impressum
 

Institut für Digitalgeschichte präsentiert:
Astrid, Augusto, Reiner - Tagebücher 1998

Verlagsinfo:
`Im Jahre 2070 stellt die Historikerin Dr. Gerit Honsmann im Radio einen sensationellen Fund vor: Tagebücher von Astrid W. und Reiner M. aus dem Jahre 1998.
Die gelernte Floristin Astrid nimmt am Telefon (in einem Call-Center) Bestellungen und Reklamationen für neuartige elektronische Geräte an. Reiner bewirbt sich per Internet als Experte für elektronische Kleingeräte. Auch Nachbarsjunge Oliver und seine Mutter Melanie schlagen sich recht und schlecht durchs digitalisierte ... Leben.
 

Der HÖRSPIELer:
Das Hörspiel beschreibt basierend auf einer originellen Grundidee das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Menschen untereinander sowie zwischen ihnen und ihren virtuellen Haustieren. 
Die Schauspieler transportieren ihre Rollen unaufgeregt und realitätsnah. In das wie eine Radio-Dokumentation aufgemachte Stück wurde geschickt minimalistische Geräuschemusik integriert.
Mit Ausnahme einer sehr bildlich beschriebenen drastischen Traumsequenz zum Ende des detailverliebten Stückes geriet dieses insgesamt ein wenig brav. 
FAZIT: Originell und unterhaltsam trotz einiger Längen.

Frage an Caspar Abocab:
`Ihr Hörspiel läßt vermuten, dass Sie dem modernen Leben mit seinen digitalen Möglichkeiten und Gefahren skeptisch gegenüber stehen. Trifft das so zu ?´

Antwort Caspar Abocab:
Ich selbst verwende Computer seit 1987, und habe als erstes ein Kunstwerk dafür programmiert, eine Art von Film aus Buchstaben, seither nutze ich diese Geräte aber nur noch als Werkzeug.
Skeptisch stand ich dem Heilsversprechen der Politik und Wirtschaft entgegen, mit Hilfe von Silizium-Chips und Internet werde alles gut, ein neues ewiges Wirtschaftswunder stünde vor der Tür. Ich habe die Sache immer, auch als ich 97´ das Stück schrieb für banaler und profaner gehalten, und nicht geglaubt, dass zum Beispiel Bill Gates, bloß weil er der 
reichste und erfolgreichste Geschäftsmann unserer Zeit ist, irgendetwas Prophetisches, Substanzielles oder auch nur 
Interessantes über die menschliche Gesellschaft zu sagen hat, 
weswegen er und die anderen Superpropheten des digitalen Pardieses im Stück nicht vorkommen, sondern stattdessen ein recht normales Pärchen , das kaum anders wäre, wenn es keine  Computer gäbe. Das fand ich aufregend.
Und tamagotchi fand ich auch der Erwähnung wert.

Frage an Caspar Abocab:
`Was würden Sie der Bemerkung entgegnen, Ihre Tagebücher 1998 seien hinsichtlich auf Provokationen bisher Ihr `bravstes´ Stück ?´

Antwort Caspar Abocab:
Ich finde meine anderen Stücke auch nicht provokant.