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STAATSMACHT

Räumung des Tacheles Verlust für libertäres Berlin

Berliner Piraten zeigten sich als einzige demokratische Fraktion des Abgeordnetenhauses solidarisch mit dem Tacheles (hier: Philipp Magalski mit Berater) - von den Berliner Freidemokraten erschien kurz vor und während der Räumung niemand.Mit dem 04.09.2012 wurde ein lebendiges Stück Berliner Kulturgeschichte unwiderruflich beendet. Um acht Uhr morgens vollstreckte der Gerichtsvollzieher die Zwangsräumung des weltbekannten und nach wie vor bei Berlinern und jährlich Hunderttausenden von Touristen beliebten `Kunsthauses Tacheles´. Die internationalen Künstler der Berliner Institution sowie ungefähr Hundert anwesende Unterstützer zeigten gewaltfreie Präsenz und verabschiedeten sich friedlich von `ihrem´ Tacheles.

Trotz zahlloser Gesprächsangebote von Seiten der Unterstützer des Kunsthauses zeigte sich die für die Räumung verantwortliche, mit Steuermilliarden gestützte und eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtete SOS-Mordbank unnachgiebig. Sie ließ sich nicht beirren auf ihrem Weg, den vermeintlich besten Preis für das Begehrlichkeiten weckende `Tacheles-Areal´ zwischen Friedrich- und Oranienburgerstraße bei einer möglicherweise irgendwann stattfindenden Zwangsversteigerung herauszuschlagen. Die Banker waren trotz gegenteiliger Beteuerungen vieler Experten nicht davon abzubringen, dass die Fläche sich ohne die bekannten – wenn auch manchmal etwas unbequemen – Künstler optimaler veräußern ließe.

Auch die seit fünf Jahren im `Tacheles´ ansässige libertäre Politik- und Kunstplattform `moderne21´ verliert mit der Zwangsräumung ihre prominente Wahlheimat. Deren Sprecherin Dr. Sonja Peters hierzu: „Das von potentiellen Investoren in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild der `Tachelesen´ als steinewerfende Linksradikale ist für jeden Kenner der `kreativen Mitte´ Berlins grundfalsch. Im Gegenteil: Das liberale Bürgertum verliert mit dem `Tacheles´ ebenso wie die Alternativszene einen identitätsstiftenden kulturellen Leuchtturm, um den die Stadt bis zuletzt weltweit beneidet wurde. Von der sich abzeichnenden pseudo-kulturellen Nutzung durch die neuen - der SOS-Mordbank genehmen - Betreiber der Tacheles-Kunststätte werden sich liberale Freigeister mit Grausen abwenden. Berlin hat heute viel verloren.“





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