Hörspiel-Podcast


Hier können Sie legal ungewöhnliche Hörspiele herunterladen, die auch anderswo im Internet abrufbar sind.
Auf dieser Seite handelt es sich allerdings in punkto Titel, Cover und Stereointensität um veränderte Versionen.
Wir wünschen gute Unterhaltung mit den überkandidelten Betriebsräten einer ansonsten tadellosen Firma,
einer geschichtsträchtigen Dreiecksbeziehung im Weltall und verstörten modernen Großstadtmenschen.




Düstere Ménage à trois im All'
SCIENCE FICTION

Düstere Ménage à trois im All

Einst verband die drei eine innige Beziehung. Jetzt treffen sie über einem bedrohlichen Roboterplaneten als Gegner aufeinander: die Agentin, der Aufständische und der Soldat. Hierbei handelt es sich um eine verhängnisvolle Konstellation, eine düstere Ménage à trois im Weltraum, bei der es am Ende mehr Verlierer als Gewinner gibt.

# Blonde, brünette und rote Versuchungen irritieren einen einsamen Weltraumfahrer

# Mira Avajananti ist eine leidenschaftliche Kommissarin auf der Jagd

# Ob eine Salve vor den Bug einen ehemaligen Liebhaber einschüchtern kann ?

# Sind wirklich nur die Roboter im Beneix-System eiskalt und gefühllos ?

# Raumfahrer mit heiklen Missionen sollten sich hüten vor gefährlichen Träumen

# Führen mehr Hörfunk-Gebühren bei SF-Produktionen automatisch zu mehr Staatsnähe ?




Gut gebrüllt, Leo ! [Illustration: Susanne Portius; Foto: Dana Laurich]
MEDIENSATIRE

Gut gebrüllt, Leo !

Die lange nicht mehr durch erwähnenswerte Produktionen aufgefallene Redakteurin eines Hamburger Rundfunksenders realisierte ein Radiofeature über die `Hamburger Schule´ deutschsprachiger Popmusik und bat Leo Greller um inhaltliche Unterstützung für das Projekt. Er ließ sich nicht lange bitten, was wie wir heute wissen ein Fehler war.

# Was tun, wenn man einem ungewaschenen Liedermacher gegenübersteht ?

# Eine arrangierte Party zu zweit ist überhaupt nicht nach dem Geschmack Leo Grellers

# Von einem Musikvideo, das zum größten Teil unter Wasser spielt, sind nicht alle begeistert

# Auf einer desaströser Abend für zwei Personen kann sich Leo leider nicht profilieren

# In unguter Gesellschaft zwischen Scheckbetrügern und Polizisten

# Auf Grellers CDs ist leider wenig Familientaugliches dabei

# Als Konsequenz aus dem ganzen Ärger engagiert sich Leo Greller beim Projekt 'Dudelstopp'




Meuchelei im Nachtclub
DRAMA

Meuchelei im Nachtclub

In einem Berliner Club kam es kürzlich zu einem Zwischenfall, an dem der sympathische Künstler Leo Greller sowie drei seiner Fans beteiligt waren. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an, noch herrscht Verwirrung vor. Aber fest steht jedoch schon jetzt: Leo wird nach diesem Vorfall kaum mehr derselbe sein, der er vor dieser Nacht in Moabit war.

# Manche Zeitgenossen reden zeitweise ziemlichen Blödsinn in der Warteschlange

# Manche Vetternwirtschaft führt zu einer Architektur der Tränen

# Die Verkehrsregeln von Morgen werden immer bedeutsamer für moderne Menschen

# Was nur haben Tierkunde und Farbenlehre mit der neuen Greller-Affäre zu tun ?

# Aufgeklärte Menschen schockt der Anschlag überhaupt nicht, denn sie wissen 'Gewalt-geht-immer'




Stadt, Land, Schluss
DRAMA

Stadt, Land, Schluss !

Ein anachronistischer Straßenkämpfer zieht durch die noblen Einkaufsviertel Berlins und hinterlässt eine Spur der Verwirrung. Leider geht sein Streifzug nicht ganz ohne Gewalt ab. Nicht viel besser geht es auch einer Germanistikstudentin, die als Folge eines angekündigten Verrats zusammen mit ihren anarchistischen Freunden aus ihrem selbstverwalteten Bauernhof geworfen wird.

# Es könnte so schön sein ohne die anderen: Aussteiger haben´s schwer hierzulande

# Nicht nur für Zukurzgekommene: Der Segen einer Ersatzmutter

# Das ist ja wohl etwas übertrieben: Trotz allem fühlen wir uns noch nicht als Sklaven

# Fehlgeschlagen: Eine vielversprechende Werbeidee für Wichtigtuer-Airlines

# ein Leben 'ohne' ist nicht mehr vorstellbar: Die gute alte Political Correctness

# Heute wie eh und je: Undank ist der Welt Lohn

# Die Phänomene zwischen 'Freiheit' und 'Individualisierung' behandelt das Projekt Wir-sind-wichtig'




Gehobene Narrenfreiheit
SATIRISCHES DRAMA

Gehobene Narrenfreiheit

Am letzten Tag der Arbeitswoche hat es Direktor Freudenberg gehörig die Laune verhagelt. Ausgerechnet während der Übertragung der Bundestags - Haushaltsdebatte haben zwei von ihm wenig geschätzte Betriebsräte seines Automobilzuliefer-unternehmens ihr Erscheinen in seinem Büro angekündigt, um der Firma eine Ethik-Kommission zu verpassen ...

# Unwillkommene Störenfriede sorgen garantiert für schlechte Direktorenlaune

# Trübe Aussicht für eine Einigung zwischen den unversöhnlichen Streithähnen

# Ein Betriebsunfall sorgt für neue unerwartete Machtkonstellationen

# Der wohlverdiente ideale Feierabend sähe vermutlich ein wenig anders aus

# Der Haushaltsdebatten-Fan Freudenberg sympathisiert mit dem Projekt Wahlzusage




Getrübte Einigkeit
GESELLSCHAFTSSATIRE

Getrübte Einigkeit

Ein Studio im bürgerlichen Hamburger Stadtteil Eilbek `beglückte´ die Hörspielwelt in den 90er Jahren gleich mit einer Trilogie von Stücken über die moderne Gesellschaft. Hat man dabei immer das rechte Maß gefunden, wie man es nach den heutigen Maßgaben der political correctness und den Vorgaben der Gleichstellung erwarten darf ? Zweifel sind angebracht.

# Ein gewagter Schnitt führt zum Zerwürfnis mit einem Kaufhaus-Angestellten

# Der Versuch eines sensationellen Interviews endet in einem journalistischem Fiasko

# Der Hersteller haftet persönlich für seine unbeliebten Erzeugnisse

# Nehmen verhängnisvolle Persönlichkeitsspaltungen tatsächlich zu ?

# Ein vorlauter Außenseiter verhilft zu geteilter Einsicht in der Einkaufspassage

# Mehr Stoff für Beziehungschaoten wartet beim Projekt Wir-sind-wichtig ?




Vom Verlust des Besonderen
FEATURE

Vom Verlust des Besonderen

Als im Herbst 1998 die frisch gewählte rot-grüne Bundes-regierung ihre Arbeit aufnahm, widmete sie sich umgehend einem innenpolitischen Thema: Der rechtlichen Emanzipation homo-sexueller Lebensgemeinschaften. Das Für und Wider der `Homo´-Ehe stand über Monate auf der politischen Agenda. Für den kleinen Anteil an heiratswilligen Paaren bei Deutschlands Schwulen und Lesben sollte sich rechtlich einiges ändern.

# Vom besonderen Wesen einer zahlenmäßigen Minderheit

# Modeinteressiert, markenbewusst und ein übles Klischee ?

# Die große Annäherung zwischen den gegenüberliegenden Ufern

# Das Virus und die Industrie - zufällige Übereinstimmung von Interessen ?

# Toleranz unter Außenseitern sollte selbstverständlich sein

# Mehr Informationen über ehemalige Randgruppen finden Sie beim Projekt Wir-sind-wichtig ?



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provokative Hörspiele
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Science-Fiction-Hörspiele
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Essay: Viel Lärm um nichts
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Düstere Ménage à trois im All SCIENCE FICTION

Düstere Ménage à trois im All

Was erwartet uns in 140 Jahren - eine paradisische Aussicht auf ein erfülltes Leben in der Zukunft oder eine Schreckensvision, bei der menschliche Gefühle in Bits und Bytes gemessen werden ?

Bereits heutzutage finden immer weniger Bürgerinnen und Bürger der offenen Gesellschaft zum gemeinsamen Verweilen zusammen. Wie mag sich dies erst in 140 Jahren verhalten, immer vorausgesetzt, dass die den drittnächsten Planeten zur Sonne beglückende Menschheit bis dahin durchhält ohne sich selbst chemisch, bakteriell, atomar oder klimatisch auszulöschen ? Fragen über Fragen wie geschaffen für einen utopischen Seelenstriptease-Thriller ...
Sind Frauen in digitaler Form ihren Vorgängerinnen aus Fleisch und Blut vorzuziehen ? Gehen Männer im gesetzten Alter leichter aus ideologischen Gründen über Leichen als frischverliebte Jungspunde vom Uni-Campus ? Bietet die bemannte Raumfahrt und die damit einhergehende Expansion der Menschheit nicht ideale Möglichkeiten für auf der Erde unbeliebt gewordene religiöse oder sexuelle Sekten, ungestört im Weltall Kolonien zu errichten und dabei engstirnige Menschenrechte zurückzulassen ? Ist die Ausbreitung der Spezies Homo Sapiens im Weltall eigentlich politisch korrekt ? Kann einem durch das Auflisten enervierender Fragen durch Internet-Schreiberlinge die Neugier auf eine möglicherweise ungewöhnliche und spannende freie Autoren- Hörspielproduktion genommen werden ?
Beantworten Sie sich diese Frage am besten selber, indem Sie mit den Protagonisten dieses Science-Fiction-Hörspiels in das Beneix-Sternensystem reisen, in dem ein einsamer Wächter seine Arbeit tut. Sie werden sich vielleicht wundern, denn nicht immer verhält sich alles so, wie es beim ersten Hinhören scheint. Wenn Sie daher niemandem trauen, dann sind sie dem einsamen Weltraum-Wächter Matt gar nicht so unähnlich.



Düstere Ménage à trois im All (Teil 1) SCIENCE FICTION

Ménage à trois im All (Teil 1: Blond, brünett und rot)

Einst verband die drei eine innige Beziehung. Jetzt treffen sie über einem bedrohlichen Roboterplaneten als Gegner aufeinander: die Agentin, der Aufständische und der Soldat. Artan will den Beneix-Planeten für seine Sekte okkupieren. Wächter Matt hat die Aufgabe, eben dies zu verhindern. Und Kommissarin Mira möchte mit Artan noch eine offene Rechnung begleichen.

Artan macht sich dagegen andere Gedanken: "Ich weiß, dass ich an einer großen Sache mitwirke - steuernd mitwirke; Die von `Lunares superiores´ haben mir die Besiedlung des Beneix-Systems anvertraut und ich habe nicht vor, den `Kreis der Wissenden´ zu enttäuschen. Dafür hatte ich zu lange auf den Augenblick hingearbeitet, selber Verantwortung für unsere Siedlerbewegung übernehmen zu können. Nun liegt es also an mir, die Vitalisierung eines unter Quarantäne gestellten Planeten in dem vor uns liegenden System einzuleiten. Nach unseren Informationen verfügt er über eine weitentwickelte und humanoiden Bedürfnissen entgegenkommende Infrastruktur. Und wenn das Ministerium für Raumordnung unbedingt darauf besteht, die den Planeten Beneix V gegenwärtig besiedelnden Roboter unter Artenschutz stellen zu müssen, dann ist diese Sicht der Dinge eben eine, die die von `Lunares superiores´ nicht teilen. Aus einer Entfernung von 17 Lichtjahren zur Erde büßen terrestrische Gesetzesparagraphen überraschend viel von ihrer einschüchternden Kraft ein, die ihnen auf der Erde vielleicht noch innewohnt. Und im Gegensatz zu irgendwelchen Bürokraten in Bangalore, Genf oder Luna Prospector sind die Siedler im Besitz einer Vision: Die Verlegung der menschlichen Spezies in immer entlegenere Teile der Galaxis wird uns helfen, unsere Kultur von den jahrtausendealten Fesseln irdischer Irrlehren und überkommener zivilisatorischer `Errungenschaften´ in Religion, Ökonomie und Sexualität zu befreien.
Matt wird das hoffentlich verstehen. Dumm war er nie, ihm fehlte seinerzeit nur die rechte Orientierung. Und für ein freiwilliges Zölibat als einsamer Wächter ist er meiner Erinnerung nach eigentlich nicht geschaffen. Wenn alles gutgeht, wird er ja bald hier draußen nicht mehr so alleine sein. Ich bin sicher, dass er die anstehende Entscheidung zwischen terrestrischen Paragraphen und der entfesselnden Energie unserer expandierenden Bewegung zu meiner Zufriedenheit fällen wird. Ich bin immerhin so etwas wie sein Idol gewesen vor 10 Jahren in Massachusetts."


Mit: Sascha Gluth, Uta V. Kohlenbrenner, Manfred Callsen.



Düstere Ménage à trois im All (Teil 2) SCIENCE FICTION

Ménage à trois im All (Teil 2: Kommissarin auf der Jagd)

Bei den drei Weltraumfahrern handelt es sich nicht einfach um zwei Männer und eine Frau, die zufällig aufeinandertreffen. Sie haben eine bewegte Vorgeschichte, die sie gleichzeitig miteinander verbindet und auch trennt.

Matt verschweigt Adra zunächst seine Erinnerungen an Mira und Artan: "Vermutlich war es so etwas wie Eitelkeit gewesen, die mich Adra nichts von meiner Beziehung zu Mira erzählen ließ, die seinerzeit schlagartig beendet wurde als Artan sie mir auf seine unvergleichliche Art ausspannte, nur um sie dann nach gerade mal 2 Wochen wieder fallen zu lassen. Vielleicht hätten Mira und ich danach ja wieder zusammengefunden, wenn er sich wenigstens nach seinem denkwürdigen Auftritt zurückgezogen hätte. Mehr oder weniger `gentlemanlike´. Aber das war ja nie sein Fall - Im Gegenteil: Er meinte nach seiner gescheiterten Affäre mit Mira unbedingt mein Freund werden zu müssen, weil unsere Fähigkeiten sich ja so vorteilhaft gegenseitig ergänzen würden - Meine Abstraktionsfähigkeit, seine taktische Finesse und überhaupt - seine unbändige Lust am Wettbewerb, die uns damals alle faszinierte, nicht wenige aber auch abstieß.
Da wurde ich dann also für kurze Zeit der Intimus des größten Draufgängers auf unserem Campus damals. Die intelligenteren Kommilitonen zogen sich von mir zurück, allen voran Mira. Und als Artan dann eines Tages anfing, sich für die Siedlersekte derer von `Lunares Superiores´ zu begeistern, fand ich schließlich auch die Kraft, mich von meinem vermeintlichen Förderer abzusetzen. Lange genug hatte es gedauert. Ich hatte inzwischen keine Freunde mehr und verpflichtete mich in einem schwachen Moment, die Isolation eines §5-Sternensystems auf 10 Erdenjahre zu übernehmen. Seitdem lebte ich also hier im Beneix-System und hatte ein besonders wachsames Auge auf den 5. Planeten mit seiner schwer zu durchschauenden Roboterzivilisation, von der niemand wußte, woher sie stammte und warum sie eigentlich existierte. Auch um das pulsierende Etwas auf dem Mond von Beneix V und seine unergründlichen aber trotzdem vorhandenen Auswirkungen auf das Leben auf dessen Planeten mußte ich mich demnächst unbedingt zusammen mit Adra kümmern. "


Mit: Sascha Gluth, Manfred Callsen, F. von Hof, Branka Hanisch, Uta V. Kohlenbrenner, Kay Ramczyk.



Düstere Ménage à trois im All (Teil 3) SCIENCE FICTION

Ménage à trois im All (Teil 3: Eine Salve vor den Bug)

Als Artan erkennt, wer ihn da verfolgt, weiß er nicht, ob er sich freuen oder ärgern soll: Mira Avajánanti, die einstige Freundin Matts, die er ihr ausgespannt hatte und die er kurz darauf selber fallen ließ. Artan ahnte, dass mit einer enttäuschten Geliebten nicht gut Kirschen essen sein würde und das umso mehr als diese ehemalige Vertraute inzwischen zur Kommissarin des terranischen Sicherheitsministeriums aufgestiegen war.

Dennoch mag er den Überraschungseffekt nicht kampflos an die Nachzüglerin abgeben: "Ich würde mir ganz sicher von Mira nicht meine Pläne durchkreuzen lassen, unsere Mission. Vor 10 Jahren erwies sie sich in Massachusetts als amoröse Enttäuschung; Heute im Beneix-System, über 14 Lichtjahre von der Erde entfernt, erschreckte sie mich mit ihrer kampftaktischen Ahnungslosigkeit: Wie konnte sie mich mit einer 2-Mann-Patroullie stellen wollen ohne Vorsichtsmaßnahmen zu treffen ? Hatte sie etwa angenommen, Ihre Autorität würde mich daran hindern, zu tun, was ich in einer solchen Situation zu tun hatte ? Oder die alten Zeiten ? Oder die Nähe von Matt ? Vor dem stand ich jetzt allerdings auch nicht mehr so gut da, wie ich es mir gewünscht hatte: Wenn man jemanden für eine sehr heikle Mission gewinnen wollte, sollte man vorher nicht unbedingt seiner Ex-Freundin die Lenkdüsen wegballern. Mir war klar: Ich würde noch jede Menge Überzeugungsarbeit am Wächter leisten müssen. Dies wohl um so mehr, als Schatin doch keine so überwältigende Präzisionsarbeit mit seinem Angriff auf Miras´ Schiff vorgelegt hatte, wie ich es eigentlich von ihm erwartet hatte ...
Das Behördengefährt geriet kurz nach unserem Treffer bedenklich in´s Trudeln. Dabei hatte ich eigentlich nur gewollt, dass sie durch einen genauen Treffer ihrer Steuerungseinheit einige Zeit auf ihrem letzten Kurs langsam Richtung Wächterstation treiben würden; Dass Mira für eine Weile ausgeschaltet war und ich Matt solange bearbeiten konnte."


Mit: Sascha Gluth, Frédéric von Hof, Manfred Callsen, Branka Hanisch, Kay Ramczyk.



Düstere Ménage à trois im All (Teil 4) SCIENCE FICTION

Ménage à trois im All (Teil 4: Eiskalt und gefühllos)

"Abgelenkt von ihrer Privatfehde vernachlässigen Mira und Artan die Gefahr, die von dem Planeten und seinem Mond ausgeht. Vom Wächter haben sie indes keine Hilfe zu erwarten, ist dieser doch ausgerechnet jetzt dabei, Gefühle für sein virtuelles Bordfunktionssystem zu entwickeln.

Zunächst dachte Mira noch, ihr Einsatz auf dem Planeten würde undramatisch verlaufen: "Wir hatten mit der `Hermes´ eine geeignete Landestelle mitten auf einer großen freien Fläche, die vielleicht einen Durchmesser von 300 Metern hatte, gefunden. Dabei standen wir ziemlich genau in der Mitte des Platzes, die Silhouette war in allen 4 Himmelsrichtungen von bizarren Wolkenkratzern geprägt. Wie Choi schon bei unserem Anflug auf Beneix V festgestellt hatte, bewegte sich auf dem Planeten selbst und in Flughöhe rein gar nichts. Das ganze `Leben´, wenn man das, was die Roboter auf dieser Welt wahrscheinlich veranstalten würden, so nennen wollte, schien sich in den unzähligen Gebäuden abzuspielen. Choi schien fasziniert und eingeschüchtert zugleich von diesem Planeten. Er war eben noch recht unroutiniert.
Ich hatte schon vor unserem Aufbruch von Luna Prospector Bildmaterial von Beneix V eingesehen, das wir von unseren Forschungssonden erhalten hatten. Ich fand den Planeten nicht besonders aufregend. Städte wie `Scenca Area´ oder `Asigne-City´ auf Luna Prospector sahen von weitem auch nicht viel anders aus als die Skyline, über die Choi immer noch staunte, als er im Raumanzug die Schleuse der `Hermes´ verließ, um die Schäden an der Außenseite des Schiffes in Augenschein zu nehmen. Mein Fehler war der, dass ich währenddessen nicht auf dem Monitor unsere nähere Umgebung überwachte. Ich hatte sogar das Bordfunktionssystem ausgeschaltet, das wegen des Laserschadens ständig Schadensmeldungen durchgegeben hatte, um unsere Ortungssysteme hochzufahren. Ich hoffte, mit Hilfe der Raumabtaster einen Hinweis darauf zu erhalten, dass Matt inzwischen Artans Schiff abgeschossen hatte - Bisher leider vergeblich ! Dieser Mann hatte mich jedenfalls zutiefst gedehmütigt - beruflich und persönlich. Statt der Fern- hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr um die Nahüberwachung unseres Landeplatzes und damit um Chois Sicherheit kümmern sollen..."


Mit: Sascha Gluth, Manfred Callsen, F. von Hof, Branka Hanisch, Uta V. Kohlenbrenner, Kay Ramczyk.



Düstere Ménage à trois im All (Teil 5) SCIENCE FICTION

Ménage à trois im All (Teil 5: Gefährliche Träume)

Artan und Choi sind unvorsichtig und geraten in eine gefährliche Falle des Wesens vom Beneix-Planeten. Besser sie hätten sofort den Kurs ihres Raumschiffes geändert als die Anzeigen anfingen, verrückt zu spielen.

Kurz darauf ist Artan bereits nicht mehr Herr seiner Sinne: "Ich hatte auf einmal das Gefühl, nicht mehr in der Steuereinheit der `Jackal´ zu stehen, sondern auf einer roten Wiese unter einem grünen Himmel. Vor mir ca. 20 martialische Kampfroboter, die ein Spalier bildeten, das zu einem Altar führte. Die Rolle des Priesters war in diesem überwältigendem Tagtraum offenbar meinem ehemaligen Freund Matt Anderson zugedacht. Ich hatte auf einmal die Eingebung, dass ich der Bräutigam auf dieser Traumhochzeit war und ich drehte mich um, um nach meiner zukünftigen Frau zu sehen. Hinter blutroten Pflanzen, deren Formen unaufhörlich ineinander zerflossen, tauchte sie plötzlich hervor: Meine überirdisch schöne Auserwählte Mira Avajànanti. Sie sagte kein Wort, sondern schritt langsam mit mir zusammen das Roboter-Spalier zum Altar hin ab.
Ich weiß nur noch, dass in diesem Moment alles in mir der Trauung durch den Pfarrer entgegenfieberte. Aber als Mira und ich vor Matt standen, sagte der mit ungewohnt harter Stimme: 'Ich kann Euch hier nicht trauen - Ihr seid im falschen System. Ihr müsst Euren Kurs ändern. Ich werde Euch im Hatrual-System trauen. Und nur im Hatrual-System ! Dort müßt Ihr hin, Artan !'. Das alles wirkte so unmittelbar und echt ! Eine verteufelt starke Halluzination ! Wahrscheinlich war Schoznin einem ähnlich intensiven Tagtraum erlegen gewesen, einer Fremdsuggestion, die ihn tatsächlich Kurs auf das 11 Lichtjahre vom Beneix-Stern entfernte Hatrual-System setzen ließ. Denjenigen, die uns dort empfingen, boten wir nicht die geringste Gegenwehr. Richtig wieder zu Bewußtsein kam ich wohl erst Tage später, aber da waren Schoznin, die Siedler und ich schon keine freien Individuen mehr ... Der Mond von Beneix V war uns zur Falle geworden."


Mit: Sascha Gluth, Manfred Callsen, Frédéric von Hof, Branka Hanisch, Uta V. Kohlenbrenner.




Gehobene Narrenfreiheit (Teil 1) SATIRISCHES DRAMA

Gehobene Narrenfreiheit (Teil 1: "Störenfriede")

Der Direktor einer Automobilzubehörfirma vergriff sich im Ton gegenüber seinen Angestellten. Was zunächst als skandalöser Ausrutscher in übelster Stammtischmanier erscheint, wird erst beim näheren Hinhören etwas verständlicher: Die beiden Betriebsräte Frau Schmidt-Paulsen und Herr Wessel erweisen sich nämlich tatsächlich als Stachel im Fleisch der Automobilzubehörfirma, der Dr. Freudenberg als Direktor vorsteht.

Am letzten Tag der Arbeitswoche hat es Direktor Freudenberg gehörig die Laune verhagelt: Ausgerechnet während der Übertragung einer spannenden Bundestags-Haushaltsdebatte haben die zwei von ihm wenig geschätzten Betriebsräte seines Automobilzulieferunternehmens ihr Erscheinen in seinem Büro angekündigt. Eine Ethik-Kommission wollen Frau Schmidt-Paulsen und Herr Wessel seiner Firma verpassen. Als ob der Direktor nicht wahrlich schon genug andere Sorgen hätte: Die Überwachungskameras, die er auf dem Betriebsgelände installieren ließ, sorgen für Unmut innerhalb der Belegschaft. Das Kinderbetreuungsprogramm für die jungen Eltern unter seinen Angestellten stellt ihn vor schwierige organisatorische Probleme. Der Direktor möchte ja eigentlich den Erfordernissen des modernen Arbeitsmarktes gerecht werden, aber es kommt ihm so vor als seien sämtliche Errungenschaften, die die Gewerkschaften für die Angestellten im Laufe der Jahrzehnte durchgesetzt haben, in Wirklichkeit ausschließlich dazu gedacht, ihm seine Arbeit noch schwerer und sein Leben komplizierter zu machen. Die Betriebsräte tragen durchaus nichts dazu bei, dass er seine Einschätzung überdenken könnte.
Es kommt wie es kommen muss: In einem schwachen Moment bezeichnet Dr. Freudenberg die beiden als Wichtigtuer, die am liebsten schon morgen die Führung der Firma übernehmen würden, indem sie seine Kompetenz untergraben nachdem sie mit Hilfe des Mitbestimmungsrechts gehörig für Chaos gesorgt haben. Die Klima ist vergiftet. Um den Betriebsfrieden wieder herzustellen, hat der Direktor später einen sehr hohen Preis zu zahlen.

Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Annette Bajorat und Leo Greller.



Gehobene Narrenfreiheit (Teil 2) SATIRISCHES DRAMA

Gehobene Narrenfreiheit (Teil 2: "Trübe Aussicht")

Direktor Freudenberg muss weiter gute Miene zum bösen und öden Spiel machen. Neben der Idee einer Ethik-Kommission für seine Automobilzubehör-Firma entblödet sich Betriebsrat Wessel nicht, mehr Verständnis für gestresste Parlamentarier einzufordern. Seine Argumente sind dabei mehr als zweifelhaft:

„Die Dauerbelastung für unsere Parlamentarier muss doch die Lebensqualität dieser Leute mit Sicherheit ganz schön senken. Da kann ich mich eigentlich sogar ganz gut reindenken: Niemals abschalten zu können mit der Familie in der sauer verdienten Villa im Grünen; Ständig bereit, irgendwelchen neugierigen Journalisten ihre hyperkritischen Fragen zu beantworten; Immer auf der Hut vor noch so einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der penetrant versucht, irgendwelche verloren gegangenen Steuermillionen aufzuspüren ... das muss doch absolut deprimierend sein !
Also, ich für meinen Teil kann es da ja durchaus nachvollziehen, wenn unsere gewählten Volksvertreter unter dieser Belastung zu harten Drogen greifen müssen, um das Tag für Tag durchzustehen. Koks oder Marihuana helfen da vermutlich nicht. Wenn man´s genau nimmt, sind die ja eigentlich Kinderkram - Drogen für asoziale Zukurzgekommene ... Ich denke da eher an die Stoffe, die den menschlichen Geist, bzw. das, was von ihm noch übriggeblieben ist, wirklich zu beflügeln vermögen: Macht und Korruption, aber Macht vor allem. Als Aufputschmittel, sozusagen. Und alle, ich bin sicher: alle, die dagegen zu Felde ziehen, darüber Enthüllungsberichte publizieren und sich dabei immer wieder auf´s Neue entrüsten, sind doch im Grunde nur neidisch und frustriert. Weil sie nämlich genau wissen, dass sie selber während ihres durchschnittlichen irdischen Daseins niemals in den Genuss dieser Wundermittel kommen werden. Wenn man diesen Medienleuten mal tatsächlich selber solche beflügelnden Stoffe anbieten würde, gegen die sie in ihren Berichten ständig wie wild wettern : Was würden sie wohl tun ?"

Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln und Leo Greller.



Gehobene Narrenfreiheit (Teil 3) SATIRISCHES DRAMA

Gehobene Narrenfreiheit (Teil 3: "Betriebsunfall")

Mit einem Mal droht die Situation im Direktorenbüro der Automobilzulieferfirma zu eskalieren als Sekretärin Anderesen mit einer beunruhigenden Nachricht aus der Fertigungsplanung eintrifft. Dort hat sich ein Ingenieur am Direktorium und -noch schlimmer- am Betriebsrat vorbei seine eigenen Gedanken über eine umweltverträglichere Fertigung von Industrieerzeugnissen gemacht und damit sogleich den Zorn seiner Kollegen auf sich geladen:

Ingenieur von Lindern meint, man müsse mehr Geld in die Entwicklung schadstoffärmerer Verbrennungsmotoren investieren. Seine Devise lautet in etwa `Wie wir unsere Umwelt heute um zehn Prozent weniger mit Abgasen belasten, damit unsere Kinder morgen eine um ein Prozent weniger zerstörte Ozonschicht vorfinden werden´. Das ist zwar kein sehr eingängiger Slogan aber dafür äußerst leichtfertig, wenn man bedenkt, dass die öffentliche Meinung in letzter Zeit von den Massenmedien durch unseriöse und futuristisch anmutende Studienbelege ohnehin schon gnadenlos in Richtung Hybridauto getrieben wird. Und das, wo die Absatzzahlen der Automobilbranche mittlerweile schon seit einiger zeit rückläufig sind ! Das macht es natürlich alles nicht gerade einfacher.
Man kann sich also ausmalen, dass dem Direktor und auch den Betriebsräten so ein amoklaufender Weltverbesserer bei der desolaten Auftragslage gerade noch gefehlt hat. Es steht zu befürchten, dass für derartige Disziplinlosigkeiten die Firma in Arbeitsplätzen zahlen muss.
Wäre ein Vorfall dieser Art nicht eigentlich ein willkommener Grund für Direktor Freudenberg und die Betriebsräte Schmidt-Paulsen sowie Wessel, einen vorübergehenden Waffenstillstand zu schließen und im gemeinsamen Interesse geeint gegen den Angestellten von Lindern vorzugehen ? Existieren vielleicht doch mehr Gemeinsamkeiten als man sich gegenseitig einzugestehen bereit ist ?

Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Annette Bajorat und Leo Greller.



Gehobene Narrenfreiheit (Teil 4) SATIRISCHES DRAMA

Gehobene Narrenfreiheit (Teil 4: "Feierabend")

Die Kombination aus schlechter Luft und einem plötzlichen unerklärlichen Stimmungsumschwung lässt Frau Schmidt-Paulsen beinahe kollabieren. Die Wende kam sehr unerwartet, gerade für die ansonstensonst unerschütterlich wirkende Betriebsrätin. So schnell kann sich das Blatt also wenden:

Bis vor ein paar Minuten hatten die beiden Betriebsräte die Lage anscheinend noch völlig im Griff und dann passiert auf einmal etwas Unerwartetes. Das kann einen natürlich ziemlich verunsichern, vor allem wenn dieser unsympathische und selbstherrliche Direktor Freudenberg plötzlich wieder auf der Höhe zu sein scheint. Dabei hatte Herr Wessel gedacht, er und seine Kollegin hätten sich an diesem Tag von einer besonders unnachgiebigen Seite gezeigt. Zwar konnten sie ihre Ethik-Kommission durchboxen - keine Selbstverständlichkeit - aber wichtiger wäre es ja eigentlich gewesen, dem Herrn Von Lindern beizustehen.
Wenn sich alles am Ende nur nicht als Scherz entpuppt, eingefädelt von der Sekretärin Andersen ... sie und der Direktor sind schließlich ein eingespieltes Team. Vielleicht haben sie vor dem Gesprächstermin diese kleine Horrorgeschichte miteinander abgesprochen ? Direktor Freudenberg brächte es glatt fertig und würde die beiden lästigen Betriebsräte mit schlechtem Gewissen in seinem Büro schmoren lassen, während er bereits Feierabend macht und nach Hause fährt oder - wer will das schon wissen ? - ins Hotel zu seiner Geliebten, mit der er noch vor einer halben Stunde vor Frau Schmidt Paulsen und Herrn Wessel geprahlt hat. Wäre dem alten Schlitzohr tatsächlich eine solche Gemeinheit zuzutrauen, nachdem die beiden offiziellen Arbeitnehmervertreter ihn zuvor ja durchaus ebenfalls nicht mit Samthandschuhen angefasst hatten ? Man kann trotz allen Fortschritts eben immer noch nicht in einen Menschen hineinsehen. Und vielleicht ist das ja auch ganz gut so.

Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Annette Bajorat und Leo Greller.



Getrübte Einigkeit GESELLSCHAFTSSATIRE

Getrübte Einigkeit

Ein Studio im bürgerlichen Hamburger Stadtteil Eilbek `beglückte´ die Hörspielwelt in den 90er Jahren gleich mit einer Trilogie von Stücken über die moderne Gesellschaft. Hat man dabei immer das rechte Maß gefunden, wie man es nach den heutigen Maßgaben der political correktness und des gender-mainstreaming erwarten darf ? Zweifel sind angebracht.

Ist es vertretbar, eine politische Extremistin in einem Hörstück von seiten einer Journalistin lediglich mit Wohlfühl-Fragen beispielsweise über die `erotisch geladene Atmosphäre´ zwischen den Beteiligten einer gewalttätigen Aktion zu konfrontieren ? Müsste ein fieser Rüstungsexporteur von derselben Journalisten nicht wesentlich kritischer angegangen werden als mit der Frage, ob der Haussegen in seiner herrschaftlichen Villa durch die Morddrohungen, die bei ihm und seiner Frau wegen der Verstrickungen seiner Firma in irgendwelche Genozide eingehen, leidet ? Darf man das hohe Gut der betrieblichen Mitbestimmung durch die Überzeichnung zweier Betriebsräte in einem Drama über gewerkschaftliche Machtspielchen in einer Autozubehörfabrik durch den Kakao ziehen ? Ist es richtig, die Krise der Institution `Ehe´ ausgerechnet durch ein vom Überfluss der Konsumgesellschaft entstelltes Ehepaar verkörpern zu lassen, das in einer Einkaufspassage unerwartet mit den Herausforderungen des Seins in Berührung kommt ?
Beantworten Sie sich diese Fragen doch selber ! Einen mp3-Player werden Sie ja wohl bedienen können, oder ? Somit haben sie keine Ausrede, nicht in die Hörspiel-Trilogie `Getrübte Einigkeit´, `Gehobene Narrenfreiheit´ sowie `Geteilte Einsicht´ hineinzuhören und sich ein eigenes Urteil über Gewalt-, Macht- und Ehefragen zu bilden. Um Authentizitätsfreaks von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, sei an dieser Stelle auch bereits erwähnt, dass die Hörstücke hauptsächlich in Hamburg-Wandsbek aufgezeichnet wurden. Es ist nicht auszuschließen, dass ihnen dieses Missgeschick anzuhören ist. Sie verdienen es dennoch, genau so ernst genommen zu werden, wie andere Betroffenheitsdramen auch.
Legaler Hörspiel-Download von `Getrübte Einigkeit´ aus dem Jahr 1994 (empfohlen ab 12 Jahren) | Nähere Informationen und Credits zur Satire über Überzeugungen, Konsum und Gewalt finden Sie auf http://www.hörbuch-podcast.de/



Getrübte Einigkeit GESELLSCHAFTSSATIRE

Getrübte Einigkeit (Teil 1: Ein gewagter Schnitt)

Welche Dinge fallen einer Single-Frau so ein, die sie - wenn sie die Dinge auf den Prüfstand der Sinnfälligkeit stellt - eigentlich gar nicht benötigt ? Doris denkt da spontan an ihren Urlaub im Frühling mit Peter in Irland: Auf den hätte sie glatt verzichten können - also auf Peter ...

Was ursprünglich dazu gedacht war, eine Beziehung zu festigen, entpuppte sich schnell als Versuch, neue Abhängigkeiten zu schaffen, nachdem die alten langsam ihre Wirkung verloren hatten. Von der landschaftlichen Schönheit hatte sie jedenfalls nicht soviel als sie ihm erklären musste, dass sie zugunsten seiner, in ihren Augen moralisch fragwürdigen Tätigkeit als leitender Angestellter einer Großbank und zwecks Gründung einer Kleinfamilie nicht bereit wäre, ihre Arbeit in der Beratungsstelle für die Opfer allzu emotionalisierter Rechtsprechung bei Eigentumsdelikten aufzugeben. Das führte dann natürlich zwangsweise zur Beendigung ihrer Beziehung. Nur gut, dass die Zimmer in der Pension dicke Wände hatten ! Das war so eine richtig urig umgebaute irische Kate. Sicher hat die Single-Frau es richtig gemacht, sich von ihrem Freund zu trennen. Als ob es etwas Wichtigeres geben könnte als in einem Land, in dem Eigentum das höchste Gut darstellt, die armen Schweine, die an seiner scheinbar ungerechten Aufteilung zu rütteln versuchen, vor der gnadenlosen Verfolgung der hiesigen Justiz in Schutz zu nehmen !
Aber soll so wirklicher Verzicht aussehen ? Hat Doris durch ihre zugegebenermaßen emanzipierte Entscheidung und die daraus resultierende Trennung von ihrem Freund seinerzeit nicht eigentlich nur ihre Freiheit zurückgewonnen, auf dem Markt der einsamen Herzen Ihr Fleisch erneut mit gutem Gewissen zwecks Kontaktaufnahme zur Schau tragen zu können ? Bei der Ausstattung dieser attraktiven Single-Frau doch mit Sicherheit ein Lustgewinn für sie selbst ! Das hatte sie wohl nicht bedacht. Denn natürlich war es ein Gewinn: Es ist einfach prickelnd, wenn man es versteht, die One-Night-Stands, neben denen man morgens aufwacht und deren Namen man möglichst bald wieder vergessen möchte, zu verdrängen. Das alles sind jetzt aber eigentlich sehr intime Details aus Doris´ Privatleben ... hören Sie weiter im Hörspiel 'Getrübte Einigkeit' !


Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Christina Holsten und Leo Greller.



Getrübte Einigkeit GESELLSCHAFTSSATIRE

Getrübte Einigkeit (Teil 2: Journalistisches Fiasko)

Im schäbigen Hinterzimmer einer drittklassigen Absteige in Duisburg führte Pamela Volpers-Schreiner von der Frauenzeitschrift `Mago´ kürzlich ein Interview mit einer der am meisten gesuchten politischen Aktivistinnen Deutschlands, der Terroristin Eva Gark. Dieses Ereignis hätte leicht ein Meilenstein für die Versöhnung von Fundamental-Feminismus mit der Boulevardpresse der Bundesrepublik werden können. Doch die historische Chance scheiterte leider an der Unfähigkeit der Beteiligten, über den jeweils eigenen ideologischen Tellerrand zu blicken.

So war die Terroristin Eva Gark immer wieder fassungslos über die sehr unpolitisch anmutenden Fragen der `Mago´-Mitarbeiterin. Diese interessierte sich besonders für Einzelheiten aus dem Liebesleben der hochgefährlichen Frau: „Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass während Ihrer Aktionen zwischen den Teilnehmern eine gewisse, vielleicht unterschwellig bestehende, erotisch geladene Atmosphäre herrscht. Eventuell ja sogar zwischen Ihnen und Ihren Opfern“ ... Die Terroristin stand solchen Vermutungen vollkommen fassungslos gegenüber: „Sagen Sie mal, ist das jetzt das neueste Kuriosum auf dem spätkapitalistischen Arbeitsausbeutungsmarkt ? Sexistische Journalistinnen ? Sie werden wirklich etwas unsachlich.“ Aber es half ihr nichts und so musste Frau Gark, nach der der Bundesnachrichtendienst Gerüchten zufolge mittlerweile in Winsen an der Luhe fandet, konsterniert feststellen: „Wirklich sehr bedauerlich, dass ich Ihrer Kolumne nicht sie heißblütige Amazone darbieten kann, die Ihrer Auflage zu neuen Höhenflügen verhelfen würde.“
Dieser Sarkasmus rettete sie jedoch nicht vor der Unterstellung der `Mago´-Redakteurin, sie würde ihre „elementaren körperlichen Bedürfnisse als weiblicher Mensch“ wegleugnen und heucheln. Immerhin hat Frau Volpers-Schreiner das Interview überlebt. Es fand ja zum Glück nur als Satire statt. Vielleicht ist es ja doch so, dass eine Boulevard-Frauenzeitschrift, wie die genannte, sich besser mit weiblichen Interessen auskennt als es fanatisierten Gender-Aktivistinnen und erwiesenen Feindinnen des staatlichen Gewaltmonopols wie Frau Gark recht sein kann. Es kommt möglicherweise nicht ganz von ungefähr, dass sich an den beispielsweise in der Hauptstadt regelmäßig stattfindenen relevanten politischen Stammtischen nur in seltenen Ausnahmefällen auch Frauen beteiligen.


Mit: Constanze Köpp und Christina Holsten.



Getrübte Einigkeit GESELLSCHAFTSSATIRE

Getrübte Einigkeit (Teil 3: Der Hersteller haftet persönlich)

Er bekam kürzlich eine Auszeichnung. Das ist natürlich eine Ehre. Nicht umsonst wohnt er in einem so prachtvollen Haus, umsonst wahrlich nicht. Er hat es geschafft - er ist ganz oben. Seit letzter Woche ist er eine Persönlichkeit. Obwohl er natürlich vorher auch schon jemand war. Er bekam den Ehrenverdienstpreis der Stadt Augsburg verliehen für die Beschäftigungspolitik seines Betriebes, denn er konnte dem allgemeinen Trend zum Abbau von Arbeitsplätzen in der Branche erfolgreich entgegensteuern - der Rüstung, seine Firma stellt Rüstungsgüter her. Waffen zum erhalt des Friedens - Stationäre Werfersysteme, Minen, Radar und ferngesteuerte Lenkwaffen. Der Rest ist geheim. Obwohl er es eigentlich gar nicht nötig hat, den geheimzuhalten ...

Die Rede ist vom Rustungsfabrikanten Arno K., dem nun allerdings Morddrohungen von fanatischen Weltverbesserern in seine Villa flatterten, die seine Frau und ihn etwas beunruhigen. Die Polizei ist bereits eingeschaltet. Das Haus wird verstärkt überwacht. Wieder einmal. So etwas kam schließlich schon öfter vor. Dennoch: Daran gewöhnen werden sich die beiden jedenfalls nie. Sie sind immerhin soweit völlig unbescholten. Aber Morddrohungen kann natürlich niemand rational begründen. Sie stammen wohl von irgendeiner zentralafrikanischen Widerstandsgruppe. Man wirft Arno K. und seiner Familie vor, mit den Waffenlieferungen ihrer Firma würden sie das Regime dort stützen. Das soll angeblich ein Mörderregime sein. Dabei ist der Vorwurf natürlich völlig absurd.
Und selbstverständlich ist sein Unternehmen im Besitz einer Unbedenklichkeitsbescheinigung des Außenhandelsministeriums für seine Lieferungen. Aber damit kann man solchen Fanatikern wohl kaum beikommen. Was allerdings zu denken gibt: Wenn man sich noch nicht einmal mehr auf die Sachverständigen im Außenhandelsministerium verlassen kann - auf wen bitte dann sonst noch ? Aber die Industriellenfamilie kann bei Leuten, die ihr Morddrohungen ins Haus schicken, wohl kaum einen logischen Argumenten zugänglichen Sachverstand voraussetzen ... Vermutlich meinen diese Leute, die der Familie von Arno K. solche Briefe schreiben, ja, dass ihr Leben sowie das ihrer Kinder nicht mehr wert sein darf als das von irgend- einem Buschkind, das in Afrika auf eine Tellermine tritt und zerfetzt wird. Nicht etwa, dass man vernünftigerweise solch eine Meinung vertreten würde - das wäre auch etwas befremdend - aber es scheint nachvollziehbar, dass jemand, der so denkt, entsprechende Briefe schreibt.


Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Christina Holsten und Leo Greller.



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Getrübte Einigkeit
(Teil 4: Verhängnisvolle Persönlichkeitsspaltungen)

Eines dieser Hochglanzmagazine, das an dieser Stelle nicht genannt sein soll, berichtete neulich, dass die Anzahl von verhängnisvollen Persönlichkeitsspaltungen bei Jugendlichen in den letzten drei Jahren stark rückläufig war - das ist irgendwie beruhigend.

Sie spalten Atome, sie spalten Gesellschaften und sie spalten Persönlichkeiten. Wohin führt uns das eines Tages ? Das Chaos ist zweifellos vorprogrammiert und man scheint sich den Zeitpunkt seines Eintreffens ja auch sehnlichst herbeizuwünschen, denn sonst hätte man doch schon längst irgend eine Organisation ins Leben rufen müssen, die diese Entwicklung noch rechtzeitig von uns abwenden kann. Wer ist nun eigentlich Schuld an dieser gespannten Lage ? Wer hat ein Interesse daran, daß der Laden menschlichen Zusammenlebens vor die Hunde geht ?
Die Frage, die sich uns stellt, lautet doch ganz nüchtern betrachtet eigentlich nur so: Warum erleidet die menschliche Zivilisation ausgerechnet in unserem Beisein -im auslaufenden 20. Jahrhundert- ihren großen Kollaps ? Vor den Folgerungen aus dieser Frage und der sich daraus ableitenden Hypothese muss gewarnt werden: Der Mensch tritt wegen seiner Versäumnisse von der Weltbühne ab - einverstanden. Aber wer sitzt denn in den Startlöchern bereit, unseren Part zu übernehmen ? Und ihn besser zu spielen, denn darauf kommt es doch wohl an ! Oder wurde die Frage falsch verstanden ? Sind die Auslaufmodelle lediglich die Denkmuster, die zu dieser Endzeitstimmung geführt haben und nicht etwa der Mensch selber. Man denke an verbreitete Phänomene wie Solidarität, Aufklärung und Toleranz. Zugegeben: In der Theorie hübsch anzusehen vor ihrem humanistischen Hintergrund. Aber dauerhaft tragfähig ? Nein, denn sicher sein, daß die vom Neuzeitmenschen beeinflußte Evolution seiner selbst zu einem wirklich würdigen Ziel führen wird, können wir ohnehin erst, wenn der Garten Eden eines Tages seine Pforten für die menschliche Spezies wieder öffnet. Darauf läuft es wohl hinaus !


Mit: Constanze Köpp, Carsten Kölln, Christina Holsten und Leo Greller.



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Getrübte Einigkeit (Teil 5: Geteilte Einsicht)

Ein gelangweiltes Ehepaar besucht eine Einkaufspassage. Die beiden haben sich gegenseitig nicht mehr viel zu sagen - ein Bettler, der vor einem der Konsumtempel `Stellung´ bezogen hat, ihnen dafür um so mehr.

Er wollte kein Geld von der Frau, aber er hat `Du Flittchen´ zu ihr gesagt. Einfach so ! Sie ist zunächst darüber verärgert, aber dann gibt ihr ihr Mann zu bedenken, dass sie ihn schließlich gerade eben wieder einmal mit einer Schaufensterauslage betrogen habe. Und er schlussfolgert über den Bettler: "Wenn einer da so Tag für Tag vor einem Kaufhaus sitzt, dann ent- wickelt er wahrscheinlich mit der Zeit langsam einen Blick für gelangweilte Ehefrauen. Was erwartest du von den Leuten ? Willst du dem Mann vielleicht den Mund verbieten, nur weil er auf seine Art versucht, dir eine unangenehme Wahrheit mitzuteilen ? Hat er nicht ebenso wie wir ein Anrecht darauf, zu sagen, was er denkt ?" Sie ist daraufhin versöhnlich gestimmt und freut sich darüber, dass der Bettler seine tiefen Einsichten nicht einfach nur für sich behält, sondern sie einem mitteilt in seiner schlichten Gossensprache.
Die Frau überlegt, ob sie ihm vielleicht etwas Geld geben möchte, hat aber Bedenken, dass ihn eine solche Geste womöglich beleidigen könnte, nicht zuletzt, weil er scheinbar etwas gegen verwöhnte Ehefrauen zu haben scheint. Er würde es möglicherweise nicht annehmen, da er ja zuvor gerade erst bewies, dass er Stil hat. Sie überlegt, ob sie ihm statt dessen lieber einen Kuss geben Sollte, auf die Stirn. Denn sie ist dankbar dafür, das sie jemand in deiner Rolle als unerschrockene Konsumentin erkannt und nachhaltig bestärkt hat. Und das einfach nur so nebenbei, im Vorübergehen ... Sie glaubt, dass solch ein Denkanstoß schon seit längerem einmal fällig bei ihr war. Da spiele es ja genaugenommen eigentlich gar keine Rolle, ob der ihr nun so provokant uncharmant vorgetragen werde oder in einem 'zivilisierter' gehaltenen Umgangston. Denn wieviel wiegt schließlich ein derartig spontanes, ehrliches Werturteil im Vergleich zu den gewohnten Routinekomplimenten innerhalb einer festgefahrenen Ehe ?


Mit: Anne Lange und Kai Thormann.