Wildgehege Klövensteen

Übergriffiges Bezirksamt bedroht Naturidylle

Über viele Jahrzehnte waren die Rissener glücklich und zufrieden mit ihrem beschaulichen Wildgehege Klövensteen. Zu unrecht - fand offenbar das Bezirksamt Altona und wollte mit Hilfe eines umstrittenen Masterplans eine sündhaft teure Transformation in die Wege leiten. Die unterstützenswerte Bürgerinitiative 'Kloevensteen-soll-leben' hielt bisher erfolgreich dagegen.

Die im 'Masterplan' für das Wildgehege Klövensteen propagierte 'Waldpädagogik' solle nach Auffassung der von Thure Timmermann ins Leben gerufenen Bürgerinitiative '... lediglich die Denaturierung der Natur z.B. mit verdoppeltem Parkplatz, Waldrodung, Asphaltflächen, Tierkäfigen und Eventflächen rechtfertigen.' Dieser Plan ist dank des Widerstands vieler engagierter Rissener zwar fürs Erste offiziell vom Tisch, aber die Gefahr scheint trotzdem ganz und gar nicht gebannt.

Unsichere Lage

Die die aktuelle Krise um das Wildgehege Klövensteen ausgelöst habende Bezirkspolitik sollte trotz allem nicht unfair behandelt oder gar vorverurteilt werden:

Natürlich will das Bezirksamt-Altona den Bürgern, von denen es gewählt und bezahlt wird, dienen und ihnen das Leben erleichtern. Es beabsichtigt keineswegs, sie zu gängeln oder mit überproportionierten bürokratischen Vorhaben an fortlaufende Ausgaben zu binden und damit ihre steuerschöpfende Arbeitskraft für die Finanzierung zweifelhafter Projekte zu vergeuden.

Auch die zunehmende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung sollte nicht als Erklärung oder gar Entschuldigung für die im vorliegenden Fall besonders augenfällige Entfremdung zwischen Bürgern und Herrschenden herhalten. Vielmehr müssen in dieser konkreten Vertrauenskrise in dem Elbvorort die Rissener von den Planerinnen und Planern des Bezirksamts Altona bei der gerechten, vielfältigen und offenbar dringend notwendigen Neugestaltung ihres abgeschiedenen Wäldchens abgeholt und mitgenommen werden.
Es ist absurd, ausgerechnet der grünen Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg zu unterstellen, gegen die Belange der Natur anzuregieren. Nahezu wie eine Verschwörungstheorie erscheint zudem die Vermutung, die Politik würde unter dem ökologischen Deckmantel in Wirklichkeit Wirtschaftsunternehmen den Weg bereiten, den Rissener Forst auszubeuten. Auch der Bürgerverein Rissen e.V. hängt in dieser Angelegenheit sein Fähnchen nicht nach dem aus Altona herüberwehenden Wind, wenn manche meinen, er würde mit dem von ihm mitlancierten alternativen und korrekt durchgegenderten Bürgerbegehren 'Rettet das Wildgehege Klövensteen' eigentlich nur seinen Einfluss sichern wollen, indem er dem Bezirksamt hilft, auf diesem Weg einen leicht kaschierten 'Masterplan 2.0' durchzudrücken.

Daher ist es wichtig, dass der Gesprächsfaden zwischen Regierenden und Regierten nicht vollständig abreisst, wozu diese Seite (die sich u.a. satirischer Mittel bedient) einen zivilgesellschaftlichen Beitrag mit vermittelndem Charakter leisten möchte.


Fotostrecke 'Rissen'

Wittenbergener Ufer, Heidelandschaft (Binnendünen), Schiffsanleger-Wittenbergen, Bauernhaus im Raalandsweg


Hamburg-Rissen

Häufig werden der Stadtteil als öde und seine Bewohner als senil beschrieben. Aber diese Einschätzung wird Rissen nicht vollständig gerecht. Der Elbvorort ist vielleicht weniger hip aber deswegen noch lange nicht weniger wichtig als etwa Ottensen, das Schanzenviertel oder St. Pauli mit seiner Reeperbahn, von der niemand genau erklären kann, warum sie eigentlich so beliebt ist.

Dennoch muss Rissen politisch und medial zurückstecken: Der westlichste Elbvorort Hamburgs hat in der öffentlichen Wahrnehmung keinen leichten Stand und ist häufig Spott und Hähme ausgesetzt. Ja, Rissen ist unbestreitbar weniger bedeutend als Blankenese, die neue Hafencity oder Eppendorf, für die sich Politik und Medien immer wieder auf´s Neue interessieren. Aber dennoch findet auch hier jeden Tag Leben statt - mit Freude, Harmonie, Alltagsroutine, Kummer und Leid.