HöRSPIELer - Informationen über das Königsmedium

Das gesellschaftspolitische Hörspiel ist tot
... aber sowas von ! Auf erhobene Zeigefinger und moralinsaure Agitation hochbezahlter wie humorloser Weltverbesserer hat kaum noch jemand Lust.

Das lange Leben der Hörspielserien
Ob Science Fiction, Krimis, Grusel oder Skurriles: Mehrteiler bleiben uns meist länger im Gedächtnis. Vielleicht ist das manchmal sogar gerechtfertigt.

Kampf um staatsnahe Hörspiel-Moneten
'Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf', mahnte bereits Angela Merkel. Oder war´s doch Mutter Theresa ? Über Verteilungsprobleme beim Königsmedium.

Schlagzeilen zum Chaoten Leo Greller
Von allen mittelmäßigen Hörspielseiten haben wir den heißesten Draht zum bigotten und chronisch unzufriedenen Liedermacher aus dem Norden.

HöRSPIELer - Informationen über das Königsmedium



als Beispiel: staatlicher Experte von Universität
KULTURPESSIMISMUS

Gesellschaftspolitisch totes Hörspiel

Auf moralinsaure Agitation hochbezahlter wie humorloser Weltverbesserer hat kaum noch jemand Lust. Selbständig denkende Hörer sind einfach nur angewidert vom durchschaubaren Vorhaben, über das 'Königsmedium' Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse nehmen zu wollen. Wir HöRspieler haben mit Eigenproduktionen versucht, hier gegenzuhalten.

# Vom volkswirtschaftlichen Schaden durch Flachfunk: Die Niveau-Drücker

# Über die schwindende Vielfalt im Hörspielgeschäft: Viel Lärm um nichts




Ninoschka Schlothauer (Hörspiel 'Schmerz statt Kommerz')
MEDIENPOLITIK

Verantwortungsvolle Berichterstattung

Da die gemeinen Bürger mitunter zu unkorrekten politischen Ansichten neigen, ist es ein Segen, dass beispielsweise die der Staatsferne verpflichteten öffentlich-rechtlichen Hörfunksender Verantwortung beweisen und die politische Neutralität hin und wieder vernachlässigen. Den Beleg dafür liefert ein Kurzhörspiel über Kriminalberichterstattung im Radio.

# Mediengewalt auf breiter Front auf dem Vormarsch: Auch Hörspiele betroffen ?

# Das Medium 'Hörspiel': Transportiert Schmerz besser als kommerzielle Filme




Science-Fiction-Hörspiel
GENRE

Das lange Leben der Hörspielserien

Ob Science Fiction, Krimis, Grusel oder Skurriles: Mehrteiler bleiben uns meist länger im Gedächtnis. Ob zu recht oder nicht, kann man nicht immer klar sagen. Vielleicht fungieren in der Single-Gesellschaft die immer wieder kehrenden Hörspielhelden auch bereits als eine Art 'Ersatzfamilie' für uns. Das wäre zwar traurig aber irgendwie auch verständlich ...

# Jugendkrimis und Zeitgeist: Spannende Geschichten rund um Justus, Peter und Bob

# Grusel und Horror: Verblüffende Geschichten rund um Larry Brent und Björn Hellmark




Jugendfreie Fantasie-Froschfrauen
HÖRSPIELFIGUR

Schlagzeilen zum Chaoten Greller

Die Redakteurin eines Hamburger Rundfunksenders realisierte ein Radiofeature über die `Hamburger Schule´ deutsch-sprachiger Popmusik und bat Leo Greller um inhaltliche Unterstützung für das Projekt. Durch ihn sollte das Leben eines typischen Hamburger Liedermachers aus verschiedenen Perspektiven dokumentiert werden. Dies misslang gründlich.

# Dem Provokateur ist nichts zu schwör: Die späten ermatteten Einschlafversuche des Sängers

# Angestaubt aber trotzdem noch nicht abgeflaut: Die frühen virtuellen Gehversuchs Sängers



HöRSPIELer
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Hörspiel-Interviews
Märchentante: Heikedine Körting
Ufos: M. Gaida (fiktiv)
Jugendkult: Jens Wawrczeck
Starke Kinder: Alfred Krink





provokative Hörspiele
provokative Hörspiele
LEO GRELLER & CO

HöRspieler-Homepage von 1999 bis 2009
HöRspieler-Homepage von 1999 bis 2009
HÖRSPIELer ANTIK





Hochtrabend und Anmaßend
Beitrag: Erlebnisgesellschaft
Infantil: Kinder hören anders
'Ideology kills the radio drama star'





Hörspiel
'Der Wächter der verbotenen Welt'
von Hartmut Lühr (Buch/Regie/Schnitt)
Einst waren sie die besten Freunde. Jetzt treffen sie über einer verlassenen Maschinenwelt als Rivalen aufeinander: Die Kommissarin, der Sektenführer und der Wächter: Artan will den Beneix-Planeten für seine Sekte okkupieren. Wächter Matt hat die Aufgabe, genau das zu verhindern. Und Kommissarin Mira möchte mit Artan noch eine offene Rechnung begleichen. Abgelenkt von ihrer Privatfehde vernachlässigen Mira und Artan die Gefahr, die von dem Planeten und seinem Mond ausgeht... Eine melancholische Ménage à trois im Weltraum.
mit Sascha Gluth (Artan), Branka
Hanisch (Mira), Uta V. Kohlenbrenner
(Adra) u.a.

55 Min. | 50 MB | DOWNLOAD / PLAY






Hörspieler royale

Douglas Adams, Alfred Andersch, Andreas E. Beurmann, Marina Dietz, Hans Gerhard Franciskowsky (H.G. Francis), Michael Gaida, Jens Hagen,
Konrad Halver, Hans-Joachim Herwald, Anthony J. Ingrassia, Peter Jacobi, Stefan Kaminski, Ingomar von Kieseritzky, Heikedine Körting,
Alfred Krink, Donovan O´Malley, Fritz Mikesch, Barbara Plensat, Rainer Puchert, Michael Schulte, Toyo Tanaka, Douglas Welbat





Hörspiel-Interviews
Sammelfreuden: Herbert Piechot
Unabhängig: Caspar Abocab
SpaceDay: Michael Esser
Widerliche Zeiten: Abe Greenbaum





moderne21




Hörspiel
'Staatsnah ... geht die Moderne stiften'
von Hartmut Lühr (Buch/Regie/Schnitt)
Die staatsnahe Stiftung 'moderne21' fördert jährlich eine zivilgesellschaftliche Initiative mit einer hohen Summe. Dieses Mal gibt es gleich vier Bewerber, die die Stiftungskuratoren vor eine schwere Wahl stellen: Um die Finanzspritze konkurrieren persönliche Vertreter der Initiativen `Dudelstopp´, `Gewalt-geht-immer´, `Wir-sind-wichtig´ und `Wahlzusage´. Wer streitet vor den Kuratoren am gewieftesten für seine Initiative ?
mit Manfred Callsen (Wessel),
Nadia Panknin (Schmidt-Peters),
Nina Ernst (Holpert-Mang),
Andreas Goebel (Opaschewsky),
Udo Wiegand (Klaschka),
Ninoschka Schlothauer (Goekdal).
54 Min. | 43 MB | DOWNLOAD / PLAY





SATIRE

Kampf um Hörspiel-Moneten

Sonja Schmidt-Peters von der staatsnahen Stiftung `m21´ hat eine schwierige Wahl zu treffen, denn es gibt gleich vier Bewerber um ihre Fördergelder - natürlich nur in dieser Hörspiel-Satire. Dennoch geben sich die Kandidaten alle Mühe mit ihrer Selbstdarstellung, um sich von den Mitbewerbern abzugrenzen. Am Ende siegt die political correctness.
Stiftungs-Kuratorin Sonja Schmidt-Peters

# Fast so regierungstreu und staatsnah wie Jan Böhmermann: Die staatsnahe Stiftung `m21´

# Kontroverse um das Stiftungshörspiel: Nicole Abé vom STIEFEL nahm die Satire für bare Münze




INDIVIDUALISIERUNG

Deutschland dekadent im Hörspiel

Ein Hamburger Soziologe `beglückte´ Hörspielwelt in den 90er Jahren mit einer Trilogie an Stücken. Hat er dabei immer das rechte Maß für die stets mitschwingende Kritik gefunden ? Zweifel sind angebracht, denn Aufrührer, Waffenfabrikanten und Terroristinnen als Protagonisten stehen nicht gerade für moderates Sinnieren über gesellschaftliche Probleme.
Hamburger Ehepaar

# Von der Außenseiter-Muse zur Fürsorgerin: Conny Köpp und jenseitige Wege

# Gelangweiltes Ehepaar besucht Einkaufspassage: Konsum als Kitt für Beziehungen {Text}




INTERVIEW

'Kann ich nicht' gibt es nicht

Eines der sehr seltenen Interviews mit der Macherin der 'drei Fragezeichen' und 'TKKG' bot die Möglichkeit, die Powerfrau nach ihren Rezepten für das Überleben in einer von Männern beherrschten Medienwelt zu befragen. Hartmut Lühr stellte Heikedine Körting Fragen über den Wandel von Rollenbildern und des Geschlechterverhältnisses während ihres Schaffens.
Heikedine Körting in ihrem Hamburger Aufnahmestudio

# Ewig junger Peter Shaw: Jens Wawrczeck über sein Leben mit und ohne die drei ???

# Hörspiel-Papa auf großer Reise: Alfred Krink über Hörspiele und selbstbewusste Kinder




REGIONAL

Norddeutsche Konkurrenzmedien

Der Norden Deutschlands war nicht nur Sitz wichtiger Hörspiellabels, wie EUROPA oder Maritim. Die Ton- und Filmstudios an der Elbe hatten auch noch anderen Ausstoß, wie dilettantische aber authentische Jugendfilme, die Hanseatische Spielart der 'Electronic Body Music' (EBM) sowie improvisierte Trashhörspiele, die unbekümmerte Religionskritik lieferten.
Szenefoto aus 'Ugly Times' / Hamburg-Rissen, 1986

# Abgetriebenes Keuchen: Vom 'zweiten Bruch', 'strengem Geruch' und 'Bullenfröschen'

# Widerliche Zeiten: Über Gurus, Voodoos und Moguln als man sie noch kritisieren durfte



Hörspiele royale

Auf zur Venus | A: Michael Gaida | P: SFB 1982 | R: Manfred Marchfelder | L: 57 Min. | D: Uwe Müller, Helga Anders, Monika Hansen, Erwin Schastok, Peter Matic u.a.
Blutbad | A: Sylvia Hoffman | P: SFB 1973 | R: Christian Gebert | L: 51 Min. | D: Hans Korte, Ingeborg Engelmann, Elke Aberle, Ulrich Faulhaber u.a.
Die Brandung von Hossegor | A: Alfred Andersch | P: NDR/HR/SR/WDR 1976 | R: Otto Düben | L: 88 Min. | D: Christian Brückner, Christoph Quest u.a.
Ein Sonntag in New York | A: Truman Capote, Andy Warhol | P: NDR 1998 | B,R: Beate Andres | L: 60 Min. | D: Martin Reinke, Klaus Schreiber u.a.
Fehler im System | A: Richard Strand | P: DRS 1989 | R: Pierre Kocher | L: 39 Min. | B: Franziska Hirsbrunner | D: Wolfgang Grabow, Renate Müller u.a.
Leute wie wir | A: Donovan O'Malley | P: NDR 1981 | R: Hans Rosenhauer | L: 45 Min. | B: Monika Klostermeyer | D: Katharina Thalbach, Stephan Schwartz u.a.
Das Loch im Kopf der Welt | A: Fay Weldon | P: SR/BR/RB 1993 | R: Stefan Dutt | L: 87 Min. | Ü: Hubert v. Bechtolsheim | D: Jürgen Holtz, Friederike Tiefenbacher u.a.
Nach Tübingen oder Lauf, Friedrich, lauf! | A: Frank Werner | P: NDR/SWF 1989 | R: Hans Rosenhauer | L: 42 Min. | D: Gerd Baltus u.a.
Science Fixion | A: Peter Jacobi | P: RB 1979 | R: Manfred Marchfelder | L: 65 Min. | D: Henning Venske, Ronald Nitschke, Anja Kruse, Otto Sander u.a.
Unser Vater ist doch noch ein Shooting-Star geworden | A: Ria Endres | P: SWR/WDR 1999 | R: U. Brinkmann | L: 39 Min. | D: Sophie Rois, Antje v.d. Ahe u.a.

A=Autor | B=Bearbeitung | D=Darsteller | P=Produktion | R=Regie | L=Länge | Ü=Übersetzung




ÜBER DIESE SEITEN

HöRSPIELer

1999 startete die unabhängige und werbefreie 'Hörspieler'-Internetseite in Hamburg. Inhaltlich stehen seither Kritik und Anregungen zum 'Königsmedium' im multimedialen Mittelpunkt.

Neben nachdenklichen Essays, wie `Die Niveau- Drücker - vom volkswirtschaftlichen Schaden durch Flachfunk´ oder `Viel Lärm um nichts - über die schwindende Vielfalt im Hörspielgeschäft´, wurden hier auch Interviews mit Autoren wie Michael Gaida, Sprechern wie Jens Wawrczeck und Produzentinnen wie Heikedine Körting veröffentlicht.

Die Seite bietet versprengten Hörspielliebhabern, die in dem Medium nach wie vor eine weg- weisende Kunstform sehen, ein virtuelles Refugium. In diesem Sinne sieht sich der verantwortlich zeichnende Autor ausdrücklich auch als Hörspielaktivist.


MEDIEN UND INKLUSION

Hörspiele für 'alte weiße Männer'
haben ihre Daseinsberechtigung

Viele Hörer entziehen sich der seit rund zwanzig Jahren andauernden künstlerischen und politischen Erneuerung des deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Hörspielwesens. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um mittelalte bis alte weiße Männer und wenige offenbar nicht sehr emanzipierte Frauen, die weiterhin an konventionellen Medieninhalten und -formen Gefallen finden. Die Internetpräsenz der `HÖRSPIELer' sieht sich neuerdings mit Kritik konfrontiert, der beschriebenen Klientel eine virtuelle Heimat zu bieten. Die Verantwortlichen für die Seite erkennen das Problem ausdrücklich an, aber dennoch sind in nächster Zeit keine technischen Zugangsbeschränkungen geplant.

Eines vorweg: Die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Hörspiels in der Bundesrepublik ist eine Positive. Wo bis in die Neunziger Jahre hinein fast durch die Bank Männer im mittleren und höheren Alter in den Redaktionen, im Studio und an der Schreibmaschine dieses Medium prägten, wurden im neuen Jahrtausend politisch unterstützt mehr und mehr freiwerdende Stellen von Frauen besetzt oder zumindest von nicht heteronormativ geprägten Männern. Durch diesen Prozess wurde das Hörspiel geschlechtergerechter und konnte deutlich mehr Teilhabe für benachteiligte Minoritäten bieten.

Wer, außer Ewiggestrigen, könnte hiergegen ernsthaft etwas einzuwenden haben ?

Hauptprotagonisten des modernen Hörspiels der öffentlich-rechtlichen Anstalten sind Frauen, die sich gegen patriarchale Strukturen engagieren, Migranten, die unter Vorbehalten gegenüber ihrer Kultur leiden, oder Angehörige sexueller Minderheiten, die gegen Diskriminierung kämpfen. Frühere Hörspielautoren, wie Alfred Andersch oder Friedrich Dürrenmatt, behandelten in ihren Stücken existentielle Themen wie Liebe, Tod und Verbrechen. Heutige Autorinnen, wie Sibylle Berg oder Elfriede Jelinek, bevorzugen aktuellere Themen, wie Gleichstellung, Migration und Diversität. Das ist dem gegenwärtigen Zeitgeist geschuldet und befürwortenswert, weshalb es auch nachrangig scheint, dass die modernen Hörspiele kaum noch innovativ oder gar provokativ sind - mit ihnen wird Haltung gezeigt.

Dennoch werden Besucher des `HÖRSPIELers' nicht ausgegrenzt, die an althergebrachten und ihrer Meinung nach bewährten Hörspielformen und -inhalten festhalten möchten und für die das moderne Hörspiel der öffentlich-rechtlichen Sender zu systemkonform und damit schlicht uninteressant geworden ist. Nochmals: DER `HÖRSPIELer' TEILT SOLCHE ANSICHTEN NICHT, ihm liegt jedoch an der Inklusion dieser von der Medienpolitik zurückgelassenen Hörerschaft - und sei es nur, damit sie sich wegen des Gefühls des Unverstandenseins in ihrem privaten, beruflichen oder politischen Leben nicht radikalisiert.