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der neueste Trend  ...

Audio-on-Demand-Portale im Internet

Legale Hörbuch-Downloads ohne schlechtes Gewissen ?

Mit zunehmender Verbreitung leistungsstarker Internet- Zugänge stellen große Datenmengen im WorldWideWeb in letzter Zeit kaum mehr ein Hindernis für den Genuß umfangreicherer Angebote dar.

Neben Filmen und Musik werden neuerdings verstärkt Hörbücher mit Lesungen, Hörspielen oder Features im Netz verschoben. Häufig illegal oder zumindest recht unprofessionell in minderer Qualität.

Doch wie für die Musik-Downloads tauchen nun auch für Hörbücher Portale im Internet auf, über die man kostenpflichtig und legal Produkte verschiedener Verlage erwerben kann. Die Auswahl an Genres und Titeln ist täglich im Steigen begriffen.

Mit dem Initiator der Seite mit dem derzeit vielfältigsten Angebot an Hörbüchern, Harald Rieck von soforthoeren.de und dem Diderot-Verlag, sprach der HÖRSPIELer im November 2004:


HÖRSPIELer:
Geht es mit dem absehbaren Trend zum Hörbuch-Download im Internet der CD und erst recht der Kassette an den Kragen ?

Harald Rieck:
Die CD wird es sicher auch weiterhin als Medium für Hörbücher geben. Sie ist einfach sehr gut zum Verschenken geeignet. Gerade Kinder z.B. wollen parallel zum Hörerlebnis gerne etwas zum `Anfassen´ haben.
Andererseits stehen wir natürlich gerade erst am Anfang der Download- Entwicklung. Es ist ja schon absehbar, dass in naher Zukunft Hörbücher sogar über Handys heruntergeladen und in guter Qualität konsumiert werden können.
Ein weiterer Vorteil der Unabhängigkeit von herkömmlichen Tonträgern ist der Umstand, dass die Freunde von Hörbüchern die Stücke nach dem Hören einfach nach Belieben löschen können. So wachsen die CD-Berge nicht unkontrolliert in die Höhe und die Hörer speichern einfach nur die Sachen fest ab, die sie irgendwann wirklich noch einmal hören wollen.

HÖRSPIELer:
Das Pressen von CDs und das Gestalten aufwendiger Booklets sind für die Hörverlage nicht eben geringe Kostenfaktoren. Wenn diese durch den download-Trend jetzt immer mehr wegfallen - Können die Verlage dann entsprechend mehr Geld für kostspieligere Vertonungen ausgeben ?

Harald Rieck:
Nicht unbedingt, da sich zum Teil nur die Formen ändern. Der Booklet-Service muss nicht unbedingt eingestellt werden, nur weil weniger Booklets für CDs gedruckt werden. Es ist gut vorstellbar und wird teilweise auch schon so gehandhabt, dass den Käufern ergänzende Informationen zu den Hörbüchern zusätzlich zu den Audio-files z.B. als pdf-Dateien zur Verfügung gestellt werden.

HÖRSPIELer:
Wie könnten denn ansonsten die Vorteile für die Hörverlage durch den download-Trend aussehen ?

Harald Rieck:
Einige Verlage könnten das Thema `download´ z.B. für ältere Titel aus ihrem Verlagsprogramm entdecken. Titel, für die sich rein absatzmäßig vermutlich eine Neuauflage nicht lohnen würde, die aber dennoch interessant sein könnten,  würden auf diese Weise ohne großen Aufwand als Hörbuch-`Archiv´ im Internet zur Verfügung stehen und gewissermaßen revitalisiert.


HÖRSPIELer:

Wird die `Hörbuch-Szene´ durch die niedrigere Zugangsschwelle zu Internet-downloads für kleine Verlage oder auch für einzelne Autoren zugunsten kleinerer und mittlerer Anbieter
demokratisiert ?

Harald Rieck:
Dass beispielsweise Autoren ihre eigenen Produktionen, für die sie vielleicht keinen Verlag finden, dennoch über download-Portale im Internet an die Hörerin oder den Hörer bringen können, ist natürlich eine gute Sache.
Meine Erfahrung hierbei ist jedoch, dass ich als Portal-Betreiber hier schon eine gewisse Qualitätskontrolle durchführen muss. Es soll schließlich bei Hörbüchern keine Handelsklasse I oder Handelsklasse II entstehen und das verhindert man nur, indem man gewisse Qualitätsstandards setzt.

HÖRSPIELer:
Von welcher Veröffentlichung würden Sie meinen, dass sie wirklich speziell nur bei Ihrem Download-Portal denkbar ist ?

Harald Rieck:
Wir haben z.B. einen Verlag mit dem Namen `Umsorgt Wohnen´ im Programm, der sich mit den Lebens- und Wohnumständen von Senioren befasst. Das ist ein wichtiges Thema, das auf dem freien Hörbuchmarkt aber vermutlich wenig Chancen hätte.

HÖRSPIELer:
Ihr Internet-Portal soforthoeren.de steht gerade erst am Beginn seiner Entwicklung. Haben Sie noch Veränderungen geplant ?

Harald Rieck:
Demnächst werden wir vermutlich einen Livestream anbieten. Als Inhalt einer regelmäßig gesendeten Reihe sind für den Start Gespräche im Fitnesstudio geplant.  

HÖRSPIELer:
Herr Rieck, vielen Dank für das Gespräch.

 

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