Initiative `Gewalt geht immer / violare humanum est'Initiative `Gewalt geht immer / violare humanum est'



PRIORITÄTEN

Zu wenig Aufmerksamkeit für die Täter

Wir von der Initiative `Gewalt geht immer – violare humanum est´ fühlen uns in unserem zivilgesellschaftlichen Engagement für einen toleranteren Umgang mit gewaltanfälligen Menschen und insbesondere Jugendlichen durch die Projekte wie das im voranstehenden Artikel beschriebene bestätigt.

Besonders positiv hervorzuheben ist in unseren Augen der totale Verzicht auf die Darstellung der Leiden der Opfer von Gewalt: Durch übertriebene Rührseligkeit oder gar den `moralischen Zeigefinger´ werden bei einfachen Bürgern nur allzu oft unerfüllbare Erwartungen geweckt nach einer möglichen Eindämmung von Gewalt. Dabei ist es unter staatlichen und staatsnahen Experten unstreitig, dass Gewaltdelikte auch aus modernen Gesellschaften nicht wegzudenken sind. Die Sozialindustrie bietet ein enormes Arsenal an Fachpersonal und Knowhow, wie violentes Verhalten dauerhaft und sozial verträglich in die Gesellschaft integriert werden kann. Dessen ungeachtet haben die Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft selbstverständlich kein Interesse an der Aufrechterhaltung eines hohen Angstpegels bei den Bürgern, die aus der vermeintlich unzureichenden Bekämpfung von Gewaltdelikten resultiert.

Wir von der Initiative `Gewalt geht immer´ unterstützen das Konzept, Kampfsport als Mittel zu positivem sozialem Wandel einzusetzen, also konkret Gewalt mit noch mehr Gewalt(sport) zu bekämpfen. Man hätte daher unserer festen Überzeugung nach weder von der Politik noch von der veröffentlichten Meinung etwas zu befürchten, wenn man beispielsweise das Box-Projekt noch zusätzlich durch einen `Thrill im Schützenverein´ ergänzen würde, bei dem junge Männer aus den geschilderten Milieus unter sachkundiger Anleitung den Umgang mit Schussfeuerwaffen erlernen könnten.
Denn gerade diese `Problemkids´ bilden in demografischer Hinsicht zu einem wachsenden Teil die Zukunft dieses Landes. Wir wären daher gut beraten, ihnen einen Vertrauensvorschuss einzuräumen. Sollte dieser im einen oder anderen Fall enttäuscht werden, wäre dies zu verschmerzen, denn wie gerade erst am Beispiel des Bambi- Preisträgers `Bu**ido´ deutlich wurde, erwartet die Öffentlichkeit, dass vorbildlichem Verhalten für Problemkids zunächst schwerste Verfehlungen vorausgehen sollten, um authentisch und damit glaubwürdig zu sein. Wir von der Initiative `Gewalt geht immer´, die unter anderem auch mit satirischen Mitteln arbeitet, würden uns freuen, in Zukunft mit anderen wegweisenden `Anti´-Gewalt-Projekten zu kooperieren.




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