Initiative `Wahlabsage / Mehr Demokratie, weniger Politik'Initiative `Wahlabsage / Mehr Demokratie, weniger Politik'



IDEOLOGIEN

Weder noch ?

Was ist heutzutage eigentlich noch 'links' und was 'rechts' ? Diese Frage beschäftigt nicht nur den einen oder anderen verträumten Feuilletonisten, sondern auch uns vom Projekt 'Wahlzusage'. Wir haben uns daher mal durchgefragt ...

Projekt 'Wahlzusage'Zuerst im vermeintlich staatsbejahenden Rotwein-Milieu. Hier erklärte uns ein junger Mann, den wir bei einer Vernissage im angesagten Teil Berlin-Kreuzbergs antrafen: „Ich denke, wenn Leute ihren eigenen Weg gehen wollen, wenn sie `frei´ sein wollen, ist das sehr egoistisch. Was ist denn bitte mit denen, die das nicht können oder wollen ? Soll man die vielleicht sich selbst überlassen ? Ich finde das verantwortungslos und man sollte es einfach nicht erlauben. Naja, tut man bei uns ja zum Glück auch nicht. Von alleine sind Menschen nun mal nicht solidarisch. Wer sonst soll uns denn alle vor weißen, heterosexuellen Männern beschützen, wenn nicht ein starker Staat ? Der ist doch allemal der Führung eines starken Mannes vorzuziehen. Ich lasse mich sowieso viel lieber von Frauen regieren, da breche ich mir keinen Zacken aus der Krone. Die machen das schon von Natur aus viel menschlicher. Für mich ist gute linke Politik ganz klar weiblich.“
Und außerdem ließen wir die Überlegungen einer erfolgreichen und daher vermutlich marktbejahenden leitenden Angestellten auf uns einwirken: „Es ist doch einfach wunderbar, sich schöne Dinge leisten zu können. Wer das nicht zugeben will, ist in meinen Augen ein Heuchler. Das Streben nach Besitz verbindet die Menschen schließlich miteinander. Oder sollen wir uns etwa wieder zurückentwickeln, in Großfamilien leben und freiwillig auf Einkommen verzichten ? Dann bleibt für diejenigen ohne Karriere ja gar nichts zu tun übrig. Wenn es der Wirtschaft nicht gut geht, ist das schlecht für alle, auch für uns Arbeitnehmerinnen. Deshalb sollten wir mehr Opfer bringen für´s Gemeinwohl: Mehr Flexibilität, weniger Selbst-verwirklichung. Nur weil die Lobbyisten in Brüssel und Berlin das genauso sehen, ist es ja deswegen nicht falsch. Trotzdem sollten freie Märkte idealerweise natürlich den Menschen dienen und nicht umgekehrt.“ Wir fühlen uns nunmehr nicht wirklich schlauer, haben aber reichlich Stoff zum Nachdenken erhalten.





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