arbeitende Menschen verlassen nämlich erfahrungsgemäß spätestens nach ein paar Jahren ein Land, wenn dort weltfremde gesellschaftspolitische Menschenexperimente durchgeführt werden, bei denen einige wenige Bonzen auf Kosten der anderen leben wollen.´ Gemeinheit ! Auch die Beispiele der jeweils für ihre Bürger ausreisesicheren letzten realsozialistischen Staaten Nord-Korea und Kuba sind an dieser Stelle durchaus nicht hilfreich.

Im ARD-Presseclub diskutieren wöchentlich und geschlechterparitätisch besetzt jeweils zwei Journalistinnen und zwei Journalisten über aktuelle politische Themen. Nun kursieren Gerüchte, parallel solle auf einem Ausweichsender unabhängig politisch korrekter Quotierungen eine formal gleiche Sendung mit repräsentativer Journalistenbeteiligung gesendet werden, was de-facto zwar keine Journalistinnen ausschlösse, vermutlich über dennoch überwiegend auf Männerrunden hinausliefe. Als krudes Argument wird das im Gegensatz zum Anschein, den öffentlich-rechtliche Sendungen wie der Presseclub aus guten Gründen erwecken, lebensweltlich faktisch weit geringere Interesse von Frauen an politischen Themen angeführt. Auch die geringere Aggressivität und größere Konformität von Pressemitarbeiterinnen wie Merlind Theile oder Ines Pohl gegenüber Gabor Steingart oder Henning Krumrey spielten demnach eine Rolle, warum die überwiegend männlichen Zuschauer von Polittalk beim Anblick zu vieler Quoten-Journalistinnen den Kanal wechselten. Dennoch ist die Einführung eines vermeintlich `repräsentativen´ Presseclubs der Einschaltquote oder der Unterhaltung der Zuschauer wegen abzulehnen. Sie würde nur dazu führen, dass unzutreffende Vorurteile mangelnden weiblichen Politikinteresses verstärkt werden könnten.


STEUERN

Akzeptanz von Steuern in Gefahr

Immer mehr Menschen wollen dem Staat das ihm zustehende Geld vorenthaltenWie sich sehr positive und humanistische Phänomene durch destruktive Kräfte in ihr Gegenteil verkehren lassen, ist gegenwärtig anhand eines unschönen Phänomens zu beobachten: Öffentliche ideologische Bekenntnisse von Bürgern und Prominenten. In Deutschland trat unterstützt durch die Sozialdemokratie in den siebziger Jahren eine beachtliche Anzahl von Frauen ins Rampenlicht der Massenmedien mit dem engagierten und mutigen Bekenntnis, abgetrieben zu haben. So weit so gut für die gerechte Gesellschaft.

Nun sehen sich neuerdings jedoch ermutigt durch den politischen Liberalismus (Wahlkampfslogan `Mehr Netto vom Brutto´) hierzulande Normalbürger verstärkt dazu berufen, ihren Unmut gegenüber einer vermeintlich zu hohen Steuerlast hierzulande kundzutun. Noch haben sich mit dem für seine politischen Geisterfahrten bekannten Provokationskünstler Leo Greller (`Ich würde meine Steuergelder lieber für mich selbst ausgeben´) allenfalls Prominente der `D-Kategorie´ zu diesem gefährlichen Irrsinn bekannt - aber es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann auch höherwertige Personen des öffentlichen Lebens diesem unguten Trend folgen werden. Glücklicherweise haben sich für ihren eigenen Kopf und Starrsinn bekannte Persönlichkeiten wie etwa Karl Lagerfeld, Henryk M. Broder, Dieter Bohlen oder Robert Geiss zum Thema `Lebensfreude durch Steuernzahlen´ geäussert - dies scheint jedoch erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit zu sein.

Daher erscheint es notwendig, eine Ächtung oder auch eine juristische Generalprävention gegen die Gefährlichkeit des öffentlichen Leugnens der Notwendigkeit, Steuern an den (Sozial-)Staat zu zahlen, ins Leben zu rufen. Es wäre zu überlegen, sogar von mentaler Gewalt - ähnlich wie bei Rufmord oder Beleidigung - zu sprechen, wenn Menschen öffentlich erklären, dass sie wichtige und von verlässlichen Steuereingang abhängige Funktionen des Staates nicht mehr unterstützen möchten, wie die Beseitigung der Ungleichheit zwischen den Menschen, die Stärkung der Europäischen Einheit in Brüssel, die Unterstützung neuer vielfältiger urbaner Lebensstile und die Integration von Migranten. Es muss vorbeugend dagegen vorgegangen werden, dass solche menschenverachtenden Ansichten verstärkt in Umlauf gebracht werden.


Mit dem Fahrrad gelangt man in Windeseile von Charlottenburg nach NeuköllnPROMINENTE

Zwei Berliner, bitte !

Der eine wohnt im ollen Berlin-Charlottenburg, der andere im hippen Berlin-Neukölln: Der Sprechsänger Sido logiert in Charlottenburg, der krude Bestseller-Autor Sarrazin in Neukölln. Oder war´s doch umgekehrt ?

Zum Film Blutzbrüdaz wurde auf dem Intellektuellen-Sender `Kabel 1´ um 17:30 Uhr (!) ein Ausschnitt gezeigt, in dem eine Frau den Protagonisten Sido fragt `Schatzi ? Soll ich dir einen blasen ?´, worauf dieser antwortet `Nee, mach ich selber.´ Dem Vernehmen nach wurde das überaus wichtige und wertvolle Werk mitfinanziert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Da fragt man sich ersthaft: Warum fördert eigentlich das Institut für deutsche Sprache die `Blutzbrüdaz´ nicht ?

Öffentliche Institutionen sind indes nicht gegenüber allen Bürgern derart nachsichtig und großzügig - zwischen Fördern und Abwatschen verläuft in diesem Land oft nur eine schmale Linie: So wurde der ehemalige Bundesbanker und Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) in Medien und Öffentlichkeit heftig für seinen Aktionismus rund um sein Kondolenzbuch `Deutschland schafft sich ab´ kritisiert. Dies scheint insofern ungerechtfertigt als `die Deutschen´ sich ja tatsächlich zum allerersten Mal in ihrer Geschichte anschicken auszusterben. Diese Möglichkeit erschien weder nach dem 30-jährigen- noch nach dem zweiten Weltkrieg realistisch. Würde hingegen Sarrazin sein Buch erst in 300 Jahren schreiben, wenn `die Deutschen´ die Erfahrung des Aussterbens bereits zwei- oder dreimal hinter sich gebracht hätten, schiene es hingegen deutlich berechtigter als heuer, einen wichtigtuerischen Ex-Politiker für die von ihm mitverantwortete Panikmache zu schelten.


Manager beim Golfspiel SYMPATHIETRÄGER I

Die Möglichkeit von Profitum

Immer mehr Menschen glauben, dass ihnen von den Massenmedien ein falsches Bild der Realität vermittelt wird, dass sie von den großen und mächtigen Wirtschaftsunternehmen ausgebeutet und dass sie von Politikern der verschiedensten Parteien übervorteilt werden. Wir interessieren uns bei all diesen Themenkomplexen lediglich für die jeweilige „Möglichkeit von Profitum“.

Daher plädieren wir dafür, dass die Massenmedien ihre Konsumenten möglichst professionell informieren – egal, ob sie diese nun mit Szenarien unausweichlich erscheinender Bürgerkriege in Europa verängstigen oder ob sie sie mit der Aussicht auf sichere Renten und einen harmonisch vonstatten gehenden Bevölkerungsaustausch beruhigen. Ebenfalls möchten wir ausschließlich Profis in den Führungsetagen der großen Unternehmen sehen – unabhängig davon, ob deren Manager sich für den Erhalt oder gar den Ausbau von Arbeitsplätzen verantwortlich fühlen oder ob sie jungen Menschen, die im passenden Alter für Familiengründungen sind, das Leben mit Forderungen nach mehr räumlicher Mobilität erschweren. Schließlich würden wir es begrüßen, wenn die Politiker der führenden Parteien so profihaft wie möglich regieren würden – ganz gleich, ob sie planen, den Bürgern in Zukunft mehr Freiheiten zugestehen zu wollen oder ob sie vorhaben, deren Abhängigkeit von staatlichen Kontrollinstanzen weiter zu vergrößern.
Wir plädieren für die Möglichkeit von mehr Profitum in allen diesen wichtigen Bereichen – dies ist für uns ein Wert an sich, zu dem wir stehen und dies nicht nur im Rahmen dieser politisch korrekten Satire. Wir wollen damit der freien Politik- und Kunstplattform moderne21 den Rücken stärken, deren Macher nun bereits seit einigen Jahren ebenfalls ein gutes Beispiel für die professionelle Unterstützung der Mächtigen innerhalb eines politischen Systems liefern.


Die Politik- und Satireplattform moderne21 setzte sich in den letzten Jahren energisch für das mittlerweile zwangsgeräumte weltbekannte Berliner `Kunsthaus Tacheles´ ein. Stellvertretend für alle vier m21-Initiativen werden Texte mit Tacheles-Bezug, die aus dem genannten Zeitraum stammen, der Initiative `Wir-sind-wichtig´ zugeordnet:


DILETTANTISMUS

Fehlende Schlüssel zum Verständnis

Tacheles-Sprecherin L. Cerna berichtet während `Queer Riot for Tacheles´ über die Verwendung der symbolischen Tacheles-Schlüssel durch Bürgermeister und `Kultur´Senator Klaus Wowereit (SPD)Im Juni 2012 übergaben die Unterstützerinnen und Unterstützer des weltbekannten und von Zwangsräumung durch eine Bank bedrohten `Kunsthauses Tacheles´ dem Regierenden Bürgermeister von Berlin symbolisch den Schlüssel zu den Räumlichkeiten an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte. Gleichzeitig warfen sie ihm in einem offenen Brief vor, die alleinige Verantwortung für das bevorstehende Aus des weltweit bekannten Kunsthauses zu tragen.

Was tat Klaus Wowereit mit dem ihm symbolisch übersandten Schlüssel ? Er hatte nichts Eiligeres zu tun, als ihn direkt an die Anwälte weiterzuschicken. Kaum zu glauben: Die offenbar komplett weltfremden Anwälte haben mit den symbolisch übergebenen Schlüsseln versucht, sie vor Ort im Kunsthaus Tacheles zu benutzen. Nachdem sie offenbar stundenlang nach den vermeintlich zugehörigen Räumen gesucht hatten, war ihnen dann wohl irgendwann ein Licht aufgegangen, was es mit taktischer Symbolik in einem Kampf mit sehr ungleichen Gegnern auf sich haben könnte. Es waren wohl über ein Dutzend Schlüssel, die sie recht tapfer einzeln an jeder ihnen zugänglichen Tür des Kunsthauses ausprobierten.

Bei allem angebrachten Amüsement bezüglich offenkundig unfähiger Anwälte und scheinbar korrupter Politiker: Es scheint bei genauerem Nachdenken erschreckend, dass Kultursenator Wowereit den besagten Schlüsselbund offenbar ohne zu zögern und bar jeder moralischer Skrupel an jene Kräfte weitergibt, die im Tacheles in rechtswidriger Weise - wie es von Gerichten (leider erst im Nachhinein) festgestellt wurde - gewaltsam Kunst zerstört haben. Kultursenator Wowereit weiß dies sehr genau, denn Unterstützerinnen und Unterstützer der Künstler waren persönlich beim Kultursenat, um mit den Funktionären über die angerichteten Schäden zu reden, die international für Schlagzeilen sorgten und das Image Berlins als weltoffene und kunstaffine Stadt leider sehr negativ beeinträchtigten.


INKOMPETENZ

Überfordert durch Symbolismus

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit arbeitet selbstverständlich für die Bürger und nicht für die AnwaltsindustrieSchon bevor die von der Anwaltsindustrie drangsalierten Künstler und Aktivisten des Berliner `Tacheles´ in einer symbolischen Aktion den Schlüssel des Hauses dem Kultursenat der Stadt übergaben, war diesem bekannt, dass der Sicherheitsdienst des von der SOS Mordbank eingesetzen Zwangsverwalters mit illegitimen Mitteln der Gewalt mehrmals versucht hatte, den Widerstand der Künstler und Unterstützer des `Tacheles´ in der Oranienburgerstraße zu brechen. Dies geschah zum Schaden der Kunst, der Kulturszene der Stadt, aber auch des Ansehens von Berlin weltweit.

Ausgerechnet diesen Kräften schickt also der Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD), kaum dass er sie in einer stilvollen wie verzweifelten Geste der Künstler erhalten hat, die Schlüssel. Wohl so ziemlich jede Journalistin und jeder Journalist, denen ein Minimum an Verständnis für Kunst und Kultur unterstellt werden kann, haben die Symbolik in der Übergabe der Schlüssel an den obersten Kunst- und Kulturfunktionär Wowereit erkannt - zumal parallel zu der Abgabe der Schlüssel auch ein erklärender offenener Brief an den Berliner Kultursenat publiziert wurde. Lediglich Klaus Wowereit und seiner rechten Hand Andreas Hans Gert Schmitz-Schwarzkopf schien sich die Symbolik des Akts der Hilflosigkeit der Künstler nicht zu erschließen. Falls sie sich im Umkehrschluss dessen doch bewusst gewesen sein sollten und dennoch wie beschrieben handelten bliebe als Umkehrschluss nur übrig, die beiden als willfährige Büttel der Rechtsanwalts- und Finanzindustrie zu bezeichnen, was mit Sicherheit unzutreffend wäre.

Wie man den Unterstützern und Künstlern des `Tacheles´ unterstellen kann, dass sie, nachdem über 200.000 Menschen aus aller Welt eine Petition zum Erhalt des Kunsthauses unterschrieben hatten und es zahlreiche Demonstrationen und erheblichen eMail-Protest gab, die bekannte Institution einfach aufgeben, bleibt das Geheimnis von Klaus Wowereit und seinen Genossen.


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